7.12.2020 – I know why I say, „Goodbye“, I say, „Hello“

Gestern nachmittag war eine Mail reingekommen, die mich dazu brachte, heute Morgen als erstes einen ziemlich großen Teil meiner Internetvergangenheit ins Daten-Nirvana zu schicken.

Als ich mich nämlich 1997 – holy fork: 21 Jahre! – das erste mal hier online rumtrieb, stieß ich ziemlich bald auf ein Forum namens wer-weiss-was. Ich fand die Idee, dass Menschen zu allen möglichen Themen ihr Wissen austauschen konnten, überzeugend und meldete mich an. So hatte ich mir das Internet vorgestellt.
Als ich wenig später andere Foren kennen lernte, fand ich w-w-w übrigens noch überzeugender, denn hier war der Umgangston meist gut, die Navigation übersichtlich und alles war so, wie ich es mir später noch viele Male wünschen würde.
Als das Projekt zum ersten Mal zu unübersichtlich für Heiner, Michael und Norbert wurde, wurde ich das einzige Mal in meinem Leben Moderator. Es gab sogar ein T-Shirt dafür!

w-w-w wurde für viele Jahre meine erste Anlaufstelle im Web und zusammen mit einer thematisch etwas spezifischeren Mailingliste lernte ich dort das, was für mich viele Jahre der Grundpfeiler des online-Lebens sein sollte:

First give and then take.

Vermutlich habe ich viele tausend Stunden dort verbracht und gelesen, geschrieben und moderiert. (Vermutlich lernte ich übrigens dort zuerst auch den arrogannten Nerd-Tonfall, den ich mir später mühsam wieder abtrainieren musste.)
Mit dem Erfolg des sogenanten Web 2.0, mit meinem ersten Blog und vielen Menschen, die ich einfach an anderer Stelle online kennen lernte, erlahmte mein Interesse langsam. Es gab ein paar Besitzerwechsel, denn natürlich ist es nicht einfach eine solche Plattform ohne Verluste zu betreiben, wenn man nicht gleichzeitig die User der frühen Generationen komplett vertreiben will*. Ich sah diverse Menschen am Community-Management einer eingeschworenen Community scheitern oder lernen und guckte mir das noch eine Zeit lang mit entferntem Interesse an.

Keine Ahnung, wann ich mich zuletzt eingeloggt hatte, aber als ich heute Morgen las, dass mal wieder der Besitzer gewechselt hatte fand ich das einen guten Zeitpunkt, um meinen Account zu löschen.
Im Gegensatz zu dem was in der Mail stand, konnte ich zwar meinen Account nicht löschen, sondern nur anonymisieren, aber wer meine Windows-Tipps von 1999 unbedingt haben möchte, der darf sie auch behalten.

*) In der Wikipedia lese ich gerade, dass dieser letzte Verkauf sogar ein recht dramatischer mit Insolvenz-Verfahren und mehrtägiger Downtime der Site war. Nun denn. war wohl keine schlechte Idee, zu gehen.
All dinosaurs have to leave someday.

Hier, noch ein Bild von gestern:

Morgens Kleinkram und eine Telefonkonferenz zur Planung einer Website. Schön, mal wieder was von Grund auf anzufangen.

Mittags Seelenmassage. Uff, aber mit Breakthrough-Moment.

Danach total erschöpft und nur kurz ins Cafe Audrey (hihi) und eine Stunde Schlaf und ebenso überraschend wie nett dazwischengeschobenes Video-Dings.

Und gleich werde ich mich in ein Hangout einloggen und vermutlich viele fremde Menschen treffen (Uiuiuiuiuiuiui) aber dafür endlich im höchstens fünften Anlauf mit einem sehr geschätzten Menschen ihren Geburtstag feiern.

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
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