8.2.2022 – Inception reloaded

Ich habe vor einiger Zeit ja gelernt, wie ich meine Träume beeinflussen kann. Also nicht im Sinne von „Heute Nacht dann bitte mit den Topmodels aus dem George Michael-Video auf die Trauminsel“, sondern eher so, dass ich manchmal ein klein wenig abbiegen kann, wenn es zu Alp- wird – und genau dafür wars auch gedacht. Nun ist das keine Fähigkeit wie Toastessen, sondern sehr wackelig und verlernbar und eigentlich müsste ich quasi ständig im Training bleiben. Tu ich natürlich nicht.
Das rächte sich heute Morgen, als mein Hirn es tatsächlich schaffte, mich träumen zu lassen, ich hätte mich erfolgreich aus einem Alptraum geweckt, mich dann direkt ins nächste Alp-Szenario schickte, mich (immer noch im Gesamt-Traum) dort wieder erfolgreich raus wecken konnte und wir das Spiel fünf Ebenen tief wiederholten, bis ich wirklich wach war.
Falls Sie sich damals also gewundert haben, wie die Filmemacher damals auf die Idee zu „Inception“ gekommen sind – ich hätte da eine Idee.
Ich trainier’ dann vielleicht mal wieder, denn glauben Sie mir: das macht auch was mit dem darauf folgenden Tag, so eine Bewusstseins-Ebenen-Kaskade am Morgen.

Kleine, zusammenhangslose Erinnerung an Samstag.

Aber apropos #selfcare. Am Wochenende geriet ich auf TikTok in den Sog, als ich zufällig auf eine #selfcare-Influenzerin stieß. Sie wurde mir in den allgemeinen Stream gespült und zuerst mal ist es ja nun so, dass die Themen dieser SelfCare-Bubble ja keine durchweg falschen sind. Nur die egoistischen Lösungen, die sind oft falsch.
So guckte ich also einen Moment zu, swipte hoch und hoch und hoch und schnell hatte sich das Interesse in Ekel gedreht. Aber in den, wo ich einfach nicht weggucken konnte.
Dann verkündete sie stolz als für uns alle zu verinnerlichende Weisheit „Vergiss nie: ich bin ein Geschenk für die Menschheit“ und abgesehen von dem grammatikalischen aber verräterischen Fehler, dass es natürlich „vergiss nie, _Du_ bist“ heissen müsste, ließ mich das endlich rauskommen.
Dieser Moment setzte sich aber im Kopf fest und es bildete sich wieder ein Stück Begreifen, warum diese Esoschwurbler sich wirklich auf die Straße stellen und eine Pandemie negieren. Eine Yoga-Schnatze, die mir erklärt, es wäre jetzt gerade für sie und ihre innere Balance wichtig, dass ich springe ist Geschenk für die Menschheit, ja genau.

Gestern der Tag hatte – ich hatte wegen Migräne aus der Hölle gar nicht mehr davon erzählt – mit einer roten Warnapp begonnen. Eine Begegnung am letzten Montag und sie müssen gar nicht zurückblättern, das war der Tag als ich zur Kundin gefahren war. Die ist auch wirklich positiv, konnte allerdings ihre Infektion auf zwei Tage nach unserem Treffen festlegen und ich bin schon etwas erleichtert.

Der Kalender zeigte für den heutigen Tag keinerlei Vorkommnisse an, aber ich habe da ein paar Dinge zu erledigen. Oder anders gesagt: ich weiß, dass in X Tagen Y Menschen anrufen und sagen werden: „Jetzt gehts los!
Das organisatorische Problem ist, dass ich weder weiß, wie groß X noch wie groß Y ist und so versuche ich, alle in diesem Moment über mich hereinbrechenden Projekte so weit wie möglich auf Verdacht vorzubereiten. Quasi: Schon mal los jonglieren, bevor jemand die Bälle gegen brennende Kettensägen tauscht.
Ein Ball sieht jetzt schon ziemlich gut aus.

Mittendrin rief mein ältester Freund an; wir sind leider beide nicht sonderlich gut darin, Kontakt zu halten und seit unser letztes Treffen wegen „dieses neuen Virus’ aus Wuhan“ ausgefallen war, hatten wir nicht mehr gesprochen. Und trotz dieser geringen Kontaktfrequenz bin ich jedes mal baff erstaunt, wie viel wir gleich ticken. Nur weil wir zwischen sechs und achtzehn jeden Tag miteinander verbracht haben vielleicht.
Das war eine sehr sehr schöne Stunde.

Mittags mit der Liebsten die Wiedereröffnung des örtlichen Eishandels gefeiert. Where everybody knows your name.

Wir gucken übrigens weiterhin mit deutlichem Vergnügen Reacher und ich kann mich immer noch nicht aufs Lesen konzentrieren. Just said.

Zeugs

Abgesehen davon, dass Facebook ja gerade angeblich mit der EU darum pokert, weiterhin ohne EU-rechtliche Grundlage unsere Daten absaugen zu dürfen und damit „droht“ aus Europa zu gehen (Mein Gott, DAS stelle ich mir amüsant vor), abgesehen davon erinnern sich vielleicht noch die ein oder andere, dass das Unternehmen ja inzwischen Meta heisst und wir alle sehr gelacht haben, als Zucki da zwischen den schlechten Avataren in der SecondLife-Kopie rumlief. Trotzdem: Doof ist der ja nicht und wer sich schon gefragt hat, was dieses Metaverse überhaupt sein soll und was das mit Kryptowährungen (die ja auch nur wenige verstehen) und NFTs (die ja keine versteht) zu tun hat: Aaron Frank hat da (übersetzt von den Krautreportern) den besten Text zu geschrieben, den ich bis jetzt las (überraschenderweise kein kurzer Artikel, der auch noch ein paar Videos dabei hat, also nehmen Sie sich lieber einen Moment Zeit):

Facebook heißt jetzt Meta und setzt 20.000 Mitarbeiter:innen auf die Entwicklung virtueller Umgebungen an, Apple will investieren, an der Börse rennen die Kurse von „Metaverse-Unternehmen“ wie Roblox davon, Krypto-Metaverse-Coins wie Decentraland, The Sandbox oder Render sind explodiert – vor circa einem Jahr begann ein Goldrausch; und viele verstehen nicht, warum. Was soll dieses Metaverse sein? Und wann kommt es? Diese Fragen habe ich mir auch gestellt […]

Aaron Frank (übersetzt von Sören Engels) bei den Krautreportern:
Was zum Henker ist dieses Metaverse?

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