17.1.2019 – mit alles und unscharf

Whoohoo, was eine Scheißnacht.

Täglicher Dreck von überall, wie soll man die gute Laune behalten? Ich habe erstmal die konstruktiven Nachrichten abonniert.

Work-Life-Balance: Im Gespräch mit einem Kunden auf seine Frage, ob ich seine private Handynummer haben wollte ohne Nachzudenken mit „Bloß nicht“ geantwortet. Auf die irritierte Nachfrage dann erklärt, mir wäre die Trennung geschäftlicher & privater Zeit sehr wichtig und das würde ich auch meinen Kunden gönnen. Er war erst überrascht und wirkte dann erst nachdenklich und dann dankbar.

„Was ist denn das eigentlich für ein Städtchen, in dem Du da lebst?“ fragst Du mich. Ich denke, ich habe da schon genug drüber erzählt und überlasse dem Meister die Erklärung, denn der kommt ja auch von hier. Gaaanz eventuell sind seine Erinnerungen etwas verklärt, aber nun ja: Er ist ja auch hier weg. Egal. Lieder in denen man alle Anspielungen versteht, sind die besten.

Nachklapp zu den im Grabenkrieg verteidigten (vielleicht auch esotherischen) Ideen: Ich persönlich habe wirklich selten etwas gegen irgendeine Idee – also natürlich so lange sie nicht darauf aus ist, anderen zu schaden.
Die Dinge können auch esoterisch bis zum geht nicht mehr sein, auch das ist mir total egal. Ob das jetzt Yoga oder Qi Gong, Bäume umarmen oder KonMari ist: In die meisten dieser Dinge habe ich durchaus schon reingeschaut. Und dann begriffen: Die meinen alle irgendwie das gleiche. Und ob es jetzt Chakren oder Energielinien oder Hsmbröms heisst, ob man kniet oder sitzt oder rennt, schweigt oder schreit – so lange es mir hilft, mich mir selbst positiv zu nähern, mir Ruhe und Aufmerksamkeit zu gönnen, mich zu verstehen oder wenigstens funktionierende Bilder fürs Funktionieren zu bekommen und wenn es mir hilft, mir gut zu tun – so lange ist es doch prima? Das ist für mich durchaus vergleichbar mit Religionen – auch die haben ja nun im Kern mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
Dummerweise müssen ja viele ihren eigenen Zugang zu sich selbst aber eben auch mit der gleichen Vehemenz als den einzig wahren verteidigen wie Gläubige ihre jeweiligen Götter – und dann wirds unangenehm.
Genau so unangenehm übrigens wie auch in dem Moment, wenn Allein-selig-mach-Ansprüche ins Boot kommen und/oder andere missioniert werden sollen (auch bei Eso-Zeugs und Religionen ähnlich).

Im Gespräch mit der kleinen Schwester hab ich mal gesagt: Ich kann alles Esoterische super finden, so lange es dem jeweiligen Menschen hilft und so lange niemand in einem YouTube-Video versucht mich zu überzeugen dass er der einzige ist, der mich glücklich macht und/oder versucht, mir Geld dafür abzunehmen.

Man kommt mit so einer Einstellung übrigens recht friedlich durch die Welt. Also ich. Machen Sie ruhig was Sie wollen, ich will hier ja nicht missionarisch werden. Zwinker.

Die Liebste hat sich eine Bindehautentzündung aus der Schule mitgebracht* und wenn man erstmal aufpassen muss, dann sieht man mal, wie oft man sich so normalerweise anfasst. Oder vom anderen was anreichen lässt. Oder so. Dafür sieht sie nur unscharf und ich hab mir die Hauself-Runde heute gespart.**

*) andere Menschen bringen Akten mit, Lehrerinnen eher Magen-Darm, grippale Infekte oder Läuse. Man gewöhnt sich dran.

**) just kidding.

Vermutlich habe ich auch was gearbeitet heute, vermutlich war der erste Teil (Donnerstag, Sylvia, Sie wissen schon) recht angenehm, vermutlich der zweite eher unangenehm. Ich fand nämlich gerade in „Sent“ eine lange E-Mail, in der ich einer Agentur erklärte, dass ihre vollkommen vor die Wand gefahrene WordPress-Installation sich nicht in einer halben Stunde „schneller machen“ lässt – wenn ich schon eine Stunde brauche um mich in den acht(!) verschachtelten Installationen, die sich auf dem Server tummeln zurecht zu finden. Und wenn ich nur knapp vermeiden konnte dass der Server mein Einloggen nutzt, um endlich mal für die 5 Jahre alte PHP-Version ein Update zu erzwingen.

Ich vermute das aber alles auch nur, den der Schlafmangel und die Migräne haben die Schhaltstellen im Gehirn besetzt und gewähren mir keinen Zugriff mehr. Stellen Sie sich mein Bewusstsein vor wie die Brückencrew der Enterprise, die im Maschinenraum versucht, ihr Schiff wieder zu bekommen, während Lore auf der Brücke mit flinken Fingern das Schiff in Richtung Kristallwesen steuert und über diese Versuche nur höhnisch lächelt.

7 Kommentare

  1. Dieses Hrsmbröms – gibt es dazu ein Buch oder wenigstens eine Netflix-Serie? Und lässt sich das vielleicht mit Monopoly kombinieren?

  2. Buch und Serie leider nein. Aber mit Monopoly lässt sich das bestens kombinieren, ebenso mit Kuchen, gutem Kaffee oder Kaltgetränken.

  3. Wir haben eine Verabredung. Zwar noch sehr lose und unkonkret, aber hey – wir haben eine Verabredung! Sylvia -rüste schon mal die Bank.

  4. Danke. Den Lore-Vergleich werde ich nie wieder aus dem Kopf kriegen. In doppelter Hinsicht, denn genauso fühlt es sich auch bei mir an.

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