24.4.2020 – worst possible timing

Dieser Tag war ganz schon kaque und das kam so:

Seit Mitte des letzten Jahres schrieb uns unser Internetzugangsprovider regelmäßig, er hätte einen tollen neuen Tarif für uns – für nur ein paar Euro extra.
Da wir schon genug Euro für dieses ganze Medienzeugs bezahlen, fanden wir das nicht so attraktiv.
Dann verschluckte ein großer roter Telefonanbieter unseren Zugangsprovider und – ich vermute um ein bisschen Verträge zu vereinheitlichen – wir bekamen das Angebot leistungsmäßig aufzustocken – aber für den gleichen Preis. DAS fanden wir attraktiv. Und ich bestellte. Und vergaß das alles sofort wieder – denn im Vertrauen: Die Internet-Geschwindigkeit, die wir hatten und die die wir kriegen sind eh jenseits von allem, was wir brauchen.

Jetzt hatte ich ja erwähnt, dass ich extrem #m4mvscovid-busy bin und deswegen war es etwas doof, als heute morgen an der Fritzbox alles rot leuchtete. Denn das meinte: Tarif umgestellt und neue Fritzbox noch nicht geliefert. Or, in other words: Christian offline. Holy forkin’ shirt.

Das war wirklich das schlechteste Timing ever.

Ich begann die Hotline anzurufen. Dank Corona waren die Wartezeiten bei rund 25 Minuten und das war weit jenseits meiner Frustrationsschwelle.
Es mag sein, dass ich während der Wartzeit die Tweets vorformulierte, die den Shitstorm herbeirufen sollten.
Mitarbeiterin1 (26 Minuten Wartezeit) stellte fest, die Fritzbox sei auf dem Weg.
Nein, sie könne leider nicht wieder zurück auf den alten Vertrag umstellen.
Nein, sie könne mich nicht in die entsprechende Abteilung weiter schalten.

Mitarbeiterin2 (23 Minuten Wartemusik) hätte das gekonnt, erwähnte aber, dass ich dazu den neuen Vertrag stornieren müsse. Und das Angebot wäre leider nur noch wenige Tage gültig, ich müsse dann schnell wieder bestellen. Und – unter uns – Fritzboxen hätte gerade Lieferzeiten um die drei Monate und …
Und meine käme ja auch heute – das hatte ich vorher noch nicht gewusst.
Ich fand das beeindruckend nett von ihr.

Und beschloss: Ein paar Stunden kann ich tethern. Oder mal die Nachbarn fragen, ob die #socialdistancing auf für ihr WLAN gilt.

Naja, die erste Stunde des Tages war rum; the adrenalin was rising high.

Rechner an und das Handy eingesteckt … uuuuund: leider nicht. Sondern: Rechner an und warten. Denn mein Desktop-Rechner startete nicht. Beziehungsweise unfassbar langsam.
Nach weiteren 20 Minuten war ich auf dem Desktop und bekam die vorsichtige Idee, dass einfach unfassbar viele Programm eigentlich gerade ins Netz wollten und den Rechner damit komplett lähmten.
Ach ja: Und tethern klappte auch nicht.

Also: Das Laptop geholt, da klappt das Tethern. Meine Daten liegen eh auf einem Server im LAN und die technisch kundige Leserin weiß schon was gleich kommt.
Ich fand sogar noch einen Adapter, um einen der großen Monitore ans Laptop anzuschließen und eine Bluetooth-Tastatur und ein Touchpad und glaubte, so arbeiten zu können. Denn eigentlich habe ich ja exakt für solche Fälle zwei Rechner die ziemlich weit synchron laufen und mir eben das Arbeiten auf beiden ermöglichen sollen.
Und dann merkte ich: Ich muss mich entscheiden: Zugriff auf Daten vom Server im LAN haben oder online sein. Ich sag mal: Spaß war das alles nicht.

Nebenbei schrieb ich mit dem DF-Support hin und her um heraus zu finden, warum das CMS dort nicht lief.
Irgendwann rief ich meine Projektleitung an und jammert etwas und dann gings.

Am frühen Nachmittag kam dann tatsächlich die Fritzbox, ich konnte tasächlich die gesamten Einstellungen der alten Fritzbox importieren und ab da gings dann tatsächlich bergauf. Der DF-Support hatte alle Probleme beseitigt und der Arbeitsrechner lief wieder; das Internet ist jetzt statt wahnwitzig schnell lächerlich schnell, ich spachtelte noch ’ne Menge bei und als wir abends die Telko hatten fanden alle super schön, wie der Stand der Dinge ist.

Vielleicht war der Tag auch nur halb kaque und es ist schön, dass ichs jetzt beim Schreiben merke.

23.3.2020 – in BulletPoints

Endlos lang geschlafen. Die Tage scheinen anstrengend zu sein, auch wenn ich sie gar nicht so wahrnehme.

Am Schreibtisch ein paar Corona-Hinweise auf Websites geklebt.

Mich unfassbar über Internet-Menschen gefreut. Mit einer Freundin telefoniert, es wurde ein, wie wir beide am Ende feststellten bereicherndes Gespräch.

Die Seelenmassage fand heute per Video auf sprechstunde.online statt. Die KV hats – gemessen an den sonstigen Zeitabläufen sehr schnell – genehmigt und zum Glück bin ich da ja inzwischen sehr dran gewöhnt. Fast eine halbe Stunde hielt das System aus, bevor es erst Bilder und dann auch Stimmen einfror. Oder, wie es die kleine Schwester zu sagen pflegt: In den digitalen Eimer verschwinden lässt.
Vielleicht fahr ichs nächste Mal wieder hin? Auch nicht ideal.

Stand heute wären das dann sechs verschiedene genutzte Video-Konferenz-Systeme. Wobei eines von ihnen nicht so ganz gut wegkommt …

Falls Sie also zoom nutzen – Microsoft stellt Teams übrigens die nächsten sechs Monate kostenlos zur Verfügung. Just said.

Nachmittags versucht, das CMS auf meinem Server zu installieren, was dort schon auf verschiedenen Domains – Moment, lassen Sie mich zählen … – sieben Mal läuft. Gleiche Version, gleicher Server, gleiche Einstellungen. Das hinterlässt mich etwas ratlos und der Support ist ausnahmesweise auch keine Hilfe. Und das Timing könnte schlechter nicht sein, denn, Sie haben es vielleicht mitbekommen: Wir haben es eilig.

Der Beifang

Heute noch nichts vor? (Haha)
Schauen Sie dich mal bei dringeblieben vorbei.

Gelesen: Ausgangsbeschränkungen: Wer darf jetzt noch raus, was ist verboten?
Wenn man gelegentlich mit Ärzten in einen discord steckt, dann lautet die Gegenfrage auf FAQ Nummer eins „Muss das jetzt wirklich sein?“ übrigens: „Wieso erst jetzt?
Wegen der Unbelehrbaren.

Überlegt: Was tut man, wenn alte Freunde plötzlich Verschwörungstheorien verbreiten? Ich komme zu keinem Ergebnis.

Gelesen: Die drei dümmsten Sätze zur Pandemie
Auch wenn ich aus bekannten Gründen wenig davon halte, das gleich „die dümmsten…“ zu nennen, finden sich in den Antworten doch Infos, die man auch mal jemand anderer sagen kann.

Gehört: Guns N’ Roses.
Keine Ahnung wieso, mir war danach. Aber mal was anderes: Wie konnten wir Axl eigentlich je Ernst nehmen?

22.3.2020 – Beifang

Aufgewacht, gecodet, eine Besprechung mit einigen der unfassbar vielen tollen Menschen gehabt, die gerade #M4MvsCOVID inhaltlich stemmen.
So viel gute Energie.
Ich beginne zu ahnen, dass diese Website irgendwann online sein könnte und befürchte ein kleines Loch danach.

Ein paar Stunden Sonntagsgammeln und dann wieder ein paar Stunden „Dinge beigespachtelt“, wie Vanessa es so schön nennt. Ich kann übrigens nach ein paar Tagen intensiver Erfahrung nur sagen: Arbeiten Sie mit ihr. Sie hat das Ding richtig gut im Griff, das geht richtig, richtig gut.

Derweil weiter versucht, Menschen zu erreichen. Anrufen, kleine Nachrichten; ich habe gerade unfassbar Energie und kann die gut dafür nutzen, dass wir zusammen rücken.

Abends erzählte mir die Liebste von aktuellen Status der „Ausgangssperren“ und wenn ich denke: „Da ändert sich ja für mich nix“, dann haben wir uns ja vielleicht nicht ganz doof verhalten.
Nachtrag zu gestern: Ich reg mich – natürlich! – auch auf über Menschenhorden am See, über Kneipen, in denen sich Feiernde einschließen und ähnliche Auswüchse unserer egomanischen Spaßgesellschaft. Aber anmotzen und beleidigen bringt halt nix – daran halte ich fest; ich werf da auch glatt mein Pädagogikstudium in die Waagschale. Und den Job der Liebsten, die sagt das auch.

Kommen wir zum Beifang:

krautreporter.de: Ostdeutschland verstehen – Diese Dokus haben mir als Wessi geholfen, die Menschen im Osten zu verstehen
Menschen verstehen finde ich immer super. Und man kann sich ja auch mal mit was anderem beschäftigen als nur diesem Virus.

Philippe Wampfler: »Cessabit« ist das ideale Game für Kinder
Das mag für Menschen, die gerade Kinder beschäftigen müssen vielleicht nützlich sein?

Anja Hartmann und Franziska Bluhm: Kinder im Home-Office – 13 Tipps, um nicht zu verzweifeln
Ich weiß, ich habe keine Kinder und kann nur nochmaldas Pädagogikstudium in die Waagschale werfen, aber das klingt alles nicht blöd für mich.

liniert.kariert: Jetzt ist nicht die Zeit.
Eine Lehrerin legt mal die Latte niedriger.

21.3.2020

Wissen Sie was? Ich hab irgendwie Lust auf ein Experiment. Es spukt mir seit ein paar Tagen im Kopf herum und was raus will, will raus. Es geht natürlich um Corona.

Und wissen Sie noch was? Sie, ja genau Sie, liebe Leserin verhalten sich ziemlich idiotisch. Ich meine, es ist doch wirklich kein großer Akt einfach mal den Kopf anzustellen und ein bisschen nachzudenken. Sich ein bisschen in den persönlichen Befindlichkeiten zurückzunehmen und Herrgottnochmal auch an andere zu denken. #Thinkthefuck! Sie haben echt Glück, dass das hier nicht Instagram ist, ich würde Sie echt dabei fotografieren und das in meine Story packen! Es ist doch wirklich nicht so schwer, lassen Sie’s doch jetzt mal sein!

Fühlen Sie sich jetzt angegriffen? Ich muss mich entschuldigen, eigentlich sagt man jemandem, wenn man ein Experiment mit ihm oder ihr machen will – aber hätte ich es vorher gesagt hätte es nicht geklappt. Ewiges Dilemma, jaja.
Also bitte verzeihen Sie: Sie verhalten sich nicht idiotisch und der gesamte Absatz war ziemlich unhöflich von mir.
Und das Experiment ist auch schon vorbei, ich tu’s nie wieder.

Ich habe heute überraschenderweise wieder viele Stunden unter dem Thema #M4MvsCovid gecodet. Irgendwann zwischendurch kam eine Mail rein, eine Mail einer Grafikerin, die über einen normalen Job für einen normalen Kunden sprach; es ging um ein paar Pixel hier und dieses oder jenes Foto da und das war schon sehr unwirklich und scheinbar unwichtig. Ich muss da wohl etwas aufpassen.

Als spätnachmittags der Kopf zuging waren wir kurz im Feld, ein paar Schritte spazieren. Die wenigen anderen Spaziergängerinnen hatten das gleiche Bedürfnis nach ausreichend Abstand, das passte ganz ok.
Und gleich duellieren sich zwei Influenzerinnen im Fernsehen an der Stelle wo es früher darum ging den Raab zu schlagen – das ist exakt, was ich jetzt brauche.

Ach so, das Experiment? Nehmen wir mal an, ich hätte Ihnen wirklich etwas nahebringen wollen; ich wäre vielleicht der Meinung gewesen ich wüsste etwas besser. Belegt durch Wissenschaft und Studien und jetzt hätte ich Ihnen sagen wollen: Machs doch einfach so wie ich. Wäre meine Wortwahl, die verletzend und beleidigend war eine kluge gewesen?
Naja, the rest is up to you.

20.3.2020 – Lebenszeichen aus dem Codeflöz

Nicht viel zu sagen: Um sieben am Schreibtisch gelandet und um siebzehn Uhr wieder aufgestanden.
Ok, fast. Die Liebste und ich hatten uns verabredet, gemeinsam eine Stunde Qi-Gung zu machen und das haben wir auch gemacht. Gemeinsam wegen Schweinehund und so, Sie kennen das. Und Qi-Gong, weil wir, während alle anderen gerade auf die Yoga-Welle sprangen schon vor ein paar Jahren entdeckt haben wie gut uns das tut.
Der Überbau ist mir ehrlich gesagt ziemlich so egal, dass ich nicht mal weiß, ob es einen gibt, aber die Bewegungen sind super – einfach, fließend und kraftvoll – und danach bin ich warm und beweglich. Not too shabby für einen Schreibtischsitzer.

Außerdem bekam ich gestern über zwei Kanäle zwei wertschätzende, aufmerksame, liebevolle Nachrichten, die mein Herz so sehr erwärmten, das können Sie sich gar nicht vorstellen.

Abends kam, ausnahmsweise noch einmal, eine Freundin zu Besuch; wir hielten alle alle Abstände ein und desinfizierten hinter ihr her und vielleicht war dieser Besuch nötig, denn wir merkten alle drei: Das ist hier gerade falsch, wir alle wollen hier nicht zusammen sein.

Wenn Sie inhaltlich über mehr über das Projekt #M4MvsCovid wissen wollen, folgen Sie besser dem Hashtag oder lesen bei Vanessa, denn ich bin inhaltlich gerade ziemlich raus – nötig, um schnellstmöglich vor mich hin coden zu können.
Ich code gerade den Spagat zwischen dem einfachst-möglichen, flexibelst-möglichen CMS-Aufbau, damit das später so schnell wie möglich bedient werden kann.
Die Struktur, die wir gefunden haben ist einfach und klar und gleicht am ehesten einer App. Vermutlich wird die Site oft genug auf dem Handy auf dem Weg zum Patienten aufgerufen werden. Gleichzeitig muss ausgedruckt aber auch alles super aussehen.
Als hätte ich mich mein ganzes Berufsleben auf dieses Projekt vorbereitet.

Corona-Etikette: Das aktuelle DHL-Männchen will keine Unterschrift mehr. Wir desinfizieren Pakete und hinter Menschen her.

Faktencheck: Unsicher, was denn nun mit Ibuprofen ist? Erschrocken über die Fotos mit den Särgen? Diese Behauptungen hat CORRECTIV geprüft

Derweil platzt draußen die Hecke, weil dort Nest-gebaut wird, dass es eine Freude ist. Die sind auch ungestört wie noch nie. Bin gespannt, wann die Rehe, die im Sommer manchmal im Grünstreifen vorm Haus die Nacht verbringen dort fest einziehen.

Lese ich Artikel über Home-Schooling, (z.B. Mathe im Livestream, Goethes Gretchen als Gif – […] Ein Überblick über die besten Ideen) dann geht es fast nur um weiterführende Schulen, oft um Gymnasien. Natürlich. Wir sind alle Dauer-online, haben die best verfügbare Internet-Anbindung zu Hause. „Wir“ in diesem Falle as in: Die gut ausgebildete Medien-interessierte, Computer-arbeitende Blase. Ich weiß nicht, was Sie für Ihr Internet zu Hause bezahlen, aber hier kostet es in Kombi mit Kabel-TV und 4 Telefonnummern fast dreistellig.
In Schulen abseits des Gymnasiums, in anderen sozialen und Bildungsschichten reicht als Internet der Handytarif und wieder bestätigen wir, dass Bildung in Deutschland von sozialen Status abhängig ist wie fast nirgends sonst. Auch in der Krise.

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