14.10.2020 – Tillykke

Morgens kurze Urlaubsunterbrechung für eine kleine, aber etwas zeitkritische Geschichte. Muss auch mal sein.
Die Urlaubsunterbrechung wiederum unterbrachen wir mit einem gemeinsamen Frühtsück, das haben wir sonst selten. Die Liebste hatte frisches Brot geholt von einem Bäcker, der erst kürzlich hier auf einem Hof als Untermieter eine kleine Bäckerei mit hohem Anspruch eröffnet hat. Wir haben es mit ebenso hohem Anspruch probiert und vermerkten fünf von fünf Punkten.

Irgendwie kamen wir dabei auf unsere Uni-Erfahrungen und loteten aus, wer denn an der furchtbareren Uni studiert hat (Köln vs. Dortmund). Köln gewann knapp, aber allgemein waren wir der Meinung, dass die Studienbedingungen, unter denen wir da saßen, eine respektlose Unverschämtheit waren.

Dann eine Glückwunschmail in den Norden geschrieben und dabei an die letzten zehn Jahre erinnert – mein Timehop hatte mich vor ein paar Tagen erst an unser allererstes Konzert erinnert.
Was für eine wunderbare Zeit das war und wie viel Schönes wir erlebt haben, was ohne mein kleines Fan-sein nie passiert wäre. So viele Konzertbesuche, so viele tolle Locations zwischen Club und Opernhaus, mehrere Besuche in Aarhus inklusive einer kleinen aber intensive Verliebtheit in diese Stadt. Mit dem Wunsch, dort über mittel oder lang mal zu leben. So viele horizonterweiternde Begegnungen, so viele tolle Menschen kennen gelernt; so viel Freude weitergeben dürfen.

Sehr dankbar gefühlt.

Enten geguckt. Froh gewesen.

Gegen Mittag bekam ich das dringende Gefühl, auf meinem Schreibtisch Ordnung zu vermissen. Also so grundlegend. Also löste ich ca 50 Kabelbinder, Netzwerk-, Strom und USB-Verbindungen und stellte alles anders hin. Die Monitore, den Rechner, das Laptop, das Audio-Interface und alles was da irgendie sonst noch so rumsteht. Und nochmal anders und dann noch etwas und dann hatte ich zwei Festplatten und ein paar Meter Kabel über weil jetzt alles so viel schlauer stand und dann sah ich, dass es gut so war und das war ein sehr zufriedenstellendes Gefühl.

Hier, Dings: Der Beifang aus dem Netz von heute.

Zwei Servicelinks zum Thema HomeOffice. Ich weiß, beide sind ein bisschen utopisch, denn üblicherweise sind wir im HomeOffice relativ alleine gelassen und die Firmen-IT kümmert sich eher um den Sicherheitsaspekt IN der Firma und noch gerade um den Weg dahin, aber trotzdem find eich beide Artikel interessant – denn erst wenn man weiß, wo die Messlatte liegt kann man versuchen sie zu erreichen.

Richard Gutjahr hat sein Podcast- & Video-Streaming-Studio ausgebaut. Respekt.

Diesen Sommer habe ich genutzt, mein Homeoffice zu renovieren und in ein Studio für Podcast- und Video-Streaming zu verwandeln. In die Planung sind mehrere Wochen Recherche geflossen. Von den Möbeln über die Technik bis hin zur Wahl der Wandfarbe – nichts wurde dem Zufall überlassen.

Richard Gutjahr: Podcasts, Konferenzen, Videostreams – In 5 Schritten zum eigenen Home-Studio

Und ein Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Podcasts zum Thema Sicherheit im HomeOffice zu erstellen:

Corona hat viele Mitarbeiter von Unternehmen ins Homeoffice gezwungen, was zu einer signifikanten Zunahme von Angriffen auf Remote-Verbindungen, aber auch von Phishing-Kampagnen geführt hat. Gleichzeitig wurden die Möglichkeiten zu Schulungsbesuchen durch das Virus beschränkt. Damit nun Mitarbeiter für die dringendsten Sicherheitsprobleme sensibilisiert werden können, erstellt das Start-up zielgerichtet in Absprache mit den Sicherheits- oder IT-Verantwortlichen des jeweiligen Unternehmens entsprechende Podcasts.

heise.de: Mangelhafte IT-Sicherheit im Homeoffice? Dagegen gibt’s doch Podcasts

Corona-Service: Das Beherbungsverbot ist ja – nennen wir es einmal: nicht unumstritten. Silke Jäger erklärt, warum und hat deutliche Forderungen an Politiker, die ich vollkommen unterstützen würde

es gibt noch viel mehr Superspreader-Ereignisse: große Feiern, Klassenräume mit Fenstern, die sich nicht öffnen lassen, das Gedränge an Bahnhofsschaltern, wenn ein Zug ausfällt.
[…]
Das Problem ist also, dass es schwierig ist, solche Regeln mit konkreten Alltagsentscheidungen zu verknüpfen.
[…]
Und hier kommt die Politik wieder ins Spiel. Das Beherbergungsverbot zeigt, dass die Politik oft an der falschen Stelle eingreift und damit Vertrauen verspielt. Grenzwerte, die nur sicherstellen sollen, dass Gesundheitsämter Kontaktketten noch nachverfolgen können, sind keine gute Begründung dafür, alle Menschen eines Bezirks vom Reisen abzuhalten […] Wir können arbeiten, Zug fahren und ins Theater und Konzert gehen – ja sogar auswärts übernachten – wenn diese Situationen so gestaltet sind, dass es das Virus schwer hat. […]
Aber wir müssen gleichzeitig besser darüber Bescheid wissen, wie die Risiken in potenziell kritischen Situationen einzuschätzen sind.
[…]
Die Politik wäre also gut beraten, wenn sie statt zweifelhafter Maßnahmen zu erlassen in Kommunikationskampagnen investieren würde. Es muss leichter für uns alle werden, Alltagsentscheidungen zu treffen.

Silke Jäger auf krautreporter.de: Warum das Beherbergungsverbot Quatsch ist – wissenschaftlich erklärt

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13.10.2020 – let’s go to the mall

Gegen fünf von fiesen Rückenschmerzen wach geworden. Also … „wach“ ist ein großes Wort, aber … Immerhin so viel Beobachtungsgabe aufgebracht, dass sich die Decke und ich irgendwann wohl entschieden hatten, die Nacht auf unterschiedlichen Seiten des Bettes zu verbringen. Runter gestolpert, die Faszienrolle rausgekramt, mich draufgelegt, ausgerollt.
Quasi schmerzfrei wieder ins Bett, kurz mit der Decke ihre Arbeitsbeschreibung besprochen, wieder eingeschlafen.

Vom ehemaligen Verein geträumt – es war alles wie immer. Zwei Probentermine lagen versehentlich aufeinander und beide Gruppen marschierten durchs Theater und räumten rücksichtslos die Dinge der jeweils anderen Gruppe weg – was insgesamt im Raum eine Stimung wie bei der Tischtennisballschlacht erzeugte. So lange sich mein Unterbewusstsein nachts mit diesen Teilen der Vergangenheit beschäftigen möchte will ich nichts sagen.

Um acht dann aufgestanden. Die Uhr sagt, ich schliefe im Moment so durchschnittlich zwischen acht und neun Stunden und ich finde das ganz großartig.

Der erste richtige Ferienmorgen. Nur etwas davon getrübt, dass ich in dem festen Glauben da saß, dass ich etwas vergessen hatte – ich kam nur nicht drauf, was. Genau zum Ende der letzten Woche hatte hier „mal wieder das Telefon geklingelt“, wie man so schön sagt und ja, es wissen alle, dass ich diese Woche nicht da bin, aber …
Irgendwas war da noch.

Erstmal gefeedreadert. Sagen Sie, Sie lassen doch auch in Ihrem Reader Artikel liegen, die Sie unbedingt noch lesen müssen, oder in denen etwas steht, was Sie noch nachschlagen müssen? Und dann liegen die da und irgendwann sind es viele und dann schauen Sie die nochmal genauer an und haben nicht mehr den Hauch einer Ahnung, was Sie denn nachschlagen wollten oder warum Sie auf die Idee gekommen waren, das noch lesen zu wollen und dann drücken Sie auf „alle gelesen markieren“ und am nächsten Morgen ist da dieser eine Artikel, der jetzt gerade zu lang ist und den Sie deswegen liegen lassen …
ODER???

Dann fuhren wir in die Börde, denn dort gibt es den naheliegendsten guten Klamottenladen, der NICHT in einer Großstadt liegt. (S.a.: Freuden des Landlebens. Haha)
Die treue Leserin weiß, dass ich ja eh sehr kleidungsgenügsam bin, die Liebste eigentlich auch, aber gelegentlich und vor allem gern mal zu den Jahreszeitenwechseln gibt es Gründe, mal was neues zu brauchen.

Wir waren halb erfolgreich (Super Pullover sie, kein Hemd für mich) aber am spannendsten fand ich die Begegnung mit der Frau, die vor den Anprobe-Kabinen die mitgenommenen Stücke zählt. Die hielt mich nämlich auf und sagte: „Die Männer dürfen hier nicht rein“. Aha? Ok. Jetzt waren wir gerade die einzigen da und ich nahm an, es gehe eben um: „Männer“ und fragte nach. Ja, weil es dadrin zu eng ist und das darf man im Moment nicht. Ach so; ok.
Derweil kamen die nächsten beiden Paare an, die Männer blieben auch draußen, aber da wir natürlich alle bereitstehen mussten für „Und? Sieht gut aus?“ oder für „Holste nochmal in S?“ drubelten sich drei Männer auf 2m Kabinenflur-Eingang.
Ich zog mich zurück und meinte dabei zu ihr, das wäre ja dann im Ergebnis auch eher suboptimal, wenn dann alle da in dem Stückchen Flur ständen.
Sie hörte wohl raus, ich wolle mit ihr die Maskenpflicht allgemein oder die Vorgabe an sich diskutieren und wiederholte etwas lauter, es gäbe da aber nun mal die Vorschrift.
Ich: „Nee, nicht falsch verstehen, ich diskutiere nicht die Vorgabe – ich fände es sinnvoller sie auszuweiten …“
Sie, patzig: „Ich tu ja auch nur, was man mir sagt
Ich, in spontan-allergischer Reaktion auf diesen Satz: „Na gut, aber DAS wiederum ist ja nun wieder das denkenswert schlechteste Argument für irgendetwas. Sie sollten vielleicht hinter ihren eigenen Vorschriften stehen

Das hat sie dann offensichtlich gar nicht verstanden.
Ich nehme an, sie bekommt ca 4 mal in der Stunde eins drüber für diese Vorschrift des Ordnungsamtes und wollte sie ja auch gar nicht quälen und hab dann meinen Mund gehalten. Auch als Mann zwei und Mann drei sich ständig an ihr vorbei drängten und doch schnell zur Kabine ihrer Begleiterinnen huschten.

Es ist kompliziert.

Danach lotste mich die Liebste noch zu einer Großgärtnerei in die Pampa mitten in der Börde weil es dort unfassbar schöne und günstige Pflanzen geben sollte. Tat es.
Es gab dort nichts zu sehen außer Weite und es gab kein LTE. Ich kann das da also vollkommen empfehlen.

Während ich wartete las ich, dass die CDU/CSU offiziell zugegeben hat, dass sie nicht den Hauch einer Ahnung haben, wie sich das mit den offenen Schulen, dem „normalen“ Unterricht, den steigenen Fallzahlen und der Sicherheit ihrer Lehrerinnen denn noch überein bringen lässt und dass sie die Flügel strecken ob der Sitaution.

Gut, sie haben das nicht exakt so formuliert, aber der Vorschlag, die Winterferien zu verlängern ist ja nun nichts anderes als ein Spiel auf zwei Wochen mehr Zeit. Und beid er CSU vielleicht darauf, dass Gott – nachdem zu Weihnachten die Kirchen wieder voller waren – ein bisschen gnädig ist und diesen Virus einfach weg wischt.

Die offenen Schulen suggerieren nur noch Normalität, bieten aber längst keine mehr. Verlängerte Ferien versuchen noch mal das Gleiche: Sind ja einfach Ferien, kein angstmachender Digitalunterricht. Aber wer hat etwas davon? Vielleicht können sich Politiker kurz damit profilieren, wenn sie etwas fordern, was leicht zu beschließen und billig zu haben ist.

zeit.de: Verlängerte Weihnachtsferien – Schön billig, aber völlig sinnlos

Liebe Politiker, wissen Sie, wen ich wirklich gerne wählen würde? Jemanden die sagt: „Das ist jetzt alles Scheiße, es wird auch nicht wieder normal, aber wir müssen da jetzt gemeinsam durch.
Und nicht Euch mit Eurem peinlichen Allmachts-Aufrechterhaltungs-Gebaren.


Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch gerne:

Darum wird überlegt, die dienstlichen Laptops an die Lehrer nur in der Schule auszugeben, und dann werden die in der Schule wieder eingesammelt und weggeschlossen. Wir dürfen die also nicht mit nach Hause nehmen, damit wir die nicht privat nutzen.

techniktagebuch: Wie man Regeln entwirft, um ein tragbares Gerät an einem festen Standort zu verwahren, und damit Probleme schafft, statt welche zu lösen

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12.10.2020 – Corona-Service

Erster Urlaubstag. Noch fix ein paar Mails beantwortet und dann die Schilde hochgefahren. Dinge aufgeräumt und dann kam der Elektrik … laaaaaaangweilig.
Nee im Ernst: Nix zu erzählen.

Die Liebste telefonierte währenddessen mit jemand, der gerade mit einer Gruppe Freunde (aus diversen Haushalten) im Urlaub war und erzählte von unserem gecancelten Urlaub:

„Nee, ich find vernünftig, dass Ihr nicht fahrt. Und die Maßnahmen ja auch total gut.“

„Aber Du hältst Dich nicht dran?“

„Ach, ja, hihi. Nee, irgendwie wohl nicht.“

„Dann bist Du also einer der Menschen, die uns den Urlaub versauen.“

„Wie? Ich? Du, ich muss jetzt auch weg.“

Schnappschuss von vorhin am Himmel …


Ich hab mal ein paar aktuelle Corona-Links zusammen gestellt.

Mein Ministerpräsident (he is not my Ministerpräsident), der sich lange vor allem damit hervortat, möglichst schnell möglichst viel zu lockern, rudert vorsichtig zurück. Natürlich eher mit einem freundlichen „Bitte bitte“ als mit Regeln – aber nun, wenn man Kanzler werden will und keine Substanz hat bleibt eben nur Populismus oder Rumjammern.

Einen besonderen Appell richtete Laschet an junge Menschen: Es sei deren solidarische Pflicht, nicht nur an sich, sondern auch an andere zu denken. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen gibt es in NRW im Moment besonders viele Corona-Fälle. Häufig sind sie den Behörden zufolge auf Partys und große Feste zurückzuführen.

zeit.de: Corona in Nordrhein-Westfalen – Armin Laschet fordert Verzicht auf Reisen und Feiern

Ja, wir sind alle gefordert an alle zu denken – und das ist natürlich ungewohnt in einer Zeit, in der wir alle seit Dekaden darauf getrimmt wurden, möglichst viel an uns selbst zu denken.

Wer nur mit ein wenig Weitsicht darüber nachgedacht hätte, dass man zum Auftakt der Erkältungszeit vielleicht besser zuhause bleibt während einer Pandemie, der müsste jetzt nicht über ausgefallene Herbstreisen lamentieren. Verkäuferinnen, Solokünstler und Taxifahrer können sich das übrigens eh nicht leisten. Die reiseverliebte Wohlstandsgesellschaft erinnert hingegen an vergangene Debatten, als alle was für den Klimaschutz tun wollten und dann den nächsten Thailand-Urlaub buchten.
[…]
alle haben jeden Schutz und Unterstützung durch den Staat verdient, und da könnte durchaus noch viel mehr geschehen. Stattdessen müssen nun in fast allen Bundesländern unter hohem personellen und finanziellen Aufwand Sperrstunden und Maskenpflicht kontrolliert werden.

deutschlandfunk.de: Steigende COVID-19-Infektionszahlen – Jetzt liegt es an uns allen

Also: Packen Sie Ihre Nase ein, waschen Sie sich die Finger und fürchten Sie sich aber auch nicht vor jedem Nieser …

Die Frage, ob das Kratzen im Rachen, der Hustenreiz oder die verstopfte Nase „nun doch Corona“, einen grippalen Infekt oder eine Influenza zur Ursache haben, dürfte derzeit viele Menschen beschäftigen.

süddeutsche.de: Corona oder Grippe?

… und lüften Sie! Aber richtig:

In den kommenden Wochen und Monaten gibt es jedoch gute Gründe, die Fenster insbesondere in Schulklassen, im Büro oder bei Treffen mit Freunden und der Familie noch häufiger aufzureißen. Wie oft aber muss das Lüften sein? Wie lange? Und wie gut schützt es vor Infektionen? Der Überblick.

spiegel.de: Lüften – aber richtig

Oder zweifeln Sie vielleicht auch mal? Ist ja menschlich. Und man liest ja auch so viel, das geht ja teilweise kreuz und quer.

FAQ: Wie gefährlich ist das Coronavirus?
Bei schweren Verläufen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus kann es zu Folgeschäden kommen. Wir erklären, wann und warum es dazu kommen kann.

quarks.de: FAQ – Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Vielleicht können wir uns einen echten Lockdown ja noch ersparen. Der könnte nämlich richtig anstrengend werden.

Als in der Kleinstadt Jessen 8.000 Menschen in Quarantäne müssen, machen erst alle mit. Aber dann brechen Landkreis und Bürgermeister die Quarantäne frühzeitig ab. Sie sagen: Weil sie nicht mehr nötig sei. Die Bürger:innen sagen: Weil wir sonst rebelliert hätten.

krautreporter.de: Die unmögliche Quarantäne

Ein großer Dank geht by the way an dieser Stelle eh an die Krautreporter, die solche und ähnliche Zusammenstellungen immer wieder kuratieren. Ich liebe die sehr, erwähnte ich es schon?
Will sagen: Ich empfehle da durchaus sehr eine Mitgliedschaft (unbeauftragt und ohne affiliate-Anreize oder ähnliches); vor allem die morgendlichen Newsletter – unaufgeregt sachlich und informativ – haben bei mir den Status eingenommen, den früher mal die Tagesschau hatte.
Kann man übrigens auch erstmal einen Monat lang testen.

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10.10.2020 – Kalender 2021

Mal kurz was ganz anderes: Ich habe ja hier recht regelmäßig Bilder aus meiner heißgeliebten schönen Umgebung im Blog. Die letzten Stunden habe ich aus Gründen damit verbracht, die schönsten auszusuchen, nochmal kritisch im Lightroom anzusehen und dann möglichst Monats-passend in einen Kalender zu packen. Und wo ich auf diesen Kalender so draufgucke denke ich nach …
Kurze Frage, um mal ein Stimmungsbild zu haben: Würde Sie der auch interessieren?

Ich hab mal die Möglichkeiten, die ich gerade so sehe aufgeführt und würde mich freuen, wenn Sie kurz was dazu sagen würden …

Interesse an einem Kalender?

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Damit habe ich auch schon beschrieben, was ich den Vormittag so gemacht habe.

Begonnen hatten wir den Tag nach erstaunlich langem Ausschlafen mit einer Runde durchs Feld, das liegt ja quasi direkt vor der Tür. Und der Spaziergang zum Tagesbeginn, den hatten wir ja schon während der Schulschließung für uns entdeckt – und wozu sind Ferien da, wenn nicht für ein sofortiges Wiederauflebenlassen?

Die Stimmung ist immer noch durchaus etwas gedrückt. Wir wären schon gerne gefahren – trotzdem es sich deutlich besser anfühlt, nicht zu fahren, sondern die Nase einfach zu Hause zu lassen. Bei der allgemeinen Verantwortungslosigkeit in der Welt da draußen ist mir schon schlecht genug bei dem Gedanken, dass die Liebste jeden Tag in diese Petrischale in die Schule fährt.

Dass die Beschäftigung mit den Fotos, die ich so übers Jahr gemacht hatte zeigte: Landschaft, Landschaft, Landschaft war jetzt auch eigentlich nicht so stimmungsfördernd. Wir haben sonst immer so viel unternommen *wimmer*.

Irgendwann nachmittags spülte mir irgerndein Stream wieder jemand rein, der meinte, es wäre doch alles safe, es ständen doch ganz viele Intensivbetten leer. Und ich war kurz wütend.

Und trotzdem war unser Tag entspannt und eigentlich ganz hübsch. So isses manchmal. Lag vielleicht auch an den Brokkoli-Käse-Pizza-Schnecken, wer weiß. Was kann man gegen Brokkoli-Käse-Pizza-Schnecken haben?

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9.10.2020 – lieb gemeinte ein Punkte

Biberkacke. Da hatte ich vor ein paar Wochen ein neues NAS bestellt, dass sich hier im Haus um die BackUps aller Rechner kümmern sollte. Und leider hatte ich eher aus Gewohnheit als mit Bedacht gekauft: Halt die gleichen Festplatten wie früher auch.
Und jetzt, wo die Datenraten unterirdisch sind und die Festplattenberichte dauernd Schreib-Abbrüche anzeigen lese ich, dass der NAS-Hersteller die Festplatten inzwischen von seiner Empfehlungsliste gestrichen hat.
Means: Ich habe dann mal zwei Festplatten bestellt. Kennen Sie dieses lustige leise „Flufffff“-Geräusch, wenn Geld aus dem Fenster fliegt?

Und es ist schon lustig: Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie viele Jahre ich ohne vernünftige BackUps gearbeitet habe, ohne auch nur im geringsten nervös zu sein – aber jetzt, wo ich seit Jahren welche habe, macht es mich furchtbar nervös, ein paar Tage keine aktuellen zu haben.
Vermutlich ist das der gleiche Gewöhnungsmechanismus im Hirn, der auch dafür sorgt, dass man ängstlich wird, wenn man zu viel Geld hat.

Am Schreibtisch streiche ich in konzentrischen Kreisen um meine eigene Website herum. Gab es nicht sogar mal ein Sprichwort darüber, dass der Schuster immer die schlechtesten Schuhe trägt? Ich tue mich auf jeden Fall auch gerade sehr schwer, meine Ideen in Pixel zu fassen um das zu vermeiden. Vielleicht tue ich mich auch schwer, meine Ideen klar zu umreißen, denke ich gerade.
Hm, wie sagte eine Freundin letztens noch? „Bei anderen bin ich da eigentlich total gut drin, aber bei mir selbst …

Ein Anruf einer Versicherung. Ich gebe ja zu, seit ich ein bisschen darüber weiß, nach welchen Techniken so Anrufrinnen geschult werden, probiere ich gern mal aus, wie sich diese Techniken unterlaufen lassen.

Ein großer Spaß war zum Beispiel damals, als ich der Frau von wlw einen Termin aufschwatzen wollte, weil sie so schlecht im Internet gefunden werden und sie diesen Termin abwehrte.

Heute mal versucht: Passiv-aggressives Schweigen.
Erfahrung heute: Steigt man nicht an den im am Whiteboard gelernten Punkten ins Gespräch ein, werden sie extrem unsicher.
Persönlich tat mir die Frau schon leid, keine Frage. Aber ich finde, man muss das System bekämpfen.

Aber im Ernst: Ich finde, diese Anrufe sind ein extrem gutes Beispiel dafür, wie Menschen es ausnutzen, dass es gewisse, von uns allen gelernte höfliche Verhaltensmuster gibt. Dass wir auf bestimmte Muster halt reagieren.
Also zum Beispiel, dass wir eine Möglichkeit nehmen wollen, wenn man uns zwei anbietet und vergessen darüber nachzudenken, ob wir überhaupt wollen.
Das resultiert in „Soll der Herr Müller dann lieber Dienstag oder Donnerstag zu ihnen kommen?
Die einzig richtige Antwort „gar nicht“ fühlt sich schon unhöflich an.

Oder dass wir einen Nebensatz, der mit „weil“ beginnt erst einmal als Begründung akzeptieren, weil ein „weil“ eben eine Begründung einleitet.
Das resultiert in „Und Herr Müller würde dann gerne einen Termin mit Ihnen machen, weil man das besser regelmäßig tut.“ und die Gegenfrage „Warum sollte man das denn?“ kann meiste schon nicht ohne Stocken beantwortet werden.

Oder dass wir meinen, wir wären eine Gefälligkeit schuldig, wenn wir etwas Nettes (materiell oder nicht) bekommen. Deswegen beginnen Gespräche so oft supernett ioder mit „Sie wurden ausgewählt“. Und auch einer Pfadfinderin, die Dir ein lustiges Lied vorgesungen hat, kaufst Du danach 20 dröge Kekse ab.

Es fühlt sich halt unhöflich an, diese Konventionen zu brechen.

Aber ich finde es eben erst einmal unhöflich, wenn jemand versucht, diese meine Stammhirn-Reflexe zu benutzen – und deswegen bin ich dann nach gängigen Maßstäben halt nicht nett, sondern versuche, die Kontrolle über das Gespräch zu bekommen. Etwas, was man sonst seltenst tut, aber was hilft, ohne neuen Handyvertrag da rauszukommen.

Mittags zu Frau Doktor gefahren. Ich brauchte zwei Rezepte und einen Rat. Oder sagen wir: Den letzten gedanklichen Stups, denn: Eigentlich hatten wir ja noch im Kalender stehen, dass wir ab nächsten Dienstag für eine Woche im geliebten Dänemark sein wollten. Im Sommer, als die Menschen noch Abstand hielten und die Zahlen niedrig waren, hatten wir ein einsames Haus irgendwo in den Dünen gebucht. Den Kofferraum voll mit Essen, mit dem Auto da hoch, niemanden treffen außer Sand, Meer und Wind – was sollte schon passieren?
Unabhängig voneinander hatten wir uns daber die Entwicklung der letzten Wochen angeschaut und – wie wir uns nachher gestanden – schon beide sehr an der Richtigkeit unserer Idee gezweifelt. Vor allem wenn die Idee so ein Herzensding erfüllt hätte, wie jetzt bei uns, dann posaunt man solche Zweifel ja nun nicht gleich raus und bei mir bedurfte es dann eines kurzen Gesprächs mit Frau Doktor. Und dann war mir sehr klar: Nein, wir fahren nicht.

Bevor Sie sagen: Ja, aber das wäre doch noch erlaubt gewesen: Ja, aktuell ja. Aber Verantwortung zu übernehmen bedeutet im Moment auch, eben nicht alles zu tun, was erlaubt ist.

Die Stimmung ist trotzdem traurig hier im Haus.
Ich werde trotzdem eine Woche das Büro zu haben und wir planen, die nächsten Schritte der Aktion „Fischers machen es sich schöner“ anzugehen. Sie wissen schon: Haptisches Arbeiten, halbwegs schnelle und herzerwärmende Ergebnisse. Selfcare at its best. Julie weiß, wie es geht.

Abends, als ich noch kurz ein paar Dinge einkaufte und mir auf dem Weg Pizza anreichen ließ, wurde ich dann ein bisschen wütend. Die ganze Stadt voll mit Dreckspack ohne Masken und ohne Abstand. Küsschen recht, Küsschen links wenn man auf die anderen trifft, dann einhaken und gemeinsam in die Kneipe und feiern und diese ignoranten Vollhonks sind Schuld, dass alles gerade in atemberaubenden Tempo schlimmer wird und Menschen sterben. Und auch, dass wir jetzt nicht fahren.
Naja, aber nach so einer anstrengenden Woche, da muss man freitags abends auch mal feiern das verstehe ich natürlich. Nicht.

Ich hasse seltenst, aber gerade schon.

Sorry, musste raus.

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