20.6.2022 – the rhythm has control

Dummerweise erst um halb zwei müde genug zum Schlafen geworden, aber immerhin liefen ein paar echt schöne Folgen Forged In Fire und das kann ich mir problemlos ein paar Stunden hintereinander ansehen.
Ebenso dummerweise wussten die Vögel vorm Fenster nichts von dieser Verschiebung der Schlafenszeit nach hinten und begannen sehr pünktlich, sich draußen vorm Fenster gegenseitig die Träume der letzten Nacht zu erzählen. Naja, soll ich ihnen vorwerfen, wenn sie ihre Jobs pünktlich erledigen?
Additionally exakt genauso dummerweise hatte jemand der Liebsten eine Besprechung in die nullte Stunde gelegt und sie musste noch eher gehen als sonst – und naja, dann war ich halt wach.

Am Schreibtisch das Chaos der letzten Woche nachsortiert und dann kann ich morgen wieder in den Flöz, in dem ich eigentlich vorher war, abbiegen. Da wars auch viel netter.
Das Systemhaus versaut halt weiter, was es kann (und es kann eine Menge) aber die gefühlte Verantwortung dafür ist von meinem Tisch runter. Die beiden Firmen, denen einfiel, dass sie ja nicht mehr eine sind und die deswegen schnellstmöglich die Website geändert haben mussten, weil ihnen sonst die Kammer aufs Dach und die Kunden an die falsche Adresse kommen, sind auch versorgt. Also: Es sei denn, das Systemhaus versucht weiter, seine Antipathie* gegen mich durch Nichterbringung der Arbeit zum Ausdruck zu bringen – aber auch das ist nicht mehr in meiner Verantwortung.

*) Ich lese ja manchmal gerne in Mails von Kundinnen auch die Teile, die weiter unten stehen (aka.: „Vorheriger Schriftverkehr“) und darum habe ich zwei Dinge gelernt: a) Sie mögen mich nicht und b) ich schreibe Schlechtes über andere Dienstleister nicht in Mails. ¯\_(ツ)_/¯

Dann ein Zoom mit einer happy Kundin, das war schön. Überraschenderweise – story of my life – kommt sie jetzt nicht mit den Texten und Fotos weiter und der Launch verschiebt sich.
Kurz im Rathaus angerufen und bemerkt: Manchmal ist es doch nicht so doof, in der Kleinstadt zu leben. Auf jeden Fall telefoniert es sich deutlich besser mit einem Abteilungsleiter, wenn man schon vor fünfundzwanzig Jahren mit ihm feiern war und Getränke und Liebeskummer-Gespräche teilte.
In der Sache trotzdem nicht so sehr weiter gekommen, denn meine Erfahrung, dass Kommunen zwar sehr gerne ihren untergeordneten Einrichtungen sagen, wie sie sich zu verhalten haben aber beim Thema Datenschutz empört rufen, sie seien nicht zuständig, wie man denn auf die Idee käme? – die Erfahrung wurde wieder mal bestätigt.

(zusammenhangsloses Bild vom Wochenende)

Ein Anruf eines wildfremden Menschen, der gerne möchte, dass ich etwas auf der Website einer Kundin ändere. Das passiert gelegentlich und ich finde das immer ganz interessant: Denken Menschen wirklich, dass ich auf Zuruf Daten in der öffentlichen Darstellung einer Kundin ändere, nur weil mich jemand anruft und sagt: „Ich bin die und die und bitte ändern Sie doch bitte folgendes bei dem und dem!“ Wieso rufen sie mich an und nicht die Kundin?

Mittags kurz eine Telko, auf die ich vorher mit deutlich freudiger Spannung geblickt hatte. Da winkte – ich hatte es schon erwähnt – eine Chance am Horizont und mein Gefühl hatte gesagt, dass ich evtl. Menschen in die richtigen Bahnen stupsen könnte. Jedoch: Manche Menschen möchten aber gerne nicht gestupst werden und manche Menschen möchte man vielleicht bei näherer Betrachtung auch nicht stupsen. Kommt beides zusammen, ist ja alles bestens.

Dann nochmal telefoniert, ich musste wem sagen, dass der gestiegene Umfang seines Projektes sich auch im Preis widerspiegeln wird und das mach ich gerne im direkten Gespräch. Und weil er ein guter ist, war das natürlich gar kein Problem, sondern schon vorher klar und ich freue mich immer noch sehr auf dieses Projekt, was mich da in der nächsten Zeit begleiten wird.

Spaß am späten Nachmittag: Eine Mail ans Systemhaus kam zurück. Mein Ansprechpartner arbeitet wohl nicht mehr da. Ich lachte.

Uff. Genug für heute.
Ich freue mich sehr, morgen wieder in den gewohnten Codeflöz abzubiegen.

Und sonst? Herzlichen Glückwunsch, Twitter, da hast Du wieder ganze Arbeit geleistet. Zum einen literweise Häme gegen jemanden ausgeschüttet, der sich nicht so verhalten mag, wie Du es magst. Sind das eigentlich die gleichen Menschen, die sonst von fehlender Fehlerkultur schwadronieren?
Und zusätzlich das Video, über das sich alle aufregen auch noch mit dem Hashtag #meltdown belegt; ein Begriff der Reaktion eines Menschen aus dem Autismus-Spektrum bezeichnet und nun mit dem Schimpfen eines Menschen, den man doof findet, belegt ist.
Toll gemacht, Twitter, ehrlich #slowclap.

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