23.2.2019 – Hm?

(irgendwas mit so spannend geträumt, dass ich echt angepisst war, als ich aufwachte – weil jetzt der Schluss fehlte)

Die komischen Grippe-Symptome haben sich übrigens wieder verzogen.

Der Begriff Wochenende (abgekürzt WE) bezeichnet im Allgemeinen den Zeitraum zwischen dem Abschluss einer üblichen Arbeitswoche und dem Beginn der neuen Arbeitswoche. Wenn ein Feiertag auf einen Freitag oder Montag fällt, spricht man auch von einem „langen“ oder von einem „verlängerten“ Wochenende.

Wkipedia: Wochenende

Das ist natürlich vollkommener Quatsch, wie so vieles was in der Wikipedia steht. Es muss heißen: Wochenende ist dann, wenn beim Arbeiten niemand anruft und stört.

Falls Sie übrigens das Gefühl haben, mir hier von außen – täglich von mir selbst noch launig kommentiert – beim direkten Weg in einen soliden Burnout zuzuschauen, dann sind Sie nicht alleine mit diesem Gefühl. Ich bin da ganz mit Ihnen.

Ich habe das ja einmal hinter mir und hoffe, diesmal rechtzeitig den Absprung zu bekommen. Noch treibt mich das Pflichtgefühl und der Berg wird in winzigen Scheiben niedriger. Ich versuche, auf mich aufzupassen. Versprochen.

(Ja, ich weiß, dass es eine Theorie gibt die sagt: Wenn Du solche Sätze schreibst, dann steckst Du längst mitten drin.)

Aber der Himmel gab mal wieder alles. Das macht mich jeden Morgen froh.

22.2.2019 – hoch die Hän… Au!

(irgendwas mit geschlafen wie tot)

Seien wir ehrlich: Aus irgendeinem Grunde habe ich gestern nach dem eher frustrierten Blogartikel nochmal die Treppen hoch ins Büro genommen, habe aber statt Editor und FTP-Client Logic angemacht und habe mich nochmal um den aktuell auf der Werkbank liegenden Remix gekümmert. Und das war dann gar nicht so schlecht.
Unbelievable.

Vor ein paar Tagen hab ich mich seit längerer Zeit das erste Mal wieder im Backend von Copytrack angemeldet und wurde von mehreren hundert Fundstellen und einer theoretisch möglichen Summe im mittleren fünfstelligen Bereich überrascht. Einmal atmen, genauer higucken und schon relativierte sich das: Da ich einmal im Ruhrgebiet (Tourismus-Gebiet!) ein Foto in der Zeche Zollverein gemacht habe (Weltkulturerbe!) und dieses Fotos sich exakt von einer einzigen Stelle aus machen lässt, gibt es da draußen hunderte dieser Fotos, die sich alle nur ganz gering unterscheiden. Und wie viele Domains tripadvisor alleine hat … Alle diese Bilder hatte Copytrack für mich gefunden, die hab ich alle aussortiert.

Übrig blieb eine Seite die Windows-Wallpaper anbietet, irgendetwas japanisches und ein Verlag, der einen kompletten Artikel von mir „veröffentlicht“ hat. Ironischerweise einen, in dem es um Content-Diebstahl im Web geht.

ProTipp für das selbstständig arbeitendes Volk. Nehmen wir an, Sie arbeiten auch selbstständig, dann sind Sie vermutlich auch auf ein Netzwerk und auf Empfehlungen angewiesen. Ich empfehle: Wenn Ihnen jemand befreundetes (A) jemanden neues (B) empfiehlt und Sie sich mit (A) wirklich gut verstehen, dann kann man zwar (B) durchaus mit einem Vertrauensvorschuss versehen, aber ich warne Sie: Kumpeln Sie nicht rum. Verhalten Sie sich nicht so, als wenn (B) und Sie schon seit Jahren kennten; vor allem nicht, indem Sie sich über (A) die Privatnummer besorgen und auch mal abends anrufen, um zu fragen, was das gemeinsame Projekt macht.
Ebenso peinlich: Rufen Sie nicht (A) an, um sich über (B) zu beschweren, das ist Kindergarten.

Und sonst so? Endlich ist sie da, die Grippe (grippaler Infekt, jaja), die mich bisher komplett verschont hat. Hurra. Passt mir zeitlich gerade total gut. Jeder Knochen tut weh, nix mit Hoch die Hände – Wochenende. Nun denn.

Ach – wann hat es sich eigentlich eingebürgert, dass man anruft, um mitzuteilen, dass man eine E-Mail geschickt hat? Dass man eine Mail schreibt, weil man gerade aufs Band gesprochen hat? Eine Threema schickt, um zu wiederholen, was man morgens per Mail sagte? Ist das neu? Ist das hip?
Ich würde ja sagen, das macht es noch schwerer, die wirklich wichtigen Mails in der Inbos zu finden, aber nun denn, wenn das jetzt Mode ist …
Vielleicht schreib ich meine Faxnummer wieder auf die Website, das eröffnet doch volkommen neue Möglichkeiten.

Ach hier, ich schrieb es schon auf Twitter: Ich hab mich lange nicht mehr so in ein Lied schockverliebt, dass es alleine stundenlang auf repeat lief, aber Miley hat mich echt berührt. (Falls Sie Miley eher skeptisch gegenüber stehen, blenden Sie einfach aus, dass sie im Video „schon wieder ihren Po in die Kamera halten muss“ und hören Sie halt zu)

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!

21.2.2019 – fürs Protokoll

Nur fürs Protokoll: Jedes Leben außerhalb des Arbeitsberges abgeschaltet. Stop. Die Schilde für alle Neuanfragen hochgefahren*. Stop. Nichts zu erzählen, weder hier noch im direkten Sozialkontakt. Stop. Muss. Abarbeiten. Muss. Abarbeiten. Muss. Abarbeiten.

*) Falls Sie mich gerade für ein spannendes Web-Projekt anschreiben wollten: Gern. Ab Juni.

(Was alles übrigens nicht nur wenig Spaß macht, sondern auch wirklich schade ist, denn ich habe EMFs „Unbelievable“ auf eine wirklich langsame Triphop-Version runter gedreht und hätte gerne Zeit, das fertig zu machen.)

19.2.2019 – Fallhöhe, die

(irgendwas mit recht ok geschlafen)

Gestern Abend kam noch eine Mail, die das Wochenende perfekt abrundete. Sehr glücklich.

Dann begann vermutlich der Tag.

Als gegen 16:00 Uhr die Liebste nach Hause kam (Ihr wisst schon: Lehrerinnen, das sind die, die die immer vor ihren Schülerinnen zu Hause sind, blabla) und ich versuchte ihr zu erzählen, wie mein erster Arbeitstag nach dem Zwischenstop gewesen war, da ging es nicht. Ich hatte nicht mehr den Hauch einer Ahnung, wie das was ich hätte erzählen müsste in die letzten neun Stunden hatte passen können. Alles verschwamm etwas.

Und das hat sich nicht geändert. Sorry, ich habe heute keinen echten Artikel für Euch.

Aber eine kleine Anekdote ist mir hängen geblieben: Da schickt mir nämlich heute eine Kundin den Link zu einem Bild eines Kindes bei einem mir bis dahin unbekannten Bildanbieter – weil sie das Bild gern auf ihrer Site hätte. Immer offen wie ich da bin melde ich mich da also an; schaue mir das Bild an und klicke – man will ja sicher gehen – auf die Nutzungsbedingungen: Mal sehen, ob man die Bilder kommerziell nutzen darf.
Ja, darf man. Nur … ja nur, falls Personen auf dem Bild sind, da will die Plattform nicht so ganz mit der Sprache raus und wenn ich zusammen fasse was da sinngemäß steht, dann lese ich: „Wir können doch keine Model releases überprüfen, das ist doch viel zu viel Arbeit. Wir empfehlen Ihnen als das mit den Fotografen selbst zu klären, Schuld sind Sie hinterher im Zweifelsfall eh.

Ich teile meine Zweifel ob der Seriösität der Plattform der Kundin mit, die findet aber das Bild so schön, dass ich zusage, die Fotografin mal anzuschreiben. Die schreibt sogar sofort zurück, teilt mir aber mit, sie habe kein Model release. Könnte sie ja auch nicht, das Bild sei ja ein Screenshot aus einem Video, das sie bei YouTube gefunden und etwas bearbeitet habe. Aber ich könne ja gern da mal nachfragen.

In meiner nächsten Mail an die Kundin schrieb ich dann nur noch: „Nein, wir nehmen das Bild nicht.

Und sonst? Ich habe vier Stunden telefoniert lässt mich die Fritzbox wissen. Vielleicht bin ich auch deswegen so leer.

Ich glaube, die Fallhöhe dazwischen, vom Wellenrauschen aufzuwachen und hier, die ist etwas zu hoch.

18.1.2018 – Rechnung – Antwort

(irgendwas mit ganz schön tief und lang geschlafen)

Wegen des anstrengenden Teils des Wochenendes habe ich mir noch einen Tag frei genommen. (Angenehmerweise kann der angenehme Teil so auch noch ein bisschen besser nachklingen.)

Dementsprechend war aber auch heute nix los und ich nutze Zeit und Platz, um mal über zwei Dingsis nachzudenken, die mir in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen in den letzten Wochen in die Timelines gespült wurden.

Es geht um Folgendes; eins auf Twitter und eins auf Instagram:

Mir ist übrigens vollkommen egal, wer das getwittert oder erfunden hat, kein Urheberinnenblaiming intended. Ich betrachte beides als ein Symptom, das mich zum Nachdenken gebracht hat. Und falls Ihnen das Dings auf dem rechten Bild nicht begegnet ist, dann finden Sie doch für sich mal eine Antwort und lesen bis unten. Da löse ich’s auf.

Und ich muss etwas vorausschicken: Vor meinem Leben als Internetfuzzi habe ich in veschiedenen Funktionen für verschiedene Jugendämter gearbeitet. Um an protestierende Jugendliche wenigstens etwas heranzukommen benutzten wir oft das Vehikel „Nachhilfe“; so saß ich also auch oft in Jugendzimmern (falls vorhanden) oder irgendwelchen städtischen Räumen und paukte Stoff aus Klasse 6-10, um dabei ins Gespräch über anderes zu kommen. Vorgeschichte Ende.

Vermutlich wir alle kennen den Spaß: „Ein Bauer hat 40 Kühe und 15 Schweine. Wie alt ist seine Frau?“
Damit kann man doch – laut Tweeet – arbeiten, das ist eine solide Frage.
Käme dann nicht tatsächlich die Antwort: „Ähm … – 55?!
Und, leider: Das ist kein Spaß. Das ist Realität.

Ich habe exakt solche Situationen erlebt, mehrfach, vielfach und vollkommen reproduzierbar. Denn ich habe quasi nur mit Jugendlichen gearbeitet, die im (Mathe-)Unterricht nicht gelernt hatten, warum sie das alles da taten. Und die deswegen nicht begriffen, warum die Frage nach dem Alter der Bäuerin ein Spass sein musste.
Mathematik war für sie nur irgendetwas, was man mit Zahlen tun musste, warum auch immer. Und zwar nur, um in der nächsten Arbeit eine Note zu schaffen, die keinen großen Ärger bedeutete.
Jugendliche also, die mich ratlos anschauten und dann der Reihe nach versuchten abzurufen, was ihnen aus Mathe noch hängengeblieben war – erstmal meist Plus, Minus, Mal, Geteilt.
Deswegen gehen die Antworten auf die Frage nach dem Alter auch so weiter: 55? — Nein. — Ah! 35! — Nein, auch nicht, denk mal nach! — Ach soo … Menno, malnehmen mit 15 kann ich aber nicht im Kopf, 40 mal 15 ist zu schwer!!

Ja sicher, sagen Sie jetzt vielleicht – das waren ja offensichtlich auch dumme Kinder, sonst hätten sie ja keine Nachhilfe vom Jugendamt gebraucht. Aber: Wir alle schalten ab, wenn wir ein Thema uninteressant finden, wenn wir darin keinen Sinn mehr sehen. Viele von uns nur später als bei den Textaufgaben der dritten Klasse und dann nennen wir es halt „das überfordert mich halt“ oder „das braucht ja auch kein Mensch“ oder „Dreisatz konnte ich noch nie“. Das ist nämlich einfach nur menschlich.

Jetzt kann man auf dieses Phänomen natürlich damit reagieren, dass man halt einfach die Frage immer dazu stellt; die richtige Frage natürlich und nicht so eine Jux-Antwort wie die nach dem Alter.
Im Ergebnis macht man Mathe damit aber noch weiter zu einer vom Alltag vollkommen abgekoppelten Fachdings; etwas, was man nie braucht, ausser in den Mathestunden.

Oder man koppelt den Matheunterricht an: An andere Fächer, an das Leben im allgemeinen. Denn: Überraschenderweise lernen Menschen egal welchen Alters besser, wenn sie den Sinn verstehen. Und Sinn bekommen wir nur im Kontext, im Kontext mit unserem eigenen Leben.
Wenn Sie mir das nicht glauben kommen Sie gerne vorbei, dann bringe ich Ihnen Programmieren* bei. Ohne Kontext; it’s gonna be fun!

Ebenfalls überraschenderweise gilt das für Physik, Chemie und andere Naturwisschenschaften genau so.

Aber wie Kontext schaffen?
Ich skizziere mal wild drauf los, mir kommt spontan ein Beispiel das Deutsch, Erdkunde, Mathe, Kunst und Biologie verknüpft. Ist doch ein Anfang.
Meine Lehramtsstudien sind lange her, verzeihen Sie mir, wenn es etwas ungenau ist.

Statt also die aufgezählten Fächer einzeln zu lernen, gibt es – jeweils wochen- oder monateweise – Themen. Bleiben wir bei der Bäuerin und nehmen also das Thema „Landwirtschaft“. Es beginnt mit einem Ausflug zu einem Bauernhof, damit alle Kinder wissen, um was geht. Mit Tiere-Anfassen und riechen und in der Gülle waten und Weizen kauen.
Wieder in der Schule schreiben (Deutsch!) die Kinder „Bücher“ über den Bauerhof. Dabei gibt es Leitfragen die vorkommen müssen – nämlich: Wo gibt es Landwirtschaft und warum? (Erdkunde) Wie viele Kühe und wie viele Höfe braucht man, um Deutschland mit Milch zu versorgen? (Mathe) Wie leben Kühe überhaupt so? (Bio) Malt den Bauerhof (Kunst).
Die Aufgaben lassen sich natürlich jeweils von Grundschule bis Richtung Abi skalieren.**

Das hab ich mir übrigens natürlich nicht gerade aus der hohlen Hand geschüttelt, sondern das gibts im Prinzip. Aber da in Deutschland Reformen im allgemeinen und in der Schule im besonderen ja immer skeptisch begleitet und höchstens viertelherzig umgesetzt werden – vor allem wenn sie von preußischen*** Tugenden weg führen sollen – passiert so etwas meist nur während der Projektwoche****.

Dabei ist das Prinzip so unfassbar einfach, denn es spiegelt einfach nur wieder, was das Leben uns so gibt: Eine Menge unterschiedlichster Gesichtspunkte, unter denen man jedes Thema betrachten kann.

Die Diskussion, die sich zu dem oben zitierten Tweet entspann, bildete übrigens genau das ab. Natürlich gab es Menschen, die einfach empört fanden, dass die Frage fehle. Ich bekam aber auch zum Beispiel einen Diskussionsstrang mit, in dem über angemessenes Taschengeld für Drittklässler diskutiert wurde und einen, in dem man sich darüber unterhielt, ob Drittklässler überhaupt so lange sparen können oder ob ihnen dafür Durchhaltevermögen und Zeitvorstellung fehlen. Wie großartig! Man kann das bestimmt auch mit Drittklässlern selbst überlegen.

Funny coincident: Während ich diesen Artikel hier schrieb, wurde mir folgendes Video reingespült (Danke an Cynthia dafür, das Timing hätte nicht besser sein können!)
Sechs Minuten also, wo jemand der weitaus klüger ist als ich eigentlich exakt das gleiche sagt. Nur etwas radikaler.

Ach ja, die Auflösung von oben. Was haben Sie raus? Einer, weil vier von fünfen ja tot sind? Zwei, weil vier ja tot sind und Sie daran gedacht haben, dass Sie selbst im Raum sind? Fünf, weil für Sie Leute auch noch Leute sind, wenn Sie erschossen am Boden liegen? Sechs, weil tote Leute plus Sie selbst? Acht, weil die beiden Polizisten, die zufällig vorbei kommen angelaufen kommen, wenn sie die Schüsse hören?
Leider alles falsch.
Das Spielchen beweist nämlich, dass wir eigentlich keine Fachidioten sein wollen und auch keine Fachidiotenfragen beantworten wollen. Schauen Sie also genau hin: Die Frage lautet: „Kannst Du das beantworten?“ und nicht „Wie viele Leute sind danach im Raum?“ Die Antwort also – je nachdem, was Sie sich so zutrauen: „ja“ oder „nein“.
Ja, so hab ich auch geguckt.

Warum ich das alles schrieb? Vor allem, wenn es doch alles bekannt ist?
Ach, vielleicht denken Sie ja dran, wenn Ihr Kund Ihnen das nächste mal aus der Schle irgendetwas erzählt, was nicht nach „Hard facts lernen“, sondern nach pädagogischem Heititei klingt. Wenn Sie die richtige Schule für Ihr Kind suchen. Wenn Ihr Kind überlegt, ob es eine Ausbildung abbricht und etwas anderes lernen möchte. Wenn es ein FSJ machen möchte. Sie verstehen schon.

*) Falls Sie programmieren können, dann eben Musiktheorie. Und Marc und Anne halten jetzt den Mund.

**) Voll schön wird es, wenn jedes Kind das dann alleine oder paarweise oder in der Gruppe machen kann. Weil überraschenderweise auch Kinder unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeiten und -vorlieben haben.

***) Wussten Sie, dass unser Schulsystem vom Grundprizip noch auf Ideen Bismarcks zurück geht? Dass wir schön in soziale Schichten hinein Arbeiter, Beamte und Professoren ausbilden?

****) Sind die Projektwochen auch noch etwas, an das Sie sich gerne zurück erinnern? Tja.

Du findest gut, wenn ich hier so rumphilosophiere?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!