27.1.2021 – slipping into the unknown

Nachtrag: Gestern war Arbeit und Migräne. Ach ja, und gestern war der Tag, an dem ich (in verschiedenen Jahren natürlich) zweimal eine Beziehung begann und einen großen Korb bekam. Alles im gleichen Partykeller übrigens. Ich bemerke es nur gerade zufällig, ich feiere den Tag nicht. Nachtrag Ende.

Heute Morgen gelernt, dass es einen Namen hat, dass ich abends gerne als letzter alleine im ruhigen Haus bin: Revenge Bedtime Procratination. Nun denn, natürlich hat es einen Namen bekommen, die meisten Dinge bekommen ja einen Namen, sobald sich mehr als zwei Menschen online darüber unterhalten haben. Sobald sich mehr als fünf darüber unterhalten haben bekommt es einen Hashtag und ab zehn ist es eine Bewegung.
Ja, das klingt jetzt arg sarkastisch und ich finde es ja generell gut, wenn bisher unsichtbare Minderheiten Sichtbarkeit bekommen, aber …

Die Kehrseite der Medaille könnte aber sein, dass jemand zu schnell in eine der neu gefundenen Gruppen einsortiert und dann danach behandelt wird. Also (arg vereinfacht) in etwa so:
Wer ruhig ist und nicht so gerne unter Menschen geht ist ein Introvert.
Person X ist auch ruhig, also ist sie ein Introvert – also laden wir sie nicht mehr ein, denn Introverts gehen ja nicht gerne unter Menschen.
Blöd für X, wenn sie dann gerne unter Menschen geht und plötzlich nicht mehr eingeladen wird – nur weil jemand ihr ungefragt eine Gruppe übergestülpt hat.
Manchmal fürchte ich, dass der immer wieder laut gerufene Wunsch, mehr Diversität zu sehen, eher auf Menschen als auf Gruppen angewandt werden sollte.
(Nur so ein voll nicht zu Ende gedachter Gedanke.)

Schreibtisch: Die kleine, eilige Website, die ich gestern begann, quasi fertig gestellt.
Da lässt sich immer so wenig drüber erzählen – ich code halt vor mich, versuche sauberen Code zu schreiben und dabei benutzbare, schöne oder dem Style-Guide entsprechende (in besten Fall alles, Zwinkersmiley) Websites zu erschaffen. Und mir vielleicht ein paar Gedanken um das drumherum zu machen. Schreibt mir eine Kundin „oh, da hatte ich gar nicht dran gedacht“, dann fühle ich mich auf dem richtigen Weg.
Die Inbox geleert; voll schön so ein leeres Programmfenster.
Ein paar Datenschutz-relevante Änderungen für eine andere Kundin gemacht.
Mit dem definitiv besten Support-Menschen der vergangenen 23 Jahre telefoniert. Echt, Sie sehen mich beeindruckt.

Musik nebenbei: Mein Jazz-Geschmack ist in den letzten Monaten immer strenger und strenger geworden und ich fürchte, ich beginne gerade moderne Klassik zu hören. Also wenn ich das mit den Genres alles richtig verstanden habe.

Wer mir auf twitter folgt, weiß: Ich lösche gerade mein Facebook-Profil. Seit ca. einem Jahr bin ich da eh nur noch, um in wenigen (Gitarrenbau- & Hifi-) Gruppen mal zu lesen und vor allem, um ein paar Seiten, hauptsächlich für Kunden zu betreuen. Den Stream, die Statusmeldungen nutze ich aktiv gar nicht mehr und den der anderen lese ich seltenst und das fühlt sich alles vollkommen richtig und nach einer organischen Entwicklung und gut an.
Facebook macht es einem nicht leicht, über zehn Jahre zu löschen, aber ich hab ja Zeit. Jede Mittagspause lösche ich ca ein halbes Jahr – das ist überschaubar.
Manchmal fällt mein Blick auf eine Statusmeldung oder ein Bild und der kleine Nostalgiker weint kurz, aber ich weiß: Das ist albern. Und die Fotos habe ich eh alle auf der Festplatte.
Und meine Güte, was waren wir alle unbeschwert.

Gleich Zoom-Siedler mit einer mir bislang unbekannten Menschen. Internet ist super.

Im Internet gelesen:

Schön passend zu meinen #facebexit hier nochmal ein Kommentar zu WhatsApp:

Zwei Dinge geben hier Anlass für Ärger: Da ist zum einen die für das Silicon Valley so typische Friss-oder-Stirb-Mentalität, mit der der Messenger seine User behandelt. Wer die neuen Regeln nicht bis zum 8. Februar akzeptiert, soll die App nicht mehr nutzen können. Viele Menschen haben es satt, nicht wenigstens eine Auswahlmöglichkeit zu haben, […]
Zum anderen ist da der Inhalt der neuen Geschäftsbedingungen. […] Nun will der Konzern in noch größerem Umfang als bisher schon auf die Daten von WhatsApp-Nutzer:innen zurückgreifen. Künftig sollen sie auch dafür genutzt werden, Werbeanzeigen auf anderen Plattformen des Unternehmens zu personalisieren. In anderen Worten: Facebook will unser privates Kommunikationsverhalten auswerten, damit Werbekunden uns mit diesem Wissen noch besser manipulieren können.

Ingo Dachwitz auf netzpolitik.org: Neue WhatsApp-AGBShoot the Messenger

Zaunpfahl: Ich werde den Facebook-Messenger auch nicht mehr benutzen, habe kein WhatsApp, aber bin gerne auf Signal oder Threema erreichbar.


Sehr interessant fand ich diese Auflistung von 11 Corona-Mythen – nein nicht denen mit Bill Gates und so, sondern anderen, die ich beim geschätzten Herrn Flusskiesel fand:

Im Verlauf der Sars-CoV2-Pandemie haben sich einige Mythen und Legenden herausgebildet, die es erschweren, sinnvoll über Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu debattieren. Die meisten dieser Mythen und Legenden haben den Effekt, dass sie eine weitere Diskussion über den jeweiligen Aspekt verhindern.
1. Man wisse nicht, wo die Leute sich anstecken
2. Arbeitsstätten sollten angeblich alle 60 Minuten gelüftet werden
3. Datenschutz verhindere eine effektive Corona-App
[…]

Enno Park auf publikum.net: 18 Corona-Mythen und Fehlannahmen, die man sich abgewöhnen sollte

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