26.5.2019 – it’s oh so tired.

Das war er also, der große Dingang 2019. Ich brachte ca 1000 Fotos mit nach Hause und es war wirklich unglaublich schön.

Alles begann Freitag nachmittags, als sich die Jury dieses Lyrik-Preises zur Besprechung im Cafe traf. Ich kam kurz vorbei, um ein Foto dieses Arbeitstreffens zu machen.
Richtig los gings gegen sieben, als ich dann ins Theater fuhr. Am Freitag saß dort eben diese Jury auf der Bühne, um in einem lockeren Talk über komische Lyrik allgemein, die eingesandten und anonym gelesenen Gedichte dieses Wettbewerbs im besonderen, über Frauen und Männer in der komischen Lyrik und den Wettbewerb zu sprechen. Außerdem zeigte uns ein leicht ironisch angehauchter Film wie die Arbeit der Juroren in den Wochen zuvor ausgesehen hatte. Das alles war sehr kurzweilig und interessant und lustig und was auch immer man sich von so einem Abend auch nur wünschen mag. Am Ende wanderte der Zettel mit dem Namen des Jury-Siegers in einen versiegelten Umschlag und dann in einen „Safe“ gepackt, der Schlüssel zum Safe wanderte ins Dekoletté der Moderatorin.
Ich war gegen zwei Uhr morgens im Bett und verbrachte den Samstag mit der Bearbeitung der Bilder und der Kompensation von körperlichen Ausfallerscheinungen nach zu kurzen Nächten.
Ich bin zu alt für den Scheiss.

Samstags war ich gegen sechs im Theater, rödelte noch hier noch da mit und stand dann ab halb acht am roten Teppich, der extra vor der Tür ausgerollt worden war; jede und jeder die mochten stellten sich in der nächsten Stunde vor meine Kamera.
Dieser Abend gehörte – nach Einführung und nochmal dem Film – den Kandidaten. Jeder der fünf hatte geschätzt zehn Minuten Zeit um eigene Werke zu lesen, danach durfte einmal das Publikum abstimmen und der Publikumspreis wurde vergeben. Und dann kam der Schlüssel wieder ans Licht, Umschlag und Zettel ebenso und der Preisträger des Jurypreises wurde gefeiert.
Der Fotograf (also ich) raste wieder vor die Tür, weil es noch einige offizielle Bilder zu mit Gewinnern, Team und Sponsoren zu machen galt, der örtliche Lokalzeitungsfotograf stand neben mir und blitzten alles in Grund und Boden aber Lightroom wirds schon richten.

Ich war gegen halb zwei zu Hause, um sieben wieder wach und merke: ich bin zu alt für den Scheiss.

Wofür ich nie zu alt sein möchte ist: An solchen Veranstaltungen Teil haben. Ich hatte ja schon während der Aufbau und Proben-Abende Zeit im Theater verbracht und war ab dem Zeitpunkt dicht genug dran, um die gesamte und ziemlich perfekte Organisation bewundern zu können. Ich habe Höllenrespekt vor Menschen, die in ihrer Freizeit so ein Projekt auf die Beine stellen und bin gerne Teil davon.

Ich hatte meine Issues mit diesem Theaterverein aber das hält mich nicht davon ab, tolle Menschen zu unterstützen – und gestern Abend saß ich im Theater und stellte fest:

Could it be any better?

Die Fotos gibts in den nächsten Tagen hier, auf Instagram, im Fotoblog und beim großen Dinggang.

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24.5.2019 – die Ruhe vor …

Wie gesagt: Heute hatte ich das Büro geschlossen, denn heute Nachmittag geht ja der große Dinggang und damit der Fotojob los. Um vorher noch einmal komplett runter zu fahren, setzte ich mich vormittags ans Wasser.

Bei Skio gibts einen neuen Remix-Contest an dem ich teilnehmen werde. Ich habe mir gestern Abend noch die einzelnen Tracks herunter geladen und ein wenig damit herum probiert. Als der Beat dann geshuffled war und die Bassline plötzlich nach Reggae klang wusste ich: das kann was werden, ich mache mit.
Bereiten Sie sich seelisch also wieder auf etwas Remix-Content vor.

Und weil ich vermutlich nicht dazu kommen werde, nach dem ersten Abend im Theater noch zu bloggen, ist das auch schon alles, was sich erzählen lässt.
Noch’n Foto vielleicht?

Oder noch ein bisschen Rezo? maiLab hat mal die Fakten zu Klima-Teil geprüft.

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23.5.2019 – nur ruhig, Brauner.

Ein ruhiger Tag; es scheint mir ein tiefes Bedürfnis zu sein, mich zurückzuziehen und ich folge dem. Immer noch so leicht grippig krank, das macht es mir selbst leichter.

Was denken sich Menschen, denen man einen Termin wegen Krankheit abgesagt hat und die dann exakt zum Zeitpunkt des ausgefallenen Termins eine Mail schicken, man solle sie dringend! anrufen – und die dann, wenn man sie 30 Minuten später anruft „ach so, ja das hat sich schon erledigt“ sagen?

Mittags kurz zur örtlichen Eisdiele. Ich lernte: Dort gibt es jetzt Bubble-Waffeln und die sahen toll aus. Und ich lernte: Meine alte Teenie-Verweigerung aller Modetrends sitzt tief – denn als ich dann erfuhr, dass Bubble-Waffeln jetzt hip sind, hat’s ab dem Moment nicht mehr geschmeckt.
Faszinierend, so eine Psyche.

Irgendwann beim netflixen verklickt und kurz in The Society gelandet. Ist das gut? Kennt das wer?

Morgen bleibt das Büro geschlossen, denn morgen startet der große Dinggang (für den es übrigens für beide Abende meines Wissens nach noch Karten gibt) und ich werde fotografieren, dass die Karte glüht.

Drei Stunden, nachdem ich die Antwort der CDU auf das Video las, erwähnte es die tagesschau in ihrem Bericht leider nicht und ich verstehe langsam so manches nicht mehr und so manches besser.

Kurz: Ich hab nicht viel zu erzählen, ich hab aber noch ein bisschen Beifang.

Sie finden es doof, dass Frauen in Management-Positionen gefördert werden?

[Auf der Weltkarte fällt ein] unterdurchschnittlicher Frauenanteil von nur 21 bis 30 Prozent an Managementpositionen [auf]. Wer weiterliest, bemerkt noch mehr als ohnehin vermutet, was für ein Versäumnis das wohl ist: Diejenigen unter den knapp 13.000 Befragten der Studie, die in Unternehmen mit höherem Frauenanteil in Führungspositionen arbeiten, berichten von höheren Gewinnen. Die Mehrheit von ihnen erzielte Zuwächse zwischen zehn und 15 Prozent,

(Aus dem Krautreporter Newsletter) Hier die Karte (PDF, S.7), hier der Bericht der tagesschau über den steigenden Gewinn.

Sie gehen doch alle wählen?

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22.5.2019 – tja nun

Eigentlich begann der Tag gegen zwei Uhr mit einem Alptraum. Eigentlich nicht erwähnenswert – aber da ich aktuell lerne, meine Träume zu beeinflussen und das erste Mal einen Traum rumbiegen konnte, halte ich das durchaus erfreut mal fest.

Haben Sie den ESC gesehen? Und haben Sie Madonna gehört? Hatte etwas Luft nach oben, hm?
Wir sind ja alle Publizisten, hier in diesem Netz. Egal, ob wir bloggen oder kurz was zu Facebook schreiben oder ein paar Worte zu Twitter reinwerfen. (Jaja, ich erklär gleich, was das mit Madonna zu tun hat).
Wenn die Bild unsensibel mit Fußballern umgeht, sie beleidigt und großzügig ganze Teams mit sechs bewertet, dann ist uns das einen Artikel im Bildblog wert, dann regen wir uns auf, weil: Die Bild wieder.
Wenn wir alle jeweils einen oder zwei gehässige Tweets über Madonna schreiben, dann ist das natürlich etwas ganz anderes.

Die Wucht von Spott und Häme, die sich seitdem kübelweise über [Madonna] ergießen, macht […] sprachlos. Klingt pathetisch, aber: Die hasserfüllten Reaktionen erzählen viel über unsere Zeit.

stern.de: Der Fall Madonna und die völlig überdrehte Lust an der medialen Hinrichtung

Vormittags kam der Schornsteinfeger nochmal vorbei, diesmal nicht zum Feuerstätten beschauen sondern zum Schornsteine fegen. Ich sag mal so: Auch weiterhin lässt mich jedes einzelne Dings was er macht, ein wenig an seinen Vorgängern zweifeln.

Gewählt. Drei gute Argumente für Europa? Der erste, der zweite und der dritte Weltkrieg.

Nachmittags wieder im Theater, Fotos gemacht. Danach endgültig krank ins Bett gefallen. Gestern Abend hatte sich da schon was mit Gliederschmerzen und Schwindel angekündigt und als ich wieder reinkam schlug das voll durch. Ich bin sehr begeistert.

Also Bett und Fernsehen und so gerade noch etwas Fotos sichten. Und viel dösen. Ich bin wirklich sehr begeistert.

Und noch ein Musiktipp:

21.5.2019 – plätschern mag nicht jeder

Man könnte sagen: Es plätschert so vor sich hin und an der Oberfläche wäre das auch nicht gelogen. Darunter aber ist es tief und auch etwas dunkel, denn nachdem ich nach dem letzten Seelenmassagebesuch ja schon ziemlich durch die Mangel war, war der gestern nicht besser. Also doch, denn er hat Perspektiven geöffnet, ich kann alles besser machen – ich muss halt dafür nur mein Weltbild über Bord werfen und das ist ja nun unser aller leichteste Übung*. Ich muss nachdenken.

Und so, wie ich letztes mal am Tag danach die Geparden besuchte, wollte ich heute eigentlich mal ein paar Stunden aufs Meer gucken – eben ein bisschen die Gedanken sammeln. Nachdem ich aber fast die eigentlich für die Fahrt bis an den Strand einkalkulierte Zeit gebraucht hatte, um nur bis knapp hinter Dortmund zu kommen hab ich umgedreht. Das war durchaus weder erfreulich noch zur Stabilisierung der Laune förderlich.

Aber an der Oberfläche plätschert es und als die Frau, die ich übernächste Woche in ihrem CMS schulen soll erstaunt fragte, ob sie dann während der Schulung ihren Computer UND Internetzugang brauche, da hab ich auch herzlich gelacht.

Sehr kurzer Rant zwischendurch: Was ist das eigentlich für ein Dreckswetter?

Im Theater gehts mit großen Schritten auf den großen Dinggang zu, ich mache die ersten Bilder und auch wenn der Herr N. skeptisch guckt – das wird großartig. Und ich finde langsam mein Foto-Mojo wieder.

Heute Abend geht „sing meinen Song“ weiter und ich bin sehr gespannt auf Frau Biedermann. Im Trailer sagt sie bedeutungsschwanger „ich wollte diesen Moment hier mal nutzen, um etwas zu sagen was mir am Herzen liegt“ und ich bin sehr gespannt.

Apropos „bedeutungsschwanger“: Das genaue Gegenteil macht gerade Ruth Moschner auf Instagram mit DMs von Dumpfbacken, die glauben, eine Frau in der Öffentlichkeit wäre automatisch ein Sex-Objekt. Sie hat den Fahrt zur Höhle-Award ausgerufen (#fahrzurhöhleaward ). Ich finde das eine sehr humorvolle Idee, mit solchen Honks umzugehen. Vor allem, weil sie sich nicht auf ihrem Celeb-Status ausruht, sondern den Award für jede geöffnet hat.
Für diejenigen unter uns, die immer noch glauben, dass das doch alles nicht so schlimm sein kann ist das sicher sehr erhellend; für Frauen vielleicht eine Möglichkeit, ein Umfeld zufinden, wo frau sich gemeinsam mit anderen stärker fühlen kann. So jedenfalls mein erstes Gefühl. Oder?

*) Anmerkung für diejenigen unter Ihnen, die noch nie bei einer Seelenmassage oder ähnlichem waren: Ich jammer hier nicht rum. Höchstens mal ganz kurz. Ich weiß, dass der Weg zum Besseren manchmal durch ein Tal führt und deswegen bin ich generell sehr positiv gestimmt. Ich habe aktuell die beste aktuell vorstellbare Therapeutin und sie hilft mir in unfassbaren Schritten. Gerade ist halt nur Tal. Also: Weiter gehen.
Und falls Sie das irgendwie nicht wissen möchten, dass jemand zur Therapie geht – ich verspreche Ihnen, dass in Ihrem Umkreis deutlich, deutlich mehr Menschen schon einmal seelische Hilfe in Anspruch genommen haben als Sie denken. Es sprechen nur wenige darüber, denn irgendwie ist das ein Tabuthema und ich mag Tabuthemen nicht – der Typ heisst Voldemor… der heisst nicht mal Voldemort, der heisst Tom Riddle! – und es ist nie gut, etwas zu tabusieren. Und deswegen erzähl ich davon. Ich habe nicht im geringsten vor, hier jetzt dauernd davon zu erzählen und auch Inhalte werden allerhöchstens exakt so konkret wie hier heute.
Aber: Das ist halt ein Teil meines Lebens. ¯\_(ツ)_/¯