17.11.2020 – Chronistenpflicht

Die Heizung funktioniert immer noch nicht; der Kaminofen läuft den ganzen Tag durch und wir preisen uns für die Idee, vor zwei Wochen spontan Holz liefern zu lassen.
Gestern Abend getriggert worden und seitdem quäle ich mich aus dem Meltdown. Hätte ichs mir aussuchen können, hätte ich diese ganze Vergangenheitsbewältigungsscheiße nicht in 2020 gelegt – aber man sucht es sich nicht aus.
Als Beilage gibts Konzentrationsstörungen aus der Hölle. Morgen vielleicht wieder.

16.11.2020 – brrrrr

GasWasserScheiße Müller, guten Morgen!

Fischer, guten Morgen. Ich hätte da ein Problem, nämlich: Unsere Heizung ist gestern Nachmittag ausgegangen und läst sich nicht wieder starten.

Oh, das ist blöd.

Ja. Könnten Sie schnell jemanden vorbeischicken?

Ja, ich muss sehen, wann ein Monteur frei ist – aber dann: na klar. Wie sind Sie denn da?

Ich bin jetzt eine halbe Stunde außer Haus und sonst immer hier.

Oh prima. Aber geben Sie mir doch bitte noch Ihre Nummer.

Klar, gern: [insert Handynummer] Aber: Ich bin echt hier.

Die ganzen Tage?

Äh? Tage? Sie meinen, das ist nicht sicher, dass heute jemand kommt?

Nein, wieso …?


Außerdem waren die Schreiner nebenan wieder da und sprengen weiter unter Einsatz schwerer Artillerie die alten Fenster aus den Wänden.
Aber in Mathe hatte ich ja gelernt, dass Minus mal Minus Plus ergibt, also hoffte ich auf einen super Tag.

Dann ging ein Chatfenster auf und brachte frohe Botschaft und jetzt hab ich endlich auch mal ein #Geheimprojekt, von dem ich erst später erzählen kann, aber das wird super! Stayen Sie tuned!

Zwei Stunden am Telefon verbracht, wir sprachen viel über die Sicherheit von WordPress-Blogs und das Fazit war ein bisschen: Wie soll man das als User denn so alles im Blick behalten? Ich dachte an meinen Grundsatzartikel darüber, dass WordPress eben keine Lösung für „mal eben eine Website“ ist und nickte.

Ab mittags dann auf den Handwerker gewartet, danach neben ihm gestanden und Kaffee gereicht. Und leider nicht mit einer laufenden Heitung belohnt worden. Morgen kommt er wieder.
Was ein Glück, dass wir vor zwei Wochen neues Kaminholz bekommen haben.

Spüre ich in mich hinein, wie sehr diese kleine Unterbrechung, die Kälte und das warten mich störten, dann bin ich wohl etwas dünnhäutig im Moment. Naja, wer nicht?

Nachtrag vom Samstag: Das letzte Schiff am Steg. Ich glaube, für Segelclubs war das auch kein leichtes Jahr.


Rebriefing. Vanessa hat in ihrem Blog beschrieben, wie sie brieft, wenn sie jemanden beauftragt und damit auch, wie sie am liebsten gebrieft werden möchte. Ich möchte das – bzw konkret den Punkt 5 ihres Infokastens – aus der Sicht eines Dienstleisters mit pädagogischem Hintergrund ergänzen:

Wenn Sie also Dienstleister sind, dann machen Sie ein Rebriefing. Schreiben Sie mit eigenen Worten(!) auf, was Sie verstanden haben, was Ihr Gegenüber gerne möchte.
Ich beginne meine Angebot gerne mit Worten wie: „… Sie wünschen sich ein Blog, in dem Sie aus Ihrer Tätigkeit als Angelmadenzüchter berichten können. Das Blog soll Ihre bestehende Website sowie den Shop inhaltlich begleiten und interessierten Besucher:innen Ihre tägliche Arbeit bei der Madenaufzucht anschaulich näher bringen.
Und dann beschreibe ich das Blog und seine Funktionen, denn auch wenn wir natürlich alle wissen, wie ein Blog aussieht, dann ist genau das ein Trugschluss. Wir denken nur, dass wir das gleiche wissen.

Warum der Aufwand?

Erstens:
Ihre Kundin hat das gute Gefühl, gehört und verstanden worden zu sein.

Zweitens:
Wenn Sie sie falsch verstanden haben, dann ist das der beste Zeitpunkt, zu dem das auffallen kann.
Denn wenn Menschen kommunizieren, dann gibt es divese Fallen und eine davon ist, dass man hört was man möchte. Auf beiden Seiten.
Da kann ich als Dienstleister noch so deutlich sagen, dass ich keine Logos mache. Wenn $kundin das denkt, dann besteht eine hohe Gefahr, dass sie mich nicht hört. Weil das in ihrer Denke zusammen gehört.
Andersherum: Wenn ich als Dienstleister ab der ersten Erwähnung des Wörtchens „Blog“ denke, dass $kundin halt so ein Blog will, dann besteht die hohe Gefahr dass ich überhöre, dass sie zB eigentlich einen Instagram-Account meint.

Drittens:
Vielleicht merken Sie beim Aufschreiben, dass Sie dazu noch eine super Idee haben, die im Gespräch noch nicht aufgetaucht war. Und Sie geben Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, beim Lesen des Rebriefings noch eine super Idee zu haben.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

15.11.2020

In der letzten Woche hatte ich für jemanden verschiedene Blogs von einem Server auf den anderen gezogen, dabei alle mal auf einen aktuellen Stand gebracht und das ist manchmal nicht unspannend, wenn man nicht genau aufpasst, in welcher Reihenfolge man welche Updates macht. Außerdem hatte zwischen vorgestern und gestern der neue Webhoster noch langsamer gearbeitet als üblich und – langer Rede kurzer Sinn – ich hatte ein Theme verloren.
Heute morgen, im Augen-aufmachen fiel mir dann ein: Ich hab doch in diversen Formen mehrere BackUps von allem gemacht, ich Dummchen.
Und fix das Blog wieder hübsch gemacht.

Dann beim Desktop-Aufräumen endgültig bewiesen, dass beim Verschieben von Dateien nicht nur die Größe, sondern vor allem die Anzahl der zu verschiebenden Dateien eine Rolle für die Dauer spielt.

Ja sicher ist das eigentlich langweilig, aber den Unterschied in der Restdauer fand ich unterhaltsam. Und man wird ja genügsam #inderaktuellensituation.

Apropos „langweilig“: Wir waren dann vormittags am See und sind halb rum gelaufen und vor allem haben wir zwischendurch auf einer uns bis dahin unbekannten Bank gesessen und die konnte man sich in die Sonne drehen und wie gesagt: Man wird genügsam und Mitte November in die Sonne zu blinzeln und in den kurzen Momenten der Windstille sogar ein ganz kleines bischen die Wärme zu spüren ist – abzüglich aller Klima-Gedanken – eine gute Sache #inderaktuellensituation.

Mittags erwischte mich ein Trigger von einer sehr unerwarteten Seite aus, es machte Pffff und mein Blick auf die letzten 45 Jahre meines Lebens veränderte sich und damit war ich dann die nächsten Stunden beschäftigt. Aber ich lerne ja was an diesen Montagen und deswegen warf es mich nicht um.

Außerdem hatte ich nachmittags noch eine Telefonverabredung und mein Job in dieser Verabredung war es, vollkommen frei und kaum zielgerichtet zu asoziieren. Über alles. Wir sprachen über Stevie Ray Vaughan und Gravitationswellen, über Pilze und Akkupunktur – und für uns ergab alles einen Zusammenhang und das war schon sehr, sehr geil. Also für mich als jemand der einfach reinwerfen durfte zumindest.

Und wenn nach dem Gespräch nicht die Liebste mich mit den Worten „Bad news – die Heizung ist aus“ begrüßt hätte, wäre das bestimmt ein sehr hübsch positiver Ausgang des Tages gewesen. Da sich die Heizung aber auch nicht wieder starten ließ gibts irgendwie zum Schluss hin dann doch einen kleinen Abzug in der B-Note.

Avenger-Film des Tages: AntMan and the Wasp.

Twitter-Thread des Tages (Bitte alle 27 lesen, wenn Sie wissen wollen, wie wütend ich eigentlich jeden Tag bin):

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

14.11.2020 – Raving raven

Die Woche hat mich komplett umgehauen. Die Nacht, die leider nur aus vier, recht großzügig über die zur Verfügung stehende Zeit verteilen Stunden, bestand ebenfalls.

Trotzdem gut, dass die Liebste mich erstmal an den See schleifte. Da saßen Raben und sangen das Lied des Herbstes.

Ich glaube, ich hatte es schon mal erwähnt dass der Instagram-Werbe-Algorhitmus sich wirklich gut auf mich eingeschossen hat? Laufend tolle, neue Musik. Aktuell in der Heavy Rotation: Shalosh, ein Israelisches Trio.

SHALOSH is an instrumental piano trio, that belongs to the current generation of cross genre jazz groups able to reach a wide spectrum of audiences, in the Jazz world as well as in other genres. Their music is raw, acoustic and progressive, crossing stylistic boundaries and defying definition.“, sagen sie selbst.

The music is so perfect that it’s almost enough to make you reflect on fate and destiny“, sagt All About Jazz und ich würde Fachleuten ja nie widersprechen.

Eine alte Freundin schreibt fröhliche Mails, weil sie mit ihrer Band jetzt halt in Kirchen auftritt, ein alter Freund verbreitet, das sei alles so schlimm wie ’33.
Ich bin müde.

Sonst: Schlaf nachgeholt, feste gechillt, nachmittags nochmal ins Nachbarstädtchen gefahren, mal was anderes sehen.
Dann den örtlichen Thaifoodladen supportet und abends die Avengers-Reihe fortgesetzt. Wir sind bei den Infinity-Wars angekommen, also fast am Ende – haben aber auch schon die nächste Reihe ausgesucht. Sie beginnt mit einem Duell und wir freuen uns schon sehr.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

13.11.2020 – Kapitalistenschweine (aus Houston, Texas)

(Na, wissen Sie, woher diese Popkulturelle Anspielung in der Überschrift kommt?)

Ach ja, der Winter ist ja die Jahreszeit, wo ich immer den Skyporn vor dem Fenster habe, wenn ich hoch komme. Just can’t get enough of theses colours.

Vormittags: Ich sprach mit jemand der nicht weiß, dass man zwei Programme gleichzeitig laufen lassen kann darüber wie er seinen Laden digitalisiert bekommt. Bitte fügen Sie hier nach eigenem Ermessen irgend einen Satz mit „Fallhöhe“ ein.

Ich sprach mit jemandem, mit dem zusammen ich gerade zusehe, wie ein dritter seinem Kunden mittlere vierstellige Beträge in der Woche aus der Tasche zieht über Anspruch an sich selbst und die eigene Arbeit und Moral.
Ich zog mehrere WordPress-Blogs um. Nicht das was Spaß macht, aber nun denn.

Auf Wunsch einer Leserin, der ich hier gerne danken möchte setzten die Liebste und ich uns spätnachmittags ins Café Audi und erhoben die Kaffeetöpfe auf die edle Spenderin – wir haben uns sehr gefreut!

Abends trafen Johannes und Sylvia und ich uns im Zoom und spielten Monopoly und das war aus diversen Gründen großartig. Vor allem, weil die beiden eben so großartige Menschen sind und ich so froh bin, sie vor Dekaden schon in diesem Internet kennen gelernt zu haben.

Mist. Gerade festgestellt, dass ich fast exakt die gleiche Headline schon mal benutzt habe und damit der erste Googletreffer bin.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

Die Website benötigt Cookies. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert, es werden keine Daten mit externen Diensten ausgetauscht oder Cookies gesetzt. Auf Anforderung können Sie zB Videos ansehen, die dann weitere Cookies setzen.