28.10.2020 – If doof, then weg vom Fenster

Früh am Schreibtisch. Endlich wirklich alles aufgeholt, keine Anfragen mehr aus dem Urlaub. Und – ich denke es zumindest – die letzte Website auf eine aktuelle PHP-Version geholt.

Eine schon-länger-Kundin, die ich bisher nur telefonisch kannte, mal gesehen – Zoom sei Dank. Das ist eigentlich schön an #deraktuellensituation, dass sich alle so an Videokonferenzen gewöhnen, dass man sich auch mal sehen kann. Ja, sonst ist da nichts schön dran.

Eine Idee für ein klitzekleines WordPress-PlugIn gehabt und fix dem Developer geschrieben, der für mich die Dinge macht, die jenseits meiner Coding-Fähigkeiten liegen. Mal sehen.

Das neue Album von Faithless gehört. Wie sag ich’s nur, wie sag ich’s nur? Maxi fehlt.
Aus Spaß „Keeper of the seven keys“ rausgekramt und dabei kurz in den Vorgänger „Walls Of Jericho“ gehört. Wie sag ich’s nur, wie sag ich’s nur? Nicht gut gealtert.
Das neue Album der Ärzte gehört. Direkt beim ersten Stück verliebt gewesen. Nachdem ich letztens einen lustigen Tweet über die Hosen und die Ärzte schrieb und erschrocken bemerken musste, dass Menschen diesen alten Beef noch ernst nehmen, schreibe ich das natürlich in dem Bewusstsein, dass das absolut unwichtig ist und Campino natürlich ein toller Künstler ist und es keinerlei Bedeutung für das Gesamtwerk der Hosen hat, dass die letzten Platten nur noch deutscher Schlager sind und … Entschuldigen Sie, ich liege hier beim Tippen vor Lachen unterm Tisch und kann einfach nicht aufhören, immer wieder Öl in dieses Feuer zu kippen.
Nicht Ernst nehmen, Leute, das sind beides die besten Bands der Welt und die andere ist doof.

Morgens outside my window, immer noch auf der Suche nach dem tristesten Bild:

This is not a black and white world
To be alive, I say that the colors must swirl
And I believe that maybe today
We will all get to appreciate
The beauty of gray

(Live: The Beauty Of Gray)

Die Liebste kam früh aus der Schule und wir sahen den Sonnenschein und beschlossen: Wann, wenn nicht jetzt eine Runde um den See? Schnell hoch, Pullis holen, Schuhe anziehen und raus vor die Tür und … Sprühregen. War uns egal, wir beschlossen, dass es am See nicht regnen würde. Und so war es. Puh.

Nachmittags mal die Tischplatte abgeholt. Ohne vorher die Rechnung zu bezahlen und einfach mit der EC-Karte im Gepäck. War auch überhaupt kein Problem, nur beim Ausdruck der Rechnung stutzte der Mann hinter dem Tresen kurz, weil meine Adresse nicht im System wäre – nee, halt stop, da dann ja doch …
Ich vermute, ich bin zweimal als Kunde angelegt; habe also gerade als Kunde mit Adresse bezahlt und werde demnächst als Kunde ohne Adresse eine Mahnung bekommen.

Aber nochmal apropos Fantum: Vorgestern Markus Kavka im Gespräch mit Sabine Heinrich im Podcast für KIWI gehört – sie spricht dort mit den Autoren der kleinen Kiwi Musikbibliothek. Gut gefunden, ich mag sowohl Frau Heinrich als auch Herrn Kavka sehr und Depeche Mode höre ich zwar nicht, aber finde ich großartig.
Gelacht und gedacht: Ey, Fan bist Du auch, warum spricht sie nicht mit Dir? Mir mal das Buch von Kavka bestellt. Buch kam, etwa so groß wie eine große Zigarettenschachtel.
Was ja nicht bedeutet, dass es nicht gut ist – aber so lang ist meine Geschichte mit Tina auch.
Beschlossen: So viel kann ich über mein Fantum auch schreiben; schreib ich halt ein Buch für Kiwi, dann komm ich auch in den Podcast mit Frau Heinrich. Gelacht. Schon lustig, was so ein Kopf manchmal losrennt.
Aber im Ernst: das sieht nach einer schönen Reihe aus, da bei Kiwi.

Und sonst so?


Til Brönner ist wütend und gleichzeitig klug genug nicht einfach seine Wut hinaus zu bölken, sondern klug argumentiert in klare Worte zu fassen.
Ich fasse in eigenen Worten zusammen: Während die Teile der Industrie, die man gut sieht und die eine schicke, gut bezahlte Lobby in Berlin sitzen haben ganz gut durch die Krise kommen, wird den Beschäftigten des zweit-Umsatzstärksten aber leider eher im Verborgenen agierenden deutschen Wirtschaftszweiges generös ein vereinfachter Zugang zu Hartz IV angeboten.
Läuft.


Schon mal von Gaslighting gehört? (Seien Sie froh, wenn nicht)

„Besonders häufig kommt es vor, dass Klaus behauptet, mir etwas erzählt, mich über etwas informiert, mir etwas gezeigt zu haben, was er einfach nicht hat. Und wenn ich dann einwende, dass das nicht stimmt, kann er ziemlich böse werden.“ Sabine informiert sich und findet heraus, dass das merkwürdige Verhalten ihres Mannes einen Namen hat: Gaslighting, eine Form der emotionalen Manipulation. […] „Gaslighting ist eine Form des emotionalen Missbrauchs. Es handelt sich um Manipulation, die darauf abzielt, das Opfer von sich abhängig zu machen“, sagt mir die Psychotherapeutin Stephanie Sarkis

Pia Saunders: Was tue ich, wenn mich mein Partner manipuliert?

Haben Sie einen Netwerkspeicher von Qnap zu Hause rumstehen? Dann kümmern Sie sich mal fix.
Sicherheitsupdate: Angreifer könnten eigene Befehle auf Qnap NAS ausführen. Netzwerkspeicher von Qnap sind über zwei Lücken attackierbar. Ein Patch schafft Abhilfe.


Kennen Sie IFTTT? If this then that heißt das. Der Dienst war ein paar Jahre quasi die Schaltzentrale meiner Online-Aktivitäten. Man kann dort einfache Bedingungen definieren, die dann wiederum Aktionen auslösen.
Ok, das klingt sehr theoretisch.
Konkret: Man kann dort festlegen: Wenn es einen neuen Tweet von XY gibt, dann retweete ihn automatisch. Oder mach daraus einen Artikel im tumblr XY. Oder speichere ihn in Evernote. Oder mach eines von diesen Dingen, wenn die Temperatur unter 4° fällt. (Ok, letzteres ist zwar theoretisch möglich, aber extrem unsinnig)
Aber ich hatte zum Beispiel eine Warnmail, die mich erinnerte, den Außenwasserkran abzustellen, wenn es zu kalt wurde. Eine Mail mit dem Wetter jeden Morgen und vor allem diverse Querverbindungen, die alles, was ich online tat in mein tumblr kopierten. Sie erinnern sich vielleicht an die Idee eines Life-Streams?

Warum ich in der Vergangenheit spreche? IFTTT macht meiner Meinung nach gerade einiges falsch und ich mache nicht mit. Zum einen interessierte mich die Richtung nicht so sehr, die der Dienst nahm. Es gab viele neue Dienste, die man einbinden konnte, die alle in Richtung Smart Home gingen. Nun denn, ist mir egal.
Und dann kam eine Mail, dass ich jetzt bestimmen könne, wie viel ich denn bezahlen wolle, wenn der Premium-Dienst kommt. Aha? Ein Premium-Dienst? Den hättet Ihr vielleicht erst mal ankündigen können.
Dann kam jeden Tag eine Mail, wie wenig Zeit ich nur noch habe und ich wurde immer genervter und dann war der große Tag des Premium-Dienstes da, der Tag, an dem ich fast alle meine eingerichteten Scripts verlieren würde – und eine Mail sagte mir, ich habe aus Großzügigkeit noch drei Wochen Zeit. „Due to popular demand“, haha.
Ich habe das so gelesen: „Wir haben nicht genug User für Premium zusammen bekommen, deswegen nerven wir nochmal drei Wochen weiter, weil wir nämlich zu machen müssen, wenn wir nicht genug Premium-User zusammen bekommen.
Und prognostiziere mal ganz mutig, dass der Dienst nicht mehr lange da ist.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
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5 Kommentare

  1. Ja, IFTTT hat sich wohl endgültigs ins Aus geschossen mit dieser Nummer. Ich hab’ die früher™ gern genutzt, bis dann meine Anwendungsszenarien eins nach dem anderen nicht mehr funktionierten, weil sich Web 2.0 Dienste konsolidierten oder ganz verschwanden, oder die API änderten und fortan nichts mehr so klappte wie erhofft, und dann auch, weil ich Automatismen ganz generell nicht sonderlich gut finde. Ich habe festgestellt, dass ich Dinge gerne bewusst mache. Es ist da bei mir im Kopf ein wenig wie beim manuellen, traditionellen Aufschreiben von Dingen in ein Notizbuch oder in einen Kalender: Wenn ich’s nicht von Hand geschrieben habe, ist es nie passiert. Ich bin schon gespannt, wann diese ganzen Smart Home Dienste übern Deister gehen.

    1. Ja, das kommt noch dazu. Also beides, aber hauptsächlich, dass ich auch gemerkt habe, dass nicht-automatisierte Posts einfach angenehmer sind.
      Und ein Lifestream – der ist ja eh ziemlich 2012.

  2. Danke für den IFTTT-Stupser. Den Dienst habe ich ebenfalls eine Zeit lang gerne genutzt, bis ich mir irgendwann eine Todeskette gebaut habe und eine einzige, unschuldige Mail eine zwar harmlose, mich aber sehr verwirrende Kettenreaktion ausgelöst hat.

    Den Account habe ich gerade gelöscht.

  3. Ich glaub ich les nicht richtig – da zitiert jemand, den ich schon eine ganze Weile, allerdings manchmal recht unregelmäßig, lese, eines meiner absoluten Lieblingslieder meiner absoluten Liebligsband!!! (Wobei sie sich *Live* schreiben, aber das sei hier jetzt ausnahmsweise zu vernachlässigen :-)) Also ich wollte eigentlich nur sagen, ich freu mich wie Keks…

    1. Natürlich schreiben Sie sich „Live“, ups, schon korrigiert. Ja, die waren (sind?) großartig – ich hab erst gerad entdeckt, dass die ja noch mehr Alben gemacht haben als ich aus den neunzigern in Erinnerung hatte. Große Liebe zu dieser Band auf jeden Fall hier!

Kommentare sind geschlossen.

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