11.10.2018

#neuemusikfürjawl. Na, das war ja ein geiler Anfang. 13 Alben, eine komplette Playlist und diverse einzelne Songvorschläge trudelten gestern auf den verschiedensten Kanälen hier ein und beim ersten Querhören habe ich gemerkt:
a) Das ist eine ziemliche Bandbreite
b) Da ist viel Schönes dabei.
Wow. In solchen Momenten hab ich das Internet (das seid Ihr) doch ziemlich lieb.

Viel gearbeitet. Die Taktik, einfach alles was mir zugeworfen wurde direkt aufzufangen und erst gar nicht zu versuchen, Struktur zu finden hat sich offenbar ausgezahlt – der Berg lichtet sich. Das Kraft-o-meter sagt auch: das ist nötig.
Ein paar Kunden sind gerade dabei, froh ihr neuen Websites mit Inhalten zu füllen und bald kann ich auch mal davon erzählen; das waren nämlich alles auch noch schöne Jobs. Also: Ich hab ja eh nur die besten Kunden der Welt, aber es gibt ja auch Themen, die machen einem als Gestalter oder Programmierer mehr Spaß als andere. Das heißt nicht, *stammel* dass ich mich bei den einen mehr oder weniger engangiere, aber … ach komm, Klartext: Seiten für Cartoonisten sind lustiger als welche für Schraubenhersteller. Logisch, oder?

Nachmittags hatte ich dann sogar die Ruhe, alle Telefone und Inboxen zu muten und mit Geduld und Liebe ein paar Pixel zu schieben. Das ist erstens in der letzten Zeit zu kurz gekommen und ich freute mich drauf –  und zweitens brauche ich dafür wirklich Ruhe. Kreativität fließt nicht zwischen zwei Telefonaten.

True North. Falls es Sie – so wie mich – sehnsuchtsvoll nach Norden zieht, dann hab ich noch was für Sie. Zum einen die Urlaubsberichte von Frau Frische Brise, aber die lesen Sie ja eh alle, oder?
Zum anderen – spannend, wenn es Sie so wie mich sogar irgendwie richtig feste da hinzieht – das Blog Meermond. Frau Meermond ist vor ca 4 Jahren nach Nordjütland gezogen und erzählt von dort. Ich glaube, sie lebt dort ziemlich exakt in der Gegend, die damals meine Liebe zum Meer für immer zementiert hat; da wo das Meer wild ist und alles andere wie eine Badewanne aussehen lässt.

Wussten Sie schon?

So schlimm sind die doch gar nicht? Doch, sind sie. Ich erlebe immer wieder mal Menschen, die die AeffFDings gar nicht so schlimm finden. Vielleicht, weil sie selber auch ein Problem mit Ausländern haben, vielleicht weil sie etwas konservativer sind als ich – bestimmt aber, weil sie nicht sehen, wie tief diese „Partei“ gedenkt, die Gesellschaft zu verändern.
Ein kleines Beispiel: Sie wollen die re:publica weg haben. Also: Mir ist klar, dass sie quasi alles weg haben wollen was nicht in ihren winzigen Horizont passt – aber das finde ich mal ein schönes Beispiel dafür, wie weit diese quere Denke geht und wovon die sich alles gestört fühlen.
Kinder, Kinder, wie viel Angst muss man haben.

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!

10.9.2018 – #neuemusikfürjawl

Ihr Lieben, ich brauche Eure Hilfe; ich brauche neue Musik.
Trotz der 55 Tage Musik, die sich in meiner iTunes-Bibliothek tummeln fehlt mir neue Inspiration. Früher ging man ja donnerstags noch in den MediaMarkt, wenn die große Zeitungsbeilage mit den 5,- DM–CDs raus kam, aber das gibts ja nicht mehr.
Ich geb mal ein paar Eckdaten vor:

Yay!

Singer/Songwriterinnen.
Dass ich Tina Dico mag, weiß jede – aber auch andere: Heather Nova zum Beispiel, Synje Norland oder Tori Amos.
Jazz.
Ich liebeliebeliebe das E.S.T. Magnus Östrom, manchmal Nils Frahm, Helge Lien mag ich. Meshell Ndegeocello: Großartig.
Naja und nahezu alles, was in den späten Achtzigern als Fusion verachtet wurde und Miles halt eh, aber ich suche ja neue Musik.
Rockmusik.
Wirklich sehr viel Spaß machen mir die Leoniden, die hab ich letztens entdeckt. Davon gerne mehr! Ach ja, das neue Album von Slash mag ich.
HipHop.
Dem aktuellen deutschen und amerikanischen Markt kann ich nicht so viel abgewinnen, wen ich geil finde ist Octavian – wenn es in der Richtung mehr gibt gern.
Sahara.
Auf Cosmo Radio höre ich viel afrikanisches Zeug, von Blues- bis Trap-beeinflusst, meist ist’s ganz geil.
Blues?
By the way: Gibt’s aktuellen Blues? Ich mag Stevie Ray Vaughan und Keb Mo und meist Clapton.
OldFart-Zeugs.
Ja, leider, aber davon will ich ja weg.

Nay!

Deutsch singende junge Männer finde ich durch die Bank schlimm.
Bei amerikanischen Pop zwischen Frau Perry und Frau Swift muss ich zwar selten weglaufen, aber ich suche ja was zum Hören.
Schlager und alles, was jetzt an „neuem“ Schlager hochspült ist ein No-no-no.
Früher hab ich mal das Zeug gehört, was auf den Mercedes Mix Tapes war, aber das geht nicht mehr. Jamiroquai, Incognito und Konsorten auch nicht mehr, hab ich festgestellt.

Jede nur ein Album

Ihr seht: Ich bin ziemlich offen, das Spektrum ist breit, allein: Es fehlt die Inspiration. Kommentiert, schreibt, retweetet, replied, verlinkt! Spotify, AppleMusic und YouTube sind vorhanden 🙂
Damit ich das schaffen kann gilt die Regel: Jede nur ein Album.
Ich werde dann versuchen, mich da wirklich durchzuhören und alles auch mit offenem Ohr und angemessenem Respekt zu kommentieren.
Ich danke Euch.

In vier Wochen, also am 10.11. werde ich eine persönliche TopTen aus den Empfehlungen veröffentlichen.

Ach ja: Die Idee, auf diese Weise an neue Musik zu kommen ist vollkommen überhaupt nicht von mir, sondern von Matthias. Dank an den, dass er das erdacht hat und es mir wieder einfallen konnte.

Ach ja: Es wird Herbst am See.

9.10.2018

Gestern Abend vier Stunden mit der alten Freundin telefoniert. Nachdem wir mal kurz geklärt hatten, welche und wie viele einzelne Puzzlesteine dazu gehören, um die AFD zu ermöglichen*, uns über Filterbubbles, Echokammern und geänderte Kommunikation unterhalten hatten waren wir zumindest einig, dass ein eins-zu-eins-Gespräch eine andere Qualität hat als eine Unterhaltung in Facebook-Kommentaren oder bei Twitter oder auch im Chat.
Was wir ja dann auch bewiesen haben.
#teamtelefon #teammenschentreffen

*) Für das nächste Mal haben wir uns den Nahostkonflikt und die Wiedervereinigung Koreas vorgenommen.

Aus Gründen Sat1-Frühstücksfernsehen geguckt. War nicht schön. Erst durfte Chris Tall erklären, dass er sehr wohl weiter menschenverachtende Witze jeder Art machen darf, weil das eben lustig ist und man ja schließlich auch mal über sich selbst lachen können muss. Ok, dass ein paar Rechte seine Witze über Ausländer und Schwarze gerne in den sozielen Medien mal teilen, findet er auch etwas doof, weil er ja nicht rechts ist – aber nun denn, das läst sich lösen, da kann er ja mal kurz morgens um acht im Fernsehen sagen, dass er gar nicht rechts ist und auch türkische und schwarze Freunde  hat. Dann wissen ja alle Bescheid und er kann dann so weitermachen.
Alte weiße Männer müssen gar nicht alt sein.
Dann wurde über den Dieselgipfel berichtet. Meiner Meinung nach wäre da eine Grundhaltung: Diesel machen Mensch & Umwelt krank und deswegen ist es gut, dass sich zumindest etwas getan hat – und es muss noch viel, viel, viel mehr getan werden.
Die Stoßrichtung des Berichts war etwas anders, nämlich: Oh Gott, was sollen denn jetzt die Menschen mit den alten Dieseln tun? Die Begriffe Umwelt, Mensch, Krankheit, Klimawandel kamen im Bericht nicht vor.
Was ein Dreck.

Klimadings. Man hört ja immer diese Diskussionen: „Wird die Erde sich um ein Grad erwärmen? Oder um zwei? Was ist tolerabel und was nicht – ich meine: mein Gott, ein Grad …“
Habt Ihr mal Fieber gehabt? 38°? 38.5°? Sogar 39°? Totalen Systemausfall gehabt, wegen diesem einen Grad?
Tja.

Mal wieder ein paar Fragen:

  1. Wen hast du das erste Mal geküsst?
    Das war Sonia, Sonia mit einem „i“.
  2. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?
    Ohne Euch missionarisch nerven zu wollen: Das war Frau Dicos Biografie. Weil ich da begriffen habe, warum sie wirklich für mich singt, wie viele Ähnlichkeiten wir haben. Die meisten ihrer Songs haben da die Bedeutungsebene bestätigt bekommen, die ich beim Hören fühlte.
    Und die andere Hälfte der Songs sind für ihren Mann; das war sehr schön zu erfahren, denn den mag ich ja auch sehr.
  3. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?
    Unten leicht zertanzt-zerfetzt, mit einem Rotweinfleck, nach kaltem Zigarettenrauch riechend, ein paar Knöpfe sind ungeduldig abgerissen und überhaupt: Mit allen Insignien einer wirklich guten, langen Nacht mit einem gierigen Happy End.
  4. Fürchtest du dich im Dunkeln?
    Ich fürchte: Manchmal ein bisschen. Seit ich nicht mehr in dem Dorf wohne – was ja zum Glück schon lange so ist – fehlt mir da die Gewohnheit. Es ist ja hier nie wirklich dunkel.
  5. Welchen Schmuck trägst du täglich?
    Nachdem mein Körper beschlossen hatte, das letzte Piercing einfach und schmerzlos rauswachsen zu lassen: Nur noch den Ring mit dem Namen der Liebsten darin.
  6. Mögen Kinder dich?
    Meist. Ich mag sie ja auch. Meist brauchen wir eine kurze Beschnupperungszeit, aber die brauchen Kinder untereinander ja auch.
  7. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?
    Kaum welche. Mir fällt da kein Kriterium ein, nach dem ich da unterscheiden würde.
  8. Wie mild bist du in deinem Urteil?
    Man sagt: Gar nicht. Ich bin aber recht gut darin, die Handlung vom Menschen zu trennen und deswegen wenig nachtragend und gern bereit, zweite, dritte, … Chancen zu geben. Man muss sich schon wirklich Mühe geben, um als Mensch komplett bei mir verloren zu haben.
  9. Schläfst du in der Regel gut?
    Aber nein.
  10. Was ist deine neueste Entdeckung?
    Dieser fantastische Haferkakao, der fast an Chocomel heranreicht und ein guter Soulfooddrink-Ersatz ist.

Und noch ein Musiktipp, diesmal etwas speziell für meine süddeutschen Freunde:

Liebe Bayern, ich weiß: Ihr seid in meinem bisherigen Œuvre wenig und wenn, dann nicht gut weggekommen. Deswegen hab ich Euch heute ein kleines Lied mitgebracht.

8.10.2018

Vor zehn Jahren belieferte uns noch ein DHL-Mann, der dachte richtig mit: Unsere Wohnung und das Büro lagen in der selben Straße und wenn samstags Pakete vom Computerhändler kamen, klingelte er an der Haustür und fragte, ob ich mit ihm eben rüber fahren wolle – die Computerteile müssten doch immer ins Büro. Und wochentags brachte er auch die die Privatpost mit ins Büro.
Inzwischen guckt mich der Bote strafend an, wenn ich den Mund auch nur aufmache und deutet dann wütend auf sein Headset; schließlich telefoniert er gerade mit einem Kumpel. Ob das Paket was er mir vor die Füße knallt überhaupt meins ist oder den Nachbarn gehört kann ich ja schließlich selbst auf dem Aufkleber lesen.
Wie ich gerade gelesen habe, haben wir’s damit noch ganz gut.

Denn Frau Schultze nimmt alle Pakete an, die in ihrer Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain nicht zugestellt werden. Damit macht sie sich viele Freunde. Doch der Deal, den sie mit dem Paketboten hat, ist nicht ganz legal.

tagesspiegel.de: Lieferung abzuholen bei Frau Schultze

Ich mag gerne elegante Software. Wobei „elegant“ für mich bedeutet, dass sie ein Problem für mich löst und dabei leicht zu bedienen ist und mir mein tägliches Leben so ein klein wenig besser macht. Dabei ist es egal, ob mein Layout-Programm sich meinem Workflow anpasst oder eine Kleinigkeit beim täglichen Vor-der-Kiste-Sitzen besser wird.
Aus der zweiten Kategorie, vielleicht sogar aus der Kategorie „vorher wusste ich gar nicht dass mich das stört“ möchte ich kurz den Bartender vorstellen.

Man könnte das als Werbung verstehen. Ich denke aber, dass Werbung etwas ist, wofür ich Geld bekäme – was nicht so ist. Ich empfehle gerne mal Dinge, die ich gut finde. Nun ja.

Zurück: Ein Programm für alle, die – wie ich – auf dem Mac reichlich zu viele Icons rechts oben neben der Uhr kleben haben. Weil viele Programm eben so im Hintergrund mitlaufen aber man sie gar nicht ständig im Blick haben muss.

Der Bartender organisiert alle diese Icons in zwei Reihen. Eine ist eingeblendet – darin habe ich die Icons, die ich echt brauche. Es sind nicht viele.
Die zweite Reihe kann ich auf Klick einblenden. Falls ich doch mal was nachschauen muss.

oben: die reduzierten Icons
unten: die versteckten Icons

„Elegant“ wird das Programm für mich dadurch, dass es Icons aus der zweiten, der versteckten Reihe für ein paar Minuten in den sichtbaren Bereich verschiebt, wenn dort eine Statusänderung angezeigt wurde.
Beispiel: Das Dropbox-Icon brauche ich eigentlich nicht, also ist es versteckt. Tut sich aber etwas in meiner Dropbox, weil mir zB jemand etwas dort ablegt, dann wäre es sinnvoll, das zu sehen.
Und exakt dann blendet Bartender das Icon auch ein.

Den Preis finde ich ein klein wenig hoch, aber der Nutzen ist echt nicht zu unterschätzen.
Zum Download hier entlang: macbartender.com

Im Kalender stand heute von acht bis achtzehn Uhr: „Bett kommt“.
Um dreizehn Uhr kam es, um vierzehn Uhr stand es und ich bin ein kleines bisschen glücklich. Jetzt muss nur noch der Haustrockner-Mann kommen und sich den Schimmel ansehen (der ruft einfach nicht zurück, es scheint, als hätten viele Menschen Feuchtigkeit im Haus), dann die Sachen aus dem alten Nähzimmer in mein altes Schlafzimmer und schon habe ich wieder so etwas wie ein Schlafzimmer. Ich kann es kaum erwarten.

Mögen Sie eigentlich auch so gerne schöne Coverversionen von schönen und/oder bekannten Songs? Meine aktuelle Playlist mit Covers ist  fast sechseinhalb Stunden lang und wenn Sie irgendetwas kennen, was da noch fehlt: Erzählen Sie es mir gern. Meine Playlist lässt sich auch abonnieren.

Ach komm, heute sind wir großzügig: Noch ein Musiktipp:

Er ist ein HBlock, er war ein Sohn Mannheims, er war Coach bei The Voice Kids und daneben ist er für mich einer der wenigen deutschen Musiker, die angenehm aus dieser Germanistikstudentenpseudomusik rausstechen, obwohl sie deutsch singen.

Du findest Tagebuchbloggen der alten Schule gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark in die Kaffeekasse werfen!

7.10.2018 – Ballon

Ich habe schlafen können und bin ausgeruht. Diese an sich unwichtige Mitteilung hat nur Bedeutung für die, die die letzten Tage mitgefühlt haben.
Hoffe, dieses Thema erledigt sich jetzt auch mal so langsam.

Im Kino gewesen und Ballon von Bully Herbig geguckt. Für nicht-Kino-Gucker: Nein, das ist nicht der zigste Traumschiff-Manitou-Bully-Paraden-Aufguss.
Es ist der Film über die als „Ballonflucht“ bekannt gewordene Flucht zweier Familien aus der DDR im September 1979. Und es ist ein beeindruckender Film.
Zum einen filmisch, ich zitiere hier mal Andre Petzer von epd Film der meint …

Michael Herbig setze sein erstes ernstes Drama mit einer Souveränität um, als hätte er nie etwas anderes getan.

(aus der Wikipedia)

… und schließe mich dem einfach an. Super dicht, super spannend und eine sehr eindrücklich beklemmende Atmosphäre, die an der Geschichte der Flucht quasi nebenbei viel über die Stimmung und die Repressionen der damaligen DDR erzählt.

Und das hat uns auf der Heimfahrt noch lange beschäftigt. Wie zum Teufel kann irgendjemand den Unterschied dazwischen nicht begreifen, ob man heute in Deutschland „etwas besser nicht sagt“ oder ob man damals in der DDR „etwas nicht sagen durfte“?
Und allen, die jetzt „Ja, aber…“ sagen wollen, denen empfehle ich, in diesem kleinen Video mal zur Minute 2:55 zu springen und zu schauen, was der Staat DDR mit seinen Bürgern – und sogar mit denen, die schon weg waren – tat. Und zu überlegen ob das wirklich damit vergleichbar ist, wenn in den Zeitungen nicht steht, was man sich wünscht.
Es ist der Unterschied, ob es der Staat macht oder nicht, stupid.

Natürlich hat Michael Herbig einen Thriller aus der Geschichte gemacht, aber er hat das auf allen Ebenen beeindruckend gut gemacht.

Du findest meine Film-Tipps gut?
Hier kannst Du mir ’ne Mark für’n Eis im Kino in die Kaffeekasse werfen!