30.6.2021 – nur Geschmack, den hamse nicht mitgebracht aus der Stadt

(müsste natürlich 30.7.heißen)

Früher dachte ich, der August wäre so der eigentliche Sommermonat. Jetzt fühlt es sich an, als wäre der Sommer vorbei. Seltsam.

Aufräum- und Abarbeit-Arbeiten im Büro und am Schreibtisch. Voll gut.
Ein bisschen hauselfen, damit alles hybsch ist, wenn die Liebste wieder kommt. Quatsch, das klingt ja jetzt als wär ich sechzehn. Trotzdem hausgeelft.

Am frühen Nachmittag eine halbe Runde um den See und das angrenzende Wohngebiet. Mir vorgenommen, alles zu anzuschauen, als sähe ich es das erste Mal – und mit dem Gefühl dann Fotos gemacht. Manchmal muss man sich selbst austricksen.

Beim Gang durchs Wohngebiet festgestellt, wie fleißig dort gerade gentrifiziert wird. Fast alle Häuser werden oder sind schon renoviert, haben Anbauten und Wintergärten, moderne Gartenanlagen mit großen Webergrills und ein oder zwei SUV mit aerodynamischer Dachbox vor die Garage bekommen.
Freitagmittags drehen Väter in Berg-Trikots auf mittel-vierstellig teuren Mountainbikes gelangweilte Runden, weil der Nachwuchs, der unbedingt mit sollte, nicht so schnell kann wie es Papis verspiegelte Brille suggeriert. Durch die Zäune zwischen den Grundstücken kläffen die Doggen sich gegenseitig oder die Rasenmäherroboter in verzweifeltem Revierverhalten an.

Aber damit man das alles nicht sieht und nicht so neidisch wird – denn das wäre ja doch etwas unkorrekt – sind zur Straße hin die wildesten Hecken- und Zaunkonstruktionen erreichtet. Aus Stein, Stahl, Mauer und Baum, gerne auch in Kombination.

Zwischendurch ein bisschen Olympia geguckt. Handball ohne Zuschauerinnen zum Beispiel ist sehr seltsam. Der gewohnte Hexenkessel fehlt und stattdessen hört man quietschende Turnschuhe und die gerufenen Kommandos. Klingt fast wie damals im Tischtennisverein.

Abends war die Liebste dann wieder hier – bzw: Sie kam auf dem Rückweg an Soest vorbei und da wir das ja mögen, fuhr ich ihr entgegen und wir hatten noch einen schönen Abend da in der Stadt.

Zeugs:

Melisa Erkurt war Redakteurin beim ORF und hat ihren Job dort aufgegeben und mit „die Chefredaktion“ eine Instagram-Plattform für divers und jung ausgerichteten Journalismus gegründet. Im Interview mit journalist.de berichtet sie über das Projekt. Spannend.

Wir sind ein Medium auf Instagram für junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren, das von jungen Menschen gemacht wird. Meine Kollegen sind im Durchschnitt 19 Jahre alt, und wir sind ein sehr diverses Team. Genauso divers wie unsere Gesellschaft.

Melisa Erkurt im Interview mit Catalina Schröder auf journalist.de:
„Die bemühen sich einfach nicht“

Nicht neu, aber immer wieder nützlich: Rico Grimm hat bei den Krautreportern Kriterien gesammelt, an denen man Fake News erkennen kann:

10 Fragen, die helfen, eine Quelle zu bewerten: 1. Wie plausibel ist das, was ich lese? 2. In welchem Umfeld erscheint der Artikel? […]

Rico Grimm auf krautreporter.de:
Lügenpresse: So erkennst du Fake News

8 Kommentare

  1. Das Gefühl mit „der Sommer ist vorbei“ hatte ich tatsächlich heute morgen auch, genau so. Wahrscheinlich liegt es an den gemäßigt milden Temperaturen und dem regelmässigen Regen, den wir hier regelmässig haben, dass sich kein richtiges Sommerfeeling mehr einstellen will.

    Ich werde jedenfalls heute das Wasser aus dem Planschpool auf der Dachterrasse ablassen – das hat keinen Sinn mehr dieses Jahr. Seufz.

  2. Die Fotos erwecken in mir das Gefühl „Hochsicherheitstrakt“ und ich glaube, ich würde auch rennen wollen. Soest dagegen wird mich nächsten Monat hoffentlich be-/verzaubern.

Kommentare sind geschlossen.

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