21.11.2020

Davon aufgewacht, dass ich fror. Den Wasserkocher ins Bad getragen und mir über die nächste halbe Stunde genug Wasser heiß gemacht, um wenigstens etwas baden zu können. Ich habe etwas Sorge, dass am Dienstag ein Männchen im schicken Heitungshersteller-gebrandeten Blaumann kommt, den Power-Knopf drückt und dann feststellt: „Die zündet ja nicht, da brauch ich ein Ersatzteil. Das hab ich nicht dabei.“ Ich habe ebenfalls etwas Sorge, dass dann unschöne Worte fallen.

Vormittags undifferenzierte Nackenschmerzen, die deutlich machten, sie würden gerne Migräne machen. Genug Dehnung, Streckung, Massage und Wärme dagegen gesetzt, dass sie dabei nicht erfolgreich waren und sich dann beleidigt auflösten. Eventuell dabei auf dem Wärmekissen im Nacken nochmal eingeschlafen.

Das kleine Mischpult, was hier neben mir steht, brummt. Gut, das tue ich vor allem in #deraktuellensituation auch öfter, aber ein Mischpult sollte das nicht tun. Die eine Übersteuerungsanzeige leuchtet auch permanent, obwohl kein Signal reinkommt und ich beschloss: Vielleicht kann ich den Kanal einfach abklemmen, ich brauch den eh nicht. Einfach mal aufschrauben und reingucken.

Little did I know.

Irgendwann, nach 25 gelösten Schrauben konnte ich zumindest den Deckel abheben (wir sprechen über ein Mini-Mischpult, von der Fläche kleiner als ein Din A4-Blatt) und schaute von unten auf eine Platine. 16 Muttern und 9 weitere Schrauben später war die Platine immerhin so locker, dass ich daran denken konnte, die 49 Knöpfe und 7 Schieber abzuziehen und die Platine zu lösen und dann hatte ich die Platine in der Hand.
Ich tat, was man so tut: Ich sah sie mir fachmännisch an, brummte mir „Hm“ und „Soso“ in den Bart und hoffte irgendwo rund um den brummenden Kanal eine Stelle zu finden, die eklatant anders aussah als der Rest. Und begann, alles wieder an seine Stelle zu schieben – voll der Hoffnung, dass am Ende keine Schraube übrig sein würde und keine Rauch aufstiege, wenn ich den Power-Knopf wieder drücken würde.
Das hat tatsächlich geklappt, nur brummen tut es natürlich immer noch.

Thomann ist übrigens komplett im Geschwindigkeitsrausch und schickte mir bereits nach eineinhalb Stunden die Versandbestätigung für mein neues Mini-Mischpult.

Und wenn Sie basteln, durchmessen, löten und überhaupt sowas reparieren können und ein 10/2 (2 Mikrofonkanäle, 3 Mikrofon-/Stereo-Line-Kanäle, 1 Stereokanal, mehr Infos hier) Minimischpult haben wollen, das auf einen Mono-Kanal brummt, dann sagen Sie doch Bescheid.

Wenn man allerdings im täglichen Leben immer nur mit diesen Plastik-Computer-Kisten zu tun hat, dann ist die Stabilität eines Musik-Instrumentes schon beindruckend.

Falls Sie auf Ihrem Mac auch „Reeder“ benutzen – ich hab gerade die neue Version gekauft. Man mag es nicht für möglich halten, aber der ist noch schöner geworden, irgendwie.
Außerdem kann er jetzt über die iCloud syncen und das könnte mir meine Fever-Installation sparen – und jede Software weniger auf dem Server ist eine Gefahrenquelle weniger; vor allem, wenn der Support und die Weiterentwicklung eingestellt wurde.

Nachmittags eine Freundin ans andere Ende des großen Tisches in den Durchzug gesetzt. Sie ist Lehrerin und wenn zwei Lehrerinnen sich treffen, dann besteht eine große Chance, dass viel über Schule gesprochen wird. An ihrer Schule läuft das übrigens mit der Digitalisierung ganz ok, der Kreis hat zB schon lange einen Cloud-Server eingerichtet, auf dem alle Schuldokumente liegen. Hach ja.

Trotz meines tiefen Interesses an dem Thema Schule trotzdem weite Teile freundlich lächelnd daneben gesessen. So isses manchmal.

GleichSchlag den Star“ und Pizza.


Aber wo wir schon beim Thema Schule waren, gehen Sie doch mal rüber zu Fefe, der hat nämlich eine Leserzuschrift bekommen:

die Digitalpakt-Geschichte ist noch viel schlimmer als man sich vorstellen kann. Ich bin einer jener Lehrer, die diesen in der Umsetzung bei uns an der Schule begleitet.
[…]
Mein Kollege und ich waren schnell […] Wir haben einen 5-stelligen Betrag zugeteilt bekommen für eben diese Leihgeräte. Es sollte ein Mix aus Laptops und Tablets werden. Es dauerte 3 Monate! bis es weiterging seitens der Verwaltung. Natürlich waren unsere Angebote (wir haben 20 Stück eingeholt) hinfällig und landesweit waren – oh Wunder – alles Tablets vergriffen. Vor zwei Wochen dann haben wir 60 Laptops bekommen, die nichts mehr mit unseren Angeboten zu tun hatten.
[…]
Die Politik wünscht sich einheitliche, nachvollziehbare Verteilungsgrundsätze. Also wer bekommt was für ein Gerät aus welchem Grund?
Aktueller Stand: Wir haben Geräte, dürfen sie aber nicht herausgeben, weil wir zu wenig haben, um diese Zahl zu bedienen. Es wäre politisch ja nicht zu begründen warum jemand eines bekommt und ein anderer nicht …
[…]
Unsere Schule bekommt einen niedrigen 6-stelligen Betrag zugewiesen von dem dann Switches, Lichtwellen, WLAN, Ethernetdosen in den Räumen etc hauptsächlich gelegt werden sollen und genau diese Infrastruktur funktioniert ja bei uns [schon] sehr gut. Dennoch wird dann das Geld einfach genutzt um es zu machen, da es sonst verfallen würde.

fefes Blog: (Leserzuschrift über Digitalisierung in Schulen)

Und, nach vielen Tagen mal wieder was zur #aktuellensituation. Ich hatte ja auch schon mal gefunden, dass ich das Framing in den Medien etwas problematisch finde. Peter Spork bei den Riffreportern sieht das ähnlich:

„In der vergangenen Woche gab es eine traurige Meldung in dieser an traurigen Meldungen reichen Zeit“, lese ich. Was ist passiert? Noch mehr Tote? Intensivstationen am Limit? Neuer Rekord bei der Suizidrate? Nichts dergleichen: „Die Männer, die als Nikoläuse oder Weihnachtsmänner verkleidet durch Kaufhäuser und über Märkte ziehen, um Kindern und Kindgebliebenen eine Freude zu machen, werden in diesem Jahr kaum einen Job haben“, lese ich weiter.
[…]
Verstehen Sie mich nicht falsch: Viele dieser Schicksale sind hart. Sie sind auch berichtenswert. Aber der Gedanke drängt sich auf, hier wird gesamtgesellschaftlich etwas verdrängt. Ist die wahre Krise nicht eine andere, sehr viel bedrohlichere? All den betroffenen Menschen, denen die deutschen Medien derzeit so gerne zuhören, ist eines gemein: Sie haben keine Coronainfektion. Sie sind gesund. Sie leben in der Lockdown-Krise. Von der Corona-Krise erfahren wir fast nichts.
Könnte es also sein, dass die Medien ein Problem mit der Corona-Berichterstattung haben?

Riffreporter: Die eigentlichen Corona-Opfer kommen in den Medien viel zu kurz

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

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