20.6.2020 – in a Baltic kind of mood

Schlecht geschlafen, lange wachgelegen – und als ich endlich schlafen konnte, warf draußen auch schon wer den Bagger an.

Entsprechend mürbe und übellaunig war der Tag. Versucht, in der Börde was zu fotografieren – alles Murks. Versucht, mittags nochmal zu schlafen – nach 15 Minuten Schlaf musste dringend was für den Garten entschieden werden und ich war wieder wach.
Versucht in den Baumärkten der Umgebung mal nach Möbeln für die Terrase zu schauen – alles Murks.

Als wir nach Baumarkt drei gerade wieder im Auto saßen, stellte die Liebste beim Blick aufs Handy fest: „Oh, da hat wer angerufen“ – und hörte, dass ihre Schreibtischplatte endlich da wäre. Ja, drinnen im Baumarkt drei. Also wieder rein.
Wer je am Zuschnitt stand weiß, wie wir die nächsten 45 Minuten verbracht haben: Wartend. Wir hörten einem jungen Paar in Zusammenarbeit mit dem Zuschnitt-Mann bei ihrer Küchenplanung zu. Nicht ganz mein Stil, aber schon ok. Ich würde die Kochinsel ein bisschen schmaler machen, aber ich steh auch nicht so auf Barhocker an der Kochinsel und … – Sie merken, wir sind voll im Thema.

Natürlich haben wir nur gewartet, um dann zu hören: „Die bestellten Sachen stehen doch immer da …!

An der Kasse drängelte und pöbelte sich ein Mann an mir vorbei, dem „die Abstandsregel scheißegal“ war. Leider fiel mir zwei Sekunden zu spät ein, ihm „Na, hoffentlich stecken Sie sich dann nicht bei mir an“ zu entgegnen.
Aber beim nächsten Mal – ich denke nämlich, dass dieser Perspektiv-Wechsel Menschen nochmal kurz stutzen lassen kann.

Die Liebste wollte dann unbedingt noch ausprobieren, ob sich aus dem neu entdeckten Hack-Ersatz auch Frikadellen machen lassen (oh, ja!) und verschwand nach dem Essen zu einer Masken- und Abstandsabendvergnügung mit Freundinnen.

Ich hingegen hatte schon auf der Heimfahrt gemerkt, dass mir abends draußen sitzen und essen fehlt. Nein, genauer: Dass ich mich übelst an den Kanal in Aarhus sehne.
Dass jetzt die Tage das Jazzbaltica wäre, zu dem ich mich dieses Jahr mal hatte trauen wollen, macht die Sache auch nicht besser.
Aber Nils, Mr. Jazzbaltica persönlich, hat immerhin ein Streaming-Programm auf die Beine gestellt und so sitze ich jetzt hier und höre Livemusik wie sie nicht sein sollte: Ohne Publikum. Aber immerhin.

Die Gärtner waren heute fleißigst (wie all die Tage), haben Unmengen Erde von hier nach da und zurück bewegt, ein paar Stufen gebaut und plötzlich fällt unser Garten nicht mehr seltsam in alle möglichen Richtungen ab, sondern hat erst einmal oben ein recht lange ebene Fläche und dann drei Stufen runter zur neuen Terrasse. Das wird so super.

Das einzige, was heute geklappt hat: Ich habe mir aus meiner Musik der letzten Jahre, also aus den Stücken, die immer mal wieder so ohne Anlass oder Zweck entstanden, die rausgesucht, die ich immer noch mag. Das sind immerhin zehn Stück und die werden jetzt noch mal kritisch angeschaut. Vielleicht manchmal etwas gestrafft, vernünftiger gemastert (das habe ich nämlich erst in den letzten beiden Jahren etwas gelernt) und dann … mal sehen. Wie gesagt, ich hab mir Bandcamp ja mal angeschaut. Stayen Sie tuned.

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