11.9.2019 – Erklärungen

Wieder neun Stunden geschlafen, wieder nicht ausgeschlafen.
Im letzten Moment des Schlafes noch von der Katz geträumt; und während das sonst immer schlimm endete konnte ich diesmal anwenden, was ich gelernt habe: Nämlich meine Träume in Maßen zu steuern. Und so verbrachte ich ein paar gute Minuten mit der toten Katz.

Mit der Liebsten zwei Runden um den Teich gelaufen. Wir lieben die Ruhe da am frühen Morgen; so taten es wohl auch die beiden Männer mit den Kettensägen. Nun ja.

Dann noch ein bisschen gearbeitet und dann zum Doc gefahren, die Ergebnisse des Blutbilds besprechen und den zweiten Teil des jährlichen Checks machen. Sie begrüßte mich mit einem sehr hübsch gestalteten Flyer, in dem die Krankenkasse als supidupi caring Leistung darstellte, wie sie ihre Leistungen gekürzt haben. Nun denn, wer wird schon in einer Frist von drei Jahren Hautkrebs bekommen?
Wichtiger: Alles super. Bis auf einen anständigen Vitamin D-Mangel.
Ich hab die Liste der Symptome mal angeschaut und finde mich in „Häufige Infekte, Schlechte Wundheilung, Allgemeine Müdigkeit, Knochen- und Rückenschmerzen, Chronisch schlechte Stimmung, Depressionen, Schlafprobleme und nachlassende körperlich und geistige Leistungsfähigkeit“ schon wieder.
Und sonst: „Herr Fischer, mit der Gesundheit werden Sie steinalt.
Ich mochte das gerne hören. Und Sie sind doch auch sicher erleichtert, wenn es hier bald wieder fröhlichen Content gibt, hm?

Die Liebste war parallel zu mir bei ihrer Ärztin und als wir wieder aufeinander trafen glichen wir ab, wie wir so behandelt werden und ich kann Ihnen sagen: Die Zweiklassengesellschaft im Gesundheitssystem ist so krass, das ist zum Kotzen.

Abends waren wir dann essen. Wie so große. Und mal gucken, wie sich gemeinsamer Alltag anfühlt. (Gut, sehr gut)
Auf dem Rückweg unterhielten wir uns über großartige Konzerte und jetzt sitzen wir vor dem Gernseher und schauen eine Konzert-DVD und unsere Nachbarn kennen Peter Gabriels „Back To Front“ jetzt auch.

10.9.2019 – Allmähliche irgendwas

Ich will nicht sagen, dass diese tiefe Müdigkeit wirklich besser geworden ist – aber heute war es möglich, nach dem Verlassen des Schreibtischs noch so etwas wie ein normales Leben zu führen. Das war schön.
Nichts besonderes, nur zwei Runden um den Teich, das Auto der Liebsten waschen und putzen fahren, ein normales Abendessen jagen, ein bisschen blödes Fernsehen.

Zusammen lange über Arbeit nachgedacht, also so im großen Zusammenhang. Hier im Haus stoßen ja ein Freiberufler im digitalen Dings und eine Lehrerin aufeinander.
Ersteren unterstellt man ja, dass sie ganz vorne sind, zweiteren eine gewisse konservative Grundhaltung, verbrämt mit verwöhntem Beamtentum.
Beides nicht unbedingt ganz falsch, aber ich zum Beispiel muss ja nun auch erst einmal abchecken, wie die Kunden das wollen und dann versuchen eine Mitte zu finden. Eine Mitte zum Beispiel zwischen der stockkonservativen Agentur, die deutlich angesäuert reagiert, wenn ich um fünf nach neun „noch nicht am Platz“ bin und den hippen Digitalnomaden die immer arbeiten und auch mal samstags um elf Uhr Abends im Messenger anbimmeln.
Ich hatte am Sonntag auf der Fahrt endlich mal alle Folgen von Frau Nessys Podcast nachgehört und hatte kräftig was zu denken. (Danke dafür!)

Und auch sie muss sich deutlich mehr bewegen als das aussieht, wenn man nur von außen auf die Schule schaut. Und hängt dabei natürlich ebenso zwischen den Vorstellungen von geschätzt 50 Elternpaaren mit (45% Helikoptern!), einer Schulleitung, einem Schulrat, einer Landesregierung, 25 Kolleginnen und einer eigenen Vorstellung.

Ein Ergebnis hatten wir nicht, aber ich halte einen Abgleich zwischen den Welten hin und wieder für unfassbar wichtig. Für sich selbst, für die andere, für alle. Standortbestimmung, Profil schärfen, Meinungsaustausch (also nicht so wie auf Twitter sondern echt)

Die Uhr sagt mir, dass ich aktuell so um die achteinhalb Stunden lang jede Nacht schlafe; ausgeschlafen fühlt sich hier aber niemand.
Morgen hab ich den Termin bei der Ärztin und krieg meine Blutwerte gesagt. Ich bin sehr gespannt und muss gestehen, dass ich auf einen sehr niedrigen B12-Wert hoffe. Das wäre die einfache Lösung und wäre durch ein paar Nahrungsergänzungsmittel in den Griff zu bekommen.

Quasi nur Krankheitsjammercontent. Wie so’n alter Mann.

In former days großspurig angekündigte Artikel sind übrigens quasi fertig. Sie reifen nur noch und harren einer Endabnahme.

6.9.2019 – Wasps & Blogs

Der Doc sagt, ich soll mal nur halbe Tage arbeiten, so für ein paar Tage. Wer wäre ich, meinem Doc zu wiedersprechen.

Da ich heute ab mittags Telefon-Termine hatte um zwei Blogs zu relaunchen, startete der Tag also mit Ausschlafen und einem Besuch am See. Erst ein Shake am Eiscafé, verbunden mit ausführlicher Wespenbeobachtung, dann ein paar Schritte am Wasser und dann stand da ja nochmal eine Bank und dann fuhren wir wieder nach Hause.

(Nicht im Bild: Die anderen drei Kollegen)

Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich Wespen so richtig super finde, aber nachdem ich ihnen einen Tropfen Shake auf die andere Tischseite gekleckst hatte, kamen wir eigentlich ganz gut miteinander zurecht. Also: jedenfalls deutlich besser als die fünf miteinander – die gönnen sich ja nicht den Tropfen Shake unterm Rüssel gegenseitig.

Mittags dann zuerst Blog Nummer eins, Sie kennen es alle und wenn nicht, dann ist es eh dringend Zeit; mittags also zuerst mal ein Gespräch mit Frau Nessy. Die fragte mich vor einiger Zeit, ob ich ihr Kaffeehaus neu streichen würde und natürlich tat ich das gern. Das Ergebnis ist seit heute Nachmittag online, gehen Sie bitte gern hier entlang.

Dann direkt weiter zu Blog Nummer zwei, auch das kennen Sie alle und wenn nicht … siehe oben; dann also ein Gespräch mit Isa; auch die hatte pünktlich zur Veröffentlichung von Laufen gern das Blog neu gemacht gehabt. Auch das machte ich gern und das Ergebnis sehen Sie hier.

Ich bin ziemlich glücklich, an diesen beiden tollen Blogs beteiligt zu sein und freue mich immer wieder, wenn Sie da draußen in dieser Blogosphäre mir Vertrauen schenken. Danke dafür, echt jetzt mal.

Meike hat da wohl – haha – ein Wespennest getroffen …

… und ich muss wohl mal was darüber bloggen, wie mir der Philosophie-Unterricht aud dem ewigen Dilemma „Muss man schlechte Menschen gut behandeln?“ vs. „Recht auf Resozialisierung“ vs. „Fehlerkultur“ und ähnlichem heraus half. Da kann man sich ja hervorragend drin verlaufen und auf einmal denken alle, wir müssten nett zu Nazis sein und die Presse faselt irgendwelchen Mist über Neutralität und wird damit zum Steigbügelhalter und die Nazis lachen sich kaputt.
Morgen.