7.4.2021 – Big Sur

Gestern war ja das neuen Laptop der Liebsten gekommen.

Jetzt kann man auf neue Macs ja sehr schön einfach das TimeMachine-BackUp eines Vorgängers aufspielen und dann nahtlos weiter arbeiten aber da wir das seit 2006 schon ein paar mal gemacht hatten und da der Vorgänger aus Gründen seit ein paar Jahren nicht mehr aktualisiert worden war, beschlossen wir morgens so gegen neun, alles einmal von Grund auf neu zu installieren.

Und damit wissen Sie, was wir den ganzen Tag so gemacht haben. Und abends noch eine Runde Monopoly.

6.4.2021 – reflection day

Ostern ist vorbei aber ich hab noch ein paar Tage frei und das ist super. Heute Morgen trotzdem einen kurzen Blick in die Inbox geworfen – „hallo Christian, mein Kunde hatte mir die falsche Hausnummer genannt, kannst Du das bitte nochmal ändern?“ – klick, Mailprogramm wieder zu.

Wie gelegentlich erwähnt, basteln wir uns hier ja so durchs Haus und ich hatte Zeit, etwas weiter zu basteln.
Und endlich mal eine Mail zu beantworten, die hier seit Wochen lag. Natürlich eine private, die lässt man ja am längsten liegen. Beim Schreiben merkte ich, wie sehr mir Ausflüge, Konzerte und persönliche Begenungen fehlen, auch wenn wir uns in den Mails gerade darauf geeinigt hatten, dass es wichtig ist, sich auf die privilgierte Situation zu konzentrieren, in der wir eigentlich stecken. Aber manchmal fühlt man halt doch, was fehlt.

Auch: Zeit diese für mich sehr unterhaltsame Doku zu schauen. „Für mich“, weil: Das ist genau die Zeit, zu der ich angefangen habe Auto zu fahren. Als ich begann, habe ich mich für einen besseren Autofahrer gehalten als geschätzt 95% der anderen. Ich bin viel gefahren, ich bin schnell gefahren, das tat man auf dem Dorf halt. Und ich bin natürlich immer besser gefahren als die anderen.
Aber irgendwann ist mir klar geworden, dass 95% der Autofahrer sich für bessere Fahrer halten als 95% der Fahrer und dass es da ein kleines mathematisches Problem gibt. Man hätte das auflösen können, indem man alle anderen für blöd erklärt, aber auch den Glauben an die Logik habe ich irgendwann verloren. Und bin vom Gas gegangen.
Seit ein paar Jahren fahre ich eigentlich zu 80% mit Tempomat und Abstandhalter und selten schneller als 130. Musste ich lernen, gefällt mir aber heute ganz gut.

Mittags klingelte ein Liefermännchen und brachte der Liebsten ihr neues Laptop. Leider haben die Götter der TimeMachine erst noch ein neues BackUp ihres alten Rechners machen wollen, so dass hier jetzt ein nutzloses neues shiny Stück Alumnium herum liegt. Wir haben im Moment echt kein Glück mit der Bedürfnisbefriedigung durch Gear-Kauf.

Später Lego-Bau. Super Sache.

Ach ja: Mischen Sie bitte nach Belieben in diese Tagesbeschreibung Gewitter, Hagel, Schnee(sturm) und strahlenden Sonnenschein, wenn Sie gerne übers Wetter lesen.

Und noch etwas: Erwarten Sie hier bitte im Moment keine tagesaktuellen Kommentare – ähnlich wie alphatiel habe ich meinen Input bis aufs äußerste minimiert und merke: Tut echt gut.
Und ich gehe weiterhin davon aus, dass mich die wichtigen Dinge schon erreichen werden. Aber das ganze Geschrei und die ganzen Meinungen – ach, lassen Sie mal.

Nächsten Montag geht Promis unter Palmen wieder los; man braucht ja Perspektiven.

Zeugs:

Natürlich habe ich als Kind Pipi Langstumpf gelesen und natürlich ist mir das Buch heilig und natürlich darf da niemand dran. Also so im Bauchgefühl, an manches geht man ja ungerner dran als an anderes. Berit Glanz hat mir hier eine Menge erklärt, was vom Kopf seinen Weg in den Bauch finden kann.

Das Konzept des Tricksters wurde ursprünglich in der Ethnologie formuliert, um einen Aspekt zahlreicher mythologischer Erzählungen zu beschreiben: Figuren, deren entscheidende Funktion ist, Chaos in bestehende Ordnungen zu bringen. Dabei ist der Trickster nie durchweg positiv oder negativ gezeichnet. Er ist eine amoralische Figur, die Unordnung stiftet. Die kinderliterarischen Trickster, von Pippi bis zum Sams, traten ihren Siegeszug vor allem in der politisch aufgeladenen Atmosphäre der 1960er und 1970er Jahre an.
[…]
Die Hochkonjunktur der Tricksterfigur in der Kinderliteratur der 1950er bis 1970er Jahre lässt einige Schlüsse auf die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen zu, in denen sich junge Familien in dieser Zeit behaupten mussten.
[…]
Die heutige Gesellschaft hat sich im Vergleich mit der Hochphase der Trickster vor einigen Jahrzehnten jedoch gravierend verändert. Autoritäre Macht wird häufig nicht mehr direkt und explizit formuliert, ist jedoch als Macht nicht weniger vorhanden als vorher.

Berit Glanz auf 54 Books: Pippi oder Peppa – Machtkritik in Erzählungen für Kinder

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

5.4.2021 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens!

7:00 Uhr:
In den eh etwas irritierenden Traum, in dem mein bester Freund aus der zehnten Klasse mir gerade erklärte, ich sei halt zu doof für die Uni (danke nein, ich brauche keine Traumdeutung) mischte sich ein knackenes Geräusch. Ich wachte auf, das knackende Geräusch blieb. Sobald ich mich bewegte, verschwand es – also: anschleichen.
Ich sah die Maus noch, aber sie mich dann leider auch. Ich werde mal eine Mausefalle im Büro aufstellen müssen.

9:00 Uhr:
Die Liebste begrüßte mich mit einer großen Kiste Lego und einem Päckchen, dass ihr eine Freundin in die Hand gedrückt hatte. Darin: Ein Goldesel. Could it be better? Ein privater Goldesel.

Draußen Regen.

10:00 Uhr:
Begonnen, die Doku über dieses Olympiastadion-Event zu gucken. Verwirrt.
Mist, nur die erste Folge frei guckbar.
Draußen Hagel.

12:00 Uhr:
Endlich mal Framing Britney geguckt. Verwirrt.
Draußen Schnee.

15:00 Uhr:
Mausefalle bestellt. Die alte ist irgendwo im Keller verschwunden.

Viel gelesen. Ich hatte mir ein eBook mit dem schönen Titel „Your Mix sucks“ herunter geladen und … – wissen Sie, ich war schon mit Bands unterwegs und habe sie live gemischt, ich habe lange in einem Studio gejobbt und nach den ersten 50 Seiten denke ich: My Mix sucks.
Und ich liebe es. Mein Gott, ich lerne so gerne.
Draußen stahlender Sonnenschein und Schnee abwechselnd.

Wir überdenken gerade, welches Auto gleich ins Ruhrgebiet fährt, um unser Essen abzuholen, denn ein gewisser jemand war sich ja ausgerechnet diesen Winter zu fein für die hässlichen Winterreifen auf seinem Audi.

Ebenfalls in der Zwischenzeit: Noch ein paar First Reaction-Videos von The Charismatic Voice geguckt und auf dieses Video von Eivør gestoßen. Sie wissen ja: Skandinavisches Zeug und ich – eh eine große Liebe. Und dann noch eine begeisterte Profisängerin dazu, die vollkommen darauf abfährt: Can’t get better.

19:30Uhr:
Einmal ins Ruhrgebiet rein und wieder raus. Alles zwischen Schneesturm und schönstem Frühling in dreißig Minuten und dann wieder von vorne. Außerdem mit einem wirklich leckerem Essen. Alter.

Kein schlechter erster Tag mit 49, finde ich.

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3./4.4.2021 – where have all the flowers gone?

Gestern werkelten wir uns so durchs Haus. Wir haben wieder ein paar neue Ideen und da wird es Zeit, die alten Baustellen vorher noch zu beenden.
Unter anderen waren die Bilderrahmen eingetroffen, mit denen wir die beiden Kinoplakate, die aus Gründen in unserem Wohnzimmer hängen, wieder aufhängen konnten und nun ist die Entertainment-Situation (wie man wohl heute sagt) wieder komplett.
Ich fand auf der Festplatte noch die Photoshop-Datei mit der alles begann – sprich: 1) Ein Foto von vorher (nur echt mit Geschirr auf dem Tisch, ist klar, ne?), 2) die Variante, in der ich die Farbe an die Wand montiert hatte, um zu sehen, ob das taugt und dann 3) das Endergebnis, gerade fotografiert, mit neuem TV-Möbel, den dänischen neuen Boxen und der echten Farbe an der Wand. We like.

Auf dem Bild fehlt nur noch der neue Verstärker, den ich im Januar bestellt hatte – aktuell ist der für den 30.4. angekündigt. Das ist eh ein Trauerspiel – es mag sein, dass dieser Verstärkerkauf in einem Moment der großen allgemeinen Trübigkeit durchgeführt wurde. Manchmal braucht auch die ausgeglichenste Seele einen Frustkauf, Sie kennen das vielleicht. Ich kann Ihnen versichern: Der Kauf alleine ist es gar nicht, der Kauf muss auch das Haus erreichen.
By the way: Der ebenfalls schon seit Wochen angekündigte neue Bass soll dann übrigens irgendwann nächste Woche kommen und mit Frustkäufen hab ich dieses Frühjahr echt kein Glück.
Wie um uns zu verspotten, hat aber dafür der alte Verstärker einfach aufgehört zu verstärken. Biberkacke.

Abends spielten wir Zoomonopoly und ich hatte den Eindruck, wir waren schon alle etwas müde. Überhaupt: Manchmal, wenn ich mich so durch meine Blogroll (oder hier zurück) lese, dann fühlt es sich ein wenig an, als würde ich ein paar Menschen beim langsamen Verrücktwerden zugucken.

Heute sind wir ins Rheinland gefahren und das kam so. Ich hatte in der wunderschönen Doku „Europa von oben“ die endlosen Tulpenfelder Hollands gesehen und gemerkt: „Die willst Du mal fotografieren. Vielleicht ein Geburtstagsausflug?“ Jetzt soll es ja morgen schneien (hatte ich mal erzählt, dass ich an meinem Geburtstag mal eingeschneit war?) und es ist ja im Moment Dank El Laschet und seiner Gurkentruppe nicht so leicht, nach Holland zu kommen und so hatten wir Tulpenfelder gegoogelt und da stand was von Grevenbroich und wir hatten natürlich überhaupt nicht daran gedacht, dass die Holländer Tulpen züchten, um die Zwiebeln zu verkaufen und die Deutschen, um Tulpen zu verkaufen und es deswegen gar nicht so endlose blühende Felder gibt und so standen wir ein bisschen blöd vor so einem Feld und bevor das die Stimmung dann richtig drückte, bin ich nach Aachen weiter gefahren.
Treue Leserinnen wissen, dass ich da mal gelebt habe und gerne einmal im Jahr eine Runde durch die Stadt bummele. Die Innenstadt war deutlich leerer als die hier im Kaff, wir konnten vollkommen ungefährlich und ungefährdet ein paar Schritte gehen und ich mich erinnern und das war alles dann doch noch sehr schön.

Insgesamt: Treue Leserinnen erinnern sich vielleicht, dass exakt vor einem Jahr ein krankes Familienmitglied seine Geschütze in Stellung brachte und feste begann, in meine Richtung zu feuern. Nun habe ich ja im letzten Jahr viel gelernt um damit umzugehen, aber diese Tage sind schon etwas belastet. Nun denn.

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2.4.2021 – dance this world away

Die Nacht viel wachgelegen, aber mit langem Schlafen ausgeglichen. Immerhin.
Gestern Nachmittag hatten wir noch im Garten gesessen, heute morgen wieder nur 5 Grad. Naja, es ist ja April und hier im Haus gibts den Standardspruch „hatte ich eigentlich mal erzählt, dass ich an meinem Geburtstag mal eingeschneit war?“ und dann sagte die Liebste „nee echt, erzähl mal“ und dann sag ich „ich war ja an meinem Geburtstag mal eingeschneit“, wie man das eben so macht, wenn man sehr lange zusammenlebt und so seine Rituale hat und jedenfalls war ich an meinem Geburtstag mal eingeschneit, also so richtig ohne Strom und so, dass die Schneefräse die Straße zum Dorf freimachen musste und mein Geburtstag ist Anfang April und seitdem traue ich keinem Frühlingsanfang mehr.

Vormittags mal keine Pixel geschoben, sondern Spuren in der DAW. Bei einem alten Song mochte ich die Grundidee immer noch sehr aber mehr auch nicht und so mussten dringend neue Drums, neue Pads und dann sogar ein bisschen Gitarre her.

Apropos „Musik“: ich hatte ja letztens schon mal vom Phänomen der „First reaction“-Videos erzählt. Während es da aber eher Menschen wie Sie und mich waren, habe ich jetzt eine Frau entdeckt, die professionelle klassische Sängerin und Gesangslehrerin ist. Den Abgründen der dunklen Seiten des Rock’n’Roll vollkommen unverdächtig hat sie sich einen Iron Maiden-Klassiker angeschaut und ich bin sehr in die Frau verliebt. Weil sie keinerlei Berührungsängst hat und sich dieses Video vollkommen vorurteilsfrei aus ihrem professionellen Blickwinkel anschaut und weil sie so, so, so begeisterungsfähig ist. Eine knappe halbe Stunde, die sehr viel Spaß macht. Und das nicht nur, weil Bruce einfach ein sehr guter Sänger ist.

Am frühen Nachmittag dann um den kleinen See gelaufen. Das erste Mal dieses jahr ganz rum, bisher waren wir immer nur bis zur Hälfte und wieder zurück; nein, das ist nicht logisch.
In den letzten Monaten hatten wir manchmal ein bisschen ängstlich zum Ostufer geschaut, denn dort – so hieß es – sollte ein Feriendorf gebaut werden. Für mehr Besucherinnen als das Dorf am See Einwohnerinnen hat. Aber der Investor ist abgesprungen.
Ich habe Ihnen sogar ein Bild gemacht, denn irgendwo las ich doch mal, ich „hätte zwar wenig Bilder aber es wäre trotzdem recht interessant zu lesen“.

Außerdem haben wir die beiden Kinoplakate, die über dem Fernseher hingen, neu gerahmt und gut gegessen und Scarface weiter geguckt und insgesamt war das ein ziemlich gechillter Tag.

Passend zu Headline und Tag hier ein Lesetipp:

Franziskus galt als Hoffnungsträger, aber er bewirkt viel zu wenig. Den Hardlinern ist das gerade recht: Sie wollen keine Volkskirche, sondern ein kleines Rudel – nicht mehr als eine Sekte.

Alexander Görlach auf krautreporter.de: Katholische Kirche – Der liberale Papst ist gescheitert

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