15.3.2019 – ach Gottchen

(irgendwas mit wieder um 5 aufgewacht)

Schon gestern kam das neue Handy. Ich finde das etwas spooky, das Dinge mich unter 24 Stunden erreichen – das ist zwar sehr komfortabel, aber ich mag nicht daran glauben, dass das gut ist. Weder für mich noch für irgendjemand innerhalb der Logistikkette.
Es ist ein iPhone 7Plus und natürlich ist das ein schöner Bildschirm und natürlich ist es putzig, wenn es unterm Finger vor sich hinvibriert, aber ich fürchte ich gehöre zu der Generation Menschen, die ein Handy in die Hosentasche stecken und ans Ohr halten möchten und … *geht krückstockfuchtelnd ab*
Aber, das ist doch zu groß, ey!

Tja, und heute? Viel WordPress-Gebastel, ein Kunde einer Agentur möchte unbedingt WordPress, sagt die Agentur. Ich glaube das nicht ganz; ich glaube eher, dass es hier um Gewohnheiten gibt. „Wenn alle WordPress nehmen, dann muss WordPress ja gut sein“ – mit dieser Logik haben wir schon das schlechtere Video-System bekommen. Aber ich reg mich auf und das muss hier ja gar nicht – wer tiefer einsteigen möchte, dem sei dieser nette Artikel ans Herz gelegt. Mein Lieblings-CMS ProcessWire macht das klug und diekutiert einfach selber, wo es besser und wo nicht so geeignet ist wie WordPress:

WordPress is a provincial supermarket, while ProcessWire, a gallery of fine arts.

processwire.com: ProcessWire compared to WordPress

Dummerweise ist sonst quasi nix passiert. Ach ja, der Tag begann noch kurz mit Spaß auf Twitter als wäre es 2008, das war schön.
Und gleich gucken wir „Let’s Dance“ und irgendwann zwischendurch spürte ich Migräne heranziehen.
Mehr war nicht.

14.3.2019 – Wegweisendes

Endlich. Wenn man der Prozent-Anzeige neben dem Batterie-Symbol am Handy zugucken kann, wie sie in sehr anständigem Tempo von „Passt noch“ zu „Wo ist die nächste Steckdose??“ runterzählt, wird es Zeit für was Neues.
Aber davor hatten die Götter wieder mal eine Aufgabe gestellt: Hat Christian einen Secure Code für seine MasterCard?
(Ich: Ja / Internet: Nein / Bank: Vielleicht)

Schon mit wenigen Anrufen, nur einem Besuch bei der Bank und einem über mehrere Tage verteilten wiederholten Besuch einer Website sowie einer Buchung über einen Cent, die meine Steuerberaterin sicher erfreuen wird habe ich jetzt (wieder?) einen und kann wieder online kaufen. Zum Beispiel ein neues Handy.
Ich werde also demnächst auch ein Toastbrot am Ohr haben. Oder endgültig nur noch mit Stöpseln in den Ohren telefonieren.

Nicht falsch verstehen: Ich schätze jedes Bemühen um Sicherheit im Web und vor allem beim Bezahlen sehr. Nur die Kommunikation war mal wieder unter aller Sau.

Aber apropos Stöpsel: Hat jemand Erfahrungen mit Adaptern, die mir die weitere Verwendung meines heißgeliebten weil gut klingenden Sennheiser Headsets ermöglichen – also von Apples Dings auf 3.5-Klinke?

Gestern Abend mal wieder getraut, eine kleine DM loszuschicken und jetzt hab ich ein Fotodate mit netten Musikern. Trauen ist ja auch so ein Ding, was man öfter tun könnte.

Note 2 me: Christian, Du hast nach 2 Minuten eine sehr, sehr nette Antwort gekriegt. Sei nicht so schüchtern.

Viel ist hier aber insgesamt heute nicht los; ich guck einfach mal in meine Pocket-Liste mit Links fürs Blog, leere die jetzt komplett und schicke Sie damit einfach weiter.

Zu guten Nachrichten:

Wer ist das eigentlich, diese Zivilgesellschaft? Weil diese Frage meist unbeantwortet bleibt, wollen wir Engagement sichtbar machen.

Veto-Magazin (via Krautreporter-Newsletter)

Dieser Blog soll gute und konstruktive Nachrichten sammeln, um Auswege aus der scheinbaren hoffnungslosen Lage zu finden.

Konstruktive Nachrichten

Zu einer Beschreibung des Status:

»Frauen dürfen im Film nur mit dem Richtigen schlafen. Männer am besten mit einer, deren Namen sie dann nicht kennen. Das ist dann der Gag.« Die Produzentin, Regisseurin und Drehbuchautorin Anika Decker arbeitet seit 20 Jahren in der Branche und „seit 20 Jahren ändert sich nichts“.

ZDF, FilmFrauen (Video, ~10 Min., via Kaltmamsell)

Zu zwei Möglichkeiten, was zu lernen:

Im Management geht es eigentlich immer nur darum, wohin man will. Und wenn das klar ist (das kommt seltener vor, als Sie denken), dann soll es sofort wahnsinnig schnell gehen! Schnell in eine andere Richtung! „Wir müssen das Steuer energisch herumreißen!“, ruft das Management den Mitarbeitern zu und tut das auch. Das ist die Übersteuerung. Aus der geplanten Kurve oder Wende gibt es erst einmal ein Trudeln und vielleicht einen Stillstand oder einen Kenterversuch.

Gunter Dueck: Übersteuerungsmanagement

Untertitelte Filme sind eine hilfreiche Ressource, um sprachliches Lernen zu ermöglichen – weil die Sprache gesprochen und geschrieben verfügbar ist und in einem filmisch vermittelten Kontext tatsächlich verwendet wird.
Ein kostenloses Chrome-Plugin unterstützt Sprachenlernen mit Netflix.

Philippe Wampfler: Vorstellung: Language Learning with Netflix

Du findest ausgewählte Links auch ganz gut?
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12.3.2019 – Bloglove

(irgendwas mit so mittelgut geschlafen)

Gestern und heute war ich krank. Wieder so allgemeines undefinierbares Erschöpfungsdings. Und während mir die resultierende Auszeit gestern sehr gut tat, begann heute wieder die Angst als ich merkte: Morgen musste wieder ins Büro.
Ich weiß, was mir das sagen will; danke, Ihr müsst es mir nicht zurückmelden.

Was mir zum Glück im Moment den Kopf komplett leer macht ist, Musik zu machen. Vielleicht habe ich gestern und heute schon wieder ein neues Stück fertig bekommen. Vielleicht ist es aber auch langweilig. Ich lass’ es mal liegen und schau es mir in ein paar Tagen wieder an.

Als gestern begann, dass ein paar Menschen aufschrieben, wo sie sich selbst zwischen all den dämlichen „typisch-weiblich/männlich“-Klischees sehen, da dachte ich an ein Spiel, dass Penny und Sheldon bei TBBT mal gespielt haben. Es ging so:

Sie stellten sich gegenseitig 20 eher persönliche Fragen (oder 25? Egal), beantworteten die möglichst ehrlich, sprachen auch kurz tiefer über die Antwort wenn es sich ergab – und schauten sich dann am Ende zwei Minuten in die Augen. Dahinter stand die Idee, dass man so zwei Menschen dazu bringen kann, sich zu verlieben.
Penny und Sheldon haben sich nicht verliebt, aber sie sind Freunde.

Ich glaube zum einen auch nicht, dass man sich so automatisch verliebt. Was ich aber glaube: Diese für außenstehende vermutlich immer wieder überraschende tiefe Verbundenheit, die manche Bloggerinnen untereinander entwickeln und sie sich manchmal in für außenstehende ebenfalls unverständlichen Herzchenorgien auf facebook oder Twitter äußern – die kann man sich so vielleicht ganz gut erklären. Wir brauchen halt keine 25 Fragen, wir schreiben aus uns selbst heraus persönliches. Und wer den Mut hat, sich darauf einzulassen, die wird halt mit Verbundenheit belohnt.
Hab ich mir mal so ausgedacht.

Ich wäre übrigens relativ neugierig darauf, dieses Spiel mal zu spielen. Nicht um mich zu verlieben, das bin ich ja zum Glück. Aber zum Ausprobieren. Aber ich kann ja auch einfach weiter bloggen, da trifft man ja auch die besten Menschen.

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
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(Artikelbild von Pexels)

11.3.2019 – Frauen-Männer-Dings

Isa hat zuerst auf facebook und dann im Blog eine wilde Assoziationskette zu männlich-weiblich-Isa aufgeschrieben, die ich sehr schön fand. Dann hat sie mich eingeladen nachzuziehen und das fand ich auch schön.

Ich habe eine Lieblingsfarbe. Meine Lieblingsfarbe ist wohl auch blau, für Kleidung dann noch grau und schwarz.
Apropos Kleidung: Ich interessiere mich sehr für Mode; genug, dass ich von 5 Jahren „Shopping Queen“ vermutlich vier gesehen habe – weil ich klassische Mode-/Frauen-Magazine ob ihres Weltbildes nicht mehr ertrage, aber am Thema bleiben möchte.
Ich trage zu 99% Jeans und an mutigen Tagen einen meiner 2 Röcke.

Ich interessiere mich für Technik, fahre zu offenen Vorlesungen über Teilchenphysik, philosophiere gern über Gott und die Welt und habe eine heimliche Liebe zu Celebrity-Gossip, für die ich mich sehr schäme.

Musik und auch gute gesprochene oder geschriebene Worte treiben mir sehr leicht die Tränen in die Augen. Bilder von Franz Marc auch. Andere vielleicht auch, aber ich hab viel zu spät angefangen, mich für diese Kunst zu interessieren. Aber egal, ich möchte eh nie denken, ich sei „fertig“, ich möchte immer, immer, immer mehr lernen.

Ich programmiere gerne und fahre gerne Auto, weil ich gerne Technik kontrolliere. (Aus dem Umkehrgrund würde ich nie reiten; liebe aber Katzen.) Ich würde mich trotzdem nie als Programmierer bezeichnen, auch wenn viele Menschen denken, das sei mein Beruf. Ich würde mich aber auch gar nicht über meinen Beruf definieren und wenn ich sage „ich bin Webdesigner“, dann meine ich damit: „Ich mache das Internet zu einem schöneren Ort – weil ich dazu zufällig die nötigen Fähigkeiten habe“.
Ich würde auch gerne andere Orte zu schöneren machen wenn ich es könnte; vielleicht ist es das, was Melanie mit der Suche nach Purpose meint?

Die Liebste ist beruflich sowohl karrieremäßig als auch finanziell zigfach erfolgreicher als ich und ich bin unfassbar stolz auf sie. Und ich würde sie nie „meine Frau“ nenne, weil sie das ja gar nicht sein kann: „meine Frau“; sie ist niemandes Frau. Aber eben die liebste.

Ich habe nicht den Hauch von Interesse an „Karriere“ und mag es, leicht unter dem Radar zu fliegen. Ich habe auch immer Musik gemacht, um Musik zu machen und nicht, um damit im Rampenlicht zu stehen. Bei gemeinsamen Unternehmungen ist es mir überhaupt immer am wichtigsten, es gemeinsam zu tun, auch wenn das Ergebnis darunter „leidet“.

Oft sage ich Dinge leise und jemand anderes dann laut.

Ich liebe nichts mehr, als mit Menschen zu sprechen; parallel während ich das hier tippe, führe ich auf facebook eine Unterhaltung über Teilchenphysik und zwei über Frauen- und Männerbilder/Feminismus. Und ich hasse es, dass ich die Menschen, mit denen ich sie führe nicht regelmäßig sehen kann, weil es so großartige Menschen sind. Auf den ersten Blick im Widerspruch dazu kann ich nichts mit Vereinen anfangen.

Vollkommen überraschenderweise habe ich viel mehr Freundinnen als Freunde und komme in 80% der Fälle auch besser mit Frauen als Männern klar. Ich treffe mich mit meinen Freundinnen auch allein „zu zweit“ und verzweifle daran, wenn ich merke, dass gesellschaftliche Regeln das mit Bedeutung aufladen oder schwerer bis unmöglich machen. Ich bin eher Sally als Harry, ich glaube nicht, dass der Sex dazwischen kommen muss. Ich denke nicht bei jeder Frau daran, dass ich mit ihr schlafen möchte.

Ich liebe es, zu telefonieren, theoretisch liebe ich es auch, in Kneipen zu sitzen und endlos zu reden. Ich trinke aber keinen Alkohol. Noch nie.

Ich interessiere mich absolut überhaupt nicht für Sport.

Mit zwanzig wurde ich von einer in der feministischen Freiburger Studierenden-Szene sozialisierten Sozialpädagogin als Feminist bezeichnet und obwohl ich vorher da nie drüber nachgedacht habe, nahm ich es mit Stolz, und versuche, dem gerecht zu werden. Und bezeichne mich auch heute noch so.

Schaue ich mich um, dann denke ich oft, mein Feminismus könnte auch purer Eigennutz sein, denn so wenig „typisch männliche“ Werte ich lebe, leide ich unter den Silberrücken dieser Gesellschaft auch genug. Aber es ist wohl eher mein unfassbar starker Gerechtigkeitssinn.

Lange Jahre hatte ich einen schwulen besten Freund, wir waren zusammen in der schwulen Disko, beim CSD und wir haben zusammen gewohnt. Als ich das erste Mal mit im Club war, war ich überrascht über meine Vorbehalte und bin gerade deswegen häufiger mit ihm hin – um sie abzubauen.

Ich habe schon oft Dinge nicht getan, weil sie „männlich“ sind aber noch nie etwas gelassen, weil es „weiblich“ ist.

Einige Überlegungen, die mir so in den Kopf schossen, nachdem ich das auf facebook veröffentlicht hatte:

Zum einen kann man das ja für eine grauenvollen, narzistischen, sich um sich selbst drehenden Blubb halten, der nur von Menschen geschrieben werden kann, die zu viel Zeit haben.
Ich akzeptiere diese Sichtweise, sehe es aber eher als eine aus einem bestimmten Anlass inspirierte Bestandsaufnahme eines Mittvierzigers im Jahr 2019. Und getreu meiner alten Medien-Kompetenz-Theorie: Wenn es nur einem Menschen etwas Gutes tut, dann war es das Aufschreiben wert. Da die „typischen“, „lauten“ Männer ja oft eher in der Öffentlichkeit zu sehen sind als die stilleren, könnte das ja zum Beispiel einem anderen Mann unter dem Radar zeigen: Ach guck, da gibts noch einen.
Darüber hinaus ist das alles nicht wichtig, richtig.

Oder es ist doch wichtig, nämlich dann, wenn man es in der Reihe anderer Beiträge sieht und die alle eine Wirkung haben. Zum Beispiel die, die Isa dachte:

Das fände ich auch sehr in Ordnung.

Du findest gut, wenn ich mal so rumphilosophiere?
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