9.2.2020 – stormy sunday

Gestern? Gestern war doof.

Heute? Heute war recht entspannt. Morgens mussten wir zwar noch Buchhaltung machen (Sie erkennen am Termin: das ist echt nicht mein Lieblingsdings), aber danach setzte ich mich an den Rechner, ich hab mich nämlich mal wieder zu einem Remix-Wettbewerbe angemeldet. Zum letzten war mir ja echt nichts eingefallen aber diesmal stand schon nach einer knappen halben Stunde ein Grundgerüst, das mir echt gefällt und auf das ich jetzt in den nächsten Wochen bis zur Abgabe gut aufbauen kann.

Nachmittags mussten wir noch einmal übern Berg, da gibts nämlch eine von diesen Tanken, die eigentlich verkappte Supermärkte mit zufälligem Benzinverkauf sind und wir waren gestern – gestern war doof, ich erwähnte es – nicht mehr zum Einkaufen gekommen.

Und jetzt lauschen wir dem Sturm und ich werde langsam aufgeregt, weil ich morgen gen Norden fahre und Mitte der Woche die OP ist und das alles für eine Woche schon ’ne Menge ist.

7.2.2020 – sounds so good.

Morgens brachte ich als erstes mal die Liebste zur Schule – ich durfte sogar in der Bring-und-Hol-Zone für Eltern halten! Die – die Liebste, nicht die Bring-und-Hol-Zone – hat nämlich in den letzten Jahren eine Kollegin ausgebildet und heute war Prüfung und wenn Prüfung ist, dann ist eine Schule ein Bienenschwarm, dem jemand den Deckel vom Stock genommen hat. Ist ja auch fair, mit einer Kollegin mitzufiebern. Und weil Innenstadtschulen notorisch zu wenig Parkplätze haben und weil die Prüferinnen ja irgendwo stehen müssen brachte ich sie also weg.

Das Schönste an dieser Ausbildung finde ich übrigens ihren Namen: Vobasof. Klingt für mich irgendwie eher nach so etwas wie Morbus Bechterew, heißt aber … keine Ahnung. Ich kann es aus dem Erklärtext nicht extrahieren. Aber Schulen sind eh eine Wunderkiste mit Abkürzungen des Grauens. (Na, wer kommt darauf, was „Schilf“ bedeutet?)

Dann habe ich eine Mail an Frau Freitag geschrieben. Frau Freitag ist die Bundestagsabgeordnete für meinen Wahlkreis hier und – nach Dorotheas Vorbild – möchte ich gern wissen, was sie persönlich gegen den braunen Mob tut.
Ich habe sie gebeten, mir keine allgemeinen Phrasen über die Haltung ihrer Partei zu schicken – denn was die Haltung einer Partei und die Taten einer einzelnen machtgeilen Person miteinander zu tun haben, das haben wir ja gesehen. Ich bin gespannt.

Hier finden Sie Ihre Abgeordneten, wenn Sie das auch tun möchten.

Die Liebste wieder abgeholt und auf dem Weg zweimal – einmal im Auto, einmal zu Fuß – fast umgemäht worden. Das erste Mal auf dem Weg zur Schule und die Mutti raste dann vor mir her, nachdem sie mich zur Vollbremsung gezwungen hatte und sprang dann mit geschätzt Tempo 50 mit ihrem Van in die Bring-Und-Hol-Zone. Wo ihr kleiner Sonnenschein neben der Liebsten stand und wartete. Man kann aber auch nicht schnell genug ins Wochenende kommen, da müssen andere schon mal Rücksicht nehmen; ich seh das ja ein.
Auch auf dem Rückweg, als mir mitten auf der Strasse die Mülltonne, die ich gerade wieder reinholte, wegkippte – warum soll man dann bremsen? Im Wohngebiet?
Ich war froh, dass ich die Tonne zwischen mir und Auto hatte – ich fürchte auf mich ohne Tonne und damit ohne Gefahr für ihren Lack hätte sie noch mehr draufgehalten.

Die Prüfung war übrigens super gelaufen.

Es mag sein, dass dann eine Kiste an der Tür klingelte, in der noch eine kleinere Kiste und darin dann ein neuer Plattenspieler waren. Und dass ich die nächste Stunde damit verbrachte, mir Videos über das richtige Einstellen von Plattenspielern, Tonarmen und Tonabnehmern anzusehen – und dann Helgis letzte Platte Intelligentle, die ich mir für diesen Moment aufgehoben hatte, aus dem Plastik zu ziehen und anzuhören.
Die Liebste, sonst nicht sonderlich audiophil veranlagt, saß neben mir und meinte: „Ja. Besser als CD. Wärmer, näher.“
Und ich bin sehr glücklich darob.

Und außerdem – also jetzt mal im Ernst: Wie geil ist denn bitte diese Kamera in dem elfer iPhone?

(Als RAW exportiert und im Lightroom ein bisschen nachgeschärft)

Ab irgendwann nachmittags übernahm dann eine Migräneattacke. Biberkacke.

6.2.2020 – Nachholbedarf

Pöh. Nur weil ich gestern nicht an #wmdedgt gedacht habe kann ich ja wohl heute auch noch tagebuchbloggen. Wobei ich das ja irgendwie immer tue und … ach egal.

Den Morgen begann ich auf jeden Fall auf den Knien im Bad. Wir hatten uns den Abfluss unter dem Waschbecken mit einer nicht mehr nachvollziehbaren aber beherzten Bewegung abgerissen – vermutlich ist er so alt wie das ganze Haus, da darf er materialmüde sein, ich bin es ja auch. Und für heute Vormittag hatte sich der Klempner angekündigt. Und ich vermute, Sie kennen das: Wenn man dann mal die Perspektive eines auf dem Boden unter dem Waschbecken kriechenden Handwerkers einnimmt, dann wischt man vielleicht doch noch kurz die ein oder andere Stelle über.
Hat ja auch was mit Respekt zu tun.

Dann tat ich das, was man mit Handwerkern meist tut: Ich wartete. Wobei ich sagen muss: Ich rief ihn gestern gegen drei an und er versprach, heute gegen halb zehn bis zehn zu kommen wenn er auf der anderen Baustelle fertig sei. Und ich sagte, mir wäre egal wann – ich sei dankbar für sein Kommen und eh hier. Das Warten war also anekdotisch und nicht symptomatisch.
Was für meine überhaupt nich ausgeprägten Fertigkeiten beim Warten keinen Unterschied macht.

Wie man es so tut beim Warten – man rödelt hier und da und ich hatte letztens noch ein paar ungeordnete Fotos auf falschen Teilen der Festplatte entdeckt und erstens sind die jetzt weggordnet und zweitens dürfen Sie jetzt raten, welcher der beiden langhaarigen Bombenleger ich auf diesem Partyfoto von 1991 bin.

Naja, ist ja nicht so schwer, ich hab ja oft genug erwähnt, dass ich von Haus aus Bassist bin.

Das war übrigens eine ganz phantastische Party damals und ich nenne sie immer noch gern, wenn mich jemand fragt, was denn die beste Party meines Lebens war.

Dann sortierte ich die Kontakte auf meinem Handy. Also: Ordnete ihnen zu, ob ich sie mit der geschäftlichen oder privaten Handynummer anrufen möchte, denn die Einrichtung der zweiten Nummer lief ganz furchtbar unkompliziert und simpel und toll. Ich bin sehr happy about that.

Ach, by the way: Möchte jemand von Ihnen günstig ein iPhone 6S mit kaputtem Akku oder günstig + 60,- € und erst in ein paar Tagen ein iPhone 6S mit frischem Austausch-Akku kaufen? (Sie verstehen das Prinzip, denke ich)

Schon eine Stunde später ist auch meine Profil-Website, die ich noch habe, mal aktualisiert. Falls Sie also schon immer mal wissen wollen, was ich in den letzten 22 Jahren im und rund ums Internet so alles getan, geschrieben, gesprochen und veröffentlicht habe – das ist jetzt gerade mal wieder auf dem aktuellsten Stand.
Holy shit, da ist echt ’ne Menge zusammen gekommen.

Während ich das hier schreibe und zum Testen noch einmal auf den Link klicke, fällt mein Blick auf die dort veröffentlichten Kontakdaten. Ich denke daran, wie privilegiert ich bin, dass ich meine Handynummer im Web veröffentlichen kann und in den letzten Dekaden da noch kein einziges Problem entstanden ist. Und wie übel das ist, dass so etwas ein Privileg ist.
Und dann denke ich daran, dass ich in den letzten Tagen auf Twitter irgendwo las, dass ein Mann, der sein benutztes Geschirr auf die Spülmaschine stellt, generell ein Arschloch ist. Ich konnte mich gerade noch beherrschen nicht „oder er hats im Rücken“ zu reply-en, denn ich weiß ja, wie’s gemeint ist.
Trotzdem habe ich ein Problem mit solchen Beschimpfungen. Sind Beschimpfungen je klug? Ich bin ja durchaus der Meinung, dass mensch sich auch mal schlecht benehmen muss, wenn sie etwas erreichen will. Aber Beleidigungen? Die Formulierung könnte doch auch so lauten: „Männer, die ihr Geschirr auf die Spülmaschine stellen, verlassen sich darauf, dass ihre Frau es wegräumt“?
Ich finde es einfach, den Unterschied zu erklären, ob #notallmen ihr Geschirr unüberlegt abstellen oder ob #notallmen Arschlöcher sind.

Gegen 12 rief ich mal bei Handwerkers an und fragte, wie lange „zwischen halb zehn und zehn“ noch dauern könne und erfuhr, dass ich doch „irgendwann vormittags“ gesagt hatte. Ich erfahre ja gern neue Dinge über mich.
Vormittags war dann pünktlich um viertel nach zwei aber immerhin können wir uns jetzt wieder die Zähne putzen ohne dabei über der Badewanne zu hängen.

Ich sinnierte derweil noch über The Good Place so nach, was wir gestern Abend zu Ende geschaut hatten. Anke hatte das vor einer Woche schon angekündigt…:

… und exakt so war es. Every forking* single episode was perfect und das Ende eines der besten und schönsten Serienenden ever – und ich merke, ich habe seit Jahren keine Serie mehr so lieben können. Die Personen, das Setting, die Geschichte. Alles gut durchdacht, stimmig, witzig, liebevollst und liebenswert und sehr durchdacht. So skuril, dass es manchmal anhalterische Züge hatte, so liebevoll, dass es friendete, so liebevoll und philosophisch und positiv, dass es wirklich gut von Douglas Adams hätte kommen können.
Take it sleazy!*

*) Gucken und dann verstehen

Ich sprach den Handwerkersmann noch kurz darauf an, ob wir den Heizkörper in unserer Küche an eine andere Stelle versetzen können – Sie erinnern sich vielleicht, wir planen da für die nähere Zukunft größeres. Er grummelte, guckte hier, guckte da, wollte in den Heizungskeller und als ich dann fragte, ob wir nicht einfach die Rohre über Putz einen Meter verlegen könnten, da guckte er mich an, als hätte ich vorgeschlagen die nächste Kita zu überfallen und die Kinder zu essen.

Lernerfolg: Es geht. Lernerfolg 2: Über Putz ist unter Handwerkerehre.

Als das Waschenbecken dann wieder dicht war, lohnte es irgendwie auch nicht mehr richtig, mit der richtigen Arbeit anzufangen. Hatte ich also durch meine Unfähigkeit beim Warten einen DayOff. Weil ich ja so viel Zeit habe, haha.

Dann sind wir zu Ikea aufgebrochen und ob das unbedingt so eine gute Idee war das kann ich nicht mehr sagen, es ist alles so ein gelb-blauer Schwurbel aber immerhin stand am Ende asiatisches Essen vor mir und jetzt muss ich ins Bett.

5.2.2020 – bitte haltet Eure Software aktuell

Ich habe heute meine Zeit damit verbracht, ein altes WordPress mit veralteten PlugIns per Hand – also nicht mit dem bequemen Updater – schrittweise zu aktualisieren. Da verschiedene Zwischenstufen verschiedener PlugIns mit verschiedenen Zwischenstufen von WordPress nicht kompatibel waren, habe ich das öfter gemacht – nämlich in allen verfügbaren Varianten, wann ich welches PlugIn aktualisierte, um dann irgendwann bei einem insgesamt aktuellen Blog zu landen.
Also Update hochladen – PlugIn aktualisieren – ausprobieren – alles löschen neu anfangen.

Das war keine wirklich schlimme Arbeit, aber es hat absolut überhaupt gar keinen Spaß gemacht. Und am Ende übrigens nicht mal funktioniert.

Leute*: Haltet Eure Blog-Software aktuell. Das ist keine Zierde, wenn oben am Rand steht, es gäbe verfügbare Updates.
Wenn Euch die Angst vor Datenverlust davon abhält, installiert Euch zB UpdraftPlus – die kostenlose Version reicht – und lasst Euch die Backups in die Dropbox oder irgendeinen anderen Cloudspeicher legen.

Echt jetzt.

Also „Leute, die ihr Blog alleine betreiben.“
Morgen rante ich dann über Dienstleister, die ihre Kundinnen mit so einem System alleine lassen. Ich weiß ja, dass nicht jede Lust hat, in die Technik einzusteigen. Muss ja auch nicht.

Danke übrigens für die gedrückten Daumen, sie haben heute nichts gebracht; ich bin gerade nicht fotografierend auf einem Konzert. Kann passieren.

Dafür habe ich mir einen Plattenspieler bestellt, einen Hifi-Plattenspieler.
Hat jemand Interesse an einem DJ-Plattenspieler? (Omnitronic DD 2220, ’ne Technics-Kopie halt. Mit Audio Technica Abnehmer.)

Gerade gelesen, dass das neue iPhone zwei Nummern verwalten kann. Was ein Glück, dass ich die Kündigung für die Geschäftsnummer noch zurückziehen konnte. Die, die ich mir mal irgendwann mit Billigtarif geholt hatte, um eine Geschäftshandynummer zu haben – was dann in der Praxis eigentlich daran scheiterte, dass ich wirklich keine Lust hatte, mit zwei so Dingern rum zu laufen.
Ich werde berichten, wie das funktioniert.

4.2.2020 – Ok, Boomer

Na, schon angepisst ob der Überschrift? Dann gehen Sie doch mal rüber zur Zeit und lesen da die Kolumne eines Menschen, der das durchaus benutzt. Seiner Erklärung ist nicht so doof:

Die 15-Jahre-Generation der Boomer ist also – spätestens seitdem die 68er Mitte der Nullerjahre für sie Platz gemacht haben – einen öffentlichen Diskurs gewohnt, in dem ihre Peergroup der Standard ist. Natürlich ist es dann ungewohnt, plötzlich einen Hauch von dem zu erfahren, das für die Jüngeren völlig alltäglich ist: in vielen reichweitenstarken öffentlichen Auseinandersetzungen kein Subjekt, sondern ausschließlich Objekt zu sein.

zeit.de: „OK, Boomer“ ist okay, Boomer!
(via Kieselblog)

Falls Sie noch dabei sind, mir die Daumen zu drücken, dann würde ich gern kurz den Zweck austauschen – denn ich fragte heute Morgen an, ob ich wohl morgen zum Soundcheck kommen und meine Kamera mitbringen darf. Ich würde mich dann mit Fotos revanchieren wenn’s klappt.

Ebenfalls vormittags klingelte der Bote und hatte ein Päckchen von Apple in der Hand. Hauptgrund war für mich ja gewesen, dass ich hatte lernen müssen, dass das 7plus und WLAN sich nicht mehr verstehen. Ironischerweise hatte das 7er nochmal kurz prima mit dem heimischen WLAN zusammen gearbeitet, nachdem ich mir auf apple.com/de die aktuellen Telefone angesehen hatte. Und als heute morgen dann das Päckchen da lag, versagte es vollkommen. naja, oder ich hab mir das eingebildet – aber ich finde die Vorstellung lustig. Jetzt also 11.

Beeindruckend: Nachdem ich, ursprünglich aus der Windows-Welt kommend, es ja schon nicht unkomfortabel fand, ein BackUp auf dem alten Gerät zu machen und das dann aufs neue Gerät aufzuspielen wurde ich heute wieder überrascht: „Bitte leg Dein altes iPhone in die Nähe.“ Und der Rest lief automatisch.
Was es nicht alles gibt.

Der Rest lief fast automatisch.

Falls Sie übrigens mal vor dem Problem stehen, dass eine Skagen- (Fossil-) Smartwatch sich nicht mit dem neuen Handy koppeln lassen will, obwohl alles vor einer Stunde auf dem alten noch lief: Verlassen Sie mal den Raum in dem das alte Handy liegt. Mich hat das Finden dieses Lösungswegs den halben Nachmittag gekostet, das soll Ihnen ja nicht auch so gehen.

Heute Mittag fuhr die Liebste weg, so über Nacht, weg. Call me cheesy, aber auch nach fast 23 Jahren find ich das nicht schön.

Da war echt ein beeindruckend seltsamer Himmel, da am Phoenixsee.

Den täglichen Schul-Link gib uns heute:Ob ein Kind eine Schulklasse wiederholen muss, hängt auch von strategischen Erwägungen der Schulleitung und Lehrerschaft ab – etwa um Klassengrößen zu beeinflussen.“ berichtet mir der Krautreporter-Newsletter mit Hinweis auf den oben verlinkten diesen Artikel. Und ich denke: Na sicher, Ihr Deppen. Das kommt davon, wenn man im neoliberalen Wahn sogar Schulen in Konkurrenz zueinander setzt statt sie vernünftig mit Geld auszustatten.

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!

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