21.11.2019

Wie bekommt man das WLAN-Passwort einer großen Firma raus?
Man stellt sich im Anzug in die Teeküche und fragt jemand anderes: „Du, ich bin ja noch neu, und ich will nicht SCHON WIEDER die IT anrufen
Ja, auch das ist Hacking. Und bevor wir lachen überlegen wir, ob wir das Passwort nicht rausgeben würden. Um für so etwas ein Bewusstsein zu entwickeln gibt es jetzt eine TV-Serie, die die Schulungsinhalte in ein spannendes Setting einarbeitet und ich hätte große Lust, mir das mal anzuschauen.

Nach Gamification kommt jetzt also TVShowification? Nicht doof.
(Via heise Security-Feed)

Wir sind alle Individuen! Ich nicht! Marie Fetzner hat für die Krautreporter festgehalten, was eine Hochzeitsfotografin so denkt:

[…] ich war in meinem Leben bisher auf etwa 90 Hochzeiten. […] Klar, gewisse Ähnlichkeiten gab es wohl schon immer. Aber erst in den letzten Jahren hat sich ein ganz bestimmter Stil durchgesetzt. Ich nenne das mal den „Instagram-Pinterest“-Stil, den ich am ehesten als „vintage“ und „bohemian“ beschreiben würde. Also viele Pastellfarben, viel Holz und Selbstgebasteltes. […] individueller ist es natürlich auch. Das denken die Leute zumindest.

krautreporter.de: Würde es wirklich auffallen, wenn ich die Hochzeitsfotos, die ich vor zwei Wochen geschossen habe, mit den heutigen verwechsle?

Ich finde das natürlich erst einmal sehr amüsant, denke aber auch darüber nach: Wie entwickelt sich eigentlich Stil? Der aus Wissenschaftskreisen bekannte Satz „Wir sind alle Zwerge, die auf den Schultern von Riesen stehen“ gilt doch irgendwie auch hier: Wir ahmen doch alle nach, was wir irgendwo gesehen haben. Die eine kombiniert diese Einflüsse dann geschickter, der andere nicht und das empfinden wir dann als Stil. Oder nicht.
Naja – und dass das dann alles immer ähnlicher wird, seit dieses „irgendwo gesehen“ auf Algorithmus-gelenkten öffentlichen Plattformen statt findet – logisch.

Am Schreibtisch habe ich heute – endgültig vollkommen arbeitsgelähmt, weil quasi alle Kundinnen gerade abtauchen – äußerst ausführlich für einen Kunden einen Userbereich aufgebaut. Es ist eh schlau, so etwas zu können und er wollte das gern in unaufwändig haben. Und jetzt hat ers in aufwändiger und ich hab viel gelernt. Ich lerne so gerne.

Abseits des Schreibtisches kam heute der GaLa-Planer, um sich unseren Teich mal anzusehen. Der muss nämlich dringend neu gemacht werden, denn er ist nur noch eine Pfütze. Und da ein Familienmitglied sprach: „So geht das aber nicht, Kinder!“, können wir einen GaLa-Planer anreisen lassen.
Ich persönlich wüsste zwar mit dem gleichen Geld auch anderes anzufangen, aber nun; ein schöner Teich ist ja auch was Schönes. Und ich erinnerte mich an die Zeiten, als ich noch für eine tolle NGO arbeitete und mir die Fundraisingfrau erklärte, dass sie als NGO ja am Liebsten die nicht-zweckgebundenen Spenden hätten – denn sie wüssten im allgemeinen schon recht gut, wo Geld gebraucht würde. Der Spender an sich, der spende aber sehr gerne sehr konkret. Und sähe eigentlich gern auch hinterher den Brunnen, der von seinem Fuffi gegraben worden wäre.
So ist es wohl.

Immerhin hatte der GaLa-Planer sichtlich Geschmack und wir kamen sehr schnell überein. Bleiben Sie dran, das wird bestimmt noch spannend.

Außerdem lief ich viel auf der treadmill und schaute dabei Supergirl. Und war ein bisschen von Supergirl beleidigt. Aber so nebenher – da will ich dann doch wissen wie’s weiter geht …
(Jaja, ich weiß: Es taucht ein neuer Schurke auf und Supergirl besiegt ihn. Aber erst nicht. Aber dann doch. Außerdem ist sie arg in El-Dings verliebt, aber kann ihm nicht verzeihen. Oder doch. Oder nicht.)

Ja, das ist alles so langweilig und trübselig, wie es sich liest. ich hätte das auch gern anders.

Die Liebste kocht derweil die siebenundzwanzigste Kürbissuppe diese Woche und ich kann da nichts dran verkehrt finden.

20.11.2019 – in bullet points

Die ISS hat heute Geburtstag. Heute vor 21 Jahren ist das erste Modul gestartet.

Ich mach den Rest mal in Kurzform:

  • Ok geschlafen. Gegen sechs auf die treadmill.
  • Kleinkram gearbeitet.
  • Die beste Manualtherapeutin hat dann den Rest gerichtet.
  • Einen hybschen Userbereich für eine Kundin gebaut. Ich freu mich sehr, dass sie beginnt, richtig mit ihrer Website zu arbeiten; beim ersten Treffen schien das nicht so.
  • Abends sind wir dann noch rausgegangen, was trinken. Wie so große.

Bin genervt. Ich will mal was abschließen.
Jetzt zu müde für alles.

19.11.2019

Um vier endgültig von den Schmerzen im Rücken aufgewacht. Fuck. Auf die treadmill gewechselt und die ersten Kilometer gegangen. Die nächsten sechs Stunden standen dann eigentlich erstmal mehr oder weniger im Zeichen der selbst-Remolisierung: Abwechselnd Wärme, ausgesuchte Physio- und Yogaübungen und viele, viele Kilometer. Langsam wurds besser, so dass ich später sogar noch mal ein Stündchen schlafen und ein paar Stündchen am Schreibtisch sitzen konnte.

Am Schreibtisch bin ich heut genervt: Ich habe da eine quasi nicht mehr überschaubare Menge Projekte liegen, die alle eigentlich fertig sind. Uneigentlich aber irgendwie noch jemand drüberschauen möchte, der Texter plötzlich doch nicht texten kann, der Datenschutzbeauftragte sich nicht äußern möchte oder sonst irgendetwas absurdes geschieht. Und ich möchte den von Ihnen kennen lernen, bei dem das dann nicht alles im Hinterkopf irgendwie ständig köcheln und Aufmerksamkeit kosten würde.
Ich möchte jetzt mal Dinge abschließen.

Überhaupt: Datenschutzbeauftragte. Ich arbeite für ein paar Kunden, die irgendwie an eine Behörde angebunden sind; mit denen erlebe ich die interessantesten Geschichten. Da gibt es den Datenschutzbeauftragten einer Stadt, der das in der Pension nebenher macht und durch mich darauf gestoßen wird, dass der Job etwas juristische Grundkenntnisse brauchen könnte. Und sich mangels dieser jetzt komplett verweigert.
Da gibt es den in einer anderen Stadt, der sich strikt weigert, etwas zu schreiben. Oder etwas zu lesen. Oder aber auch jemand anderes zu bezahlen.
Aber auch große Firmen sind oft spannend – wenn die Rechtsabteilung irgendwann was geschrieben hat, dann ist das ehernes Gesetz. Und dann bleibt der Absatz über die YouTube-Videos drin, auch wenn die Videos längst von der Seite runter sind.
Oder der Geschäftsführer, der meint, man solle das alles nicht so wichtig nehmen, ich solle das doch bitte einfach irgendwie im Internet zusammenklauen.

18.11.2019 – ouch

Ganz schön nebelig da draußen, als ich heute Morgen eine kleine Runde drehte.

Als ich mich nach dem zweiten Bild aus der Hocke wieder aufstellen wollte stach mich ein überraschend intensiver Schmerz durch den rechten Rücken. Und weil ich ein großer Junge bin, laufe ich seit dem Kilometer um Kilometer auf der Treadmill statt mich wimmernd ins Bett zu legen. Auch wenn es sich so anfühlt, als wollte ich das eigentlich tun.

17.11.2019 – Wechselbäder

Sagen wir’s so wie es ist: Die letzten Tage sind ein krasses auf und ab. Ich erwähnte ja im Rahmen dieses Blogs schon einmal das Wort PTBS und es gibt Situationen im Leben, da bedeutet „Post“ weit weg und es gibt welche da bedeutet „Post“ genau mittendrin im Alltag, mitten in Gedanken, Seele, Herz. Zweitgenannte können den Alltag dann schon sehr beherrschen, wie die zweite Hälfte der letzten Woche anschaulich zeigte.
Aber nun renne ich ja nicht montags zur Seelenmassage, um da krankenkassenfinanziert den neusten Gossip über Hollywoodstars und das englische Königshaus auszutauschen, sondern ich lerne da etwas. Unter anderem einen guten Umgang mit solchen Situationen.
Aber Arbeit es ist, junger Padawan, und viel Kraft es kostet.

Während ich Donnerstag aus irgendwelchen Gründen gut den Weg nach Leverkusen geschafft hatte, musste ich Freitag ein Treffen mit Freunden leider absagen; Samstag wieder war abends ein Konzert einer kleinen lokalen Band zur Ablenkung genau das richtige. Eine Band, die sich übrigens laut dem Urban Dictionary „erigierter Penis“ nennt. Aber erstens unterstelle ich ihnen da große Ahnungslosigkeit während des Namensfindungsprozesses – und ob der Name unbedingt schlechter ist, als eine Band, die sich nach einem Vibrator benannt hat oder ein Auto, dass Wichser heißt? Namen sind doch Schall und Rauch.

Was ich beim Konzert leider feststellen musste: Diese hippen Monitor-Boxen auf Ständern (… nein, bitte keine Anspielung auf den Bandnamen hier), diese hippen Monitore jedenfalls zusammen mit den ebenfalls hippen iPads, die man auf der Bühne heute so vor sich hat, die sorgen zusammen für eine ganz schönen Mauer zwischen Band und Publikum und das ist schade, denn die können schon ganz schön spielen, die fünf. Aber durch so eine Mauer muss man ja erstmal drüber kommen.

Heute dann Kino. Eigentlich ohne besonderen Anspruch und nur zur Vermeidung des gefürchteten Lagerkollers fuhren wir, uns Das perfekte Geheimnis anzusehen. Nun mag ich ja deutsche Filme eher selten, aber hier fehlten ja schon mal die Herren Schweighöfer und Schweiger, das quasi Kammerspiel-artige Setting ließ auch nicht zu viel Raum für Slapstick-Stunt-Einlagen und so war das schon sehr ok.
Was – vollkommen logisch – mich seitdem beschäftigt: Würde ich der Liebsten mein Handy geben? Natürlich ja, denn ich habe keine Geheminisse. Echt nicht.
Und natürlich nein. Würde ich ihrs wollen? Natürlich nein. Beides hat für mich nichts mit Geheminissen zu tun, sondern mit Respekt vor Privatsphäre; die gibts nämlich auch innerhalb einer Beziehung.

Die Liebste berichtete dann, sie habe irgendwo in einer Untersuchung gelesen, dass das durchschnittliche Ehepaar 12 Minuten am Tag miteinander spricht. Ich guckte fassungslos; verstand dann aber daran sowohl besser die Grundidee des Films als auch, dass so viele Paare Angst vor gemeinsamem Urlaub und erste Recht der Rente haben.
Ich möchte nie wieder da raus.