16.1.2019 – personal brexit

(irgendwas mit schlecht geschlafen und Migräne im Anflug)

Weiterhin eher Kleinkram im Büro. Ich kann da voll gut mit, dass sich für Januar, Februar, März voll die Projekte angekündigt hatten und es jetzt jeden Tag „bald“ losgeht. Nicht.
Naja, einen Stapel Kleinkram hab ich abgerechnet und: Kleinkram ist Kleinkram ist schließlich auch was.

Jedem sein eigener Brexit. Mittags das alte Objektiv (siehe gestern) in eine stabile Verpackung verpackt und zum nächsten PickUp-Store gebracht. Dummerweise sah der Mann hinter der Theke, dass das Päckchen nach England soll und steigerte sich innerhalb beeindruckend kurzer Zeit in die folgende Argumentationskette:

England? Die spinnen ja, die Briten – aber immerhin tun die was für ihr Land – nicht so wie Deutschen – hier kann man ja nichts sagen – als die Merkel damals alle eingeladen hat – das hat ja nichts mehr mit Hilfe zu tun – das wird man doch wohl mal sagen dürfen.

Ich war von der Situation erst etwas überfahren, habe aber an den passenden Stellen jeweils „nein“ und „doch“ eingeworfen – was aber jeweils nur zur Wiederholung des vorherigen Satzes führte. Das war wenig zielführend und überhaupt unterbrach er mich auch sofort, wenn ich ein zweites Wort sagen wollte und dann bin ich halt gegangen.
Ich fürchte nur, mein Päckchen mit dem Objektiv ist irgendwann in den Minuten danach kurz von einem Hubwagen überfahren worden, das muss man ja schließlich auch mal tun dürfen, wenn so ein linksgrünversiffter Kunde daher kommt.
Keep your fingers crossed.

Eine neue Anfrage reinbekommen. Wenn man von Menschen, für die man so sehr gern arbeitet weiter empfohlen wird, das ist so sehr toll. <3

Zwischendurch kurz mit der Liebsten im Café. Loved luxury moments.

Sparkling Joy. Das Internet sparkled ja im Moment vor lauter frisch aufgeräumtem Joy. Naja, die eine Hälfte; die andere lästert darüber – ebenfalls aber voller Joy soweit ich das beurteilen kann.
Jetzt wird es Euch überraschen, aber ich habe das Buch von Frau K. vor ein paar Monaten ein bisschen quergelesen. Ich fand ein paar Ideen ganz interessant, die Grundidee verständlich und nicht unlogisch und die Ausführung zu abgedreht für mich und habe es dann beiseite gelegt. Und relativ kurz danach meinen großen Aufräum-Marathon gestartet – allerdings ohne den Hauch eines Zusammenhangs. (Jedenfalls ohne Zusammenhang im bewussten Teil meines Hirns)
Und in der Schublade, in der meine geliebten Schals und Tücher sind, würden Sie jedenfalls fein aufgerollte Tücher sehen, die nebeneinander in der Schublade stehen. Aber ich musste darüber nicht erzählen, Tagebuchbloggen hin oder her; ich fand es nicht erwähnenswert genug.

Aus Neugierde schaute ich übrigens auch mal in die Serie rein und ich kann jeder von Ihnen nur empfehlen, es auch zu tun. Am besten mit der deutschen Audiospur und deutschen Untertiteln.
Dann sprechen nämlich die beiden, die aufräumen sollen (englisch), Frau K. (japanisch), ihre Dolmetscherin (englisch & japanisch), eine Erzählerin, die alles(!) beschreibt was auf dem Bildschirm zu sehen ist (englisch, VoiceOver) und die deutsche Übersetzung all dessens als zweites VoiceOver. Und die Untertitel sind inhaltlich ähnlich aber halt noch eine Ebene. Das Bewegtbild eingerechnet insgesamt also 7 Informationsebenen. Mich machte das innerhalb von ca 2 Minuten so komplett wahnsinnig dass es sparkled. Da war nix mehr mit Hinknien und das Haus fühlen, selbst wenn ich gewollt hätte.

Tja, warum aber sofort so ein Grabenkrieg? Meine These ist ja, dass wir alle alle anderen so unsicher sind, wie wir sie eigentlich sein sollten, dass wir sie bereitwillig auf jeden Scheiß aufspringen, der Optimierung verspricht. Egal, ob Yoga oder Morgenrituale, Superfood oder Aufräumen.
Fatshaming und Brigitte-Diät haben das Geschäftsmodell schließlich vorgemacht: Sag jemandem erst, dass sie schlecht ist und verkauf ihr dann die Lösung. Und dann bade in den Talern.
Und weil wir vorher so eingeimpft bekommen haben, dass wir SCHLECHT sind, müssen wir unser neustes Heilsversprechen mit Haut und Haar verteidigen. Wahlweise: Genauso vehement angreifen, wenn wir entschieden haben, nicht dabei zu sein.

Wer mag, fügt zusätzlich an dieser Stelle noch eine Referenz auf Robert Habeck ein: „Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.

Letzte Google-Suche des Tages: „lyrics cornflake girl tori amos“
Weil ich endlich, nach all den Jahren mal wissen wollte, was die Frau da abgedrehtes singt. Nun weiß ich es; und auch, dass man das Wort „encyclopaedia“ problemlos in einem Popsong unterbringen kann. Respekt dafür.