9.12.2018 – in Watte

Gestern kam das Schallplatten-Wasch-Set an und ich mag sagen: Das ist schon ’ne schöne Sache. Die alten Platten, die mein jugendliches ich ohne Hauch einer Ahnung mit Leitungswasser „nass abgespielt“ hatte, strahlen wieder und knistern nicht mehr. Vielleicht werd ich noch noch audiophil.

Die Liebste hingegen ist keksophil, hat alle verfügbaren Dosen voll gebacken und ich schätze das sehr.

Nachdem ich gestern über das dionysische Recht auf Rausch geschrieben hatte conchierten im Hinterkopf noch Gedanken weiter. Weg vom Rock’n’Roll und weiter zu der Angst der Gesellschaft vor Rausch und Chaos.
Und auf einmal machte es Klick und ich verstand, warum sich Deutschland noch immer bemüht ist, rechte Straftaten runter und link hoch zu kochen: „Links“ ist geframed mit Chaos, Anarchie und Umsturz. Wer „links“ unterstützt, der will alles umstürzen – so einfach ist das. „Links“ ist Gammler, Drogen, Pädophilie, Regellosigkeit.
„Rechts“ hingegen steht für konservative Ordnung und Sauberkeit und ist deswegen unzterstützenswert. Gut, ganz weit rechts, da gehts dann vielleicht etwas weit – aber ich fürchte, dass die meisten, die heute mt dem rechten Feuer spielen immer noch dem Irrglauben aufsitzen, das könne man dann ja kontrollieren.

Ich mag das ungern weiter denken.

Triggerwarnung: Zahnarztcontent.

Seit einiger Zeit habe ich da eine kleine Entzündung an einer Wurzelspitze. Je nach Untersuchung ist die „harmlos und geht weg“ oder „wir müssen irgendwann mal dran“. Befürchtet hatte ich, dass zweiteres noch dieses Jahr sein müsste. Dann aber doch nicht, dann doch, dann nochmal nicht und dann hab ich die ganze Nacht vor Schmerz nicht geschlafen, war heute Morgen Panik-bedingt Diazepam-abgefüllt beim Notdienst und hab jetzt erstmal Penicillin und kräftige Schmerzmittel.
Hab ich genug Pech, dann hat der Doc noch einen OP-Termin am 21.12. und ich kann Weihnachten nur Suppe mit Strohhalm.
Siehe auch: Kekse, siehe auch: Bieberkacke.

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!

8.12.2018 – Happy Birthday, Jim

Kennen Sie das? Sie haben etwas erlebt und sind davon so richtig begeistert. Sie erzählen anderen davon und die lächeln auch nett aber können das nicht nachvollziehen – logisch, sie haben es ja nicht erlebt. Und dann kommt jemand anderes daher und erzählt exakt das Gleiche – und es macht sie froh; froh, dass sie nicht der einzige sind, froh, dass das was Sie erlebt haben wohl wirklich so ist? Nun denn, Sven war in Århus und Århus hat sicher sehr viel zu bieten und Sven schreibt (sinngemäß):
Man kann alles mit Karte zahlen! Die sitzen alle draußen! Die sind alle extrem nett!
Und das ist in etwa das, was ich als am bemerkenswertesten auch erzähle; das beruhigt mich fast schon. Es hätte ja auch sein können, dass ich aus purer Sympathie zu Århus’ berühmter Sanges-Tochter da tagelang vollkommen verblendet herun gelaufen wäre.

Apropos „Gesang“: Heute wäre Jim Morrison 75 Jahre alt geworden. Als ich die doors kennen lernte war ich 17 oder 18 Jahre alt, hatte meine Heavy Metal-Phase hinter mir und hatte aus dieser Phase gelernt, dass Musik, die Eltern schocken sollte möglichst hart sein musste.
Dementsprechend war ich erstens etwas überrascht, dass ausgerechnet Marc – Musik härterer Gangart damals eigentlich vollkommen unverdächtig – mir da was Neues empfahl. Außerdem war ich erst etwas enttäuscht, das war ja weder hart, geschweige denn heavy.

Die revolutionäre Kraft der vier und vor allem die von Jims Texten wurde mir also erst langsam bewusst.

Moment of inner freedom
when the mind is opened & the
infinite universe revealed
& the soul is left to wander
dazed & confus’d searching
here & there for teachers & friends

The opening of the trunk

Aber spätestens, als ich mir zu Weihnachten das Buch „Die verlorenen Schriften von Jim Morrison“ wünscht und meine Mutter mich unter dem Weihnachtsbaum zur Seite nahm und erklärte: Die Buchhändlerin habe ihr von diesem Werk doch sehr abgeraten – da war die Sache klar.
Der Musikexpress erklärt:

[…] erklärt Nietzsche zwei griechische Götter zu den entscheidenden Polen des Lebens: Hier der rauschhafte, urwüchsige und zügellose Urwille, verkörpert in Dionysos; da die gestaltende, harmonische, ebenmäßige Kraft, verkörpert in Apoll. Laut Nietzsche existiert der Mensch im Spannungsfeld zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen.

Das Motto „Sex, Drugs und Rock’n’Roll“ war in den Sechzigerjahren nicht nur das Credo der noch jungen Rockmusik, es war im Wesentlichen eben auch dionysisch. Jim Morrison, äußerlich von durchaus apollinischer Schönheit, muss Nietzsches Worte über das Dionysische wie eine direkte Regieanweisung gelesen haben, als eine Blaupause für sein künstlerisches Dasein, als eine Blaupause für jenen Urtyp des ersten, echten Rockstars.

Diese Kunstwerkwerdung gehört, siehe Lady Gaga, heute zum oberflächlichen Grundwortschatz des Pop – Jim Morrison hat sie als einer der ersten Künstler ernsthaft betrieben.

musikexpress.de: Jim Morrison ist der Pin-up-Boy der Rebellion

Rauschhafter, zügelloser Urwille“ und ihre Kinder: Freie Sexualität und das Recht auf Rausch aber sind für unsere Gesellschaft gefährlich und das wird sogar die Kleinstadtbuchhändlerin erkannt haben.
Heute, im Jahr 2018 haben wir das zum Glück gut geregelt: Künstlerische Extase ist auf wohlkalkulierte Busenblitzer bei den MTV-Awards reduziert – und für den Fall es blitzt zuviel, gibt es ja keine Live-Übertragungen mehr und man kann die Gesellschaft vor dererlei Obszönitäten schützen. Drogen sind – wenn überhaupt – nur akzeptiert, wenn sie der Leistungsteigerung dienen; rausch kommt da nicht vor. Das Recht auf freie Sexualität erlebt den schlimmsten Backslash seit ich lebe und überhaupt: Wer der Gesellschaft nicht dienen will ist ein (Hartz-4)-Schmarotzer.

Feiern wir also den 75. Geburtstag des Lizard King.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=watO_IRfz4w

Mein achtzehnjähriges ich schrieb – wie ich gerade sah – übrigens vorne ins Buch: „It’s not easy to understand a searchin soul“.

Darüber hinaus: Der Zahndoc hatte gesagt: Jo, da ist eine kleine Entzündung, aber die tut erstmal nix. Gestern Abend habe ich die Entzündung wohl etwas gereizt, sie revanchiert sich gerade.
Bieberkacke.

7.2.2018 – Trojaner-Welle Emotet

Heute morgen bekam ich „zur Kenntnisnahme“ eine E-Mail, die ein IT-Angestellter herumgeschickt hatte.

Die ersten 10 Zeilen:
Alle Empfänger, offen wie immer. Verboten wie immer.

Die nächsten 20 Zeilen:
Die Signatur desjenigen, der das weiter geleitet hat.

45 Zeilen:
Ausschnitte aus der Meldung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik über Emotet.
Darin in verschiedenen Farben willkürlich Reizwörter rot und/oder fett markiert: „Millionenschäden“, „scheinbar“, „authentisch gemacht“, „Ausfall der gesamten IT-Struktur“.
Also kein Zusammenhang, kein Nutzen für die Leserin.

2 Zeilen:
„Ihre IT ist schon fleißig!

3 Zeilen:
Aber das reicht nicht, auch Sie müssen auch selbst was machen!

16 Zeilen:
Allgemeine Hinweis zur Sicherheit beim Umgang mit E-Mails:
Öffen Sie nie unbekannte Mails! Öffnen Sie nie Mails mit dubiosem Betreff! Betrachten Sie Anhänge kritisch! Prüfen Sie Links in E-Mails bevor Sie sie anklicken!
[Dazu später mehr]

31 Zeilen:
Signatur

Alles in Schriftgröße 10Pt.

Liebe IT: Das hilft niemandem.
Niemand liest morgens um zehn vor sieben zu Hause so eine Mail ganz. ich hätte ein paar Verbesserungsvorschläge:

  • Wenn Ihr über IT sprecht, dann ist einfache Sprache eine gute Wahl.
  • In den Betreff und nach oben gehört die wichtigste Handlungsanweisung: „Macht keine fremden Mails auf. Seid auch bei E-Mails von Bekannten vorsichtig!“ Nicht in Zeile 50, vor allem, wenn die 49 Zeilen davor eine Presemeldung sind, in der willkürlich irgendetwas als wichtig markiert ist.
  • Dann kurz: „Im Moment gibt es riesige Angriffswelle, deswegen erinnern wir Dich.“
  • Dann erinnern, wie man mit E-Mail allgemein umgeht. Formulierungen wie »dubios« oder »prüfen Sie Links« helfen niemand. Erklären Sie, wann eine E-Mail dubios ist. Erklären Sie, warum auch Mails von Bekannten gefährlich sein können. Erklären Sie, wo man einen Link überhaupt untersuchen kann und was ihn gefährlich macht.
  • Formulierungen wie »Schäden in Millionenhöhe« helfen niemand, sondern sorgen dafür, dass das Problem zu groß wird um es zu erfassen. Menschen schalten dann ab.
  • Wenn Sie das BSI zitieren wollen reicht ein Ausschnitt und ein Link. UNTER den Handlungsanweisungen.
  • Und verdammt nochmal, schulen Sie Ihre Leute. Schon damit die wichtige Info nicht ab der dritten Weiterleitung erst nach 30cm Scrollen sichtbar ist – bringen Sie den Leuten bei, wie man E-Mails schreibt, beantwortet und weiterleitet. Bei der Gelegenheit können Sie auch über »dubiose« Links sprechen.

Und sonst so?
Annette fragte auf Facebook so gegen elf, was wir heute schon so gemacht hätten. Ich sagte: Für den Kunden einer Agentur eine Facebook-Seite aus dem Nichts gestampft. Kommentare beantwortet. Ein Lied lang laut Musik gehört. Erklärt dass ich kein Übersetzer bin. Mich in ein Konzept eingelesen und technische Möglichkeiten bei einem Webhoster recherchiert. Das Telefongespräch über dieses Konzept begonnen. Das gestrige Vortanzen bei einer Agentur im Hinterkopf conchiert. Keinen Kaffee getrunken. Nichts gegessen.
Später noch Zeugs fürs Theater und nicht auf dem Weg zu einer Party.

Dann Pizza, Promi-Fangen auf Sat1 und überhaupt nichts mehr, was den Kopf braucht.
Hoch die Hände.

6.12.2018

Ich sagte ja: Heute hat das Lotterleben ein Ende. In Stichworten: Um acht losgefahren, von Maps geschätzen Ankunft: 9:28 Uhr.
Stau ab x km vor dem Leverkusener Kreuz, reale Ankunft: 10:05 Uhr.

Zweidreiviertel Stunden angeregtes Kennenlern-Gespräch. Gut.

Abfahrt nach kurzem McDrive-Stop: 13:07 Uhr; von Maps geschätzte Ankunft: 14:33 Uhr.
Stau ab x km vor dem Kreuz Wuppertal Nord, reale Ankunft: 15:36 Uhr.

Total platt.

„Stauland NRW“ ist irgendwie so ähnlich wie „Klimawandel“: Weiß jeder, aber keiner macht was.

5.12.2018 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

7:15
Aufgewacht. Das ist im Vergleich zu den letzten Nächten absoluter Rekord, vor allem, da ich mal wieder durchgeschlafen habe. Siebendreiviertel Stunden!
Irgendwo hab ich mal gelesen, das man am Ende einer anstrengenden Woche mit wenig und/oder schlechtem Schlaf ungefähr so zurechnungsfähig ist, wie mit 1 Promille Alkohol im Blut. Vergleiche ich mein heutiges Wohlbefinden mit dem der letzten Tage kann ich das gut glauben.
Gleich mal noch eine Viertelstunde meditiert um dieses Wohlbefindens-Dings noch zu unterfüttern.

10:00
Huch, wo issen die Zeit hin? Ich hab doch nur kurz den alten Verstärker, der jetzt die neuen Boxen füttert und mit ihnen zusammen mein Büro in eine HighEnd HIFI-Oase verwandelt, mit etwas Kontaktspray gefüttert und dann einmal durch die Playlists geshuffelt, um mich am Wohlklang zu erfreuen? Ein seltsames Ding, diese Zeit.
Aber, apropos „Wohlklang“: Vergleicht man aktuelle, iPod-optimierte Charts-Musik mit alten Aufnahmen, vielleicht sogar noch auf Schallplatte – das ist schon spannend, welche Wege da die Entwicklung genommen hat und was früher und was heute „wohl“ klingt.
Letztens las ich auch, dass moderne Popsongs sogar anders arrangiert sein müssen: Der Refrain bzw. die Hook kommt direkt zu Beginn, damit die Streaming-Kids mit den geringen Aufmerksamkeitsspannen sich schnell erinnern, dass sie das Stück gut finden – und so lange mitsingen und nicht skippen, dass der Titel als gespielt gilt. Und somit abgerechnet werden kann. Aus dem gleichen Grund ist auch das klassische Solo nach dem zweiten Refrain tot und Titel haben eh nur noch knapp über zwei Minuten Länge. Alles dahinter lohnt einfach nicht mehr.
Naja, Pornos haben ja auch keinen Abspann.
O tempo’a oh mo’es. *Krückstockgefuchtel*

Na, mal sehen, ob ich E-Mails habe.

Um mein wunderschönes alt-und-neu-HIFI-Ensemble zu perfektionieren stehen übrigens rechts und links noch ein paar ganz alte Schätzchen.

12:15
Fünf E-Mails wegsortiert! Franziskas Newsletter gelesen.
Und ich habe einen Termin ausgemacht! Na gut: Ich habe einen Terminvorschlag verschickt, jetzt fehlt noch die Zusage – aber der Wille zählt.
Dann: Um elf war die Liebste zwischen Job, Teil 1 und Job, Teil 2 kurz zu Hause gewesen (sie arbeitet ja nicht nur in einer Schule, sondern in zweien und muss außerdem in diversene Beratungsfunktionen auch gern mal durchs ganze Land durch den ganzen Kreis fahren).
Auf jeden Fall hatte sie Brötchen dabei und ohne ein vernünftiges Frühstück soll man ja auch nicht arbeiten.

Franziska empfahl das Video vom Broccoli-Tree und ich weiß noch nicht, was es mir sagt, aber ich weiß, dass es etwas mit mir macht.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=ESyJop31cmY

Genau wie der Artikel darüber, wie der beste Burger-Laden der Welt unter seinem Ruhm zusammenbrach. Der passt ganz gut zum Baum und sortiert sich auch in meinem Hinterkopf ein; irgendwo beim Thema „Verantwortung und Medienkompetenz“.
„With great power comes great responsibility“, das hat schon Peter Parkers Onkel gesagt.
Schön auch, dass mir mein Timehop dann noch in Erinnerung rief, dass vor einem Jahr eine bekannte Youtuberin von ihrer „schweren Depression“ erzählte und wie sie die alleine durch frische Luft und Sport besiegt hat. Ich gönne ihr das von Herzen aber hatte massiv Bauchweh dabei, so eine Aussage an ein paar Millionen meist minderjährige Zuschauerinnen zu senden.
With great Reichweite comes great responsibility, too.

Ach .com, wenn wir schon bei great Reichweite und great resonsibility sind: Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten hat eine Stellungname zur @Gruppentherapie (von @deinTherapeut) veröffentlicht. Das ist auch keine ganz einfache Geschichte. Verpassen Sie deswegen nicht den klugen Beitrag von Frau Setzkasten zum Thema – der steht nämlich überraschenderweise weder im einen noch im anderen Schützengraben sondern ist eher besonnen formuliert. Und auch wenn ich nicht 100%ig ihrer Meinung bin halte ich das für einen echt wichtigen Punkt.

Sie merken schon:
Ich tue heute nichts „richtiges“, sondern mäandere so rum. Rum mäandern ist aber – und ich meine das vollkommen Ernst – eine ziemlich wichtige Sache für einen kreativen Kopf. Kreativität bedeutet ja, Schranken zu überwinden, anders zu denken, auf neuen Wegen an etwas heran zu gehen und dafür braucht der Kopf auch mal Auslauf.
Auch wenn uns die Coaches und Optimierer dieser Welt etwas anderes verkaufen wollen – nicht jeder denkt in optimierten Prozessen und Strukturen; oft entstehen die besten Ideen aus dem Chaos oder aus dem Nichtstun.
Und deswegen genieße ich solche Tage ohne äußerlich erkennbare Struktur sehr.

12:19
Der Termin ist bestätigt. Yeah: Doch ein ToDo durchstreichen.
Ich glaub, ich fahre jetzt mal raus; hab ich doch letztens ein Video mit den „7 besten Tips um Städte zu fotografieren“ gesehen und beschlossen, das jetzt mal hier im Städtchen auszuprobieren. Ich sag ja: Kreativität braucht nur etwas Platz im Kopf.

14:20
Ja nun, das sind keine Meisterwerke, aber es ist eine interessante Erfahrung mit diesem Blick durch das eigene Städtchen zu laufen. Vor allem, wenn man das Städtchen so dolle gern hat wie ich.

Darüber hinaus auf der Brücke am Bahnhof mal wieder einen kurzen Abgleich mit den eigenen schnellen Urteilen erlebt:

16:00
Shopping Queen geguckt und gedanklich einen Termin für Morgen vorbereitet. Morgen hat das Lotterleben nämlich schon wieder ein Ende und ich muss auf die Bahn: Eine Agentur, der ich empfohlen worden bin möchte mich gern mal kennen lernen. Ich sie auch.
Immer ein bisschen aufregend, so ein Kennenlern-Termin. Immerhin die Kleidungsfrage ist zum Glück recht einfach beantwortet: Gestalter  tragen alle Farben, so lange sie schwarz sind (um mal ein altes Zitat von Henry Ford abzuwandeln). Aber darüber hinaus ist das schon eine spannende Sache: Passen die Vorstellungen von Arbeit, Gestaltung, Programmierungs-Prinzipien, bevorzugtem CMS, Zeitabläufen, der Chemie überhaupt und nicht zuletzt auch dem Geld zusammen? Und gerade, wenn man empfohlen worden ist, dann schwebt da ja auch noch immer mit im Raum: Werde ich jetzt meiner Kollegin, die mich empfahl gerecht?

17:30
Angenommen, ich hätte gerade Tinas Konzert aus der Mediathek geladen und mir daraus dann noch MP3s für unterwegs gemacht, dann wäre ich schon irgendwie ganz froh, dass ich so alte Techniken, wie vernünftige Medienkonvertierung und ordentliches Taggen von MP3s noch beherrsche. Jaja, ist zwar alles überflüssig, wir streamen ja alle und es gibt ja auch alles im Internet – aber wartet nur ab wenn Ihr das erste Mal erlebt, dass Eure Mediathek oder Euer Kindle sich leeren, weil da irgendwer die Rechtefrage neu geklärt hat.
Und als Musikliebhaber ist es ja auch schön, wenn man etwas besitzt, was man früher „Raritäten“ nannte. Aufnahmen eben, die nicht jeder hat.

18:20
Die blockierte Rippe warm- und den Kreislauf weg-gebadet. Hier fertig gebloggt und jetzt werd ich mal was zu essen suchen. Die Liebste hat noch einen weiteren Gesprächstermin und wenn ich einen von Euch jemals sagen höre, Lehrerinnen hätten ja auch einen lauen Job – der fliegt raus.

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