9.11.2022 – somewhere under the rainbow

Morgens drehe ich die Runde durchs Haus. Das hat sich so eingebürgert, das ist mein Part – die Gläser und Kekspackungen des vorherigen Abends wegräumen, die Spülmaschine anstellen, die Dinge an ihren Platz räumen auf dass es wieder hübsch sei unten, während ich oben unterm Dach sitze.
Nun haben wir – nicht nur aus sozialen Gründen fest in der Grünen Ecke fest verwurzelt – noch nie Lichter angelassen, leere Räume überheizt, nicht einmal in der Fremde wie einst Vater Fussbroich selig haben wir Lampen angelassen und so hat es noch nie zu meiner Runde gehört, die letzten Fitzel Strom zu sparen. Und doch denke ich heute Morgen daran, schaue noch einmal durch dämmerungsdunkle Räume um zu prüfen, ob sie wirklich dämmerungsdunkel sind, ob alle Geräte aus und nicht nur im StandBy sind und dann fällt mir ein warum: gestern Abend sah ich, gleich mehrfach sogar, sah ich einen Werbespot meiner Bundesregierung. Wir können das schaffen, wir alle zusammen, sagte der Spot. Wir sparen alle ein bisschen und was sie damit hauptsächlich geschafft haben, das war, mich ein bisschen wütend zu machen. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – so lautet der Vorwurf an den Kapitalismus und es macht mich wütend, dass Werbegeld ausgegeben wird, um mir zu erklären, dass wir Mitbürgerinnen und Mitbürger halt diesen Winter ein bisschen die Verluste – ganz sozial – schultern müssen. Verluste, die passieren, weil der kleine Mann in Moskau überraschenderweise doch nicht so nett war, wie es niemand mit Ahnung prognostiziert hatte.

Überhaupt Geräte im StandBy: Die Box, die den Fernseher mit Programmen versorgt und auch ein Festplattenrecorder ist, die sollte bitte im StandBy sein, denn zwischen dem 23. und 27. Oktober, da sollte sie eine neue Software bekommen. Mit neuen Fähigkeiten, die nicht nur wie bis jetzt bis jenseits des Horizons reichten, sondern einfach nur Giga sind. Ich mag nicht gerne ein Unke sein, aber ich war nicht überrascht, als sie am 27. Oktober noch nicht neu und shiny sondern alt und schlecht in der Usability wie immer war.
Und ich war auch nicht überrascht, als sie mich dann gestern mit der Meldung „Hoppla, da ist etwas schief gelaufen“ begrüßte. Nun bin ich selbst jemand, der „Hoppla“ auf Internetseiten schreibt – jedenfalls dahin wo man landet, wenn etwas nicht funktioniert – und nehme ich meine Abscheu lesenderweise gegenüber dem Wort als Maßstab, dann sollte ich es wohl nicht mehr schreiben.
Ach komm, ich mach was lustiges“, dachte ich und schrieb nach 20:00Uhr den Twitter-Account des Anbieters an. „Huch, was ist da dann passiert?“ antworte der und ich beschloss, wirklich nie wieder „Hoppla“ oder „Huch!“ oder so etwas auf Websites zu schreiben. Ich solle doch mal Tobi versuchen, riet mir die vermutlich automatisierte Antwort – denn Tobi wisse alles. Tobi ist der Chatbot, der mir letztens sagte, meine Postleitzahl wäre ungültig und ich war voller Freude ob dieses Ratschlags.
Immerhin: Tobi sagte mir diesmal nicht, etwas sei ungültig, sondern erkannte das Thema und empfahl mir, eine Telefonnummer anzurufen und ich beginne, dieses Weitergeschickt-werden amüsant zu finden. Wenn mir jetzt noch Formular 35b fehlt bin ich in einer Kafka-Geschichte und was will man denn mehr erreichen?

Im Rahmen der Renovierung hier im Büro fiel mir eine kleine Glaskugel in die Finger. So ein geschliffenes Ding mit vielen Facetten, das man sich ins Fenster hängen soll damit es bunte Flecke ins Zimmer wirft, wenn die Sonne scheint. Ich hatte die Kugel immer etwas ökig/wannabe-hygge gefunden, aber in Ermanglung eines guten Platzes hängte ich sie provisorisch ins Fenster. Nun wissen wir ja alles, dass nichts länger hält als ein Provisorium – also hängt sie noch und letztens passten plötzlich Sonnenwinkel, mein Blickwinkel und der Moment gut genug zueinander, dass ich auf meiner Monitorbox einen Reflex sah.
Und wissen Sie was? Ökig hin, wannabe-hygge her – mich hat das glücklich gemacht.

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8.11.2022 – feelin’ blessed

Aufgewacht, hoch gegangen und vor dem Fenster war wieder Licht. Mich erinnert, dass ich Licht und Farben ja mal so fotografieren wollte, dass es eben auch nur Licht und Farben sind und nicht nur Bilder über die langweilige Stadt mit ein bisschen Himmel hinten. Ich mag sehr die hügelartige Struktur, die sich da aus dem Licht ergeben hat.

Dann ab in den Flöz nach Absurdistan. Zum Beispiel recherchiert, welches PlugIn (und warum zur Hölle?) in einem WordPress die Anzeige des Titels im Backend ausblendete. Ich meine: Klar, warum sollte man seinen Artikeln eine Überschrift geben wollen? Und weiterer fröhlicher unlogischer Kleinkram.
Ach ja, und ein Zoom mit Gestaltungsberatung. But I liked that part.

Beim Arbeiten an Smillas Blog sehr zufällig auf diesen älteren Artikel gestoßen und sehr, sehr angerührt gewesen. Liebe Smilla, das ist definitiv eine Gabe, die Du da hast und um die ich Dich auch durchaus etwas beneide.

Und dann mittendrin eine E-Mail mit Fan-Pre-Sale-Links für Peter Gabriel. Peter Gabriel!
Jetzt sind ja erstens ein paar Menschen hier, die das alte Blog nicht gelesen haben, zweitens ist Peters letzte Tour auch schon fast eine, die jetzt gleich erzählte Geschichte fast zwei Dekaden her, deswegen erklär ich’s gern noch einmal: Meine Liebe zu Peters Musik begann, als ich 16 war. Ich erinnere noch 2002 oder 2003, als die Liebste und ich durch die Stadt liefen und Tourplakate erblickten. Hektisch wurden SMS hin- und hergeschickt, zum damals besten Freund, der mir Gabriel übrigens auch gezeigt hatte und dann wurden Sie – also Ihre damaligen Vorgängerinnen wochenlang damit genervt, dass sowohl er als auch ich in unseren Blogs unsere persönlichen Gabriel-Hitlisten in einem Konzert-Termin-Countdown abfeierten. Wochenlang kein anderer Content als täglich je ein aus der Googlesuche geklautes Bild und ein zitierter Text. Naja, das Web war jünger und wir waren es auch.
Die Konzerte die folgten, gehören definitiv zu den allerbesten meines Lebens und wenn Sie’s nicht wussten: ich war schon auf einigen Konzerten.
Ich erspare Ihnen den Posting-Overflow diesmal natürlich, aber es langt vielleicht um die Bedeutung des Moments klar zu machen? Wir waren nicht davon ausgegangen, dass wir Herrn Gabriel überhaupt nochmal live sehen würden – ich meine: Er ist auch jetzt Mitte 70 und sein Nachfolger am Mikro bei Genesis hat das mit dem Altern ja auch nicht so super gesund hinbekommen.
I’m feeling blessed.
Gleichzeitig hat Tina vorgestern Tourtermine für 2023 bekanntgegeben und ich neige ja zu Bescheidenheit und glaube das alles immer noch nicht – aber ich kann kommen wann ich will. I’m feeling so fuckin’ blessed.

Musik des Tages überraschenderweise:

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7.11.2022 – misc.

Fangen wir mit etwas Schönem an: Gestern nachmittag gabs Torte im Lieblingscafé und ja, die hat mal gelohnt.

Gestern Abend hatte ich tatsächlich bei einer B-Promi auf Instagram einen Kommentar hinterlassen – bzw. sogar eine Nachricht, da das Bild was mich genug erregte um das zu tun in der Story war. Schon fünf Minuten später war ich zwar klar genug gewesen, um einen selbstironischen Tröt zu schreiben weil ich mich selbst über die vergebene Lebenszeit ärgerte. Außerdem – jetzt mal im Ernst – was würden Sie als Promi denn denken? Man fotografiert ein Schildchen in einem Café mit einer ebenso blöden wie allgemeinplatzigen Feel-Good-Weisheit und dann kommt ein random dude aus dem Internet mit einem Phantasienamen daher und sagt „ja, aber die traumatisierten Kinder?!“ Sie würden vermutlich auch „ach, noch so ein Spinner, ich sollte wirklich endlich die Nachrichten mal zumachen“ denken; jaja, ich auch.
Stattdessen bekam ich heute Morgen eine DM zurück, wir sprachen kurz, ich bekam Verstehen und eine Entschuldigung und wir wünschten uns einen guten Tag.
Ja, so hab ich auch geguckt.

Heute stand mir ein Gespräch bevor, das mir zutiefst unangenehm war, quasi so ein Zahnarztbesuch unter den Terminen und entsprechend hatte ich den gesamten Tag eine sehr solide Grundnervosität. Nicht, weil der Gesprächspartner so unangenehm sein würde, ganz im Gegenteil!, aber ich hatte einfach Mist gemacht der mir sehr unangenehm war und ist. Spoiler: Super Kundin, Gespräch gut – aber ich hatte mich ja auch nur über mich geärgert.
Sehr fahrig also den ganzen Tag und wenig zu längeren Gedankenketten in der Lage – daher wenigstens Kleinzeug weggeschaft – so dieses Zeug, was eh jeweils nicht länger als eine halbe Stunde dauert. Und dann noch ein bisschen an meinem eigenen ToDo-Hügel gebuddelt, das hatte ich echt unterschätzt, dass das ja auch gut ist.

Aus Gründen seit langen Monaten mal wieder mehr mit Facebook zu tun gehabt. meine private Präsenz dort ist jetzt seit ca. zwei Jahren leer, aber heute musste ich mal wieder eine Seite pflegen. Ich prophezeie: das ist bald tot dort. Wenn bei einem Irgendwas der Bürokratische Aufwand den Spaß so gekillt hat, dann ist der Zenith überschritten.
Aber wenn Sie zufällig Fragen an Tina Dico haben, dann halten Sie sich bereit.

Sehr zufällig auf einmal irgendwo gelesen, warum eine der Menschen vom entfernten Rande meines Twitteruniversums nichts mehr schrieb: Sie ist Anfang des Jahres gestorben.
Sehr zufällig durch ein Vermietungsangebot gestern erfahren, dass ein Menschen, den ich ziemlich gerne mag, einen Schritt macht, der mich sehr freut. Dieses Leben gibt gerade alles um zu beweisen, wo die Extrempunkte sind.

Und dann mittendrin ein Anruf: Mein Sitznachbar am Donnerstagabend im Theater hat sich positiv getestet und wollte mir kurz Bescheid geben. Nun ist Sitznachbar relativ, da das Theater ja leer war und wir ein paar Meter Abstand hatten und ich ja FFP2 vor der Nase. Und er immerhin ein OP-Läppchen aber seitdem kratzt es natürlich im Hals – is’ klar, ne? Ein Strich auf dem Test aber nun.

Jetzt Pizza; die Liebste hatte den ganzen Tag Gespräche und kroch gerade durch die Haustüre und warum soll man nicht andere für sich kochen lassen, wenn man selbst nicht kann?

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5.11.2022 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

7:45Uhr:
Ausgeschlafen!
Ich stolpere gleich hoch an den Schreibtisch, denn eigentlich möchte ich heute von dem einen großen Berg ein paar Dinge abarbeiten. Wie es so ist, fällt mir aber auf, dass ich ja die Bilder von Zollverein noch ins Fotoblog schieben könnte – wozu hab ich das? – und dabei fällt mir auf, dass die Startseite ja kaputt ist und ich repariere die erstmal. Währenddessen kommt irgendwann die Liebste hoch und fragt „See?“ und ja, natürlich.

11:00 Uhr:
Wir sind vom See zurück. Ich schreibtischzerstörtes, ausdauerloses Herzchen habe schon wieder eine Bestzeit geschafft und nein, ich stehe immer noch nicht auf dieses ganze Selbstoptimierungszeugs um seiner selbst, aber das ist trotzdem ein ganz gutes Gefühl.

12:00 Uhr:
Gemütlich gefrühstückt. Nachdem wir dieses Jahr (das erste Mal selbstversorgend) in Dänemark dänischen Käse entdeckt haben (jaja, late to the party), haben wir uns auch hier jetzt welchen gesucht und frühstücken macht gleich doppelt so viel Spaß.
Es wird ein Heimwerker-Beschluss gefasst.

14:00 Uhr:
Logischerweise muss man – selbst wenn man denkt, man wäre bestens vorbereitet – noch einmal in den Baumarkt. Immer. Auf dem Weg kann man dann noch gleich Wasser mitbringen aber dann hängt nach zwei Stunden halt erst die Hälfte von dem an der Decke, was man an die Decke schrauben wollte.
Da wir auch noch kurz zu einer Freundin wollen: have a break.

15:45 Uhr:
Wir sind von der Freundin wieder zurück, haben uns bestens über die neusten Wichtigkeiten in unserem ehemaligen Theaterverein auf den Stand bringen lassen und uns feste über Datenschutzbeauftragte für Schulen aufgeregt.

16:15 Uhr:
Die neue Schlafzimmerlampe im Zimmer der Liebsten hängt.
Es wird ein doppelter Schreibtisch-Beschluss gefasst. Eher so zufällig im Auseinandergehen erwähne ich noch, wie lustig es letztens war, als ich nach einem guten Jahr mal wieder die Gitarre in die Hand genommen hatte und und nur durch den Einsatz eines kräftigen Delays sofort etwas sehr Pink Floyd-mäßiges erzeugt hatte.
Oh, Pink Floyd„, denken wir beide und beschließen, dass wir trotz räumlich getrennter Arbeitszimmer jetzt gemeinsam Musik hören wollen beim Arbeiten.
Liebe Nachbarn, das war das ganz hervorragende Live-Album „Delicate Sounds Of Thunder“ und ich freue mich, dass es Ihnen gefallen hat. Wir grinsen beide blöd im Kreis.

19:00 Uhr:
Ich habe nichts vom offiziellen, also dem Arbeits-Berg auf die Reihe bekommen, aber das Fotoblog ist nach ein wenig Vernachlässigung jetzt ein bisschen mehr im Jahr 2022 angekommen. Es nimmt sich jetzt allen Platz auf großen Bildschirmen, es gibt eine neue Galerie und eine alte nicht mehr und so sehr ich mich über Besucherinnen freue: Falls Sie gerade mit dem Handy lesen, lassen Sie’s besser sein, da bin ich noch nicht zu gekommen.
Und nein, der Arbeitsberg ist dringend, groß und drohend aber einmal die Woche muss ich auch was für mich tun – außer coden bis die Augen tränen, dann um den See rennen und dann einschlafen.

Heute Abend ist das Finale von The masked Singer und eine Person hier im Haus ist großer Fan und die andere Person wird aus Geselligkeit mit gucken und derweil darüber nachdenken, ob diese Show auch teil des Problems ist, wenn Kinder nicht mehr verstehen, dass es objektivierbare Kriterien für bestimmte Leistungen gibt und es halt nicht immer reicht, sich „aber ganz toll Mühe gegeben“ zu haben respektive „sehr niedlich“ gewesen zu sein.
Bitte verzeihen Sie, Korrekturlesen fällt heute flach, ich muss jetzt dringend ein überbackenes Nudelgericht aus seinem Ofen befreien.

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4.11.2022 – C8H10N4O2

Ja, gestern Abend war ich dann ja im Theater und habe Fotos gemacht und das war aus vielen Gründen sehr, sehr schön. Der Kollateralschaden war, dass ich heute so viel Kaffee brauchte wie sonst nie und dass der Lippenherpes sich meldet hat bestimmt auch nichts mit Stress zu tun, jedenfalls: Hier sind die Fotos von gestern Abend, gehen Sie ruhig mal in das Stück rein, wenn Sie in der Nähe sind und ich verschwinde jetzt im Wochenende.

Lernerfolg des heutigen Tages: ich bin ein aufgeregter Retriever, der nur dann zufrieden ist, wenn das Rudel zusammen ist. Man erfährt ja laufend Neues über sich selbst, nicht wahr?

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