11.-14.10.2022 – Schiffchen gucken. Und so.

Glücklicherweise hatten wir ja noch was vor, da in meiner freien Woche. Denn wenn freie Woche und endlich mal wieder ein Konzert von Tina in Aarhus zusammenfallen – naja, das war ein Nobrainer. Apropos „No brain“: aus Gründen hatten wir erst das Lieblingshotel gebucht und dann aber doch die Superwohnung vom Sommer noch einmal bekommen. Und wenn eine kluge Bärin nicht auf dem Parkplatz auf der A1 beiläufig gefragt hätte „das Hotel hattest Du ja storniert?“, dann hätten wir diese Woche den Luxus zweier Wohnstätten gehabt. Aber: Bis elf konnte ich stornieren, und es war ja gerade mal 10:37 Uhr.

Ich kann den Weg inzwischen komplett ohne Navi bis in die Tiefgarage finden und das Gefühl, nach Hause zu kommen, warf mich in seiner Intensität schlichtweg um. Nun denn – in diesem Moment, wo ich das hier tippe, ist es fünf Uhr morgens und ich gucke auf den Hafen rüber und bin glücklich und um den Rest mach ich mir später Gedanken.

Viel über dieses Konzept von Ländergrenzen nachgedacht und wie spannend es eigentlich ist, dass nördlich von einem Strich auf einer Karte die Menschen wissen, wie lecker Holundersaft ist, aber keine Pralinen kennen – und südlich des Strichs andersherum. Mal ganz abgesehen von Sprache und so Dingen wie Haltung zum Leben und so.

Am ersten Tag sind wir ein bisschen rumgelaufen, haben geguckt, was es neues auf dieser crazy Halbinsel gibt und haben Schiffen beim Rein- und Rausfahren zugeguckt. Außerdem waren wir kurz in der Innenstadt um zuerst ein Beweisfoto für Instagram zu machen und dann wollten in der Rooftopbar einen Kaffee trinken. Das haben wir dann gelassen, denn die Rooftopbar war ausgebaut zu einem mehrstöckigen Rooftopgarden und bis wir da einmal durch waren, waren wir wieder mal so filled up mit Glücklichsein über Stil und Haltung zu öffentlichem Raum, dass da kein Kaffee mehr rein musste.

Dann vorausschauendes Ausruhen, denn abends war ja schließlich das Konzert.
Es war unser erstes echtes (Indoor-)Konzert seit diesem verfickten endlosen März 2020 und es war ein beeindruckendes Erlebnis auf sehr vielen Ebenen.
Nach der Show stellten wir fest, dass wir uns vor fast drei Jahren zuletzt gesehen hatten und das ist schon eine echt lange Zeit. Es war so unfassbar schön, Tina wieder auf der Bühne zu sehen und zu hören; es war so unfassbar schön, alle mal wieder zu sehen. Nur eines hatte der Bär von minderem Verstand nicht bedacht: Als ich damals dachte, ich wollte auch mal Konzerte in Dänemark sehen, da war einer der Gründe, dass die Deutschen und Tinas Humor nicht so ganz auf einer Wellenlänge liegen und ich das gern mal anders erleben wollte.
Die Grundannahme stimmte wohl: sie erzählte unglaublich viel und der Saal bebte vor Lachen. Ich hatte nur vergessen, dass ich ja noch quasi kein dänisch spreche und dementsprechend halt nix verstand. War aber wohl echt lustig.

Ich habe übrigens leider keine guten Bilder für Sie.

Was vor knapp zehn Jahren mit „ich glaub‘, ich mach’ mal ’ne Fanpage“ begann, das hat schon echt damals absolut nicht vorstellbare Ausmaße angenommen, also so in jeder Hinsicht.
Nicht nur die Menge der gesehenen Konzerte, sondern auch zum Beispiel die vielen Venues zwischen „kleiner“ und „beeindruckend groß“, zwischen „irgendwie seltsam“ und „beeindruckend toll“, an denen wir Konzerte sahen.
Die vielen Städte. Dass wir jetzt hier in Aarhus sitzen, dass wir uns so in diese Stadt verliebt haben.
Dass wir gestern vor dem Konzert, in der Pause und nachher Menschen trafen (so viele Verabredungen, das hatte fast was von Sozialstress) – und wieder neue, wieder nette, kennen gelernt haben –… ey verdammt, sogar der Truckfahrer ist ein supernetter, interessanter Mensch.
Und dann noch die vielen Menschen, mit denen ich online im Kontakt bin und dieses „Hobby“ teile.
Wie viel wunderbare Musik wir erlebt haben.
Das war alles wirklich in keinster Weise vorstell-, geschweige denn absehbar – meine wildeste Hoffnung war damals, dass ich vielleicht mal ein Meet&Greet, ein gemeinsames Selfie und ein Autogramm bekomme.
Und es macht mich alles sehr, sehr glücklich. Nur das Selfie, das wirds wohl auch nicht mehr geben – da habe ich nie dran gedacht und inzwischen ist es albern, danach zu fragen.

Am nächsten Tag signalisierte mir mein Körper, er wäre jetzt wohl mal krank und wir lernten, dass Dänemark keine Grippe-Kombi-Produkte verkauft. Ich finde das prinzipiell ganz vernünftig, hätte aber gern ausnahmsweise eins gehabt, um mich wenigstens so weit aufrecht zu bringen, dass die Fahrt machbar erscheinen möge. Hmpf.
Ein Tag also krank in der fremden Wohnung rumgelegen und am nächsten Tag beschlossen, besser heimzufahren. Also, einen Tag eher als gedacht, aber krank sein in der Ferne saugt einfach.

Ich werde übrigens vermutlich nie müde, da rüber zu gucken.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

2 Kommentare

  1. https://www.studieskolen.dk/en/danish/courses#courseFormat=%7BA95CA9CF-FB09-462E-9C60-CC20A15A0794%7D&level=%7B8325F54F-0F7D-49E4-86B1-F4987F18F4BF%7D

    Ich erlaube mir mal diesen link dazu lassen, dort gibt es auch online Sprachkurse, der naechste startet im November… Vielleicht hilft es ja, sich seinem Traum in kleinen Schritten zu naehern (und macht damit auch den November ertraeglicher?)

    1. Das ist sehr, sehr sweet – und wenn ich mich richtig erinnere, war ich da auch schon mal gelandet. Und hatte es wieder vergessen.
      Wir stehen zwar gerade auf der Warteliste für einen anderen Kurs, aber es ist ja immer gut, Alternativen zu kennen :)

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