6.12.2018

Ich sagte ja: Heute hat das Lotterleben ein Ende. In Stichworten: Um acht losgefahren, von Maps geschätzen Ankunft: 9:28 Uhr.
Stau ab x km vor dem Leverkusener Kreuz, reale Ankunft: 10:05 Uhr.

Zweidreiviertel Stunden angeregtes Kennenlern-Gespräch. Gut.

Abfahrt nach kurzem McDrive-Stop: 13:07 Uhr; von Maps geschätzte Ankunft: 14:33 Uhr.
Stau ab x km vor dem Kreuz Wuppertal Nord, reale Ankunft: 15:36 Uhr.

Total platt.

„Stauland NRW“ ist irgendwie so ähnlich wie „Klimawandel“: Weiß jeder, aber keiner macht was.

5.12.2018 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

7:15
Aufgewacht. Das ist im Vergleich zu den letzten Nächten absoluter Rekord, vor allem, da ich mal wieder durchgeschlafen habe. Siebendreiviertel Stunden!
Irgendwo hab ich mal gelesen, das man am Ende einer anstrengenden Woche mit wenig und/oder schlechtem Schlaf ungefähr so zurechnungsfähig ist, wie mit 1 Promille Alkohol im Blut. Vergleiche ich mein heutiges Wohlbefinden mit dem der letzten Tage kann ich das gut glauben.
Gleich mal noch eine Viertelstunde meditiert um dieses Wohlbefindens-Dings noch zu unterfüttern.

10:00
Huch, wo issen die Zeit hin? Ich hab doch nur kurz den alten Verstärker, der jetzt die neuen Boxen füttert und mit ihnen zusammen mein Büro in eine HighEnd HIFI-Oase verwandelt, mit etwas Kontaktspray gefüttert und dann einmal durch die Playlists geshuffelt, um mich am Wohlklang zu erfreuen? Ein seltsames Ding, diese Zeit.
Aber, apropos „Wohlklang“: Vergleicht man aktuelle, iPod-optimierte Charts-Musik mit alten Aufnahmen, vielleicht sogar noch auf Schallplatte – das ist schon spannend, welche Wege da die Entwicklung genommen hat und was früher und was heute „wohl“ klingt.
Letztens las ich auch, dass moderne Popsongs sogar anders arrangiert sein müssen: Der Refrain bzw. die Hook kommt direkt zu Beginn, damit die Streaming-Kids mit den geringen Aufmerksamkeitsspannen sich schnell erinnern, dass sie das Stück gut finden – und so lange mitsingen und nicht skippen, dass der Titel als gespielt gilt. Und somit abgerechnet werden kann. Aus dem gleichen Grund ist auch das klassische Solo nach dem zweiten Refrain tot und Titel haben eh nur noch knapp über zwei Minuten Länge. Alles dahinter lohnt einfach nicht mehr.
Naja, Pornos haben ja auch keinen Abspann.
O tempo’a oh mo’es. *Krückstockgefuchtel*

Na, mal sehen, ob ich E-Mails habe.

Um mein wunderschönes alt-und-neu-HIFI-Ensemble zu perfektionieren stehen übrigens rechts und links noch ein paar ganz alte Schätzchen.

12:15
Fünf E-Mails wegsortiert! Franziskas Newsletter gelesen.
Und ich habe einen Termin ausgemacht! Na gut: Ich habe einen Terminvorschlag verschickt, jetzt fehlt noch die Zusage – aber der Wille zählt.
Dann: Um elf war die Liebste zwischen Job, Teil 1 und Job, Teil 2 kurz zu Hause gewesen (sie arbeitet ja nicht nur in einer Schule, sondern in zweien und muss außerdem in diversene Beratungsfunktionen auch gern mal durchs ganze Land durch den ganzen Kreis fahren).
Auf jeden Fall hatte sie Brötchen dabei und ohne ein vernünftiges Frühstück soll man ja auch nicht arbeiten.

Franziska empfahl das Video vom Broccoli-Tree und ich weiß noch nicht, was es mir sagt, aber ich weiß, dass es etwas mit mir macht.

Genau wie der Artikel darüber, wie der beste Burger-Laden der Welt unter seinem Ruhm zusammenbrach. Der passt ganz gut zum Baum und sortiert sich auch in meinem Hinterkopf ein; irgendwo beim Thema „Verantwortung und Medienkompetenz“.
„With great power comes great responsibility“, das hat schon Peter Parkers Onkel gesagt.
Schön auch, dass mir mein Timehop dann noch in Erinnerung rief, dass vor einem Jahr eine bekannte Youtuberin von ihrer „schweren Depression“ erzählte und wie sie die alleine durch frische Luft und Sport besiegt hat. Ich gönne ihr das von Herzen aber hatte massiv Bauchweh dabei, so eine Aussage an ein paar Millionen meist minderjährige Zuschauerinnen zu senden.
With great Reichweite comes great responsibility, too.

Ach .com, wenn wir schon bei great Reichweite und great resonsibility sind: Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten hat eine Stellungname zur @Gruppentherapie (von @deinTherapeut) veröffentlicht. Das ist auch keine ganz einfache Geschichte. Verpassen Sie deswegen nicht den klugen Beitrag von Frau Setzkasten zum Thema – der steht nämlich überraschenderweise weder im einen noch im anderen Schützengraben sondern ist eher besonnen formuliert. Und auch wenn ich nicht 100%ig ihrer Meinung bin halte ich das für einen echt wichtigen Punkt.

Sie merken schon:
Ich tue heute nichts „richtiges“, sondern mäandere so rum. Rum mäandern ist aber – und ich meine das vollkommen Ernst – eine ziemlich wichtige Sache für einen kreativen Kopf. Kreativität bedeutet ja, Schranken zu überwinden, anders zu denken, auf neuen Wegen an etwas heran zu gehen und dafür braucht der Kopf auch mal Auslauf.
Auch wenn uns die Coaches und Optimierer dieser Welt etwas anderes verkaufen wollen – nicht jeder denkt in optimierten Prozessen und Strukturen; oft entstehen die besten Ideen aus dem Chaos oder aus dem Nichtstun.
Und deswegen genieße ich solche Tage ohne äußerlich erkennbare Struktur sehr.

12:19
Der Termin ist bestätigt. Yeah: Doch ein ToDo durchstreichen.
Ich glaub, ich fahre jetzt mal raus; hab ich doch letztens ein Video mit den „7 besten Tips um Städte zu fotografieren“ gesehen und beschlossen, das jetzt mal hier im Städtchen auszuprobieren. Ich sag ja: Kreativität braucht nur etwas Platz im Kopf.

14:20
Ja nun, das sind keine Meisterwerke, aber es ist eine interessante Erfahrung mit diesem Blick durch das eigene Städtchen zu laufen. Vor allem, wenn man das Städtchen so dolle gern hat wie ich.

Darüber hinaus auf der Brücke am Bahnhof mal wieder einen kurzen Abgleich mit den eigenen schnellen Urteilen erlebt:

16:00
Shopping Queen geguckt und gedanklich einen Termin für Morgen vorbereitet. Morgen hat das Lotterleben nämlich schon wieder ein Ende und ich muss auf die Bahn: Eine Agentur, der ich empfohlen worden bin möchte mich gern mal kennen lernen. Ich sie auch.
Immer ein bisschen aufregend, so ein Kennenlern-Termin. Immerhin die Kleidungsfrage ist zum Glück recht einfach beantwortet: Gestalter  tragen alle Farben, so lange sie schwarz sind (um mal ein altes Zitat von Henry Ford abzuwandeln). Aber darüber hinaus ist das schon eine spannende Sache: Passen die Vorstellungen von Arbeit, Gestaltung, Programmierungs-Prinzipien, bevorzugtem CMS, Zeitabläufen, der Chemie überhaupt und nicht zuletzt auch dem Geld zusammen? Und gerade, wenn man empfohlen worden ist, dann schwebt da ja auch noch immer mit im Raum: Werde ich jetzt meiner Kollegin, die mich empfahl gerecht?

17:30
Angenommen, ich hätte gerade Tinas Konzert aus der Mediathek geladen und mir daraus dann noch MP3s für unterwegs gemacht, dann wäre ich schon irgendwie ganz froh, dass ich so alte Techniken, wie vernünftige Medienkonvertierung und ordentliches Taggen von MP3s noch beherrsche. Jaja, ist zwar alles überflüssig, wir streamen ja alle und es gibt ja auch alles im Internet – aber wartet nur ab wenn Ihr das erste Mal erlebt, dass Eure Mediathek oder Euer Kindle sich leeren, weil da irgendwer die Rechtefrage neu geklärt hat.
Und als Musikliebhaber ist es ja auch schön, wenn man etwas besitzt, was man früher „Raritäten“ nannte. Aufnahmen eben, die nicht jeder hat.

18:20
Die blockierte Rippe warm- und den Kreislauf weg-gebadet. Hier fertig gebloggt und jetzt werd ich mal was zu essen suchen. Die Liebste hat noch einen weiteren Gesprächstermin und wenn ich einen von Euch jemals sagen höre, Lehrerinnen hätten ja auch einen lauen Job – der fliegt raus.

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3.12.2018 – die 101. Frage. Und weitere

Abgesehen davon, dass ich scheinbar doch noch krank werde – der Tag bot nicht viel erzählenswertes. Daher hab ich das PDF mit den tausend Fragen mal wieder aufgemacht.

  1. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?
    Ernsthaft? Wir unterhalten uns jetzt hier über Sternzeichen? Na denn.
    Ich habe das gerade mal recherchiert und dann herzlich gelacht; nein, das trifft nicht zu.
  2. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?
    Es gibt viel Schwarz, viel fröhliches Grau und auch viel (dunkles) Blau. Ein bisschen Weiß, meist in (blau-)geringeltem.
    Und ein rotes T-Shirt.
    Möchte jemand ein rotes T-Shirt haben?
  3. Holst du alles aus einem Tag heraus?
    Das ist mir zu ungenau – was ist „alles“? Ist das so ein Leistungsding, muss man 120% aus einem Tag „herausholen“, um in irgendeinem Ranking mitspielen zu können? Glaubst Du daran, dass man etwas verpasst, wenn man nicht alles tut, was ein Tag so bietet?
    Und hey – was für ein armseliges Leben, wenn es nur so viele Möglichkeiten gibt, wie in einen Tag passen. Sorry, ich verstehe die Frage nicht.
  4. Wie viele TV-Serien schaust du regelmässig?
    Hm, mal sehen: Big Bang Theory, Modern Family, im Re-watching: Scrubs. Außerdem Shopping Queen und Terra-X und andere Insomnia-Dokus.
    The Voice of Germany und Sing my Song und Ewige Helden, wenn es denn läuft.
  5. In welchen Momenten wärst du am liebsten ein Kind?
    Ich möchte nie wieder ein Kind sein.
    Ich habe aber mein Leben so eingerichtet, dass die Dinge, die man allgemein mit „Kind-sein“ verbindet immer noch viel Platz haben.
  6. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?
    Die Frage ist ja nun auch wieder etwas begrenzt und ich vermute, dass Du meinst: Ohne das, was wir zu Beginn mal „Surfen“ im weitesten Sinne nannten. Ja, das geht. In den ersten Tagen wird das anstrengend und ein paar Dinge klappen dann nicht, aber ja. Am schwersten dürfte sein, dass ich mit den meisten Menschen, die mir etwas bedeuten, online im Kontakt bin und das würde ich vermissen.
    Aber mal weiter gefasst: Ohne Internet habe ich kein Telefon und kein Fernsehen; wenn alle kein Internet haben, haben wir keinen Strom und kein Benzin und vermutlich keine Heizung mehr und das würde sicher sehr anstrengend.
  7. Wer kennt dich am besten?
    Die Liebste. Was für ein gutes Gefühl.
  8. Welche Arbeit im Haushalt findest du am wenigsten langweilig?
    Abgesehen davon, dass ich ja sehr auf dieses Zen-Dings abfahre und versuche, alles was ich tue, bewusst zu tun, ist das vermutlich Einkaufen, Altpapier wegbringen und anderes was mich aus dem Haus bringt.
    Geschummelt? Ich kann auch gut Staub putzen.
  9. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?
    Nicht oft, nein. Zum einen ist mir die Freiheit der Entscheidung für alle sehr wichtig und das gilt nicht nur für mich, sondern eben für alle.
    Und: Wenn man beginnt, Taten von Menschen unabhängig zu sehen, Handlungen und Persönlichkeit zu trennen – dann ist man viel seltener enttäuscht. Jedem passiert mal Mist und enttäuscht muss ich ja erst sein, wenn diejenige es böse meint.
  10. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?
    Ich bin ausgeschlafen, wir können am Meer frühstücken, ich mache viele Fotos und wir besuchen irgendwas spannendes: Wir essen gut und hören abends ein gutes Konzert. Vermutlich sprechen die Menschen um mich herum an diesem Tag dänisch.

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

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2.12.2018

Nicht viel zu erzählen. Mittags war ich bei der Probe des diesjährigen Weihnachtsstückes, hab ein paar Fotos gemacht – sonst ist nichts passiert.
Wechseln wir also auf die Metaebene.

Wenn Ihr mich fragt, was mir mehr Angst macht – der allgemeine Rechtsruck oder dass es irgendwie alle egal ist, dann: Zweiteres.
Als ich mich letztens darüber unterhielt, wie Dänemark und Deutschland im Vergleich so mit diesem Rechtsruck umgehen, da konnte ich für Deutschland nur sagen: Die einen starren wie die Kaninchen auf die Schlange und die anderen sagen: Wird schon nicht so schlimm sein.

Hier ist alles versammelt, was in den letzten 30 Jahren falsch gelaufen ist. Eltern, die nach der Wende keine Zeit für ihre Kinder hatten, weil sie mit sich selbst beschäftigt waren. Volkspolizisten, die nicht mehr wissen, was jetzt noch gilt und was nicht. […] Die Nachsicht der Justiz gegenüber jungen Leuten, die Schranken gebraucht hätten. Politiker, die den Ostdeutschen paternalistisch über den Kopf getätschelt haben, das mit der Demokratie würde sich schon noch einrenken. Nichts hat sich eingerenkt. Es wird, im Gegenteil, immer schlimmer. Dieser Prozess hat die rechte Szene nicht eingeschüchtert.

Spiegel Online: „Der NSU-Prozess. Das Protokoll“: Gespräch mit Autorin Annette Ramelsberger

via Kaltmamsell

Apropos „Dänemark“: Die Frau Dico hat beim ZDF@Bauhaus gespielt – jaja genau, bei der Feine Sahne Fischfilet-Eklat-Veranstaltung und das kann man sich hier ansehen.
Sehenswert ist die Sendung vor allem, weil dort ein Gastgeber mal wirklich mit der Künstlerin spricht und nicht nur Standardfragen abspult. Man merkt im Kontrast, wie armselig nomalerweise inzwischen „Interviews“ in Fernsehsendungen sind.

Die Liebste weilt derweil auf einem Anti-Stress- & Burn-Out-Prophylaxe-Seminar – was ich eine sehr gute Idee finde. Man kann gar nicht genug tun, um sich den permanenten Druck, dem wir alle ausgesetzt sind immer wieder zu vergegenwärtigen.
Auch wenn es dann manchmal – Achtung, wir bewegen uns gerade auf geradem Weg zur kleinen Anekdote – etwas knirscht, wenn zwei Menschen, die gerade besonders gut auf sich achten mit widersprüchlichen Interessen voreinander stehen.
So wie letztens ein Kunde am Telefon und ich: Er wollte mir ein paar Änderungen für seine Website diktieren – weil ihm das Aufschreiben zu sehr angestrengt hätte. Und da achtet er sehr auf sich.
Ich lasse mir nichts diktieren sondern nehme eigentlich nur schriftliche Änderungswünsche – weil ich lernen musste, dass ich immer Schuld habe, wenn $kunde sich vertan hat. Und da achte ich halt auf mich.

Wir haben circa zehn Minuten telefoniert; die meiste Zeit davon schwieg er ratlos oder begann einfach wieder zu diktieren. Ich unterbrach ihn  dann halt jedes Mal, dann wieder Schweigen. Muss man auch mal erlebt haben.

Aber auch wenn ich sagte, dass man gar nicht genug auf sich achten kann – werdet mir keine G.s, ok?

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1.12.2018 – rot sehen

Habt Ihr schon mal rot gesehen? Also ohne die gnädige Filterfunktion des zivilisationsgeübten Großhirns nur noch pure Agression gewesen?
Die meisten Menschen, die ich kenne würden behaupten, dass ihnen das nicht passieren kann; ich behaupte, das kann jedem passieren – wenn der Trigger stimmt.
Johnny Häusler hat da vor ziemlich vielen Jahren schon mal drüber geschriebenich finde es dummerweise gerade nicht wieder; dummerweise denn das war auch interessant zu lesen. Vielleicht googelt Ihr ja besser als ich oder Johnny liest das hier? (Johnny wusste, seinen eigenen Artikel zu finden. Danke!)

Denn aus Gründen erinnere ich mich gerade daran, wie es mir passierte:
Ich erwähnte ja gestern, dass ich den alten Weggefährten, dessen Tod mich gestern Abend ziemlich kalt erwischte, schon einmal für tot gehalten hatte. Das lag daran, dass ich miterleben musste, wie er auf Heroin kam, entzog, wieder draufkam, nochmal entzog und dann wieder draufkam und dann plötzlich weg war. Wirklich komplett weg.

Ich war nicht so gut auf Drogen allgemein und auf Shore speziell zu sprechen.

Deutlich zu kurz danach war ich auf einer Feier der örtlichen Ecclesia-Gemeinde.

(Ein gemeinsamer Bekannter spielte dort mit seiner Band, hatte uns die Veranstaltung als Konzert verkauft und weder den Veranstalter erwähnt, noch, dass zwischendurch dort auch missioniert werden würde.
Nun denn.)

Einer der Vortragenden, der uns von der Kraft von Jesus überzeugen wollte berichtete, dass da letztens dieser junge Mann von der Straße war, und dieser junge Mann war auch heroinabhängig, und dann hatte er mit dem jungen Mann zusamen gebetet und dann war der junge Mann geheil… und das nächste woran ich mich erinnere ist, dass mich draußen vor der Tür zwei Freunde festhalten und auf mich einreden.
Dazwischen: Alles weg; aber ich bin wohl sehr straight zur Bühne gegangen um den Typ da runter zu holen. Und zum Glück hatten die beiden das früh genug erkannt.

Ich bin nicht undankbar, dass mir das mal passiert ist  – vor allem so harmlos im Ergebnis.
Ich fürchte, dass wir alle viel zu sehr glauben, dass wir uns im Griff haben und von der Vernunft gesteuert sind. Blödsinn. Die richtigen Trigger machen uns wieder zu zischenden Reptilien, die sich um eine Stück von der Antilope prügeln.
Und das mal gemerkt zu haben und das auch noch mit glimpflichen Ausgang für alle Beteiligten, das ist eine wichtige Erfahrung. Hilft auch, um das Verhalten anderer manchmal ins richtige Verhältnis zu setzen.