16.10.2019

Ich würde Ihnen wirklich gerne etwas über diesen Tag erzählen; ich erinnere mich nur dummerweise an kaum etwas. Um halb sieben bin ich zum Schreibtisch gegangen, jetzt ist es zehn vor neun und ich nehme an, dass ich zwischendurch etwas aß.

Das war’n büschen viel heute.

15.10.2019

Gestern Abend noch auf nicht mehr zu rekonstruierenden Wegen auf zwei alte, längst verlassene Blogs gestoßen und in beiden ein wenig quer gelesen. Zwei Blogs von Menschen, die ich beide heute kenne und die damals schon einmal online waren. Unter anderen Namen und die damals noch so anders geschrieben haben – so wie wir alle damals noch so anders geschrieben haben. Und ich erinnere mich so gut an die Zeit damals und wie sich das alles anfühlte hier in diesem Netz und dann war ich ein bisschen nostalgisch.

Heute dann im Affenzahn eine Website befüllt. Es gibt da ja diese Excel-Liste und ich will fertig sein, bis sich jemand überlegt, dass doch alles anders sein soll.

Deswegen ist sonst auch nicht viel passiert, was in dieses Blog passen würde.
Abends dann ein Pflichttermin, auf dem nichts passierte, was in dieses Blog gehören würde.

14.10.2019 – *hust*

Gestern sehr träge gewesen. Das war schön.
Abends zum Essen mit einer Freundin unterwegs. Das war auch schön.

*hust*

Kaum passt man – also ich – mal kurz nicht auf, sitzt man – also ich – 12 Stunden am Schreibtisch.
Nur unterbrochen von einer kurzen Runde um den Teich. Dem steht der Herbst auch ganz gut.

Teich im Herbstwald. Eine Insel spiegelt sich im Wasser. Die Blätter haben bunte Herbstfarben.

Bevor ich meine ganze Musik in die Hände von AppleMusic warf, habe ich alle MP3s auf eine externe Festplatte kopiert. das war immer ein ganz beruhigendes gefühl, wenn Apple mir mal wieder Tags runiert und Alben zerrissen hatte.
Raten Sie bitte jetzt, welche externe Fetplatte aktuell irgendwie nicht so gut gelesen werden kann.

*hust*

Die Sekretärin hat übrigens heute diverse Probleme so pragmatisch wie beherzt aus dem Weg geräumt.

Abends noch beruflich gezoomt – man skypt ja nicht mehr, man zoomt – und dabei das böse Wort Keuchhusten gehört. Aber ich glaube nicht.

12.10.2019 – Realitätsschocksbegeisterung

Baumarktrunde die dritte: Waschtische, Armaturen, Holz. Niemand sollte das an einem Samstagmorgen tun, denn – ich verrate Euch jetzt was – samstags sind alle unterwegs. Alle.
Und wie die Liebste so treffend bemerkt: Samstagsmenschen snd irgendwie anders. Und sie meint das nicht in a good way.

Vor lauter Genervtheit auf dem Rückweg Burger mitgenommen. Das ist natürlich eine total erwachsene Reaktion aber wer hat hier behauptet, wir wären erwachsen?

Ein Nachmittag mit Kleinkram, ein paar Kilometern in the treadmill und ein bisschen Pause, wir hatten ja noch was vor.
So schnell wie möglich noch unerfreulichen Familienkram hinter mich gebracht; naja, so konnte sich der Tag dann wenigstens so richtig gut steigern …

Nach Essen gefahren und Sascha Lobo bei seiner Lesung zum Realitätsschock zugehört. Der war nämlich gestern im Rahmen der lit Ruhr auf Zollverein und wir hatten das zum Glück noch gerade rechtzeitig mitbekommen.
Lustig, als wir ankamen: Gestern Abend lasen dort außer Sascha noch in verschiedenen Hallen unter anderem: Gaby Köster, Annette Frier, Katja Riemann und Joachim Król und man hatte das Gefühl, dass sich alle, die wir auf dem riesigen Zechengelände herumirrten, gegenseitig taxierten: Bist Du ein Król-Typ oder ein Lobo? Köster oder Riemann? Frier?

Bei Sascha zumindest war es bumsvoll, wie der Veranstalter es kommentierte und die Anwesenden waren in der Mehrheit richtig begeistert. Der Mann links auf dem Foto, dessen Namen und Job ich peinlicherweise komplett vergessen habe, nannte das Buch ein „Standardwerk zu unserer Zeit“ und ich möchte ihm da nach dem Lesen gar nicht widersprechen (Offenlegungsdings: Ich bin natürlich schon seit Jahren Fan und arbeite auch was für Sascha).
Sascha las teilweise aus dem Buch vor, teilweise erzählte er Dinge, die nicht drinstehen aber dann zwischen den Ausschnitten vermittelten oder weiteres Wissen lieferten.
Zum Schluss gabs noch ein paar Fragen und kaum zwei Stunden später war kein einziges Sauerstoffatom mehr in der Halle und alle waren angemessen geplättet und begeistert.
Kleine Anekdote: Zur Fragerunde aus dem Publikum machte Sascha schnell die Regel auf, dass immer eine Frau / ein Mann abwechselnd dran wären. Und wenn keine Frau mehr Fragen hätte? Ja dann wäre halt Schluss. Diese Konsequenz hat zwei, drei Gesichter kurz entgleisen lassen – aber dann waren zum Glück genug Frauen da, um nicht austesten zu müssen, ob er es ernst meinte. (Ich bin sicher: ja)

Also, falls Ihr das noch nicht habt: Lest das Buch. Es ist sehr gut.

Als wir in Essen wieder los fuhren war die Nacht noch jung, die Luft gänzlich unherbstlich lau und im Überschwang der Hormone beschlossen wir: Komm, wir gehen noch in eine Kneipe. Wie so junge Leute.
So ab Bochum wurde ich müder, am Ortseingang Dortmund überlegten wir beide, dass es da ja jetzt auch überall bumsvoll sein würde … und einen Parkplatz würden wir ja auch nicht bekommen … und so viele Leute … boah ja und laut … und so fuhren wir dann nur noch die McDonalds-Schleife.

Ich muss einschieben: Als wir damals jung waren und im Ruhrgebiet zum Tanzen unterwegs waren, war die McDonalds-Schleife ein fester Bestandteil eines guten Abends. Der Mäcces liegt an der B1, aber leider in der Richtung ins Ruhrgebiet rein. Wenn wir also wieder Richtung Sauerland fuhren, mussten wir zweimal U-turnen – eben die McDonalds-Schleife.
Ein erfolgreicher Abend* endete also mit einem Burger im Auto mit Blick auf die B1. Die Liebste und ich haben da, als wir noch Freunde waren, viel Zeit verbracht und ich spreche diesem Parkplatz eine gewisse Mitverantwortung an der Entplatonisierung dieser Freundschaft zu.

*) Ein richtig erfolgreicher Abend war es übrigens dann, wenn man betrunken breit albern genug war, zu Fuß durch die DriveIn-Gasse zu laufen und seine Sachen zu bestellen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und so endete auch gestern mit Blick auf die B1.

Nachtrag So, 13.10., 09:10 Uhr: Zweimal Burger gestern. Mir ist immer noch etwas flau in der Körpermitte. Wie so alte Leute.

11.10.2019 – ministry of silly talks

Morgens den zweiten Gestaltungsvorschlag gemacht. Überraschend schnell zufrieden gewesen und der Kundin geschickt. Nun heißt es abwarten.

Schon gestern hatte mich mein Rücken, etwa in Höhe des untersten Rippenbogens, mit sehr unschön asustrahlenden Schmerzen beglückt, also heute: Turnen, Laufen, Laufen, Turnen. Und seeehr dynamisch sitzen. Im Laufe des Tages zeigte das zum Glück schon ziemlich schnell Wirkung; abends dann noch ein halbes Stündchen auf die ShaktiMat und danach hatte ich tatsächlich Ruhe.

Morgens ein Telefonat mit jemandem, bei dem ich das feste Gefühl habe: Er versteht nicht, was wir gerade für ihn tun. Zum Glück liegt aus Gründen der konzeptionelle Part nicht nur bei mir, sondern bei einem Partner, mit dem ich da gerade zusamman arbeite und ich muss nicht vollends darüber verzweifeln, dass die Gespräche gebetsmühlenartig so ablaufen: „Kann ich denn nicht die Texte nehmen, die ich schon habe?“ – „Sie haben ja aktuell nur einen kurzen Text. Wir brauchen aber deutlich mehr – für Google, wissen Sie?!“ – „Ah ja gut. Dann nehmen wir erst mal die Texte, die ich schon habe

Ein zweites Telefonat mit jemandem, dem man den jahrzehntelangen Geschäftsvorsitz anmerkte. Jetzt ist er im Ruhestand, betreut aber noch ein ehrenamtliches Projekt und tut dies, wie er halt immer Dinge tat: Er redet vor sich hin und verlässt sich darauf, dass um ihn herum die Menschen das schon auffangen und erledigen werden. Vielleicht nicht mal bewusst, aber …
Jedenfalls: Es gibt eine Excel-Liste, in der stehen viele Inhalte, die aus einer alten Website übernommen werden sollen und die ist jetzt zur Abstimmung durch verschiedene und zuletzt seine Hände gegangen und jetzt habe ich sie.
Eigentlich alles bestens geklärt. Und dann wollte er gern noch einmal mit mir sprechen.

Er öffnete hörbar die alte Website und begann die gesamte Arbeit von vorne.
Jetzt nehme ich – außer in Ausnahmefällen – aus Gründen keine mündlichen Absprachen* mehr an.

*) Die Geschichte dazu ist natürlich traurig und blöd, aber: „Löschen Sie dies“, „nehmen Sie das Bild nach da“, „benennen Sie jenes soundso um“ – alles nur noch schriftlich. Vor allem bei Menschen, die ich noch nicht lange kenne.

Hatte ich ihm auch sofort gesagt.
Er erzählte mir trotzdem, ich glich es höflicherweise mit der Excel-Liste ab – vielleicht musste es ja gar kein Problem geben und er wollte mir die Liste nur gern vorlesen um sich beteiligt zu fühlen – aber nein.
Sobal sich beide widersprachen, unterbrach ich ihn: „Das steht in der Liste anders. Was gilt jetzt?

Aus seiner Irritatation schloß ich: Das war er nicht gewohnt.
Welche Liste?“ – „Die, die Sie mir vor einer halben Stunde geschickt haben.“ – „Oh, äh. [Pause] Dann schreiben Sie … … … … – haben Sie das?“ – „Nee, ich hatte ja gesagt: Schreiben Sie’s mir bitte kurz in eine Mail!
Er scheiterte vollkommen. Die Liste fand er nicht wieder. Eine Möglichkeit, selbst aufzuschreiben was er gerade sagte, sah er nicht – ob technisch oder emotional weiß ich nicht. Er konnte nichts anderes tun, als nach einer Pause einfach weiter zu reden und vier Excel-Zeilen später in exakt die gleiche Situation zu rasseln. Immer und immer wieder.
Jetzt kümmert sich die Sekretärin der Firma, in der er früher war.

Ich musste an diesen wunderfurchtbaren Artikel – Sie nennen es Sterbehaus – denken und er tat mir irgendwie leid. Seine ehemalige Sekretärin aber deutlich mehr.

Mittags Ferienanfangskaffee mit der Liebsten.

Dann spontan eine Runde durch die örtlichen Baumärkte; wir hatten uns ja entschieden, in den Herbstferien ein bisschen Heimwerkertum zu betreiben. Also einmal umschauen, nachdem wir also das was wir wollten mit dem, was wir können und dem aktuellen Inhalt der Spardose abgeglichen hatten.

Abends Rosenkohl-Lauch-gehacktes-Pfanne und Ninja-Warrior. Sorry, ich steh drauf.