10.1.2023 – tja

Ziemlich energetisch aufgewacht, ziemlich wenig energetisch am oberen Ende der Treppe angekommen. Ein paar Mails und dann kurzatmig und schlapp einsehen müssen: Heute ist dann offensichtlich kein Tag um zu arbeiten.

Aber ich hatte viel Zeit zu lesen.

Zeugs

Neben dem von Hollywood anerzogenen Fehl-Glauben, dass ein Weltuntergang mit einem großen Knall und innerhalb von ca 90 – 110 Minuten passiert und deswegen unsere Situation gerade ja kein Weltuntergang sein kann, halte ich für eines der vielen Probleme beim Verständnis darüber, dass wir gerade in einen Abgrund rennen im freien Fall den Abgrund runterfallen ja den Glauben daran, dass Evolution und Anpassung das regeln können. Abgesehen davon, dass das Argument hauptsächlich von Menschen kommt, die sich nichtmal an einen Stern im Wort oder eine Frau als Chefin anpassen können, braucht Evolution aber blöderweise eher lange Zeiträume, während die Katastrophe nur noch ein paar Jahre braucht.
Frau Meike, studierte Biologin, hat das aus fachlicher Sicht mal kurz erklärt:

Geilo, genau das, was wir brauchen, wenn die Temperaturen steigen, richtig?
Falsch. Denn die Gewöhnung ist nicht von Dauer. Bleibt der Reiz eine Weile aus oder verändert sich, dann entwöhnt der Rezeptor sich wieder und das nächste Bad in kaltem oder heißem Wasser fühlt sich genauso an wie beim ersten Mal.
[…]
Warum also nicht drauf vertrauen, dass die Evolution es schon richten wird?
Zum einen passieren evolutionäre Anpassungsprozesse nur von Generation zu Generation und das auch nur in winzigen Schrittchen. Jede Generation hat nur einen kleinen, kaum wahrnehmbaren Unterschied zur vorhergehenden. Die graduelle Veränderung der Individuen führt dazu, dass die Mühlen der Evolution eher gemächlich mahlen.
[…]
Was bleibt, sind Lernprozesse, also Anpassungen des Lebensweise
Das Problem dabei ist, dass der technische Fortschritt zu langsam für die Klimakatastrophe ist.

Meike Stoverok: Klimakrise: Macht nix, wir passen uns an!

Frau just a thought wiederum hat sich ein paar Gedanken über die dümmere Hälfte der Weltbevölkerung gemacht, die ich mal mit „die merken wohl nix“ zusammenfassen möchte – und aus der Sicht eines Mannes kann ich nur sagen: Die Männer, mit und von denen ich sozialisiert worden bin, sind zu 100% so, wie sie es vermutet und beschreibt:

ich komme nicht umhin zu überlegen, ob männer von ihrem körpergefühl oft so entfremdet sind, dass sie bestimmte dinge rund um ihren körper gar nicht spüren oder ihn angemessen wahrnehmen in einem raum oder einer bewegung oder einem schmerz.
[…]
mir fallen die männer in meiner arbeit ein, die auch auf mehrfaches nachfragen wie sie sich fühlen nicht in der lage sind darauf zu antworten und mir stattdessen weiterhin ihre fakten nennen. und es ist nicht so, dass ich von einer bestimmten generation, herkunft oder schicht spreche, da ist alles dabei. und jedesmal fühle ich mit, was für einen stress, was für eine abwehr, was für eine angst, was für eine ohnmacht aus all ihrem verhalten spricht und wie weit der weg ist, ihnen da raus zu helfen.

its just a thought. only a thought: männer.

Kommen wir zum nächsten unerfreulichen Thema: Social Web, beziehungsweise konkret Instagram. Pia, die ja fast so lange wie ich hier ist, macht sich so ihre Gedanken darüber, warum sie auf ganz alltägliche Postings dort so begeisterte Kommentare über ihre Ehrlichkeit bekommt:

So sehr diese Menschen behaupten sich pro Kind und pro Bindung zwischen Eltern und Kind einzusetzen, so sehr verunsichern sie junge Eltern von Tag zu Tag mit ihrer schwurbeligen weichgespülten Art und erzeugen damit einen emotionalen Druck, dem kaum einer gerecht werden kann. […]
Zu diesem Text haben mich unzählige Nachrichten bewogen, die ich erhielt und die eben das widerspiegelten: Danke, dass du so offen und ehrlich bist. Wir waren so verunsichert. Überall klappt es mit Luft und Liebe. 3 Stunden Verweigerung und offensive Emotionen begleiten? Man muss es nur ausreichend stark wollen, dieses Verständnis und die Gelassenheit gegenüber dem eigenen Kind. Vielleicht bin ich einfach nicht stark oder gut genug? Bin ich eine schlechte Mutter? Ich bin eine schlechte Mutter.

Daily Pia: Instagram – das zerbrochene Schaufenster

Ich kann übrigens eh nur empfehlen, Pia bei Instagram zu folgen – sie sticht da wirklich sehr angenehm aus vielem anderen Brumpf heraus.

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