6.10.2022 – ach Gottchen

Nee, echt keine besonderen Vorkommnisse. Viel gecodet, wenig sonst erlebt; nachdem die Liebste wieder da war, waren wir ein paar Mal am See – aber das ist ja auch inzwischen nicht so wirklich erzählenswert. Inzwischen bin zumindest ich da auch nicht mehr so sehr aus Freude daran, wie schön es da ist, sondern weil es halt eine gute Strecke mit schon guten Aus- und Anblicken ist. Und weil es ja klug ist, raus zu gehen und Vitamin D zu tanken, so lange noch welches von oben kommt*. Also mehr so from the head und nicht so from the heart.
Aber immerhin gehört uns der See jetzt wieder allein, nachdem die Touris weg sind.

*) Sträflich verkürzte & verfälschte Darstellung, ich weiß.

Einen Vormittag beim ältesten Kunden verbracht und dort Produkte fotografiert; ich mach das ja eigentlich nicht (mehr), aber bei ihm aus alter Verbundenheit schon. Außerdem treffen wir uns dann und das ist immer sehr schön, denn das sind einfach sehr feine Menschen. Bei der Gelegenheit seine Karre mal schick von vorn fotografiert.

Jetzt eine Woche frei und ich erwähnte zwar gelegentlich vorher, wie sehr ich auf dem Zahnfleisch war, aber jetzt merk ich’s auch selbst. Stimmung daher grenzwertig.
Nicht hilfreich ein paar Begegnungen, bei denen ich nicht umhin kam zu bemerken, wie – sorry – beschissen es den jeweiligen Gegenübern aus den verschiedensten Gründen ging.

Gestern Abend die eingeschlossene Gesellschaft geguckt. Naja. Wir fanden beide alle Figuren etwas holzschnittartig, an manchen Stellen genau das Bisschen zu überzeichnet, dass sie nicht glaubhaft blieben – obwohl die Idee an sich eigentlich hätte schön sein können.

Parallel hatte ich meine Solo-Woche begonnen – sorry: Der Titel ist echt peinlich und wird der Serie auch nicht gerecht – The Sex Lives of College Girls zu schauen. Nicht nur, aber vor allem im Vergleich zu der deutschen Produktion gestern Abend fiel mir auf, wie divers in vielen Hinsichten diese Serie auf eine vollkommen selbstverständliche Art und Weise war. Quer, nicht nur normschön, quer durch alle Herkunftsländer, die Frauen nehmen sehr selbstverständlich ihr Dating in die Hand und die erfolgreichen weißen Collge-Jungs sind nicht automatisch sympathisch – geschweige denn die, deren Geschichte erzählt wird. Und vor allem: Die dicke Frau ist eine Frau und nicht „die dicke“, die Inderin eine weitere Frau und nicht „die Ausländerin“. I like that a lot.
Hat man da erstmal einen Sinn für entwickelt, dann sind vor allem deutsche Mainstream-Produkte schwer aushaltbar, finde ich.

Aber sagen Sie doch mal, wie machen Sie das eigentlich im Moment so – sich aufrecht halten zwischen Herbst und Pandemie und Krieg und Gasleitungslecks und sabotierten Bahnnetzen?

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
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Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

2 Kommentare

  1. Meine Strategie:
    Wir haben gerade eine Woche Urlaub in Wien verbracht – unser diesjähriges Geburtstagsgeschenk für einander. Für diese eine Woche war vereinbart, dass wir absolut keine Nachrichten lesen oder hören. Wir haben nur gemacht, wozu wir Lust hatten. Insgesamt hatten wir nur 2 feste Programmpunkte, eine Ausstellung, ein Konzert – sonst nur Augen und Ohren auf, Parks, Paläste und Leute geguckt, Kuchen gegessen, Pausen gemacht, Bilder gesehen, das gute städtische Bus- und Bahnsystem genossen, einen Ausflug zum Zentralfriedhof gemacht und dort viele berühmte Leute gefunden. Die jeweils 8 stündige Bahnfahrt durch Deutschland und Österreich, war bis auf 5 Minuten pünktlich, das haben wir als zusätzliches Geschenk sehr genossen.

    Jetzt sind wir wieder zu Hause und holen auf, was es so an schlimmen Nachrichten und Ereignissen gibt. Wir sorgen uns um den Zustand der Welt und sind fassungslos über die tägliche Brutalität. Aber die Auszeit hat uns gezeigt, dass wir abschalten und auftanken müssen, um diese Zeiten zu ertragen.

    Herbst ist meine liebste Jahreszeit, einschließlich Nebel und das sogenannte schlechte Wetter. Ich gehe täglich eine Stunde in den Wald, allein mit meinem Hund und meinen Gedanken. Keine Gespräche, keine Musik, keine Podcasts, nur ich. Und zur Pandemie – wir sind so weit geimpft, wie es nur geht, wir tragen nach wie vor Maske in Geschäften, wir sitzen im Café noch draußen und gehen zu manchen Massenevents einfach nicht hin. In diesem letzten Jahr habe ich gelernt, dass mich kein anderer schützt. Das muss ich selbst in die Hand nehmen, körperlich, psychisch und emotional auf mich achtgeben.

  2. Leckeres Essen aufwändig zubereiten und mit Genuss verzehren.

    Täglich wetterunabhängig eine halbe Stunde stramm spazieren gehen (ich habe keinen Hund).

    Kerzen anzünden. Die Tasche, die es so, wie ich sie für mich haben will, nicht zu kaufen gibt, selbst häkeln und stricken – obwohl Handarbeit mit seit Jahren fern liegt. Radiofeatures hören, die mich interessieren.

    Sehr auf mich aufpassen, wie weit und wie tief ich mich in besorgniserregende Themen hinein begebe.

    Kathastrophisierungen in meinem direkten, kleinteiligen Umfeld als solche erkennen und ihnen meine Energie entziehen – respektive sie gar nicht erst hineingeben.

    Tee trinken und abwarten.

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