10.4.2024 – day off

Es bot sich gerade so an.

Auf der Autobahn eine Zeit lang in einer Baustelle hinter einem Laster hergefahren, bei dem auf der linken Seite ca 5m Spanngurt lustig auf- und abwedelten. Überlegt, ob ich ihm das gestisch irgendwie klar machen könnte, aber keine Idee gehabt, also: Viel Abstand gehalten.
Als dann in der Baustelle die Spuren über den Mittelstreifen auf die Gegenfahrbahn gelenkt wurden, geriet der Spanngurt wohl endlich unter die Räder und irgendetwas flog. Der Fahrer notbremste 50m hinter dem … wie nennt man das eigentlich, wenn die Spuren über den Mittelstreifen geführt werden? Hat die deutsche Sprache da kein schickes Wort für? – also jedenfalls 50m dahinter blieb er dann warnblinkend stehen. Ich hatte ja viel Abstand und deswegen wenig Problem und fuhr an ihm vorbei, mein Hintermann auch – aber als ich 500m später nach hinten guckte, war da alles leer. Offensichtlich waren wir die letzten, die heile dran vorbei gekommen waren und dann erschrak ich auch endlich. Und rief die Polizei an.

Auf dem Rückweg hatte mein Kopf ein seiner blöderen Ideen und ich hörte mich sagen „Hey Google, spiele »This is Michael Wendler« auf spotify“. Sehr geehrter Herr Bohlen, ich muss mich aufrichtig bei Ihnen entschuldigen. Ich habe Sie bisher immer als extremstes Beispiel dafür genannt, dass jemand immer wieder das gleiche Stück unter neuem Namen veröffentlicht. Das ist nicht richtig, bitte verzeihen Sie.
Das Niveau war also gesetzt und danach war ich daran interessiert, ob die Ballermann-Sänger da anders arbeiten.
Ich sags mal so: Innerhalb dieses wirklich, wirklich niedrigen Niveaus war diese „Best of“-Playlist einige Ligen oberhalb dessen, was der ins Exil geflüchtete Michael W. da produziert. Die haben wenigstens noch Humor (furchtbaren, aber immerhin).

Mit der Liebsten später noch eine Runde durchs Städtchen gelaufen und angeeist. Die Eisfachkraft hinter der Theke war früher mal Schülerin an der Liebsten ihrer Schule und so eine große Portion Eis habe ich lang nicht mehr gegessen. Es ist nicht alles schlecht hier im Kaff.

Angetrieben von diesem Erfolg, überlegten wir an einer These herum, die mir letztens eingefallen war: Ich glaubte, dass ich durch die Stadt gehen kann und an jeder Ecke mindestens eine kleine Geschichte erzählen kann (und dass mir diese Geschichten manchmal an den Füßen hängen wie zentnerschwere Gewichte).
Wir haben das eine halbe Stunde lang ausprobiert und: Ja, klappt.
Da arbeitet die, da hat der gewohnt, da hat damals der mit der die Blowjob-Wette versucht einzulösen. Da war die Kneipe die wir unabhängig voneinander mit schlechten Dates verbinden, da ist mein Kardiologe, da wohnt die Englisch-Lehrerin, da hat die schlimme Dinges gearbeitet, da war das Theater, wo wir Dings kennen lernten und da der Brunnen vor der Eisdiele, der mit 16 schon alleine für hunderte Geschichten gut war. Das waren die ersten 500m und je nach Tagesform ist das sehr Heimat oder sehr in-die-Flucht-treibend.

Jetzt gucken wir Charité weiter. Vi ses.

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