20. / 21.8.2001 – Zusammenfassung

Freitag:
Morgens kam pünktlich der Handwerker, füllte die vorher von ihm abgeschätzte Menge Beton in die Abgründe vor unserer Haustür, brauchte eine halbe Stunde weniger als im Voraus berechnet, war freundlich und ordentlich und um elf wieder weg. Zwischendurch hatte er mit stolz sein Impf-Pflaster gezeigt und erzählt, wie sehr im Zandvoort fehle – aber er sei ja nicht bescheuert und fahre quer durch dieses Hochinzidenzgebiet. Um zehn nach elf kam per WhatsApp die Rechnung über exakt die Summe aus dem Angebot und das war insgesamt eine super Sache, gerne wieder.

Die Liebste tat derweil die Dinge, die sie tut, mit Kindern, ich tat die Dinge, die ich tue, mit Pixeln und Code und gen Spätnachmittag fuhren wir an den See, besorgten uns eine Pizza auf die Hand und hatten einen sehr entspannten Vorabend.

Und insgesamt war das ein wirklich sehr normaler Tag – einer der besseren aber, weil wir es geschafft hatten, vor dem Wochenende alles abzuschließen. Super Sache.

Samstag:
So gegen halb zwei war ich dann wach. Prinzipiell glaube ich ja überhaupt nicht daran, dass Halb-, Neu- oder Vollmond irgendwas mit uns machen, aber es war Vollmond. Nun denn.
Erst lief noch eine der richtig guten Folgen Sherlock aber danach war ich so gelangweilt, dass ich rausfuhr, um irgendwo ein schickes Bild von diesem Mond zu machen. Das mit dem Bild hat voll nicht geklappt, aber ich habe gemerkt, WIE gerne ich nachts Auto fahre. Gefahren bin. Damals, als ich noch Gründe hatte, nachts unterwegs zu sein.
Wieder gemerkt: Wir verstehen uns gut, die Nacht und ich. Wir sind ruhiger zusammen, haben Zeit über die Dinge zu denken. Musik ist intensiver, Gedanken sind freier.

Beim letzten Vollmond konnte ich auch nicht schlafen. Zufall, natürlich.

Morgens sind die Liebste und ich dann erstmal zu See, einmal drumrum. Etwas anstrengend, ich merkte den fehlenden Schlaf und alles im Körper fühlte sich an wie „Nee. Nicht laufen“. Man kennt das.

Weiter mit: Frühstück, Schlaf nachholen, vollkommen zerknittert aufwachen, eine Partie Siedler spielen und spektakulär gewinnen.

Post bekommen, mich furchtbar gefreut.
Ehrlich mal, wenn hier so Post von der Wishlist kommt – oft mit Namen auf den Grußkarten, die ich gar nicht kenne – das ist schon wirklich sehr, sehr toll.

Raus ins Café Audi gefahren. Liebe Vegetarierinnen mit Junk-Food-Affinität da draußen: Der Plant Based Big King XXL ist der Hammer.
Dann Voyagers begonnen.

Über allem ständige Traurigkeit, denn heute vor vier Jahren haben wir das letzte Mal das Katz zur Tierärztin gebracht und sind ohne sie wieder gekommen. Die Trauer ist nicht mehr ständig da, schmerzt aber noch genau so.

Das war ein Samstag, der anders war, als ich ihn mir nach der Ankündigung „Der Sommer kommt zurück“ vorgestellt hatte, aber unspektakulär ist ja nicht schlecht.

Zeugs:

Apropos „unspektakulär“: Die Zeitung „Plain Dealer” aus Cleveland (Ohio, USA) ignoriert empörendes Benehmen von Politikern und schreibt lieber über Hintergründe und darüber, was diese Politiker tun: Sehr zur Freude ihrer Leser, die diesen Journalismus schätzen.

Cleveland’s Plain Dealer decided to “completely ignore” politicians’ “false statements and stunts.” It’s working.

niemanlab.org

Warum ist eigentlich diese ganze Afghanistan-Geschichte so unfassbar in die Hose gegangen? Antje Schrupp schreibt eigentlich über Frauen in Afghanistan aber auch noch über ein klein bisschen mehr:

Überall in der Welt beobachten Menschen, die sich für Freiheit und Menschenrechte engagieren, die gegen undemokratische Regierungen und totalitäre Weltanschauungen kämpfen, das alles sehr genau. Und sie sehen: Wer mit westlichen Regierungen, aber auch im Westen verankerten humanitären oder karitativen Hilfsorganisationen kooperiert, wird am Ende womöglich einfach im Stich gelassen.
[…]
Schon lange ist „der Westen“ kein Leuchtturm mehr, der den Weg zu besseren Zeiten weist. Zu groß und sichtbar ist die Diskrepanz zwischen den Lippenbekenntnissen und der Realität, vom Sterbenlassen flüchtender Menschen im Mittelmeer bis zur Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA, von sexualisierter Alltagsgewalt bis zu Korruptionsaffären aller Art.

Antje Schrupp auf zeit.de:
Emanzipation ist kein Exportgut

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

4 Kommentare

  1. Wenn Sie mal Abwechslung vom See brauchen und den Augen was Schönes bieten wollen, dann geht es vielleicht hierlang. https://www.torhaus-moehnesee.de/skulpturengarten.html

    Möhnesee ist ja immer toll und Torhaus hat die größten Kuchenstücke. Aber der Skulpturengarten toppt alles. Wir haben uns zwei wunderschöne Stunden gegönnt.

    Leider war Soest und Umgebung damit für diesen Besuch schon wieder zu Ende.

    1. Oh, das Torhaus … da gibt es Geschichte und mein Bedürfnis das aufzuarbeiten ist gleich Null. Vermutlich ist es da sehr hübsch, ja, aber …

    1. Kein Problem, kann ja passieren. Und unpassend wäre der Tipp ohne Vorgeschichte vermutlich gar nicht …

Kommentare sind geschlossen.

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