16.9.2019 – neogrippaler Infekt

Ich bin sehr dankbar für die Existenz von ZDF neo. Dort laufen aktuell: Dokus über römische Gladiatoren, über andere römische Ausgrabungen, viel Bares für Rares, viel Terra X. Ich liebe das alles, habe viel davon eh schon gesehen. Und für diesen Tag, den ich in einem fiebrigen Dämmerzustnd zwischen nicht-ganz-wach und selten-richtig-Schlaf verbrachte war das super.
Denken is nich so, diese sechs Zeilen dauern jetzt schon 15 Minuten.

Eigentlich hatte ich direkt morgens vorgehabt, zum Doc zu fahren – aber als ich mich in die Senkrechte begab und meine Reaktionszeiten bemerkte, hab ich das schnell verworfen.
Als die Liebste mich dann Nachmittgs brachte, strahlte mich Frau Doktor an: „Wissen’se wo’se das herhaben? Von mir letzten Woche. Boah war ich krank.

Ja, so hab ich auch geguckt.
Ich liebe diese Praxis übrigens heiß und innig.

15.9.2019

Ich weiß nicht, ob gestern irgendwer die EscapeRooms vollgeniest hat oder ob ich irgendwann nicht gemerkt habe wie ich kalt wurde – aber um viertel nach zwölf war die Nacht zu Ende und eine vorsichtige Kalkulation ergab seitdem 4.846.389 Nieser und irgendwann, verteilt auf drei Portionen, nochmal 17 Minuten Schlaf.
Und Stimme hab ich auch nicht.
Die Woche wird super.

14.9.2019 – alles nur geklaut

Da hatte ich doch vorgestern noch gelästert: Über deutsche Museen und die Stock-im-Arschige, veraltete Museumspädagogik. Und wurde heute Dingsseidank wiederlegt. Es liegt nicht an Deutschland.

Aber von vorne. Ich begann den Tag kurz am Schreibtisch; eine Kundin hatte sich ein bestimmtes Feature gewünscht und da der Herr Mees ja damals Recht hatte, als er sagte: „Es ist nie die Frage, ob etwas mit ProcessWire umzusetzen ist, es immer nur die Frage wie – oder wie am elegantesten“, wachte ich mit der Lösung für den Wunsch auf und hab es schnell getippt.

Dann saßen wir so zusammen, frühstückten, lasen die erste Seiten in den neuen Büchern und hin und wieder rief die Liebste „ich liebe dieses Buch jetzt schon“, während sie in „Factfulness“ blätterte. Hat mich beruhigt, denn für mich war das Lesen – nun, nicht lifechanging aber fast. Und in so einem Fall ist’s ja schon schön, wenn die andere das dann auch mag – vor allem bei Sachbüchern, die den Blick auf die Welt auch verändern wollen.

Und dann beschlossen wir: Heut’ ist gutes Wetter, wir machen jetzt noch mal einen Ausflug. Versuchen wir’s noch mal. Und meine Fresse bin ich glücklich darüber, wie sich dieser Tag dann entwickelte.

Die Liebste hatte gesehen, dass ich der Zeche Zollern eine Ausstellung namens „Alles nur geklaut“ läuft:

Wir werden täglich von Informationen überflutet. Was ist wichtig, was wahr? Was gebe ich weiter, was behalte ich für mich? Der Umgang mit Wissen greift tief in die Gestaltung unserer Lebenswelt ein und spielt eine immer größere gesellschaftliche Rolle. Die Ausstellung „Alles nur geklaut?“ zeigt an Beispielen aus Geschichte und Gegenwart, wie Wissen geschaffen, geteilt und geschützt wird.

lwl.org: Alles nur geklaut

Klang ja schon nicht doof. Und Zeche ist ja eh immer super.

Und als wir reinkamen stießen wir als erstes auf zwei freundliche Mitarbeiterinnen; die fragten uns, ob wir denn auch Lust hätten, die Escape-Rooms zu spielen, die sich durch die Ausstellung ziehen. Und wie wir hatten.

Wir bekamen ein Tablet, das uns durch die Ausstellung führte. In jeder Abteilung mussten wir darauf Aufgaben lösen (nicht so schwer); diese gelösten Aufgaben ergaben dann jeweils einen Zahlencode der dann einen weiteren, versteckten Raum öffnete. Und aus dem, dem eigentlichen Escape-Room wiederum kamen wir dann eben nur wieder raus, wenn wir die Aufgabe darin lösten (sechs Räume von easy bis ganz schön kniffelig).

Zur Sicherheit sind alle Räume Video-überwacht und wenn man gar nicht weiterkam, kann man in Richtung der Kamera winken und bekommt Hilfestellungen der beiden Mitarbeiterinnen. Naja, und wenn man vollkommen versagt, kommt man auch ohne Lösung wieder raus – aber in einem in eine Museumsausstellung eingebetteten Raum finde ich das auch vollkommen ok.
Wir haben einmal Hilfe in Anspruch nehmen müssen, weil wir doof waren.

Und wir hatten furchtbaren Spaß.

Da wir unsere Startzeit notieren mussten, weiß ich zufällig exakt, dass wir um zwanzig nach zwölf reingingen – und als wir rauskamen stellten wir fest, dass wir mal eben ganz locker fast drei Stunden in der Ausstellung verbracht hatten. Krasser Shize.

Ich möchte an dieser Stelle:
Erstens jeder in einem einigermaßen erträglichen Anfahrt-Radius um Dortund empfehlen, in den nächsten vier Wochen noch dahin zu fahren. Echt. das ist richtig, richtig gut.
Und zweitens vor den Menschen, die das konzeptioniert haben, den Hut ziehen. Das ist wirklich das exakte Gegenteil von biederer Infografik- und Vitrinen-Optik mit wichtigen, pädagogisch wertvollen Texten. Und zwar im allerbesten Sinne.

Die Zeche an sich lohnt sich übrigens auch alleine schon. Es ist eine der schönsten wie ich finde. Und sie gucken da nicht verwirrt, wenn man nach einer Fotoerlaubnis fragt, sondern ziehen ein Stück Papier hervor, auf dem mal eben alles Rechtliche geklärt wird – für die unter uns, die gerne fotografieren ja auch mal eine erfreuliche Ausnahme.

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13.9.2019 – Hoch die Hände.

Den Tag verbrachte ich damit, die Texte einer Kundin aufzuhübschen. Also aus langen Texten hübsche Seiten zu bauen. Zwischendurch ein Anruf, weil gestern ein Film neu bei YouTube hätte sein müssen, dann ein Anruf warum das so lange dauert (weil der Upload von 6GB auch 2019 noch ein paar Minuten dauert), dann der dritte Anruf, warum ich denn den alten Film nicht einfach ersetzt hatte (weil das, wie besprochen bei YouTube nicht geht – achso).
Ganz normal also alles.

Endlich einen Kunden erreicht, der eigentlich seit Monaten, ach, was sag ich: Seit über einem Jahr eigentlich mit mir arbeitet. Aber zwischendurch vollkommen abgetaucht war. Doch doch, wir machen weiter. Nur nicht jetzt gerade, bei ihm ändert sich gerade … naja: alles. Wir kennen uns gut, ich beobachte die Änderungen eh aus der Ferne und warte gern.

Gestern Abend noch hatte ich mit Netflix gechattet; es ist nämlich so: Bei uns kann man prima Netflix schauen. Auf dem Laptop, auf dem iPad, auf dem iPhone. Nicht aber auf dem AppleTV im Wohnzimmer und nicht auf dem FireStick bei mir am Bett. Man kann gut exakt zehn Zentimezter neben dem jeweiligen Fernsehe sitzen und auf Telefon oder Tablet gucken, aber eben nicht auf dem Fernseher.
Der nette Netflix-Mann arbeitete seine Lösungsvorschläge durch und landete bei „Dann muss der Kunde mit seinem Internetdienstleister reden, damit der guckt, ob er überhaupt streamen kann“ Als ich ihn erinnerte, dass ich auf divesern Apps und Betriebssystemen prima streamen kann, auch direkt im gleichen Raum neben den betroffenen Geräten gab er sich wirklich Mühe und ich brach das ab.
Und weil man ja schon schon die größten Seltsamkeiten gehört hat, werde ich morgen mal beim Internetdienstleister anrufen. Ich … nein, ich freue ich nicht mal ironisch darauf.

Aus irgendeinem Grund hagelte es heute hier Bücher. Per Post und aus dem Laden, plötzlich lag hier ein dicker Stapel Bücher. Das macht mich froh.
Das Fotobuch stand auf meiner Wishlist und ist hier, weil eine Freundin gerne das Bild hier oben aus dem Blog an der Wand hängen haben wollte.
Von dem Lobo seinem neuen Buch erhoffe ich mir ein bisschen die Beruhigung, dass die anderen verrückt sind und nicht ich.
Vor Isas neuem Buch – sorry für den bösen Lichtreflex – habe ich zugegebenermaßen etwas Angst.
Und Factfulness lese ich gerade auf dem Kindle, aber die Frau möchte ein richtiges Buch und als ich ihr das 124ste Mal erzählte, wie mich das Buch erdet, da sagte sie: „Gut, dann lese ichs auch“.

Sonst: Müde. Es ist Freitagnachmittag, ich habe noch nicht mal begonnen, die Tabletten zu nehmen – was erwarten wir alle auch sonst?

Abends waren wir noch am See. Das war schön da.

12.9.2019 – keine Schlange vor den Schlangen

Heute wäre ja 12/12 im Bloghausen, aber weil ich so konsequent mein Leben zu langweilig finde mache ich ja nie mit. Und dann passiert sowas wie heute, wo es dann nicht zu langweilig gewesen wäre, aber … nun denn.

Um wenigstens noch etwas Feriengefühl zu bekommen hatte ich mir den Vormittag frei genommen und mit der Liebsten einen Ausflug geplant. Eigentlich können wir das ja prima, mit diesen Ausflügen – vor allem während der Sommerferien. Aber das haben wir ja dieses Jahr irgendwie nicht hinbekommen. Da sie aber noch bis morgen krankgeschrieben ist – und man ja auch zum Ende einer Krankschreibung hin langsam mal wieder was unternehmen soll – hab ich mich geopfert.

Außerdem wollten wir schon ewig in den Aquazoo in Düsseldorf. Der war ja von 2013 bis 2017 komplett renoviert worden und danach las man, man müsse mit wirklich, wirklich langen Schlangen vor den Kassen rechnen und es sei immer furchtbar voll. Nun, in der zweiten Woche nach den Sommerferien an einem Donnerstagmorgen hielten wir diese Gefahr für gering und fuhren mal hin. Und richtig: Der Parkplatz war quasi leer und wir konnten uns – hihi – auf die Schlangen im Innern freuen.

Tja, wie sag ich’s nur, wie sag ich‘s nur? Ach ja – wir beschlossen: Wir sind zu verwöhnt. Wir haben uns daran gewöhnt, in Aarhus in einem mit zwei Michelin-Sternen dekorierten Naturkundemuseum oder in den Vorzeige-Kunst-Museen in Köln, Aachen, Amsterdam oder ebenfalls Aarhus herum zu laufen.
Vor allem haben wir die Museumsdidaktik einfach nicht verstanden. Also: Verstanden schon, so intellektuell. Aber wir fanden sie so furchtbar verkopft, so sehr mit „DU! MUSST! HIER! WAS! LERNEN!“ – uns fehlte die dänische Leichtigkeit.
Und die pure Anzahl an „Exponaten“ macht für mich eine maue Präsentation auch nicht wett.
Erzählen Sie mir gerne, wenn Sie das anders sehen, vielleicht haben wirs ja auch nur nicht begriffen.

Tja. Shit happens.

Danach waren wir noch einen wirklich guten Burger im Medienhafen essen und begaben uns auf die Heimfahrt.

Mit Minze im Eistee!

Auf der Rückfahrt drängelte mich ein SUV. Versuchte auch, mal rechts zu überholen, aber dafür waren die Lücken zu klein, denn: Rechts waren so viele LKWs, dass ich deswegen links blieb, weil ich eigentlich ständig überholte. Auf der ganzen Strecke war ein Tempolimit und ich hatte den Tempomat auf Tempolimit plus 5 gestellt und ich erzähl das auch alles nur, weil er dann in dem Kreuz, als unsere Wege sich trennten, an uns vorbeischoß und dabei noch eifrig Fotos von uns machte.
Ich freue mich auf den Anhörungsbogen der Polizei, der dann ja vermutlich irgendwann eintrudeln wird und bin gespannt, was draufsteht. „Provozierendes Einhalten des Tempolimits“ vielleicht? Vielleicht hat ihn auch mein Abstand zum Vordermann gestört. Im Gegensatz zu den fünf Metern, die er für ausreichend hielt, war das natürlich ekelerregend viel – denn mein Tempomat hält stur den halben Tacho Abstand nach vorne.

Danach eventuell ein kurzes Schläfchen und dann marschierte ich ein Treppchen hoch und begann, die Texte, die ich von einem Kunden bekommen hatte in die bereits aufgebaute Site zu kopieren.
Und merkte leider mal wieder, dass es sich wirklich lohnt, professionelle Texterinnen zu beschäftigen. Ich arbeite da ja seit Jahren mit einer sehr geschätzen Kollegin zusammen, die angenehm lesbar mit Blick auf Zielgruppe und SEO schreibt. Ich habe zwar inzwischen mein Lieblings-CMS so gepimpt, dass ich sogar echte „Bleiwüsten“ durch Abschnitte, Farben, Spalten und andere Gestaltungsmittel irgendwie auflockern kann – aber tolle, mitreißende Texte werden so halt auch nicht draus.*

Gleich beginnt The Voice of Germany und ich freue mich sehr darauf.

*) Natürlich ist das nicht wirklich heute, sondern irgendwann anders passiert. Zur Anonymisierung meiner Kundinnen habe ich eine Auswahl von Geschichten, die so passieren und die ich dann zeitlich und räumlich schiebe, verfremde, wild mixe und dabei eine neue „Wahrheit“ herauskommt, die nichts mit dem konkreten Tag zu tun hat. Aber insgesamt, über die Zeit trotzdem weder gelogen noch über- oder untertrieben ist. Ich hoffe Sie verstehen das.