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Ich finde es leider nicht wieder, aber ein kluger SPD-Mann bemerkte die Tage, dass eigentlich neue Stellen innerhalb des Bildungssystems geschaffen werden müssten: Denn es fehlten Menschen, die die Digitalisierung begriffen hätten und auch pädagogische Expertise hätten.

Here, that’s me. That’s exactly, what I am.
Deswegen unterbreche ich das übliche Tagebuchbloggen mal kurz.

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6.7.2020 –

Spaß am Schreibtisch:Spätestens bis zum 6.7. haben Sie Ihr Geld und ich weiß echt nicht, was mit Ihnen eigentlich nicht stimmt“, so schrieb er mir vor knapp vier Wochen als ich ihn auf die schon damals seit sechs Wochen offene Rechnung hinwies.
Bitte raten Sie den heutigen Status.

Schlechte Nachrichten von geliebten Menschen. Ich bin sprachlos und traurig.

Nachts einen dreistündigen Themenabend zum Thema „Narzismus“ auf tagesschau24 gesehen. Ja sicher, der Präsident der selbsternannten Nation of the free, den kennt jede – aber stellen Sie sich mal vor, sie hätten ihn in der Familie. Ich überlege sehr ernsthaft, mir das erste Mal in meinem Leben eine Selbsthilfegruppe zu suchen.

Für die Freunde des ArbeitskreisesWas macht eigentlich Christians Rasen“ hier eine Detailaufnahme. Es ist eine Freude – auch wenn’s von oben noch etwas nach kreisrundem Haarausfall aussieht, wie die Liebste sehr treffend bemerkte.

Wir haben ihm am Samstag auch schon eine komplette halbautomatische Bewässerungslösung gekauft – die wird montiert, wenn wir ihn betreten dürfen. Der laute Gong, den Sie Samstag nachmittags gehört haben, markierte also nur das Erreichen der nächsten Stufe auf der nach oben offenen Spießigkeitsskala hier im Haus.

Der Coolibri steht, 37 Jahre nach der ersten Ausgabe, vor dem Aus und das macht mich sehr traurig. Wenn Sie jetzt nicht aus dem Pott oder den angrenzenden Gebieten kommen, dann fragen Sie jetzt vermutlich: „Wer steht vor dem Aus?“, aber für uns hier war das Blättchen eine Institution. Der Coolibri lag immer irgendwo kostenlos aus und wenn wir als Studierende nicht wussten, was wir abends machen wollten, dann guckten wir in den Kalender und dann hatten wir was vor. Wenn wir irgendwo saßen und Langweile hatten, dann lasen wir den redaktionellen Teil und unser kultureller Horizont erweiterte sich. Oder wir lasen die Kontaktanzeigen und unser sexueller Horizont erweiterte sich.
Als eine Freundin darunter litt, dass sie schon lange Single war, schalteten wir ihr eine Kontaktanzeige und schenkten sie ihr zum Geburtstag – und forderten dann nach jedem Date die Details ein.
Es ist logisch, dass das Web solche Magazine schon arg angegriffen hatte und Corona jetzt Todesstöße verteilt, aber ich bin traurig.

Jetzt A View To A Kill. Der erste James Bond, dessen Premiere ich live mitbekommen habe.

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5.7.2020 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

7:00 Uhr:
Niemand hatte frühes Aufwachen bestellt, es wurde aber geliefert. Ich warf den üblichen Blick in den Garten und erfreute mich an neuen grünen Streifen. Mit ein bisschen Optimismus könnte man sagen, dass jetzt eigentlich überall schon das ein oder andere Hälmchen steht.

11:00 Uhr:
Ich hab das frühe Aufstehen ausgetrickst und mich nochmal hingelegt. Erfolgreich hingelegt. Die langen kräftezehrenden Wochen haben ein eindeutiges Schlafdefizit hinterlassen und ich bin immer froh, wenn ich ein bisschen schlafen kann. Für Sie ist das jetzt nicht so super unterhaltsam, ich finds aber super.

14:00 Uhr:
Die Liebste und ich kommen aus der Schule wieder. Dort sind nämlich Ferien und wie es sich im Bildungswunderland Deutschland so gehört, streichen die Lehrkräfte dann mal schnell ihre Räume. Wir planten also, was ab- und was nur angeschliffen gehört, wieviel Farbe man wohl so einplanen muss und was man sonst noch so vor dem Renovieren tut. Damit der Kellerraum (sic) für ihre Gruppe ein bisschen hübsch wird.
Nebenan renoviert der Kollege gerade den Motorikraum. Selbst, na klar.

18:00 Uhr:
Mitten in die Sonntagsentspannung grätschte mir die Einsicht, dass das bereits hin und wieder erwähnte Familienmitglied aus seiner psychischen Disposition heraus niemals Ruhe geben wird. Niemals. Nach seinem letzten Schrieb hatte ich das kurzzeitig vermutet, aber …
Wo ich eh schon schlechte Laune hatte, konnte ich auch den Schreibtisch aufräumen. Da lag noch ein Stapel, der in die entsprechenden Ordner gehörte – und das vielleicht auch schon zwei Tage länger.
Aber in den letzten zwei Wochen war er dann endgültig zu hoch gewachsen, denn ich habe jetzt für den Anfang Juni gekauften Wagen den inzwischen dritten Versicherungsschein bekommen.
Vorgeschichte:
Mein Audihändler hat es nämlich vor Jahren irgendwie geschafft, meinen Namen falsch zu notieren. Statt „Christian Fischer“ heiße ich dort „Christian Fischer Consulting“. Ich versuche das tapfer bei jedem Vertragswechsel und auch bei jeder anderen sich bietenden Gelegenheit zu ändern, man bestätigt mir auch jedesmal die Änderung und die nächste Rechnung lautet wieder auf „…Consulting“. Seit Jahren.

Als jetzt ein falscher Versicherungsschein (das war neu, das stimmte bis jetzt) kam, wollte ichs endgültig selbst in die Hand nehmen. Außerdem fehlte ihnen meine Schadensfreiheitsklasse, denn sie wussten nicht, wo der Wagen vorher versichert war (bei ihnen selbst) und monatlich zahlen wollte ich auch nicht.
Wir fassen zusammen: Drei Änderungen – ich hatte also einiges zu bereden.

Anruf eins: „Ja sicher. Wir korrigieren das alles. Nur bitte die Namensänderung per Mail“.
Ich schrieb eine Mail und bekam die halbjährliche Zahlungsweise bestätigt und den neuen Versicherungsschein an: „Christian Fischer Consulting“.

Anruf zwei: „Ja sicher. Wir korrigieren das alles. Die Namensänderung aber bitte per Mail“. Ich schrieb eine zweite Mail und bekam die neue (alte) Schadenfreiheitsklasse und den neuen Schein an: „Christian Fischer Consulting“.

Anruf drei: „Ja wie, wie ist denn der Firmenname? Ach so, eine Einzelunternehmung, das ist also nur Ihr Name? Ach so. (Vorwurfsvoll: das müssen Sie uns aber auch sagen, das ist ja sonst alles ungültig!!!einself!!!
Ich schrieb eine Mail, ich bekam den nächsten Schein zugeschickt.
An: „Christian Fischer Consulting Einzelunternehmung“.

Nein, ich kann da nicht mehr drüber lachen.

Aber das ist jetzt immerhin alles schonmal im richtigen Ordner.

19:00 Uhr:
Essen beim City Döner geholt. Inklusive mir und den vieren hinter der Theke waren elf Leute im Raum. Vier davon hatten überhaupt eine Maske im Gesicht, zwei (inklusive mir) wussten, wo ihre Nase ist, von den zwei anderen der eine nichtmal, wo der Mund anfing. Aber der Kinnbart, der war safe.

Jetzt James Bond. Octopussy.

Gestern gabs übrigens Ente.

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4.7.2020 – lazy holiday day

Das war ein sehr geglückter Ferientag. Es mag sein, dass wir erst gegen zwölf so richtig aufgestanden sind – also so richtig „mit Anziehen“, dann haben wir uns einmal aufgerafft und sind einmal in den Baumarkt gefahren und haben Geraffel gekauft. „Geraffel“ ist der Fachbegriff für den Kleinkram, den man am Ende oder auch manchmal mitten in der kleinen Renovierung noch braucht – und der in Summe aber die Renovierungskosten in die Höhe treibt, weil man vorher nicht dran gedacht hat. Schraubzwingen und Goggles und einen neuen Schlauch und sowas.
Dann haben wir schon wieder Pause gemacht, dann waren wir nochmal kurz eine Runde durch die Stadt spazieren und dann haben wir den James Bond-Marathon fortgesetzt und dann war der Tag auch noch rum.

Ganz großartig.

Ach ja, da war ja doch noch was: Ganz eventuell haben wir ein kleines Häuchen gebucht. Auf diesem schmalen Streifen Land. Und freuen uns jetzt vor. Setzen Sie bitte Ihre MNS auf, damit die Grenze auf bleibt.

Die Stadt Menden dekoriert ihre Schaufenster mit Cartoons.

3.7.2020 – nix los

Direkt um sehr früh kam der Klempner. Nicht der dauermotzige von gestern, sondern ein anderer und jetzt haben wir wieder warmes Wasser. Nicht zu unterschätzen.

Am Schreibtisch brachte ich die letzte Ordnung in eine Website, parallel unterhielt ich mich über das korrekte Anlegen von Insektenhotels; beides war schön.
Sehr lachen musste ich, als irgendwo in den Tipps eingeschoben der schöne Satz kam: Vorsicht, vielleicht entwickelst Du dann daran Gefallen.
Sehr gut beobachtet – ich habe das auch schon befürchtet.

Einig waren wir uns aber auch: Wenn hier Hornissen wohnen, dann ist nicht alles ganz schlimm. Und hier wohnen Hornissen. Mit der Geräuschentwicklung eines Bell UH 1D besuchen sie mich gelegentlich hier im Dachgeschoss, lassen sich aber auch recht bereitwillig wieder rauskomplimentieren.

Insgesamt wars ein recht ereignisloser Tag.

Ich bin übrigens auch vollkommen davon überzeugt, dass dieses linksgrün versiffte Pack total übertreibt mit seinem „Natur- und Klimaschutz“. Dem deutschen Wald gehts doch prima!

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2.7.2020 – it’s gonna be a cold, cold summer

denn: Gestern Abend wollte ich gerne eine halbe Stunde in einem Kneipp-„Fühl Dich energetisch“-Schaumbad versinken aber das wurde leider nicht warm. Fehler28/54 oder so, sagte die Heizung. Kurzes Googlen brachte hauptsächlich die Erkenntnis, dass das frühere Fakten-Fakten-Fakten-Blatt online wirklich nur noch suchmaschinenoptimierter Werbedreck ist, und es schafft, auf einer knappen DinA4-Seite statt der versprochenen Lösungen unfasbar viel Werbung aber eben keine Lösung außer „Ruf den Handwerker“ unterzubringen.

Vermutlich war es der erfrischend kalten Katzenwäsche heute morgen zu verdanken, dass ich sofort so etwas kluges twittern konnte.

Also ok: Ich war zwischen 18 und 23 auch durchschnittlich viermal die Woche in der Disco – aber es war eben Freizeitvergnügen und nicht Lebensinhalt. Höre ich Menschen zu, hat sich das offensichtlich geändert.

Falls Sie Lehrerin sind oder Schulrätin oder sowas und gerne wissen möchten, wie Digitalisierung geht, dann sprechen Sie mich gern an – heute Vormittag habe ich da etwas runter geschrieben, was offensichtlich schon seit ein paar Tagen gärte. Hilft ja nix, immer nur anzumerken, dass nix läuft.

Kiki regt sich auf. Und das sehr unterhaltsam.

… und ich denke darüber nach, dass so ein richtig guter Rant nicht nur unterhaltsam anzusehen sein kann, sondern beim Ranten auch die Sicht auf Dinge schärft: Nämlich, wenn man ihn vollkommen ernsthaft meint und am nächsten Tag genau so ernsthaft und voller Verve den Rant für die andere Seite denkt, schreibt, filmt, schimpft.
Ich kenne nicht viel vom amerikanischen Bildungssystem, halte wenig von dem was ich weiß, aber das Prinzip der Debattierklubs, das finde ich gut.
Wir sollten alle viel mehr ranten. Für uns allein, im stillen Kämmerlein – erst dafür, dann dagegen. Und dann können wir uns öffentlich äußern.

Für den Arbeitskreisgucken wir Christians Garten zu“ hier der aktuelle Stand: Hinten in der einen Ecke beginnt es so zu grünen, dass man es als Vorstufe einer geschlssenen Fläche wahrnehmen kann wenn man will. Und an den meisten anderen Stellen stehen auch einzelne Hälmchen. Das wird voll schön.

Von ganz, ganz nahem sieht das übrigens wesentlich beindruckender aus. Und obwohl ich ja – ich hatte es mal erwähnt? – mit Garten gar nicht so viel anfangen kann, finde ich das schon ziemlich faszinierend und ich vermute, die Nachbarn haben viel Spaß, wenn ich morgens als erstes auf den Knien auf der Terasse liege und grüne Spuren suche.

Am Schreibtisch werde ich, so fürchte ich, gerade zum pain in someone elses ass. Der wunderbare Peter erzählte mir vor Dekaden, eine Agentur habe mal zu ihm gesagt: „Bevor Du kommst, ist immer alles in Ordnung mit unseren Dateien“. Ich habe mir die dorthin führende Haltung übernommen – denn er verstand und auch ich verstehe das als Kompliment dafür, dass wir wirklich genau hinschauen.
Gerade nehme ich also diverse Seiten Produktkatalog auseinander und bemerke Rechtschreib- und Grammatikfehler, Lücken und Unlogiken in der Struktur.
This is going to be fun.

Nachmittags kam der Klempner, motzte eine Stunde rum und ging ergebnislos wieder. Morgen kommt er nochmal – dann mit dem richtigen Auto, in dem die richtige Schublade aufgeht (weil nicht der ganze Scheiß draufliegt), in der das richtige Werkzeug liegt und mit dem richtigen Heftchen dabei, in dem steht, was Fehler 29 denn bedeutet – wenn ich das alles richtig verstanden habe.

Das konnte ich alles voll gut haben.

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