27.1.2019 – sunday morning after

(irgendwas mit bemerkenswert lang geschlafen)

Ja wirklich, bemerkenswert lange. Ich hab gestern Abend noch fix gebloggt und bin ziemlich pünktlich zum Start des #ibes-Finales eingeschlafen; nur kurz einmal noch aufgewacht um Evelyn als Siegerin über die Brücke schreiten zu sehen und dann bis heute Morgen um neun im Bett geblieben.

Apropos Evelyn: „Evelyn »The Brain« Burdecki“ ist natürlich ein- zweimal super lustig, aber so wie jede defiztit-orientierte Disserei auch irgendwie arschlochig. „The Heart“ fände ich persönlich netter. ich drücke dieser jungen Frau – und das meine ich vollkommen ernst – sehr die Daumen, dass sie nicht dem erstbesten neuen Freund ihre Siegessumme in die Hand legt. Und eigentlich noch viel mehr, dass sie einsieht, dass dieses Business das sie sich da ausgesucht hat für niemanden, aber für sie erst Recht nichts ist.

Mal im Ernst: Bei diesem Grau da draußen kann man doch nicht wohlgestimmt bleiben. Wit entflohen dem mit einem Besuch im örtlichen UCI, genauer im aktuellen Disney-Film „Chaos im Netz“. Unser Anspruch war: nett, harmlos, unterhaltsam, Nachos. Wir bekamen: Sehr nett, harmlos, sehr unterhaltsam, überraschend liebevoll in den Details und keine Nachos. Und – wie immer hatten wir nicht bedacht, dass an einem verregneten Sonntag Nachmittag im Ruhrgebiet eventuell noch andere Menschen im Kino sein könnten – echt viele Leute um uns rum.

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https://www.youtube.com/watch?v=qNXVobSBfm4

Aber alle Disney-Prinzessinen! Alle! Erschreckend festzustellen, dass sie wirklich alle gleich aussehen.
Dafür haben wir hier eine Heldin, sie kämpft für ihr eigenes Interesse und der Typ an ihrer Seite ist Sidekick. Sie spricht auch mit anderen starken Frauen – nein, nicht über Typen – und ich habe den Verdacht, der Bechdel-Test könnte bestanden sein. Sogar die Prinzessinen (alle!), sind sich ihrer eigenen Rolle ironisch bewusst.

Jetzt warten wir, dass das örtliche Pizza-Geschäft öffnet und freuen uns auf den Dänemark-Kurztrip im nächsten Monat vor. Wir wollen da nämlich auf ein Konzert gehen und die dänische Musik-Presse lobt den Auftakt der Tour aber mal so richtig.

Ach ja, der Titel dieses Beitrags ist natürlich eine Hommage an Amanda Marshall, deren wundervolles Lied Sunday Morning After von Annett Louisan zu einem Loblied auf Prosecco verballhornt wurde. Ich finde man sollte wissen, wie und wovon einer ihrer größeren Hits inspiriert ist.

Und denkt dran am Montag Abend ab 19:00 auf basecamp.telefonica.de die Verleihung der Goldenen Blogger zu schauen!

26.1.2019 – Pommes

(irgendwas mit einer echt schlimmer Nacht)

Vorigen Sommer trafen bei einer Lesung in Bonn drei Menschen aufeinander, die spontan nach der Lesung noch in einem Pommes-Geschäft landeten. Den Teil mit den Pommes fanden die drei wiederholungswürdig und deswegen machte ich mich heute Vormittag auf den Weg nach Bonn. Mit Überlastung und allgemeiner Stimmung auf dem Seelchen begleitete mich dabei eine recht solide Panikwelle, aber ich wollte mich da heute gerne mal nicht von unterkriegen lassen.

Folglich saß ich dann ab mittags mit Franzi und Sylvia in einem Pommes- und Burger-Fachgeschäft, wir aßen feinstes Essen, tranken lustige Erfrischungen und füllten irgendwann Kuchen nach, untehielten uns darüber was mit den Menschen nicht stimmt und als wir merkten, dass es wieder lauter wurde, da hatten wir da auch schon 5 Stunden gesessen.
Dann guckten wir noch kurz übern Rhein.

Das alles war sehr schön.
Jetzt bin ich müde.

Trotzdem möchte ich nicht vergessen, die B., die S. und die H. zu grüßen. In einer längst vergangenen Zeit hatte das Schicksal nämlich beschlossen, dass ich meine Beziehnungsanbahnungsversuche doch bitte jeweils am 26. Januar eines Jahres absolvieren sollte. S. gab mir zwar einen Korb, aber später kamen wir dann doch noch zusammen, zwei Jahre später knutschten H. und ich das erste Mal im Treppenhaus vor dem Partykeller des selben Einfamilienhauses, in dem mich S. hatte schnöde abblitzen lassen und wieder ein Jahr später knutschten B. und ich auf einer Party (nicht im selben Haus). Vermutlich, wenn ich gerade auf die Uhr sehe ziemlich exakt jetzt vor 31, 29 und 28 Jahren. Darauf einen Toast.

Und denkt dran am Montag Abend ab 19:00 auf basecamp.telefonica.de die Verleihung der Goldenen Blogger zu schauen!

Die Goldenen Blogger

Irgendwer von Euch hat mich als Tagebuchblogger 2019 nominiert und das allein ist schon so großartig. Danke noch einmal dafür!

Am Montag, dem 28.1. abends ab 19:00 wird auf basecamp.telefonica.de die Verleihung gestreamt und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr einschaltet.

Ich kann übrigens nicht da sein 🙁 und werde mit Euch vor dem Empfangsgerät sitzen.

25.1.2019 – hoch die Hände!

(irgendwas mit schlecht geschlafen)

Dem Action-Traum der heutigen Nacht möchte ich den Titel geben: „Die Brüllen, der jawl und das Geheimnis der verschwundenen Handakte.Frau Brüllen, wir können ja richtig gut zusammen arbeiten?!
Ich bin zu viel online.

Netflix gestern Abend: April 2017 landeten eine Menge reicher Menschen auf einer Insel, um dort das Festival ihres Lebens zu erleben; sie erlebten statt dessen das Desaster ihres Lebens.
Auf Netflix kann man sich das Ganze jetzt dokumentiert ansehen und das ist durchaus ganz unterhaltsam*: Fyre. The greates party that never happened. (Zusammenfassung auf stern.de)

*) Vor allem, wenn man mal (leider auch für und) Tür an Tür mit einer Eventagentur gearbeitet hat, die … äh … wie sag ichs ? … äh … die auch gern mal Geld verbrannte, das sie nicht hatte.

Musste mal raus – also: frühstücken gehen. Sogar nicht im Städtchen, sondern im Nachbarstädtchen – denn da gibts auch leckeres Frühstück.
Hm, leider muss ich korrigieren: Es gab. Die Karte war zusammen gestrichen und die Bedienung überfordert. Beim Rausgehen sah ich das Schild, dass der Laden dringend von Bedienung über Theke bis zur Küche für alle Stellen Personal sucht. Typisch Kleinstadt-Gastro, fürchte ich.

Ich habe meinen Editor gewechselt. Dieser einfache Satz wird vermutlich einer großen Menge (a) von Ihnen nichts sagen und einer großen Menge der verbleibenden Leserinnen (b) in seiner dramatischen Bedeutung nicht klar sein, aber, ich wiederhole:
Ich habe, einfach so, ohne große Überlegungen im laufenden Betrieb innerhalb von zwei Tagen meinen Editor gewechselt.
Erklärungen:
Für die Gruppe (a): Ein Editor ist eigentlich nur ein Programm, mit dem man Text-Dateien erstellen und bearbeiten kann. So etwas wie Notepad/Editor, wenn Sie mit Windows arbeiten. Also das Programm, das die meisten vermutlich einmal aufmachen, den Sinn nicht verstehen und wieder schließen.
Das Programm aber, mit dem man als Programmierer oder HTML-Schreiber mehr Zeit verbringt als mit Netflix und Pizza zusammen.
Für die praktische Arbeit haben die Dinger nämlich Unmengen an Zusatzfunktionen, Tastenkürzeln und Einstellmöglichkeiten und eben um die gibt es – und damit holen wir auch Gruppe (b) an Bord – Grabenkriege, die den Kampf „Windows gegen Mac“ aussehen lassen wie das Topfschlagen mit selbstgehäkelten Löffeln in der Waldorfschule um die Ecke.
Auf jeden Fall bin ich von Komodo zum Microsoft-Produkt Visual Studio Code gewechselt und MS hat da echt was sehr ordentliches gebaut.
Ich bin auch etwas überrascht.

Sag Christian, was machen eigentlich Katzenjammer?
Sie nennen es Pause. Marianne ist raus, Turid macht Yoga, Anne Marit weiß ich nicht und Sol macht in einer Fernsehsendung mit, die unglaublich gut aussieht: Menschen sitzen um einen Tisch mit Essen und Wein und singen sich Lieder vor. Tolles Konzept.

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https://www.youtube.com/watch?v=7JWoXa4Xuus

Und jetzt gucken wir Pastewka. Wenn Sie in der Zeit was zu lesen suchen, dann gehen Sie doch mal rüber zu Peter Breuer, der einen seiner alten Tweets auf einer Postkarte fand und dann aber mal was erlebte:

Natürlich weiß ich, dass das deutsche Urheberrecht den Begriff der Schöpfungshöhe kennt. Schöpfungshöhe bedeutet: Wenn Dir nicht ein böser Mensch gleich einen kompletten Roman abschreibt, darf er mit Deinen Ideen machen, was er möchte. Das Urheberrecht schützt nur das, was Pixel für Pixel gleich ist – also Fotos. Selbst komplett übernommene Vektorzeichnungen sind Freiwild. Für diese traurige Erkenntnis hatte ich schon viel Geld beim Anwalt gelassen.

Peter Breuer: Rannenberg und Friends

24.1.2019 – ich heirate eine Migräne

(irgendwas mit – ach lesen Sie doch einfach weiter)

Die ersten 11 wachen Stunden des Tages verbrachte ich mit einer fiesen Migräne. Also die Stunden von halb vier bis halb drei.

Ich dümpelte also im verdunkelten Schlafzimmer und bingewatchte „Ich heirate eine Familie“ weiter. Und ich kann Ihnen empfehlen: Wann immer Sie mal das Gefühl haben, dass sich in dieser Gesellschaft ja nun gar nichts ändert – dann schauen Sie mal eine dieser guten 80er-Jahre-Serien, eine von denen aus der Mitte der Gesellschaft.
Hier mal ungeordnet, was mir bis jetzt so auffiel oder -stieß:

  • Angie ist schwanger. Dass sie es gerade ihren Freunden erzählen wollen, fällt ihr bei einem Glas Champagner ein. Alle freuen sich und schenken nach, sie soll nichts bekommen, weil „Schwangere doch nichts trinken sollen“. Sie sagt „Ooch, nur nippen“, kippt sich das Glas nochmal voll und ext es weg.
  • Überhaupt: Mittags zum Essen gibts Bier, abends selbstverständlich Wein.
  • Das Baby ist da und liegt von Anfang an in der Wiege im eigenem Zimmer neben dem Elterschlafzimmer. Er kann nicht schlafen, weil das Baby weint. Sie: „Das ist einfach“ und macht die Tür zu.
  • Das Baby bekommt selbstverständlich die Flasche.
  • Der Vater ist nicht bei der Entbindung dabei.
  • Thema „Rauchen“ – da scheint die Serie exakt an dem Punkt zu sein, wo nur noch die Bösen rauchen.
  • Ein Sohn traut sich nach der Ankündigung eines blauen Briefs nicht nach Hause. Die Eltern bemerken es nach ca 5 Stunden. Überhaupt wissen sie häufiger nicht, wo ihre Kinder sind.
  • Das Verhältnis der Familie zu ihrer Haushaltshilfe und zurück ist ein Musterbeispiel für respektloses, grenzüberschreitendes Verhalten galore. Die Haushaltshilfe hat zu funktionieren und wird sonst ziemlich ignoriert. Sie rächt sich mit allem, was das Thema Haushalt zur Verfügung stellt.
  • Man merkt deutlich: Es sind die goldenen Zeiten der Werbung.
  • Alles spielt im deutlichen Upper-Middleclass-Milieu, Geldsorgen sind aber Dauerthema. Ein Hauskauf, Renovierung, zwei Autos und ein halbes Pferd in wenigen Monaten sind aber kein Problem.
  • Sex wird nicht thematisiert, das höchste was gezeigt wird ist angekuschelt einschlafen. Dafür läuft die halbe erste Folge eine halbnackte Frau durchs Bild, die absolut keinen Grund hat, nackt zu sein.
  • „Dünn sein“ / „Abnehmen“ / ist recht präsent. Wer „schon wieder zwei Kilo zu viel hat“ muss abnehmen, das wird nicht in Frage gestellt.

Spannend finde ich vor allem, weil man immer mal wieder merkt, dass die Serie sich an Stellen durchaus in dieser Zeit gängigen Klischees und Rollenbildern zuwendet. Jetzt nicht super-politisch, hey, es ist ZDF-Abendunterhaltung in den 80ern, aber …

Zusammenfassend: Ich kann das nur empfehlen. Die Serie ist komplett in der Mediathek.

Das neue Objektiv darf bleiben. (Den Vogel habe ich durch den Sucher gar nicht wahrgenommen aber es ist natürlich sehr super, dass er da oben sitzt.)

Nachmittags irgendwie noch ins Büro gerutscht. Der Schmerz war zwar weg, aber die Wahrnehmungsstörungen – die ich während und rund um Migräne gerne habe – waren noch nicht weg. Spannend. Mal sehen, ob mich die Menschen mit denen ich versehentlich telefonierte irgendwann ansprechen, ob ich während der Arbeit trinke – ich merke ja selbst nicht, ob ich verlangsamt spreche …

Vielleicht doch besser wieder vor den Fernseher oder ins Bett? (Oder beides?)

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