6.4.2021 – reflection day

Ostern ist vorbei aber ich hab noch ein paar Tage frei und das ist super. Heute Morgen trotzdem einen kurzen Blick in die Inbox geworfen – „hallo Christian, mein Kunde hatte mir die falsche Hausnummer genannt, kannst Du das bitte nochmal ändern?“ – klick, Mailprogramm wieder zu.

Wie gelegentlich erwähnt, basteln wir uns hier ja so durchs Haus und ich hatte Zeit, etwas weiter zu basteln.
Und endlich mal eine Mail zu beantworten, die hier seit Wochen lag. Natürlich eine private, die lässt man ja am längsten liegen. Beim Schreiben merkte ich, wie sehr mir Ausflüge, Konzerte und persönliche Begenungen fehlen, auch wenn wir uns in den Mails gerade darauf geeinigt hatten, dass es wichtig ist, sich auf die privilgierte Situation zu konzentrieren, in der wir eigentlich stecken. Aber manchmal fühlt man halt doch, was fehlt.

Auch: Zeit diese für mich sehr unterhaltsame Doku zu schauen. „Für mich“, weil: Das ist genau die Zeit, zu der ich angefangen habe Auto zu fahren. Als ich begann, habe ich mich für einen besseren Autofahrer gehalten als geschätzt 95% der anderen. Ich bin viel gefahren, ich bin schnell gefahren, das tat man auf dem Dorf halt. Und ich bin natürlich immer besser gefahren als die anderen.
Aber irgendwann ist mir klar geworden, dass 95% der Autofahrer sich für bessere Fahrer halten als 95% der Fahrer und dass es da ein kleines mathematisches Problem gibt. Man hätte das auflösen können, indem man alle anderen für blöd erklärt, aber auch den Glauben an die Logik habe ich irgendwann verloren. Und bin vom Gas gegangen.
Seit ein paar Jahren fahre ich eigentlich zu 80% mit Tempomat und Abstandhalter und selten schneller als 130. Musste ich lernen, gefällt mir aber heute ganz gut.

Mittags klingelte ein Liefermännchen und brachte der Liebsten ihr neues Laptop. Leider haben die Götter der TimeMachine erst noch ein neues BackUp ihres alten Rechners machen wollen, so dass hier jetzt ein nutzloses neues shiny Stück Alumnium herum liegt. Wir haben im Moment echt kein Glück mit der Bedürfnisbefriedigung durch Gear-Kauf.

Später Lego-Bau. Super Sache.

Ach ja: Mischen Sie bitte nach Belieben in diese Tagesbeschreibung Gewitter, Hagel, Schnee(sturm) und strahlenden Sonnenschein, wenn Sie gerne übers Wetter lesen.

Und noch etwas: Erwarten Sie hier bitte im Moment keine tagesaktuellen Kommentare – ähnlich wie alphatiel habe ich meinen Input bis aufs äußerste minimiert und merke: Tut echt gut.
Und ich gehe weiterhin davon aus, dass mich die wichtigen Dinge schon erreichen werden. Aber das ganze Geschrei und die ganzen Meinungen – ach, lassen Sie mal.

Nächsten Montag geht Promis unter Palmen wieder los; man braucht ja Perspektiven.

Zeugs:

Natürlich habe ich als Kind Pipi Langstumpf gelesen und natürlich ist mir das Buch heilig und natürlich darf da niemand dran. Also so im Bauchgefühl, an manches geht man ja ungerner dran als an anderes. Berit Glanz hat mir hier eine Menge erklärt, was vom Kopf seinen Weg in den Bauch finden kann.

Das Konzept des Tricksters wurde ursprünglich in der Ethnologie formuliert, um einen Aspekt zahlreicher mythologischer Erzählungen zu beschreiben: Figuren, deren entscheidende Funktion ist, Chaos in bestehende Ordnungen zu bringen. Dabei ist der Trickster nie durchweg positiv oder negativ gezeichnet. Er ist eine amoralische Figur, die Unordnung stiftet. Die kinderliterarischen Trickster, von Pippi bis zum Sams, traten ihren Siegeszug vor allem in der politisch aufgeladenen Atmosphäre der 1960er und 1970er Jahre an.
[…]
Die Hochkonjunktur der Tricksterfigur in der Kinderliteratur der 1950er bis 1970er Jahre lässt einige Schlüsse auf die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen zu, in denen sich junge Familien in dieser Zeit behaupten mussten.
[…]
Die heutige Gesellschaft hat sich im Vergleich mit der Hochphase der Trickster vor einigen Jahrzehnten jedoch gravierend verändert. Autoritäre Macht wird häufig nicht mehr direkt und explizit formuliert, ist jedoch als Macht nicht weniger vorhanden als vorher.

Berit Glanz auf 54 Books: Pippi oder Peppa – Machtkritik in Erzählungen für Kinder

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

1 Kommentar

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