22.12.2018 – die einfachen Dinge

(irgendwas mit ok geschlafen)

Grundstimmung: Traurig. Jemand traf mich – vollkommen unbeabsichtigt – mitten in die Seele und das will veratmet werden. Aber ich bin froh, dass ich nicht böse auf ihn sein muss. Dass ich verstanden habe: Wenn mir jemand zB auf den Fuß stolpert, dann trifft ihn keine Schuld – aber mein Fuß tut trotzdem weh. Und das gilt auch für nicht-physische Verletzungen: Wenn die andere es nicht darauf angelegt hat, kann man sich und der anderen viel Ungemach ersparen, wenn man zwischen „Tat“ und Person trennen kann. Und das heißt ja auch gar nicht, die eigene Verletzung nicht zu wahrzunehmen; was weh tut, tut weh. Aber dieser ganze doofe zwischenmenschliche Kram fällt einfach weg.

Gestern Abend im Kino gewesen. Auf dem Rückweg daran gedacht, wie in den 1000 Fragen letztens „Dinge, die mich froh machen“ abgefragt wurden und ich ergänzen möchte: Gute Filme. Richtig gute Filme. Die machen mich froh.
Filme, die eine gute Story haben, die handwerklich gut gemacht sind. Die gut ihre Charaktere zeichnen. Humor an der richtigen Stelle und Spannung an der anderen. Das muss nicht jedesmal mindblowing sein wie Pulp Fiction damals, das braucht ganz sicher nicht den super CGI-Aufwand – eine gute Geschichte, die gut erzählt ist, reicht vollkommen aus, um mir richtig, richtig Freude zu machen.
„Nur ein kleiner Gefallen“ hat mir richtig, richtig Freude gemacht.

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https://www.youtube.com/watch?v=M_7xeLvl4ko

Über dieses Blogdings nachgedacht. Auslöser gab es einige: Die Nominierung für die goldenen Blogger. Anderes Lob an Stellen, die mir was bedeuten. Melanie, die mich fragte, ob es Regeln fürs Tagebuchbloggen gibt. Die Freude, die ich gestern Menschen machte, als ich übers Ruhrgebiet schrieb. Ein paar Kaffee-Verabredungen die im nächsten Jahre geplant sind, weil wir uns über dieses Blogdings kennen gelernt haben und uns treffen möchten. Als mich noch einmal jemand fragte, warum ich das alte Blog aufgegeben habe.
Am Ende dieses Absatzs steht jetzt keine Antwort oder Lösung und keine 42. Aber das was ich hier seit ein paar Monaten tue fühlt sich sehr richtig an. Es ist anders als früher und es macht Menschen (das seid Ihr) Freude. Could it be better

Eingekauft, den Kobel feiertagsfest gemacht, die Schilde hoch gefahren. Netflix und Prima sind geladen und entsichert, der Kühlschrank ist voll. Die Festplatte ist gefüllt mit vier oder fünf Wochen „Shopping Queen“. Wenn man gegen die Einkaufszeiten der anderen einkauft ist das gar nicht so schlimm, wie man bei Twitter so lesen kann.

Festgestellt, dass der selbstgebaute Bass, mit dem ich treue Leserinnen vor ein paar Jahren genervt habe dumpf klingt. Jetzt auf Ursachensuche. Die simpelste Idee ist: ich habe die Saiten beim Aufziehen zerstört. Nun ist das für jemanden, der seit seinem 16. Lebensjahr Bass spielt eine ziemlich peinliche Idee, aber nachdem das letztens meinen favorite online-Bass-Lehrer ein eigenes kurzes Video wert war – wer weiß? Vielleicht hab ich nicht aufgepasst?
Dummerweise war das Video wohl in den Instagram-Stories und nicht auf YouTube und ich kann es nicht verlinken und damit ist der gesamte Nutzen dieses Absatzes verschwunden.
Eigentlich hätte ich ihn deswegen jetzt wieder gelöscht. Aber vielleicht ist das, was hier gerade beim Schreiben geschah, dann wiederum eine Antwort auf die Frage nach dem Tagebuchbloggen: Der ganze Absatz macht nur Sinn, wenn ich nicht nur irgendetwas erzähle, sondern wenn ich das was mir passiert verknüpfe. In einen größeren Zusammenhang stelle. Reflektiere. Dadurch vielleicht sogar Nutzen erzeuge und sei es nur für eine von Euch.
Ich werde da weiter drüber nachdenken.

Neue Saiten aufgezogen. Dumpfheit weg, glaube ich. (Das nur der Vollständigkeit halber)

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
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21.12.2018 – #prosperhaniel #lichtbeidernacht

Als meine Eltern mit mir damals in das Dorf zogen, da wusste ich noch nicht, dass ich in der Nähe des Ruhrgebiets lebte. Aber ich lernte es bald.
Der Vater meines besten Freundes leitete in Hattingen eine Firma, die aus Stahl irgendetwas anderes aus Stahl machte. Heißmachen, formen, abkühlen lassen, verkaufen – ganz grob gesprochen. Vermutlich traf diese furchtbar allgemeine Beschreibung auf 90% der Stahlverarbeitung im „Ruhrpott” zu.

Die nächste große Stadt, in die man von uns aus fahren konnte, war Dortmund. Von da an gings quasi übergangslos nach Bochum, Gelsenkirchen, Essen, Mülheim bis zum Rhein nach Duisburg – alle fein aufgereiht am Ruhrschnellweg zwischen den Flüssen Ruhr und Emscher. Wenn wir nach Bochum wollten, um da in einem der damals bekannteren Läden für Musiker rumzuhängen, dann fuhren wir morgens mit seinem Vater bis Hattingen, lungerten in der Fabrik rum, fuhren dann mit Bus oder Bahn nach Bochum rein. Es roch damals noch nach Stahl, nach Staub, nach Kohle und Fabrik.

Der Geruch ist heute noch gut.

Bevor sie richtig tief nach der Kohle graben konnten, gab es kein Ruhrgebiet. Das war zum Ende des 18. Jahrhunderts und es gab viele kleine Ortschaften und Örtchen – ähnlich verstreut wie heute noch weiter östlich in der Soester Börde. Glaubt mir, da ist nicht viel los. Kohle wurde – wenn überhaupt – hauptsächlich an der Oberfläche gefördert.
Im Jahr 1800 hatte Bochum zum Beispiel nur ca 2.200 Einwohner, 1905 waren es 117.000. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte man begonnen, industriell nach der Kohle zu graben; innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden hunderte von Zechen. Es sollten mehr als 3.000 werden.
Ohne das Ruhrgebiet wäre Deutschland ein anderes Land.

Als ich zu Beginn der 90er zum Studieren nach Dortmund ging, da brannte abends noch die Hörder Fackel. Sie gehörte zum Stahlwerk Phoenix West, einem der größten Stahlwerke im Pott und erleuchtete von Osten aus die Stadt. Andere hatten Abendrot, Dortmund die Fackel.
Ende der 90er wurde das Werk still gelegt, 2004 die Fackel gesprengt. Seit Beginn der 2000er hatten chinesische Unternehmen das Werk teilweise abgebaut und mitgenommen. Heute findet man an der Stelle den Phoenixsee, einen künstlich angelegten See, der auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik liegt und drumherum eine Menge Platz für teures Wohen bietet. Strukturwandel live. Seit Beginn des Umbaus sind wir regelmäßig da – erst zum Gucken, dann zum Spazieren und Sushi-Essen.

Der Pott damals war dreckig und er war gefährlich. Die Hausfrauen wussten am Geräusch der nächsten Fabriken, wann sie die weiße Wäsche von der Leine holen mussten und der Staub sammelte sich natürlich nicht nur auf der Wäsche, sondern auch in den Lungen derer, die die Kohle hoch holten.
Und auch sonst: Die Arbeit unter Tage war natürlich gefährlich, beim Abbau entstehen Gase, die Tunnel können einstürzen, der Berg wehrt sich und forderte seine Opfer. Die Arbeiter schweisst das zusammen.
Wenn man heute davon spricht, dass die Leute im Pott hart arbeiten können, dass sie die schätzen, die auch arbeiten können und vor allem, dass man sich auf sie verlassen kann – dann meint man die Kumpel unter Tage. In den Hochzeiten gab es keine familie, in denen nicht mindestens einer der Männer im Pütt arbeitete. Meist eher alle.
Aber weil das Ruhrgebiet viel zu schnell wuchs, war man zusätzlich noch auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Ob „malochen“ oder „Mottek“, ob „pickobello“ oder „mit Karacho“ – die Ruhrgebietssprache verrät die vielen fremdsprachlichen Einflüsse. „Bei uns wirsse integriert“, sagte man dazu ganz simpel.
Überhaupt ist man dort rauh, aber herzlich. „Sachma, bin ich Dir nichma mehr’n »Na, Du Arschloch« wert?“ hat einer der Ruhpott-Poeten es mal zusammen gefasst.

Ich kann gut auf die Leute da. Ich fühl mich da zu Hause, auch wenn ich gar nicht wirklich da wech komme.

Heute ist das Ruhrgebiet vieles: Immer noch wild im Strukturwandel. Grüner als alle glauben und als es vor 50 Jahren jemand sich hätte vorstellen können. Kultureller Schmelztiegel mit Theater, Oper, Musical, Museen, Jazz, Rock, Pop. Schauspielhaus Bochum, Jazz-Festival Moers, dem Bermuda-Dreieck und Starlight Express. Das Gasometer, Zeche Zollverein. Überhaupt: Es ist ein großes Industrie-Museum, Bildungs-Zentrum mit vielen großen Unis, Technologie-Standort. Stolzer Fußball, ständiger Verkehrsinfarkt. Wenn wir etwas unternehmen wollen, dann fahren wir – seit wir 18 sind – auf die B1 und dann gucken wir mal. Passt schon.
Vor zwei Jahren haben wie die Sommerferien damit verbracht, die ganzen Industrie-Museen und mit ihnen den Weg von Kohle, Koks und Stahl zu besuchen. Irgendwann mitten drin hab ich begriffen, dass das da alles am ehesten das ist, was ich Heimat nennen könnte.
Ich kann echt gut auf die Leute da

Bei aller Romantik: Natürlich ist Kohle-Gewinnung und -verarbeitung eine ziemliche Umweltkatastrophe. Der Bergbau hat Schäden hinterlassen, die vom zuständigen Ruhrverband in trockenem Realismus als „Ewigkeitsaufgabe” bezeichnet wird: Das Grundwasser muss für immer und ewig aus den alten Stollen abgepumpt werden, das ganze Gebiet ist schon mehrere Meter abgesunken und bricht immer mal wieder da oder dort ein. So schnell wie die Zechen und Stollen damals irgendwann mal wuchsen, weiß heute niemand genau, wo alles Tunnel und Schächte sind und in welchem Zustand sie sich befinden.
Und dass sich im Krieg die Kohle- und Stahlbarone daran gesund stießen, dass alleine sie die kriegswichtigen Waffen in großen Mengen und legendär guter Kruppstahl-Qualität liefern konnten – auch ein Teil der Geschichte.

Alles also sehr divers zu betrachten, wie es heute so schön heißt. Der Bergbau wurde schon seit vielen Dekaden subventionert, weil das Gebiet eben so wichtig und prägend für NRW und auch für Deutschland war. Rentabel war das alles schon lange nicht mehr, in anderen Ländern liegt Kohle dichter unter der Oberfläche. Dafür hatten die Zechen im Pott die höchsten Sicherheitsstandards weltweit. Hat man sich erkämpft – auch das ein Teil des Ruhrgebietsstolzes. So wie die legendären Sreiks, als das Zechensterben begann.

Heute wird in der letzten Zeche – in Prosper Haniel in Bottrop – die letzte symbolische Fuhre Kohle hochgeholt. Danach ist das Ruhrgebiet, wie ich es noch kannte, Geschichte.
Ich verdrücke mir ein paar Tränen. Ein Stück auch meiner Geschichte ist zu Ende.

Geliebter Pott, Du machst das schon. Hast Du ja schon immer gemacht. Glück auf, der Steiger kommt.

20.12.2018 – Own your data

(irgendwas mit echt richtig lang geschlafen)

Einen Baum geholt. Mal sehen, wie ich es dieses Jahr aushalte ihn aufzustellen und zu schmücken und ob ich wieder vor der geistigen Auge habe, wie das Katz früher misstrauisch von der Treppe aus zusah. Sylvia schrieb vor zwei Wochen …

Sagt man nicht immer, es wird leichter? Ich glaube langsam, dass das Bullshit ist. Es kommt zwar seltener vor, dass der Schmerz unerwartet aus dem Nichts einreitet, aber er ist noch genauso roh, drängend und scharf. Vielleicht liegt das daran, dass die Liebe nicht weniger wird, nur weil ein bisschen Zeit vergeht.

… und das bringt es auf den berühmten Punkt. Also abgesehen davon, dass Baum-schmücken etwas ist, wo der Schmerz nicht unerwartet kommen wird.

Kaffee mit einem Freund getrunken. Ferien sind super. Wir sprachen – wenn wir mal die zwei Stunden mal destillieren – viel über die Kontrolle über das eigene Leben. Darüber, dass zu reflektieren was uns geschicht, nur der erste Schritt sein kann. Ein wichtiger erster Schritt, keine Frage – aber zu viele bleiben da stehen.
Will ich auch Kontrolle haben, muss ich erst verstehen, was passiert – und dann aber auch beginnen, es zu gestalten. Ideen haben, wie es weiter gehen soll, was weiter so bleiben oder was anders werden soll. Und das in machbaren Schritten, denn z.B. ein Schritt wie „nächstes Jahr habe ich das Buch geschrieben“ ist etwas groß. Recherchiert man aber verschiedene Schritte auf dem Weg dahin, bleiben die Einzelschritte überschaubarer und: Anpackbarer.
Das passt ganz gut ans Ende eines und an den Anfang eines neuen Jahres.
Ich muss da noch weiter drüber nachdenken.

Offensichtlich grassiert das Gerücht, dass man wegen der DSGVO jetzt externe Links einzeln kennzeichnen muss. Rein soziologisch betrachtet finde ich es ja höchst interessant, wenn aus Halbwissen und Hysterie solche Memes entstehen. Unter allen anderen Gesichtspunkten eher spooky. Aber wer erinnert sich nicht an die berühmten Zeilen …

Mit dem Urteil vom 12. September 1998 – 312 0 58/98 – „Haftung für Links“ hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dieses kann – so das Landgericht – nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten.

Wer sich nicht erinnert: Hier steht mehr dazu. Auch, was für ein Unsinn das war.

… und wie sie jahrelang das Netz schmückten. Das war doch das Gleiche. Persönliche Erfahrungen zeigen: Auch als Berater ist man da hilflos.

Im letzten Weihnachtsurlaub schaute ich auf mein altes Blog und dachte „Nee“ und schloss es. Die Zeit, in der andere zurückschauen und viel essen scheint also bei mir eine für Entscheidungen zu sein.
Gestern Abend habe ich also begonnen, meine Facebook-History zu löschen. Facebook ist eh nicht mehr was es einmal war … – nein stop, das ist nicht richtig. Richtig ist: Facebook war und ist eine Maschine um Marc Zuckerbergs Reichtum zu mehren, das hat sich nicht geändert. Aber der Nutzen, den ich persönlich aus Facebook ziehe, der ist nicht mehr was er mal war.
Ganz da weg will ich (noch?) nicht, aber warum da meine letzten 10 Jahre öffentlich zugänglich sein sollten, das erschlosss ich mir bei einem kritischen Blick nicht mehr so ganz.
Mit der Chrome-Erweiterung Social Book Post Manager kann man also recht einfach alte Beiträge löschen: Einfach ein Jahr – wenn gewünscht auch einen speziellen Monat – auswählen, und löschen. (Oder die Privatsphäre ändern, un-liken, wenn man das lieber möchte).
Bei mir reichte ein Durchlauf pro Jahr nicht aus, aber was gibts schöneres, als in den Weihnachtsferien ein Script wieder und wieder zur Arbeit zu schicken?
Für den Fall, dass ich wirklich dringend mal nachsehen möchte, was ich im Juli 2011 bei facebook getan habe, habe ich mir eh schon letztens mal das Archiv runter geladen. Ich denke aber, dass sich dieses Interesse bei Null einpendeln wird.

Und was ist mit Twitter? Da bin ich gerade auf www.tweetdelete.net gestoßen. Hat da jemand Erfahrung mit?
Meine Tweets liegen übrigens alle eh auch außerhalb von Twitter auch noch in einer zweiten Datenbank – aber diese Datenbank gehört eben mir. Da könnte ich sie auf Twitter ja auch mal löschen.
Wer selbst basteln möchte: Tweetnest sichert mir die Tweets da rein.

Passt auch schön hier dazu und enthält die Antwort auf die Frage, warum ich denn keinen Echo oder einen anderen „Assistenten“ hier stehen habe und nie stehen haben werde: (c’t) Amazon gibt intime Alexa-Sprachdateien preis. Durch einen Fehler von Amazon.de fielen rund 1700 Alexa-Sprachaufzeichnungen in die Hände eines Unbefugten. Mein Lieblingssatz steht am Ende: „[Der] betroffene Echo-Nutzer […] erhielt nach eigenem Bekunden als Entschädigung eine kostenlose Prime-Mitgliedschaft sowie – zwei weitere Echo-Lautsprecher.“

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19.12.2018 – Uiuiuiuiui

(irgendwas mit lang geschlafen und wirr geträumt)

Wie gesagt: lang geschlafen. Aber meine Twitter-Timeline war wohl schon eher wach als ich und beim routinemäßigen ersten Blick aufs Handy standen da drölfzig Nachrichten auf allen möglichen Kanälen. Äh? Also das zweite Auge auch aufgemacht – und: Die gratulierten alle? Huch?
Ui. Dieses kleine Blog steht auf der Liste der Nominierungen für den goldenen Blogger 2018. In der Rubrik „Tagebuchblog“. Doppelhuch.

Vermutlich klingt das jetzt wie eine üble Floskel weil es bestimmt alle sagen, aber: Das freut mich wirklich sehr; da stehen ziemlich viele tolle Leute auf dieser Liste und ich fühle mich, in einem wunderbar altmodischen Sinne, sehr geehrt.
Irgendjemand von Euch hat mich da drauf gehievt und das alleine ist schon sehr wow.
Danke dafür.

(Was zieh ich bloß an, was zieh ich bloß an, was zieh ich bloß an?)

Für alle Neuen also: Seid willkommen, hier gibts Tagebuchgeblogge aus dem Leben eines selbstständigen Webworkers mit HomeOffice, einer großen Liebe zu Musik fast aller Art und mit gelegentlichen Ausbrüchen über dies oder das was gerade so schief läuft. Weil das oft eigentlich langweilig ist, bemühe ich mich, auch über den Tellerrand zu schauen. Einer der wichtigsten Texte der letzten Tage ist übrigens auch nominiert und – falls Sie ihn noch nicht gelesen haben – empfehle ich Ihnen den gleich mal:

Ich wollte schon so Einiges in meinem Leben vorzeitig abbrechen. Das Blockflötenkonzert auf dem Heidenheimer Weihnachtsmarkt 1988, weil ich nicht die Flötenfrontfrau sein durfte, obwohl ich mir extra die Haare gekreppt hatte. Den 800-Meter-Lauf bei den Bundesjugendwettspielen in der 11. Klasse, weil ich am Vorabend feststellte, wie unheimlich gerne ich eigentlich Batida de Coco mit Kirschsaft trinke. Mein Matheabitur, als ich versehentlich Kakao auf meine Kurvendiskussion geschüttet hatte und ganz bestimmt auch meine erste Sitzung als Vertreterin der Staatsanwaltschaft, in der ein Angeklagter ununterbrochen weinte und ich am Ende noch über meine viel zu große Robe aus dem Gerichtssaal fiel. Ich habe alles durchgezogen und einen Liter Batida-Kirsch in die Weitsprunggrube erbrochen.
Eine Schwangerschaft aber, die wollte ich noch nie abbrechen.

Juramama: Raus aus meinem Uterus. Der § 219a und seine Freunde.

Mittags zum Weihnachtsmarkt gefahren. Pauline hatte uns ja schon Soest empfohlen und wir waren da auch schon selbst drauf gekommen und Soest an einem Mittwoche Mittag war super. Wir haben also unseren diesjährigen Weihnachtsbaumanhänger – er ist aus Beton – und die diesjährige Ration Crepe und Dampfnudel und Waffel intus.
Alles super.

Lieber Leser K. – oder wie auch immer Du heißt –  ich nehme an, Du bist keine regelmäßige Leserin – sonst wüsstest Du, dass es hier ein paar Hausregeln gibt. Ich erspare Dir also mal die Blamage und schalte Deinen Kommentar zur Dart-Reportage gestern nicht frei. Und fürs nächste Mal merkste Dir einfach: Hier wird niemand beleidigt, hier werden keine sexistischen Sprüche gemacht. Ok? Supi.

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18.12.2018 – Hauszwölfen

(irgendwas mit schlecht geschlafen aber noch tolles Fernsehen* gesehen)

*) und zwar die beiden schönen Sendungen „Von der Lippe feiert Carolin Kebekus“ und „Kebekus feiert Jürgen von der Lippe“ Zwei der Besten erweisen sich gegenseitig ausführlichst Respekt – sowas sieht man viel zu selten.

Krasser Sonnenaufgang.

Dann so krass ge-hauselft, dass ich bitte das Wort „Hauszwölfen“ in den Duden aufnehmen möchte. Danke.

Die Liebste zum Doc begleitet. Ich sagte ja gestern schon, dass ich etwas ungehalten über die schlechte Verkehrsanbindung dieses Kaffes hier bin. Ich möchte da heute ergänzen: Es macht auch einfach keinen Spaß mehr. Wenn Sie mich kennen wissen Sie: ich fahre eigentlich wirklich gerne Auto. Aber sobald man zu den Zeiten fahren muss, wo andere auch unterwegs sind ist es einfach die Hölle.

Apropos „Hölle“: Im Wartezimmer mit all meinem Hintergrundwissen aus „Topf voll Gold“, „Übermedien“ und meinem gesunden Menschenverstand ein bisschen Regenbogenpresse gelesen. Meine Fresse.
Ich tu sowas ja gelegentlich gerne, um nicht den Kontakt dazu zu verlieren, was für andere Menschen (mit denen ich im gleichen Land lebe und die genau wie ich wählen dürfen) Realität ist. Wir digitale Tralalas empfinden es ja oft schon als Realität, wenn auf Instagram mal was nicht arrangiert ist und mit #alltagsessen oder #ungeschönteralltag getaggt ist. Aber da gibts so viel mehr. So viel mehr.

Wieder zu Hause meldete der Körper, die vier Stunden Schlaf seien wirklich wenig gewesen und nach der Stunde komatösem Nachmittagsschlaf kam ich nicht mehr richtig hoch. Ach, auch egal. Is’ ja Urlaub. Und das Finale von „Eweige Helden“ schaff’ ich auch im Dämmerzustand.

Für alle Freundinnen des „ich bin ja nicht sexistisch, aber …“ in der Sportberichterstattung noch ein Video (siehe auch: „Realitätsabgleich“ zwei Absätze weiter oben):

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https://www.youtube.com/watch?v=a3oTCjCLnFw
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