11.4.2019 – mein Mojo?!

Prozessoptimierung? Nachdem ich gestern ja festgestellt habe, dass all das was in Papierstapeln mit Notizen auf meinem Schreibtisch liegt niemals schaffen kann – vor allem nicht gleichzeitig habe ich heute das Feld „zurückgestellt bis“ und den tag „wartet auf Kunde“ entdeckt und die Dinge beginnen sich zu lichten. Ich vermute, dafür ist solche Software gemacht worden.

Wir fuhren als mittags nochmal ins Nachbarstädtchen, um die ausgefallenen Burger von Sonntag nachzuholen. Gute Idee.

Dann habe ich die Fotoausrüstung rausgeholt, verwundert angeguckt und versucht, mich bei den meisten Dingen zu erinnern, wofür sie gut waren. Im Ernst: Ich war dieses Jahr noch kein einziges mal „richtig“ zum Fotografieren unterwegs (die ewig gleichen Sunrise-Bilder zählen nicht, für die verlasse ich nicht mal das Haus) und morgen bin ich zu Soundcheck und Konzert eingeladen. Und ich habe tief in mich geschaut, da ist kein Fotografier-Mojo mehr.
Stay tuned, das wird spannend.

Dann habe ich das Wochenende eingeläutet, denn morgen bin ich ja unterwegs.

Ach ja, gestern Abend war ich kurz unterwegs und habe ein wenig andere Landschaft fotografiert als die vor meinem Fenster.

Ich freue mich trotzdem sehr auf Morgen. Wird schon gut werden; und außerdem treffe ich ein paar Menschen, die ich sehr mag.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort hübsche und Freude-machende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

10.4.2019 – #deppen #allesdeppen

Wisen Sie, was ich ganz erstaunlich finde? Mit was für einem Kenntnisstand Menschen da draußen „Webdesign“ verkaufen. In den letzten Monaten und Jahren schlagen immer wieder Menschen bei mir auf, die „eine Website“ haben, die aber jetzt einen Wunsch hatten, die ihnen „Ihr Webdesigner“ nicht mehr erfüllen konnte.

Also, verstehen Sie mich nicht falsch, ich freue mich über Kunden. Ich freue mich auch, weil viele dieser Menschen über Empfehlungen dritter zu mir kommen. Aber: Im ersten Gespräch stelle ich dann oft fest, dass die ursprünglichen Webdesigner nichts anderes getan haben, als ein WordPress und dann ein Theme zu installieren. Vielleicht noch ein paar PlugIns, aber das wars. Und wenn die Kundin dann auch nur den Zeilenabstand geändert haben möchte oder statt eines Textes ihr Logo oben auf der Site sehen möchte, dann ist schon Holland in Not.

In meiner Definition ist Webdesign ja etwas anderes: Das Gespräch darüber, was $kundin im Netz erreichen möchte, die Beratung darüber, wie und mit welchen Mitteln das möglich ist, dann eine Website-Gestaltung auf Basis von vorhandenem Corporate Design (oder Logo oder Flyer oder …) und dann eine Programmierung, die die Ansprüche und das Design zusammenführt.

Aber naja, man kann das offensichtlich anders sehen.

Ich bin ja übrigens wirklich gerührt, wenn Menschen mir zutrauen, das ich alles, was irgendwie am Internet hängt, reparieren kann und auch immer alle Passwörter für alles weiß – aber das ist nicht so. Bin aber zuversichtlich, dass es nicht mehr lange dauert bis mich jemand anruft, weil sein Thermomix nicht mehr auf die Rezeptseite für den Kartoffelpürree kommt.

Was anderes: Die meisten von Ihnen wissen vermutlich, dass ich sehr viel darüber nachdenke, wie und wann und warum dieses Internet so vor die Hunde gegangen ist.

Aktuellster Gedankengang:

  • Schritt eins: Werbung und Privatfernsehen haben uns daran gewöhnt, dass wir mit Nichtigkeiten überflutet werden. Um ihre eigenen Existenz zu rechtfertigen, hat vor allem die Werbung begonnen, jeden Dreck anzukündigen wie früher den Besuch des Königs. (JETZT 2% MEHR INHALT). Auch die endlos vielen Privatsender merkten schnell, dass es überhaupt nicht genug Inhalt für ihre ganze Sendezeit gibt und so muss auch da der letzte Mist mit Pseudo-Wichtigkeit künstlich erhöht werden, damit die Zuschauerin nicht merkt, dass es zB einen guten Grund hatte, warum manche Filme einfach vergessen waren.
  • Schritt zwei: Durch diese ständige Berieselung verlernt die Bürgerin die Unterscheidung zwischen wirklich Bedeutsamem und zwischn aufgeblasenem Dreck. Ist ja auch nicht leicht, wenn einem der Klimawandel in 30 Sekunden trockenem Tagesschau-Tonfall kurz erklärt wird und man vor- und nachher dreißigmal gebrüllt erzählt wird, dass Heidi Klum gepupst hat.
  • Schritt drei: Das Web, vor allem, das was mal „Social Web“ oder auch „Mitmachweb“ hieß bot uns allen genau diese Möglichkeit: Mitzumachen. Und zwar mit jeder Unwichtigkeit, denn wenn Heidis Flatulenzen eine Meldung wert sind, warum dann nicht meine auch? Aber wie auch in den klassischen Medien stellte sich schnell heraus: Ab einer bestimmten kritischen Menge hört man nur noch die, die am lautesten brüllen.

Tja. Und nun haben wir den Salat.

Dazu beobachte ich oft, dass das öffentliche Format uns auch alle dazu zwingt, so zu sprechen, als ob uns die halbe Menschheit zuhört (tut sie ja potenziell auch). Ein Tweet oder Post muss auf den Punkt und vor allem unangreifbar sein wie ein Politiker-Statement, denn wir alle wissen: Im Zeifelsfall drück ich mich jetzt hier doof aus und dann hab ich die gesamte Horde* an der Backe. Dann muss ich nicht nur einem gegenüber erklären, dass ichs anders meinte, sondern hunderten, die mich derweil aus allen Rohren befeuern.

Das ist dann nicht mehr Dialog, sondern so etwas ähnliches wie Leserbriefschlachten früher in den Zeitungen; oder auch wie Podiumsdiskussionen. Es geht nicht mehr um Unterhaltung, es geht um das Platzieren von Statements.
Es ist also logisch, dass Tweets und Posts alle immer etwas drüber erscheinen. Ich denke, das Medium ist im öffentlichen Raum für echten Austausch versaut – außer man befindet sich in einer kleinen, deutlich definierten und nicht vollkommen öffentlichen Blase.
Und es ist auch logisch, dass so beim geringsten Anlass Grabenkriege entstehen. Über alles und jedes.

Ja, die Ironie, dass ich das hier gerade öffentlich in meinem Blog ins Internet schreibe, ist mir bewusst.

*) Auch schon mehrfach beobachtet: Dass jemand, mit der man – ob aus Versehen oder absichtlich – in eine Diskussion gerät, durch das geschickte Fallenlassen eines Hashtags mit Empörungspotentials schon mal die Leute an Bord holt, die diesen Hashtag beobachten. Konkret habe ich schon mehrfach mit Frauen diskutiert, die misogynes in einem meiner Tweet vermuteten und die dann in der zweiten Antwort mal eben #mansplaining hashtaggten. Ich fühlte mich jeweils selten so wohl wie da.

Ach ja, #tagebuchblogen. Ich hab mich heute etwas ein bisschen über Twitter und bisschen darüber aufgregt, was Menschen so als Webdesign verkaufen. Aber das hatten Sie sich vielleicht schon gedacht.

9.4.2019 – Nachwehen?

Die neue Projektverwaltungssoftware befüllt. Bemerkt: Mein Bauchgefühl, dass das alles nicht passt, stimmt.
Konsequenterweise begonnen, erst übel zu prokrastinieren; dann das Haus verlassen und immerhin mit der Liebsten noch über eine der umliegenden Staumauern gelaufen. Dann in undifferenzierter gedrückter Stimmung und anfliegender Migräne geendet.

Vielleicht auch noch Nachwehen von gestern?

Bei Herrn Becker an einen alten Freund erinnert worden, der viel zu früh gegangen ist und mit dem ich immer noch mal reden wollte. Das hat jetzt auch nicht wirklich was besser gemacht. Ich denke, ich werde jetzt so lange bunte Bilder auf mich einfließen lassen bis ich einschlafe.

Aber heute Morgen vorm Fenster wars echt hübsch.

8.4.2019 – Spannung – Entspannung. Repeat.

Der Tag begann damit, dass ich am Schreibtisch saß und genau wusste, dass ich wirklich viel zu tun habe, aber ich nicht wusste was ich tun sollte.
Folgerichtig kaufte ich mir erstmal eine Projektverwaltungssoftware.

Um eins war Seelenmassage. Ich freute mich seit Wochen weil wir aus Gründen heute etwas tun wollten, was allgemein als Phantasiereise bekannt ist (andere Geschichte).

Um achtzehn Minuten vor eins war ich auf der Autobahn, die war recht frei und ich fuhr mit ca hundertfünfundachtzig gen Nachbarstädtchen als ein SUV von hinten bis auf knappe fünf Meter heranschoss. In Kurzfassung: Er ließ sich dann nochmal zurückfallen, fuhr wieder auf, winkte, schaukelte sein Auto ein bisschen auf und das alles, bevor sich die nächste Lücke rechts auftat in die ich ausweichen konnte. Voller Adrenalin beschloss ich, das erste Mal in meinem Leben jemanden anzuzeigen.

Aber erst Seelenmassage. Wie gesagt: The thing ususally known as Phantasiereise. Ich hing also am Strand von Westholland rum und hörte dem Meer zu und war vollkommen tiefenentspannt.

Bei der Polizei wollte man mich erst abwimmeln; erst auf etwas drängelnde Nachfragen ob er fünf Meter für einen adäquaten Abstand hielte durfte ich rein. Nach zwanzig Minuten durfte ich dann beim Verkehrsdezernat (oder so) rein und alles erzählen. Habe ich alles richtig verstanden, dann ist der größte Kampf, der dort aktuell gefochten wird, der mit der neuen Software.

Ich fuhr nach Hause, brachte zwischendurch noch zwei Pakete weg, erzählte dann alles am Telefon der besten kleinen Schwester, weil es irgendwie raus musste und, tadaa: Da war er dann endlich, der Schock.

Hormone – und was sie mit dem Körper tun – sind so was interessantes.

Bilder von all dem habe ich nicht gemacht, obwohl der Polizist meinte, das würde alles einfacher machen. Als ich sagte, dazu hätte ich ja mein Handy in die Hand nehmen müssen – bei fast zweihundert – hat er nicht geantwortet. Deswegen hier ein paar Blüten; es ist schließlich April.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort hübsche und Freude-machende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

7.4.2019 – Algoriddim

Gestern Abend waren wir bei Kruder und Dorfmeister.
Bitte wählen Sie:
Der defizit-orientierte Blick:
Ich musste das nach ca. einer halben Stunde abbrechen.

Der Blick auf meine Fortschritte des vergangenen Jahres:
Ich stand erst mit ca 3.000 Menschen in einer Schlange und dann in einer Halle, da spielte Musik, die war so laut, wie ich es seit ewigen Rockpoint-Zeiten nicht mehr erlebt habe und ich konnte es eine halbe Stunde lang genießen.

Suchen Sie sich was aus – und falls Sie irgendwo wohnen, wo die beiden noch hinkommen, dann gehen Sie hin. Das ist ziemlich … wow.

Wir begannen den Sonntag mit einem Gang um den See. Also: halbein Viertel rum und zurück und danach noch auf der Bank am Ufer in die Sonne blinzeln.
Das war sehr, sehr schön.
Auf dem Rückweg hörten wir die Eisdiele rufen – und wer wären wir, dem Flehen eines Eisbechers nicht zu folgen?
Das war auch sehr, sehr schön.

Zurück zu Hause dann den T1 fertig gebaut, das hat mich jetzt zwei Tage lange sehr froh gemacht. Lego hin, Kinderspielzeug her, Modelbau-Nerd blabla, dieses Ding ist sehr liebevoll und detailliert und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihn zu bauen.

Beim ScrabbleWordfeud-Spielen mit Sylvia wollte ich gern kurz was chatten – bzw. eben gar nicht so kurz, sondern etwas länger, ich mochte nicht tippen und wozu haben unsere kleinen Telefone denn eine Spracherkennung? Ach ja, ich sprach Englisch.

Und das ist natürlich total lustig. So lustig dass ich es hier teilen muss sogar. Jedenfalls so lange man nicht darüber nachdenkt, dass diese Spracherkennung von einem der vier führenden IT-Unternehmen programmiert ist und trotzdem nur Müll da raus kommt. Da haben sich Menschen hingesetzt und haben Sprache analysiert und haben einen Algorithmus geschrieben und haben diverse Qualitätskontrollen durchlaufen und das Drecksding versteht nicht mal, wenn ich sage: „I really would like to share one thought with you – that I think that spending your time with …

Ich freue mich sehr auf eine Welt, in der Algorithmen von deutlich weniger fähigen Unternehmen die Rechtmäßigkeit meiner Krankschreibung oder meines Therapie-Antrags berechnen.
Oder bei der Polizei ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass ich straffällig werde. Das wird so super. Das ist alles so lustig.
Kinder, vertraut keinen Computern.

Abends sind wir dann nochmal kurz übern Berg ins Nachbarstädtchen gefahren, weil es dort wirklich gute Burger gibt, da in dem Café am Marktplatz. Dummes timing, denn auf dem Marktplatz war Mittelalterstadtfest und da wiederum waren geschätzt eine Million Menschen und das Café hatte deswegen eine eingeschränkte Karte und raten Sie mal, ob die vegetarischen Burger der Streichung zum Opfer gefallen waren.

Nun denn. Das war trotzdem ein sehr schönes und vor allem sehr erholsames Wochenende.

Sie finden Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen!
Oder, wenn Ihnen Geld so unpersönlich ist, hier meine Wishlist finden; Sie finden dort hübsche und Freude-machende Geschenke zwischen acht und sechstausend Euro.

Die Website benötigt Cookies. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert, es werden keine Daten mit externen Diensten ausgetauscht oder Cookies gesetzt. Auf Anforderung können Sie zB Videos ansehen, die dann weitere Cookies setzen.