23.12.2022 – es wird viel passieren whohoho, whoo-hoho

Nee, das war beim Marienhof, hier müsste es heißen: Es ist viel passiert:
Ich habe zum Beispiel viel gearbeitet. Mit einem sehr erfreulichen Zoom in der letzten Woche in dem wir alle feststellten, dass wir weiter sind als gedacht und es toller ist als jemals vorgestellt.
Außerdem hat Franziska Bluhm eine neue Website – die hab ich nicht gestaltet, aber programmiert.

Ich habe zum Beispiel diesen depressiven Schub (oder was auch immer das war) halbwegs erfolgreich bekämpft. Deutlich nicht genug, aber genug, um den Kopf über Wasser zu halten.
(Ich halte es für eines der schlimmsten Phänomene unserer Zeit, dass wir gerade so mit dem Kopf über Wasser durchs Leben laufen und die, die es nicht tun meinen, das reiche doch auch aus.)

Ich habe zum Beispiel viel über Formen der Zusammenarbeit mit Unternehmenskunden nachgedacht. Darüber, ob und was es aussagt, wenn man nach 22 Jahren Zusammenarbeit im exakt ersten Moment, wo man eine Anfrage nicht mit „ja natürlich, gerne, sofort“ beantwortet, sondern aus gutem (technischen) Grund „geht leider (in dieser Zeitspanne) nicht“ sagt, die zwischen ihnen und mir geschaltete Agentur eine DinA4-lange Mail bekommt, in der nachgefragt wird, ob denn wohl bitte garantiert werden könnte, dass die Zusammenarbeit weiter gehe, wenn man schon auf so einfache Fragen eine so abschlägige Antwort bekomme. Und ob und was es zu sagen hat, wenn das Projekt, an dem wir arbeiteten, die digitalen Weihnachtskarten sind und man keine bekommt. Obwohl ich natürlich zu Testzwecken in der Empfängerliste stehe, man hat mich also aktiv entfernt und nicht nur vergessen.

Wir sind zum Beispiel geboostert worden und das war ein super Gefühl. Vermutlich am Tag danach hat die Liebste dann mit einer ungenannten Person, die später fröhlich „ach ja, ich hatte ja auch so eine seltsame Erkältung letzte Woche“ verkündete, Kaffee getrunken und Anfang dieser Woche haben auch wir beide dann die letzte Bastion derer, die noch kein Corona hatten, verlassen. Das war kein super Gefühl.
Uns geht es – Stand heute – sehr ok. Nichts, was sich nicht mit einer Paracetamol alle sechs Stunden und vielen Runden durchs Wohnzimmer gegen die vom vielen Herumsitzen wehen Knochen regeln ließe.
Unsere anekdotischen Erlebnisse mit Gesundheitsamt und CoronaWarnApp finden Sie im Techniktagebuch.
Alle easy also eigentlich, aber wie beide sehen unsere Fahrt als Kattegat wackeln – und das meine Lieben, das saugt ganz gewaltig.

Ich habe überraschenderweise viel gelesen, vor allem in den letzten Tagen. Nein, es gibt keinen thematischen roten Faden.

Zeugs

Vorsichtige Erfolgreiche“ und „Vorsichtige Versager“. Ein Konzept, was mir sehr plausibel erscheint. Dass Deutschland vom einen zum anderen abgestiegen ist auch. Lesen Sie mehr bei Herrn Dueck:

Ich komme zum Punkt: Deutschland ist langsam. Deutschland wälzt Akten und administriert Vorschriften. Entscheidungen werden unter unendlich vielen Diskussionen und Absicherungen getroffen. Irgendwann schält sich eine solide Lösung heraus. Man ist sich nun allgemein sicher, das richtige zu tun. Dann wird es umgesetzt. Alle ziehen mit. Beispiele: Der Leber-Plan zum Ausbau aller Verkehrsadern in Deutschland. Die Neudefinition der Bildung, der Bau von Gymnasien und Universitäten, beides in den 60ern/70ern.
Schauen wir heute in den Spiegel. Deutschland ist immer noch langsam. Aber: Könnten wir heute unter allgemeiner Zustimmung und aktiver Teilnahme solche gigantischen Projekte in geduldigen zehn oder zwanzig Jahren durchführen? Nein.

Gunter Dueck: Psychothese: Deutschland als vorsichtiger Versager und planloser Rater

Nachdem wir ja jetzt alle fast drei Jahre lang nicht krank waren, ist unser Immunsystem ja ein bisschen aus der Übung, nicht wahr? Nope. Schwesterfraudoktor erklärts nochmal:

Der Begriff der Immunschuld geistert seit einigen Wochen durch die Medien und auch in der Praxis bekomme ich täglich Fragen oder Aussagen dazu, ob und dass unser aller Immunsystem durch das Tragen von FFP2-Masken und Einhalten der Abstandsregeln in den letzten zwei Jahren quasi lahmgelegt wurde.
Dröseln wir das mal auf.

Schwesterfraudoktor: „Wir haben alle kein Immunsystem mehr!“

Sie ahnten es vielleicht: Ich bin ein großer Freund davon, wenn Jugendkulturen bestehende Strukturen aufbrechen. Als Rap schwarzen Menschen eine Stimme gab, als Punk den Arbeitern eine Stimme gab, als Rock’n’Roll jungen Menschen eine Stimme gab. Was passiert aber mit Subkulturen, wenn der Mainstream, selbst ja arm an Inspiration sie entdeckt und integriert assimiliert auffrisst? Künstlerisch wissen wir es: Vivian Westwood bringt „Punk“ auf dem Laufsteg und bereitet den Weg dafür, dass heute biedere Hausfrauen mit einem monatlichen Modebudget von 500,- bei „Shopping Queen“ ihr Wochenthema mal „ein bisschen rockiger“ interpretieren können, Grunge endet in Nickelback und die ausgerufene Revolution versackt so sehr im Kommerz, dass man Iron Maiden-Shirts irgendwann bei H&M bekommt. Das war jetzt eine lange Einleitung für einen Link, hinter dem aber nicht nur ein Artikel, sondern auch noch eine dreiteilige Doku steckt. Denn wussten Sie, dass und warum die 99er Neuauflage von Woodstock komplett im Desaster endete und was das mit Kommerzialisierung von Subkulturen, gelangweilten weißen Männern und am Ende mit Maskulinität und Trump zu tun hat?
Viel Spaß:

In Woodstock traf 1999 planerische Inkompetenz auf wirtschaftlichen Übermut, ungebremste Maskulinität auf latente soziale Unzufriedenheit, die letzte medial unerfahrene Generation auf die totale Medialisierung und die Musik der Jahrtausendwende auf die Illusionen der letzten Hippies. Diese gesamte Mischung führte zu einem Ereignis, dessen Nachbeben bis heute Einfluss auf die amerikanische Popkultur haben.

Schicht im Schacht: Destruktion und Durst

Dabei – nein, keine Überleitung aus der Hölle – kann Wut soviel Gutes haben:

nun also eine haltung, die mir komplett fremd ist, die ich als pädagogin aber so seit längerem schon in kinder-eltern-beziehungen erlebe: konflikte sind ruhig zu führen, negative emotion wird geäussert aber nicht gelebt. und wenn geäussert dann in beschreibenden worten, selbstverständlich ohne schimpfwörter, weil so redet man nicht miteinander. was sich auf dem papier schon etwas steril liest, sieht in realität so aus, dass ich immer mehr kindern und jugendlichen begegne, die alle eins nie richtig gelernt haben: wut als gutes gefühl angemessen wahrzunehmen

Spreadrandomthoughts: Whut!! Wut!!

(Heute) vor 50 Jahren und 11 Tagen (jaja, ich bin halt etwas hinterher) landeten zum letzten Mal Menschen auf dem Mond und hier gibts ein atemberaubendes Foto davon. Lassen Sie vor allem die Entfernungsangabe mal kurz auf sich wirken.

Heute vor 50 Jahren landeten zum vorläufig letzten Mal Menschen auf dem Mond. #Apollo17
Das Foto ist ein Panorama aus vier Einzelbildern. Es zeigt die Mondlandefähre und das „Mondauto“. der Hügel im Hintergrund ist 7km entfernt.

Andreas Schepers auf mastodon

Um das ganz thematisch und aktuell rund zu bekommen: An diesem Artikel habe ich jetzt seit 20 Stunden immer mal wieder gearbeitet. Gerade ist es halb elf und mein Körpergefühl sagt: jetzt langts aber auch für heute. FuckCorona.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

2 Kommentare

  1. Eben erst gesehen: Danke, weltbester Webseitenbauer! Ich hoffe, es geht dir schon ein bisschen besser.

Kommentare sind geschlossen.

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