21.9.2021 – Sally-Tag

Bring Sie nie zum Flughafen, damit sie Dich später nie fragen kann, ob Du sie zum Flughafen bringst“, so sprach (sinngemäß) Harry in Harry und Sally. Nun wissen wir, die wir den Film kennen, ja inzwischen alle, dass Harry ein beziehungsunfähiger, vollkommen in seiner Maskulinität gefangener, verkopfter Volltrottel war, aber der Film war für eine ganze Generation ja nun irgendwie nicht unwichtig.
Ich war aber schon immer* #teamsally und heute ist im doppelten Sinne daher Sally-Tag – denn ich hole meine beste Freundin, von der ich nie etwas wollte, vom Flughafen ab.

Da das mit aller Fahrerei ein langer anstrengender Abend sein wird, hab ich heute frei.

*) Legendär sind – jedenfalls in einem kleinen Abijahrgang in einer kleinen Schule in einem kleinen Ort im Sauerland – die Diskussionen zwischen A. und M., die im Philosophiekurs unbedingt lautstark ihre Beziehung bzw das Ende ihrer Beziehung klären mussten.
A. zog sich Dank des Films auf eine „Männer sind halt so“-Position zurück und wollte nur mit ihr befreundet bleiben, wenn er hin und wieder auch mit ihr schlafen durfte – während sie sich da eher bei Sally sah und Freundschaft ohne Sex wollte.

Irgendwann wollten sie dann unter Zeugen niederschreiben, wie klug sie und wie dumm der andere gerade die Welt sahen, damit sie beim Abitreffen in zehn oder zwanzig Jahren den bzw die andere auslachen können würden. Und deswegen hatte ich – dummerweise mit beiden befreundet und zwischen ihnen sitzend, seit sie getrennt waren – lange Jahre einen gefalteten Zettel bei mir, auf dem er feierlich notiert hatte, dass Frauen und Männer eben keine Freunde sein könnten, sie notiert hatte, dass das sehr wohl ginge und ich das ganze als Zeuge unterschrieben und um „Ihr nervt, aber ich bin auch Team Sally“ ergänzt hatte.

Und jetzt wissen Sie auch, warum ich Platons Höhlengleichnis nie gekannt habe.

Der schöne Plan rund ums Abitreffen scheiterte an verschiedenen Dingen:
Mein Portemonnaie wurde mir geklaut, als ich es dummerweise samstagnachts hinter dem Dortmunder Hauptbahnhof im Auto gelassen hatte (vollkommen selbst schuld)
Ich ging nie zu einem Abitreffen.
Sie ging nie zu einem Abitreffen.
Er ging nie zu einem Abitreffen.
Sie verließ die Stadt und wir verloren uns komplett aus den Augen.
Er und ich waren keine Freunde mehr, nachdem ich vehement versucht hatte, ihm die Freundin danach auszuspannen, als er wieder mal eine Beziehungspause mit „aber wir können noch Sex haben“ wollte – und ich halt dachte: They are on a break. Ooops, das ist ein anderer Film … äh eine andere Serie.

Aber damals in der elf – da war das alles super wichtig. Für ein paar Wochen.

Ach ja, liebe M. – falls Du aus einem wahnsinnig kosmischen Zufall hier diese kleine Geschichte liest: Lust auf Kaffee? Ich will auch außer Kaffee nix von Dir, mich tät nur interessieren, was Du so die letzten dreißig Jahre gemacht hast.

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20.9.2021 – Alltagsblog, Alltagsblogs

Allgemeinzustand und Laune wieder etwas besser. Vermutlich ist es einfach auch nur ein weiterer Pandemie-Schaden, dass so eigentlich kleine Störungen im Bild gleich stimmungsmäßig gleich ganz reinhauen.

Das Ende der Nacht im Traum mit diversen Bekannten und Freundinnen aus dem Online verbracht, wir musizierten zusammen und besuchten ein Barcamp und ich wachte mit einem frohen Gefühl auf.

Heute morgen ein bisschen gemastert, dann eine ToDo-Liste für eine Kundin verschickt. Tech-Support für die Liebste gemacht, die von einem Seminarveranstalter ins nächste, uns bis dato unbekannte Video-Konferenz-Tool gezwungen wurde.
Frau Brüllen ernst genommen und die Medikamenten-Schublade von Altlasten befreit. Altpapier weggebracht und beim Aussteigen eine fotogene Wasserspur in den Wassertropfen auf dem Autodach entdeckt.
Programmiert. Viel programmiert.

Was mich nachdenken machte: Frau Kaltmamsell feierte jüngst ihren 18. Bloggeburtstag (die junge Hüpferin, höhö) und schrieb dabei ein paar sehr kluge Worte:

Mein Blog ist ein komplett überholtes Modell, das es noch nie brauchte, das deshalb auch nie Schule machte, ein Relikt aus den Aufbruchzeiten des Web, als es noch Verheißung war und nicht Bedrohung. Ich genieße seine Irrelevanz immer noch als Freiheit und tippe hartnäckig in diese völlig egale Ecke des Internets, damit es wenigstens einen kleinen Garten in den unendlichen Weiten des Webs gibt, in dem die Utopie des „Everybody has a voice“ weiterlebt.

Vorspeisenplatte:
Journal, Montag 13.September

… und Frau Nessy, klug wie immer, las das auch und dachte darüber nach und schrieb etwas, was ich sofort nachvollziehbar fand. Und: Bei dem ich darüberhinaus auch feststellen konnte, dass es sich bei mir exakt genau so verhält:

Am meisten gefällt mir am Tagebuchbloggen, und das ist mir erst in den vergangenen drei Jahren so richtig aufgefallen, dass es mein Denken prägt. So, wie ich die Dinge aufschreibe, bleiben sie mir im Gedächtnis. Es bleibt das Humorige im Tragischen, das Hoffnungsvolle im Traurigen und das freudige Erlebte.

Draußen nur Kännchen:
Käte im Karton, Käte zum Hören, signierte Käte, Kommunion und kulinarischer Lieferdienst

… und das ist doch quasi das beste, was einem so passieren kann, wenn man jeden Tag aufschreibt was man so gemacht hat und was nicht. Ist es nicht?

Nur eine Anmerkung habe ich: Schon vor zehn Jahren stellte ich die These auf, dass alles ins Internet hinein gehört, ja wirklich alles. Denn ich denke: Wenn es einem einzigen Menschen nicht egal ist, was wir schreiben – dann war es richtig es zu schreiben. Nicht nur „everybody’s got a voice“, sondern es gibt auch immer wieder jemanden, die zuhört.

Mein Dank geht heute raus an Cosmo Radio, deren wöchentliche Rubrik 5 Songs, die die Welt jetzt braucht mir hilft, eine feine, monatliche erweiterte Mediathek mit Global Pop aufzubauen. Einfach schnell ein einfaches Cover gestaltet und jeden Monat einmal eine Playlist angelegt.

Zeugs:

Absoluter Guck-Tipp: The Guilty. Ich bin gestern Abend auf Prime zufällig reingeraten und bin sehr begeistert gewesen. Und nein, es folgt kein lonely Rachefeldzug, der Film ist quasi ein Kammerspiel. Ein intensives.

Der Polizist Asger Holm […] während seiner Schicht in der Notrufzentrale von Kopenhagen ruft eine Frau namens Iben mit ihrem Mobiltelefon an, und Holm nimmt an, sie sei in einem Auto entführt worden. Da er in seinem Notrufsystem die Lage der Mobiltelefonzelle erkennen kann, schickt er einen Streifenwagen dorthin. Die Beamten finden in dem zunächst angehaltenen Transporter jedoch keine entführte Frau vor.

Wikipedia: The Guilty

(via Kieselblog)

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18./19.9.2021 – kann weg.

Samstag morgen gegen vier endlich schlafen können und gegen sieben schon wieder aufgewacht. Dementsprechend das rundherum miese Körpergefühl beim Aufwachen auch erstmal auf den Schlafmangel geschoben.
Das wars aber wohl nicht, die letzten zwei Tage dann nämlich mit Schmerzen in den Knochen und der Haut, halbdösigem Schlaf, einer weiteren wachen Nacht und reichlich schlechter Laune verbracht.
Irgendwann im Laufe des Sonntags kamen schwarze Gedanken zwischen Grippe, Corona und morgen tot dazu, das war sehr lustig. Nicht.

17.9.2021 – it’s the end of the week as we know it

Ausgeschlafen, zuerst mal ein paar Dinge eingekauft, knappe 60,- in der Apotheke gelassen, weil der Herr HNO mir da ein paar grüne Zettelchen in die Hand gedrückt hatte.

Eigentlich wollte ich dann einen ruhigen Morgen im Büro verbringen, aber dann stellte ich fest, dass auf einer Kundenwebsite etwas so gar nicht funktionierte. Nicht nur irgendwas, sondern bei Licht betrachtet genau der Teil, für den wir im Umkreis von 50km so ziemlich jede zweite Plakatwand beklebt hatten. Und wurde etwas hektisch.
Ein Blick ins Backend zeigte, dass a) sich vor drei Tagen ein Mitarbeiter eingeloggt hatte und b) jemand im Backend großflächig diverse Dinge gelöscht hatte. Wir werden da wohl nochmal reden.

Irgendwo in den nicht mehr ganz so ruhigen Morgen war die Liebste nach Hause gekommen. Wir fuhren dann zusammen nochmal los, ein paar Dinge umtauschen, ein paar neue Dinge besorgen und dann mussten wir vor allem sehr dringend auf irgendein Wasser schauen. Der See war uns aus Gründen – Freitag nachmittag / Wochenendverkehr / eh schon zu viel gefahren – zu weit, also fuhren wir nur zum kleinen Teich. Und liefen zweimal drumrum – sogar anders herum als sonst. Am Wochenende kann man ja mal wild und gefährlich leben.

Wir waren lange nicht mehr da gewesen; der letzte oder vorletzte Wind hatte eine Menge Äste ins Wasser gerissen.

Noch ein Stündchen Schlaf nachgeholt und danach nicht wieder richtig wach geworden. Ich denke, es wird uns gleich jemand Pizza bringen.

Warum war Pizza eigentlich das erste und so lange das einzige Essen, was man sich vollkommen selbstverständlich bringen ließ?

Zeugs:

Waren Sie an der Uni? Oder mal in einer Schule? Meistens läufts doch so: Vorne erklärt wer was und dann versucht man das alleine nachzuvollziehen.
Hier erklärt ein Mathematikprofessor, dass es auch anders laufen kann und bei Licht betrachtet, macht das ziemlich Sinn.


Und nochwas schönes hinter den Kulissen: Ein Blick in den Bundestag an die Stellen, an die sonst niemand schaut:

Ich habe die letzten vier Jahre im Regierungsviertel verbracht. Mit meinen Bildern zeige ich dir den politischen Alltag, der normalerweise nicht auf Titelseiten landet.

Till Rimmele auf krautreporter.de:
Diese Fotos zeigen, was im Bundestag passiert, wenn gerade keiner guckt

16.9.2021 – follow the white celeb

Gestern Abend noch in Richtung Börde unterwegs gewesen und fotografiert. Heute vormittag – Überraschung! – programmiert. Nachmittags den Zoom von gestern nachgeholt – das war gut, der Kundin gefällt, was ich da programmiere.

Einen ganz alten Song angeschauthört und für nervig befunden. Da ich die Grundidee aber mochte, quasi jedes Instrument ein bisschen angefasst und vor allem alles weniger harsch gemacht. Dann das quitschige Synthesizer-Solo rausgeschmissen und durch was flächigeres ersetzt und damit recht erfolgreich alles nervige aus dem Song eliminiert.
Ginge das doch an anderen Stellen auch so fix.
Ich wüsste da zum Beispiel einen Kanzlerkandidaten, den würde ich auch gerne mal gründlich anschauen und dann alles nervige entfernen. Es bliebe vermutlich nicht viel über, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Die Liebste hatte abends eine Karte für eine Lesung. In Köln. Jetzt schätze ich ja unter anderem sehr, sehr, sehr an ihr, dass sie ohne Nachfrage zu quasi jedem Konzert zwischen HipHop und EDM, Pop und Jazz mit mir geht – aber leider kann ich mich da nicht revanchieren. Und diese Lesung war nichts für mich.
Aber wir beide fanden, dass es doch schön sein könnte, mal wieder gemeinsam wohin zu fahren; mit der Strecke runter nach Köln verbinden wir einfach eine große Menge schöner Erinnerungen, ich sagte es, glaube ich, schon mal. Außerdem sollte die Lesung im Tanzbrunnen sein und da in der Ecke vermutete ich eine ganze Menge reizvoller Fotomotive. Rhein und Dom und so, Sie wissen schon.
Irgendwann zwischen Kartenerwerb und heute wurde die Lesung dann in die Innenstadt verlegt, aber nun denn – eben fix wieder raus zum Tanzbrunnen fahren, das fand ich machbar.

Zum Glück, zu meinem großen Glück fügten sich ein paar Dinge glücklich zusammen:
Ich folge, aus alten „Grill den Hensler“-Fanboy-Tagen Ruth Moschner auf Instagram.
Ich folge, aus alten „Mein Leben und ich“-Fanboy-Tagen Wolke Hegenbarth ebendort.
Wir hielten auf dem Weg an einer Raststätte, weil die Liebste ein Hüngerchen verspürte.
Ich verspürte nichts und bleib gelangweilt im Auto.
Wenn ich gelangweilt bin, gucke ich Instagram-Stories.
Nachdem sich dort also nicht nur Ruth, sondern auch Wolke in edle Gewänder gehüllt hatte und alles mit #köln #fernsehpreis und #tanzbrunen hashtaggte, begriff auch ich die Zusammenhänge.

Erst war ich etwas ratlos, dann aber rief ich einen alten Freund an und der ist zum Glück spontan und ich durfte anderthalb Stündchen an seinem Tisch Asyl finden, das neue Baby angucken, mit dem älteren Baby Sachen an- und zurückgeben spielen und das war schön.

Fazit: Folgen Sie ruhig mal Fernsehfrauen auf Instagramm, das ist nicht dumm.

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