8.6.2021 – phoney tuesday

Lassen Sie mich statt vieler Worte einfach einen Screenshot aus meiner Telefonanlagen-Software zeigen, dann wissen Sie eigentlich alles über meinen Vormittag.

Was Sie da nicht sehen sind: Diverse Versuche (20? 30?), den örtlichen Radiologen zu erreichen und noch ein paar Telefonate auf dem Handy.

Lustigerweise sind alleine sieben dieser Verbindungen da rechts im Bild dadurch zu Stande gekommen, dass ich einen Termin bei der örtlichen Werkstatt ausmachen wollte. Erst rief ich sie dreimal an und wurde wieder rausgeworfen („unsere Berater sind alle im Gespräch“), dann riefen sie aber zurück. Natürlich, als ich gerade den Radiologen erreichen wollte. Also schnell aufgelegt und sofort zurückgerufen. Hurra.
Leider konnte die Dame in der Telefonzentrale mir aber nur versprechen, eine Rückrufbitte im Teileverkauf zu hinterlassen. Die riefen auch an, klärten, dass ich gerne wieder die gleichen Reifen hätte, dass sie die Reifen morgen geliefert haben können – aber einen Termin zum Wechseln konnte der Mann auch nicht ausmachen. Nur eine Rückrufbitte in der Werkstatt hinterlassen.
Die rief natürlich an, als ich gerade versuchte, den Radiologen zu erreichen; ich rief zwar wieder 20 Sekunden später zurück, aber landete sofort wieder in der Zentrale und bekam … – richtig: eine Rückrufbitte hinterlassen.

Ich beobachte meine Werkstatt seit Jahren bei der Prozessoptimierung und hoffe, sie haben jetzt den Status erreicht wo ihnen auffällt, dass zwar von innen gesehen alles super atomisiert ist, niemand mehr denken muss und nur noch blind kleinen Listen folgen kann – aber dass die Kunden langsam darunter leiden.

Irgendwann in einem der Telefonate begrüßte ich außerdem die erste Hornisse des Sommers und geleitete sie vorsichtig wieder raus. Ich liebe das Geräusch, das diese Tiere machen, wenn sie mit der Gemütlichkeit und der Lautstärke eines Lanz Bulldog durch mein Büro fliegen, aber wenn ich sie in ein Glas und dann wieder da raus bugsieren muss, habe ich schon Respekt. Was mich natürlich nicht davon abhielt, beim Telefonieren wenigstens noch ein kleines Beweisfoto zu machen.

Kennen Sie das? Sie haben einen irgendwie wichtigen oder aufregenden Termin und denken nur bis exakt zu diesem Termin? Als ob es danach nichts mehr geben würde?
Ich hab das ziemlich auf die Spitze getrieben. Heute mittag sollte eine nicht unwichtige Videokonferenz sein und so war es fast gut, dass mir der Vormittag so zerfasert wurde, denn ich wäre vermutlich nicht besonders konzentrationsbereit gewesen. Dann aber (einer der Anrufe da oben halt) kam die Absage bzw die Terminverschiebung. Macht ja nüscht, aber mein Kopf war absolut unfähig jetzt wissen, was ich denn jetzt tun könnte. Ich hatte ja nur bis zu diesem Gespräch geplant und gedacht.

Aber mir fielen dann doch noch ein paar Kleinigkeiten ein. Unter anderem schrieb ich ein Angebot und erreichte währenddessen einen Etappensieg gegen meinen Steuerberater. Normalerweise wenn ich mit dem zu tun habe, hat der Fragen, die ich erst verstehen muss. Ich muss dann Dinge raus- oder sowieso richtig suchen und meist komme ich mir dabei etwas zu blöd vor.
Das Angebot aber geht nach Österreich und ich wollte kurz wissen, ob und was ich da zum Thema Umsatzsteuer beachten muss – ich rief also an und fragte und er legte gewohnt souverän los, nur um schon im dritten Satz ins Stocken zu kommen, dann vollkommen abzubrechen und zu fragen: „Darf ich Ihnen gleich schreiben?
Ein kleiner, aber ein Sieg, jaja.

Und wir waren in der Mittagspause der Liebsten kurz am anderen See und sind einmal drumrum gelaufen

Musik des Tages (was für ein wunderschönes Album!):

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier meine Wishlist finden; Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

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