23.12.2019 – Urlaub V

Ich muss aufhören, in den Überschriften die Urlaubstage durchzuzählen – mein Kopf beginnt sofort panisch zu schreien: „NUR NOCH DREIZEHN URLAUBSTAGE, ICH MUSS ENTSPANNEN!!1!!“

Sonst beginne ich so ganz langsam, mich an die freie Zeit zu gewöhnen. Dafür geht mir gerade die Verlogenheit dieses ganzen Weihnachtsrummels sowas von auf den Senkel, fragen Sie nicht nach Sonnenschein.

Belassen wir’s besser dabei.

22.12.2019 – Urlaub IV

Ein fauler Tag an sich.

Mittags zum See gefahren, um mal einmal durchzulüften. Wir marschierten frohgemut die Treppen hinunter, bogen nach links in Richtung Staumauer ab und freuten uns des Sonnenscheins.
Einzig der ein oder andere Tropfen am Hinterkopf irritierte mich aber nun, so ein paar Tropfen … hm. Nee? Mehr Tropfen. Viele Tropfen.
Rumgedreht und gesehen, dass über den See eine Regenfront auf uns zu kam. Wettermäßig durchaus spannend – leider aber schnell genug, dass wir – zurück am Auto – schon wirklich nass waren. Zweieinhalb Grad Temperatursturz in den höchstens zehn Minuten, die wir da waren.
Na hurra.

Ein paar Verabredungen getroffen. In der Kohlenstoffwelt.

Viel gehauselft, hin und wieder zwischendurch Schlaf nachgeholt und ein bisschen am Datenbankschema gearbeitet. Und gleich Shopping Queen des Jahres.

Sonst nichts zu erzählen.

21.12.2019 – Urlaub III

Der Tag begann damit, dass ich gestern Abend sehr, sehr müde sehr früh ins Bett ging und gegen elf wieder sehr, sehr wach im Bett saß. So bis drei.
Irgendwo lief „Forgetting Sarah Marshall“ und ich bin ja sehr verliebt in Kristen Bell und hatte komplett vergessen, dass dieser Film gar nicht so dolle war. Und dass man keine synchronisierten Filme sehen wollte, wenn man jemanden täglich in den Instagram Stories erlebt.
So gegen sieben war ich wieder wach und das reicht für diese gemeine Müdigkeit, die so tief in den Knochen steckt.

Nach dem Aufstehen die Kamera aufs Stativ geschraubt und raus gefahren, den Sunrise einfangen. Ich weiß, ich fotografiere fast nur noch auf- oder abgehende Sonne im Moment, aber herrje, wenn die tage auch so kurz sind und ich nun mal einfach nicht genug von diesen Farben bekommen kann?
Auf dem heutigen Bild ist dann übrigens wirklich Wasser – genauer: die Ruhr – zu sehen.

Nachmittags fuhren wir ins Kino. Das war ganz gut, denn sonst hätte ich hier überraschenderweise Lagerkoller bekommen. Und das war natürlich doof, weil unser Kino liegt ja im Ruhrpark und überraschenderweise waren da noch zwei drei andere Menschen unterwegs und kauften noch fix was ein.
Wir schauten Jumanji 2 und das war ok, um nicht zu Hause Lagerkoller zu bekommen und tat nicht weh.

Zwischendurch traf ich noch eine Verabredung für Februar – das war schön – aber bekam bei der Gelegenheit traurige Nachrichten; das war nicht so schön.

Und ganz offensichtlich komm ich aktuell nicht so ganz gut drauf klar, auf einmal keine Arbeitssachen mehr im Kopf zu haben. Also: Super, dass ich sie nicht im Kopf habe, aber den Platz müsste ich dann jetzt mal füllen.

20.12.2019 – Urlaub II

Das Stammhirn hat noch nicht mitbekommen, dass wir Urlaub haben und ich war um halb sechs wach. Nach wirklich angestrengt konzentriertem Liegenbleiben und 17-maligem Nochmalrumdrehen wars dann zwanzig vor sechs und ich bin halt aufgestanden.
Ich trage da seit ein paar Jahren eine Idee für ein kleines feines Webprojekt mit mir rum und letztens habe ich in einem Anfall von Entschlossenheit die passenden Domains registriert – warum also nicht mal ’ne Mindmap aufmachen und die vagen Idee mal sortieren? Viertel vor sechs an einem zwanzigsten Dezember ist da auch nicht schlechter als jeder andere Tag.

So gegen neun machte ich mich auf den Weg ins Städtchen. Die Liebste brauchte was vom Arzt und was zur Post, ich musste dringend mal zum Optiker und ihm die frohe Kunde überbringen, dass ich mit der Brille nicht klarkomme. Außerdem brauchte ich einen langen Nagel, seit viel zu lange steht das gerahmte Bild, das, was Sie auch hier im Header sehen, im Flur rum. Gegen halb elf twitterte ich:

Im Ärztehaus war der Aufzug ausgefallen, im Parkhaus – das kennen Sie als treue Leserin ja schon aus dem letzten Jahr – war natürlich wieder Chaos, beim Optiker war der Optiker nicht da. Und auf dem Parkplatz … also auf dem Parkplatz …
Ich hab Ihnen das mal aufgezeichnet.

Die grauen Rechtecke sind Autos, die leer auf Parkplätzen rumstehen. Ich hatte eigentlich für einen Platz weiter vor mir angestanden, aber die Fahrerin setzte sich nur rein und fuhr nicht los. Und dann kam eine andere Frau und setzte sich ins grüne Auto und wollte raus; ich wollte also zurück. Tja, und das hat die Frau hinter mir komplett überfordert. Hoffe ich, denn sonst müsste ich ihr Dummheit unterstellen. Oder Boshaftigkeit. Sie reagierte weder darauf, dass ich vorsichtig ein Stückchen zurückfuhr, noch auf hupen noch auf wildes freundliches Gestikulieren noch darauf, dass ich ausstieg und sie ansprach. Sie hielt ihr Lenkrad fest und starrte geradeaus.
Gefühlt zehn Minuten standen wir da alle voreinander. Wahrscheinlich warens fünf und ich hatte viel Zeit darüber nachzudenken, warum Menschen so überfordert von der Welt sind.

Und im Baumarkt riss mir dann die Hose und ich lernte: Mit zwanzig und mit bunten Haaren und Lederjacke war ich deutlich cooler damit, wenn meine Hose im Schritt gerissen war.

Mittags kam die Liebste und jetzt haben wir beide Ferien. Zur Feier des Tages drehten wir erstmal die unterbrochener Runde durch die Stadt zu Ende und gingen danach was essen.

Zu Hause wartete Post von Kundinnen, eine vom Finanzamt und auch eine von einem von Ihnen auf mich und all das hat mich sehr gefreut; besten Dank!

Ach, und eine kleine Anmerkung zum Bild von gestern: Viel von dem, was ich heute beim Fotografieren so mache, habe ich ja von Annette Göttlicher gelernt, als die damals in ihrem Blog noch Fototipps gab. Irgendwann schrieb sie darüber, wie man in der Stadt schöne Straßen fotografieren kann, wenn die Staße zugeparkt ist: Man nimmt das Dach eines der Autos und geht so nah dran, dass sich die Häuser im Autodach spiegeln.
Ich hab das sehr verinnerlicht und nutze das überhaupt sehr gerne, wenn der Vordergrund nicht schön ist. So zum Beispiel wie oben im Wald, da wo vorne der letzte Orkan alles umgehauen hat, wo man aber deswegen einen guten Blick auf den Abendstern hat.
Will sagen: Nein sorry, da ist kein See.

Heute morgen suchte twitterperlen.de nach Einfällen zum Hashtag #elternabendundsex, also zu Sätzen, die sowohl beim Elterabend als auch beim Sex passen und es sprudelte – Verzeihung – nur so aus mir heraus. Dummerweise als Fragen/Antworten bei Instagram und wir wollen das ja nicht verloren gehen lassen …

  • Schön, dass der Herr Müller jetzt auch noch gekommen ist.
  • Ja, der Stuhl ist etwas niedrig, aber jetzt stellen Sie sich mal nicht so an.
  • Wenn dann alle hier fertig sind, gehen wir noch rüber zu Frau Meier, die hat da noch was vorbereitet.
  • Wenn man zwischendurch ein bisschen twittert ist’s eigentlich ganz lustig.
  • Kennen sich alle, oder müssen wir erst eine Vorstellungsrunde machen?

Und jetzt gucken wir The Handmaid’s Tale weiter, das hebt so schön die Stimmung. Nicht.

19.12.2019 – Urlaub I

Obwohl ich noch etwas zu tun hatte – jetzt kann ich‘s ja sagen – bin ich mit einem fröhlichen Urlaubsgefühl aufgewacht; das war super.

Für den Mac ach guck, inzwischen auch für Windows und Linux gibt es ja das schöne Programm Mediathek View mit dem man die öffentlich-rechtlichen Mediatheken durchsuchen kann. Ich hab mal nach dem Stichwort „Jazz“ durchsucht und eine beachtliche Menge Zeugs gefunden, was mir die nächsten Urlaubstage sicher sehr versüßen wird.

Dann ein bisschen gearbeitet. Den letzten Rest dieses Jahres. Das Ergebnis werden Sie im nächsten Jahr sehen, die Kundin ist in unserer geeinsamen Filterbubble bekannt.
Ein alter Freund rief an, wollte ein bisschen plaudern und hatte nebenbei noch gute Nachrichten; auch das war super.
Schon mal gründlich die Küche ge-hauselft.
Bei „Shopping Queen“ gewundert, dass heute nicht die Wochensiegerin gekürt wird – oder, in other words: Mein Gehirn ist auf Freitagnachmittag geschaltet und das bedeutet, dass ich schon im Urlaub angekommen bin.

Bei der Kaltmamsell diesen schönen Artikel gefunden …

„Ich weiß selbst gar nicht genau, welche der Mitarbeiter eine Schwerbehinderung haben. Das ist doch nicht wichtig“, sagt Regionaldirektor […] Und damit ist im Grunde schon sehr viel gesagt. Es scheint hier eine große Unaufgeregtheit zu geben […]

taz.de: Beim Bestatter lebt die Inklusion

… und ich denke daran, wie die Liebste mal erzählte, dass in ihrer Inklusionsklasse die Schülerinnen nicht wussten, wer denn jetzt die Kinder mit Behinderung waren. So soll das sein.

Wir zählen die Tage, die die Liebste noch zu ihren Kindern muss und haben Glück: Es lässt sich an einem Finger abzählen. Wir haben echt mal Pause nötig.

Als blau langsam zu schwarz wurde rausgefahren, mal sehen, ob noch ein schönes Foto da draußen wartet.
Beim ersten Versuch lehnte ich gerade quer übers Auto um die Kamera schräg hoch aufs letzte Licht zu fixieren als mich auf einmal jemand forsch anbrüllte: „Und, was fotografieren Sie hier so?“ In meinen Kopf schoß ein „Wonach siehts denn aus: Maulwürfe“ aber ich besann mich und erklärte: „Den Abendstern zusammen mit den Bäumen vor dem Rest blauen Himmel“ – „Aha“ – „Jo“ – „Aber nicht unser Grundstück!“ – „Wenn das da oben nicht Ihr Grundstück ist: Nein.“ – „Ja man weiß ja nicht wer hier so spioniert.
Ich sparte mir die Vorträge über Panoramafreiheit und all das, brummte undifferenziert und hinter der nächsten Ecke war das alles eh viel schöner. Ich hoffe also: keinem von Ihnen gehört ein Grundstück da oben.

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