18.11.2018 – Bieberkacke

So gegen sieben morgens mit Migräne aufgewacht. Ab drei nachmittags kamen die Gäste der Liebsten auf die ich mich wirklich gefreut hatte. Jetzt ist es halb elf abends und ich liege immer noch flach. Mehr ist nicht zu sagen.
Was für ein Dreckstag.

17.11.2018 – open your mind

Den Tag begonnen mit einer Briefing-Telko. Ein paar Dinge besprochen und die schon erwähnte hübsche Seite für die langjährige Kollegin wird noch etwas hübscher. Sie lässt mir sehr weitgehend freie Hand und dieses Vertrauen zu bekommen, ist ein schönes Gefühl.

Dann wollte ich arbeiten, aber der Rechner … sagen wir: Er hing, wie ich es seit seeligen Windows 98-Tagen nicht mehr erlebt habe.
Ich fasse mich kurz und empfehle: Wenn Sie Ihr Betriebssystem updaten und danach ein Programm – eines das sich richtig tief ins System hängt – nach einem Update schreit, dann sollten Sie dieses Update machen und den Hinweis nicht jedes Mal wegklicken. Auch, wenn Sie das Programm nicht mehr brauchen, nein nein. Alternativ das Programm zu entfernen ist natürlich genau so sinnvoll.
Und wenn Sie wissen, dass Ihre externe Soundkarte mit dem Betriebssystem-Update nicht mehr funktioniert, sollten Sie überlegen, ob es dann nicht an der Zeit ist, die alten Treiber zu entfernen.
Softwareleichen, die tief im System hängen können ein solches auch ausbremsen.

Aber wo wir dabei sind: Was nimmt man denn heute in der Hobby-Liga so als externe Soundkarte / Audiointerface um seine analogen Intsrumente mit Logic zu verbinden? Ich hatte das Tascam US-122 MK II.

Dann nachmittags fürs Konzert fertig gemacht. Tina spielte im Dortmunder Konzerthaus und nachdem das in Köln vor ein paar Wochen so schön gewesen war, hatte ich gefragt, ob wir nochmal kommen dürften.

Es wurde wieder ein wunderschönes Konzert.
Nachher noch ein Stündchen zusammen gesessen und ich finde es faszinierend, auf was für Themen wir blitzschnell immer so kommen. Allen gängigen Rock’n’Roll-Klischees zum Trotz waren es beim letzten Mal die erstarkenden Rechten und wie man in den verschiedenen Ländern damit umgeht; diesmal die unterschiedlichen Schulsysteme dreier Länder sowie das Social Web und die Yellow Press. Horizont-Erweiterung pur.

Dankbar nach Hause gefahren.

16.11.2018 – seltsame Wesen

Da die Liebste am Wochenende Gäste erwartet den Tag – quasi noch im Nachtschlaf – im Laden begonnen. Wieder eine neue Phase im Laden entdeckt, im Moment siehts also so aus:
Von sieben bis acht Schülerinnen und Schüler. Kaufen ein Getränk und einen Riegel irgendwas, stehen in Horden im Weg und zahlen mit einer Hand voll Cents. Besser vermeiden.
Dann eine halbe Stunde lang die Grosseinkäufer. Haben zwei Wagen bei sich und räumen gekonnt ganze Regalmeter Fleisch, Getränke oder Snacks aus. Haben es sehr eilig und rempeln Dich auch mal weg. Besser vermeiden.
Dann ca. eine halbe Stunde die ideale Einkaufszeit: Der Laden ist nur gefüllt von Verkäuferinnen, die alles auffüllen, was der Vortag oder die Großeinkäufer geleert haben. Sind freundlich. Super Zeit.
Dann kommen die, die auch zum Markt wollen oder vom Markt kommen, dann die, die schnell ins Wichenende wollen und dann ist irgendwann alles leer gekauft.
Freuden des Home-Office: Das kann ich mir ja so einrichten.

Von meiner privaten Cloud benachrichtigt worden, dass das Programm nicht mehr weiter entwickelt wird. Bieberkacke! Nun gut, es gibt einen Nachfolger – aber ich change nicht gerne running systems. Und ich beginne meine Tage nicht gerne damit, Software einrichten zu müssen, wenn ich eigentlich arbeiten möchte.

Briefing-Telko. Das wird eine hübsche kleine Seite für eine alte Kollegin. Frohgemut begonnen zu arbeiten und dabei feststellen müssen, dass eine meiner Lieblingserweiterungen fürs Lieblings-CMS wohl nicht mehr weiter entwickelt wird. BieberkackeBieberkacke!

Aus Gründen beim Arbeiten viel laute Musik gehört. Viele Details gehört, die mir bis jetzt nie aufgefallen waren. Das war wohl eine gute Entscheidung gestern.

Abends dann spontan doch noch ins Kino gefahren und die phantastischen Tierwesen II geguckt. Ich hab den Film leider nicht verstanden.
Ja, so hab ich auch geguckt, als ich das feststellte.

Nein, das alles ist echt kaum erzählenswert, aber vielleicht freuen sich ja eines Tages Archäologen, wenn sie meine alten Serverfestplatten finden und erfahren, wie der langweilige Alltag eines weißen Mittvierzigers im Homeoffice war.

Gewinnermoment des Tages: Wir sind abends zwischen sieben und acht quer ins Ruhrgebiet gefahren ohne einen einzigen Meter im Stau zu stehen.

15.11.2018 – obenrum etwas aufdringlich

Ups, da hab ich ja gestern geschlunzt. Ich bin schlecht. SCHLECHT.

Heute musste ich um sieben an den Schreibtisch, bis neun was arbeiten, dann in die Telko mit Sylvia, die ging so bis eins – also nicht die Telko, sondern das, was ich da gearbeitet habe. Und dann hatte sich der Mann, dem ich die Boxen abkaufen wollte schon gemeldet und gesagt, ich könne so um drei da sein – und weil der ja gar nicht in Köln sondern eine halbe Stunde dahinter wohnte, musste ich dann auch schon los; ich musste ja noch am Bankomaten vorbei, das Geld holen und vor der Fahrt noch was frühstücken war auch nicht schlecht und dann wurde es eh schon viertel nach drei weil tatsächlich immer noch Laster versuchen auf die gesperrte Leverkusener Brücke zu fahren, trotz der ca 50 Schilder und Ampeln und Schranken und Blinklichter und Sperranlagen und bis der dann zurückgesetzt hatte …

Ja, das fühlte sich so hektisch an wie geschrieben.

Mit den Boxen, das war nämlich so: Irgendwann – ich schätze 2008 –  hatte ich Garvin ein Paar alte Standboxen abgekauft. Ich brauche nämlich gute Boxen, ich will „richtig“ Musik hören, ich ertrage es nicht wirklich gut, wenn Musik aus Laptop-Speakern oder einem 10x10cm Bluetooth-Kistchen rappelt. Die Sätze aus Hifi-Zeitschriften die über „fein im Raum gestaffelte Instrumentierung“, über „transparente aber nicht zu aufdringliche Höhen“ und ein „solides aber nicht übertriebenes Bassfundament“ sprechen – ich möchte sie erleben.

Und das seit ich sechzehn bin.

Leider hab ich kein Geld dafür gehabt. Noch nie.

Garvins alte Boxen waren aber sehr, sehr ok; dazu kam, dass sie eigentlich mal Sylvia gehört hatten und das war ja auch eine sehr schöne Verwertungskette.
Leider hatte sich in den letzten Tagen das feine Zirpen im rechten Speaker – vermutlich von einer defekten Aufhängung oder einem feinen Riss – zu einem soliden Pfllrt-Geräusch erweitert, das jeden Tritt auf die Bassdrum begleitete. Und die meisten tiefen Basstöne mit einem längergezogenen Pffffffffffffrrlllt.
Das war sehr traurig; fand nicht nur ich.

Ein Besuch vorgestern im örtlichen Elektromarkt mit Hifi-Zimmer – also, dass ich mir die Edel-Läden nicht leisten kann weiß ich ja eh – ein Besuch da also hatte klar gemacht: Unter 800,- krieg ich keinen guten Klang. Pro Box versteht sich.
Das Geld hab ich gerade nicht rumliegen.
Und dann leuchtete gestern in der facebook-Gruppe „Hifi gebraucht“ (oder so) auf: Ich verkaufe 1 Paar Boxen für 200,-
Ich recherchierte kurz, was das Netz so zu den angebotenen Kisten schrieb, wir schrieben hin und her und ich fuhr gestern los.
Ich sag mal: Die viereinhalb Stunden Autobahn haben sich gelohnt. Und unsere Nachbarn kennen Frau Dicos Konzert mit dem Orchester jetzt auch. Heute stelle ich Ihnen vielleicht mal Metallica vor, was meint Ihr?

Was ich wirklich spannend fand: Ich kannte die oben zitierten Klang-Nerd-Sätze nur aus Hifi-Zeitschriften und gelegentlichen Besuchen in entsprechenden Foren online; ich hatte das alles noch nie erlebt.Wenn man weiß, dass man sich etwas eh nicht leisten kann, dann vermeidet man den Selbstversuch ja. Also ich zumindest – so aus Selbstschutz.
Und dann verkaufte der Mann gestern eigentlich gleich zwei Paar Boxen – beide zum gleichen Preis – und ich konnte mal den Vergleich hören und mir die passenderen aussuchen.
Wir saßen als im Stereodreieck und hörten und ich merkte schnell, das mein nächster Satz direkt aus der Fachzeitschrift stammen konnte. Endlich endlich, nach all den vielen langen Jahren konnte ich sagen:

Die sind mir in den Höhen etwas aufdringlich.

So schön, wenn nach 30 Jahren angelesenem Nerdtum alles einen Sinn ergibt.

13.11.2018

Schon den zweiten Morgen aufgewacht und gedacht: Uh, das wird eine Migräne. Ich weiß gar nicht, was ich weniger nicht mag – Migräne oder wenn sie sich so heimtückisch über Tage ankündigt.

Ich bin Ihnen noch das angekündigte zweite Projekt schuldig. Es zog sich etwas, weil der Server, auf dem alles landete und das CMS sich offensichtlich nicht 100% verstehen.
Eine unrepräsentative Umfrage auf Twitter ergab, dass ein Webworker, der sagt „Es gibt da Probleme mit dem Server“ genau so gut sagen könnte „Der Drömpel im Fluxkompensator ist nicht richtig gevüllt“ aber leider war es so.
Im Endeffekt können wir aber jetzt die pARTnerschools willkommen heißen – ein bemerkenswert simples und vermutlich ebenso bemerkenswert effektives Projekt, das in einem Land mit einem zweiklassigen Schulsystem Kinder aus diesen beiden Klassen zusammenbringt, damit sie miteinander singen. Das bringt allen etwas und deswegen bin ich froh, dafür einen Teil mitgearbeitet zu haben: www.partnerschools.org. Hauptverantwortlich war wieder Peter Neuhaus.

Eine Anfrage aus der Vergangenheit bekommen. Wer schon mal ein Ehrenamt inne hatte, die wird es vielleicht kennen: Wenn man sich aus dem Ehrenamt zurückziehen möchte, dann klappt das selten ohne größere Verletzungen auf allen Seiten – so jedenfalls meine Erfahrung. Heute dann eine Anfrage von jemand, die wohl neu in meine alte Gruppe gekommen ist und ohne das geringste Bewusstsein für all die Wespennester mich ins Spiel brachte, als es um eine Website für die Gruppe ging. Ich werde ihr  antworten; zum einen kann sie ja nichts dazu und zum anderen bin ich zum Glück sehr klar: Kein Problem mit der Gruppe, ein klares Problem mit einer Person. Ich bin so selten nachtragend, dass das Wort „nie“ eigentlich richtig wäre – aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Das wird noch spannend.

Meldungen aus der Kleinstadt: In einem nicht näher benannten Dorf hat der örtliche Dingsverein – seit Jahren damit beauftragt, den Martinszug für die Kinder zu organisieren – diesmal wortwörtlich etwas dick aufgetragen. St. Martin saß wie immer auf irgendeinem beim nächsten Bauern ausgeliehenen Zossen, der Bettler aber war so dick blutig geschminkt dass nicht nur die anwesenden Kinder erschrocken.
Ich lachte sehr.

Vor ein paar Monaten eine Anfrage bekommen, die wir erstens auf Anfang November legten und die zweitens sehr offen gestaltet war; ich hatte ziemlich freie Hand, mehr also sonst gewohnt. Gestern hatte ich ein Scribble mit meinen Vorstellungen losgeschickt – heute die Antwort: genau so, leg los.
So kann ich arbeiten. #Selbstbeweihräucherung für heute Ende.

Gestern Abend retweetete ich einen Link zu einem Artikel auf forschung-und-lehre.de, über den ich mir dann noch ein paar Gedanken mehr gemacht habe. Ich fürchte allerdings, um meinen Überlegungen folgen zu können, müsst Ihr jetzt erstmal da rüber. Nehmt Euch einen Moment Zeit, das ist länger da drüben. Und so richtig Spaß machts auch nicht.

Studierfähigkeit – Da läuft etwas ganz schief
Erfüllt das Gymnasium nicht mehr seine wesentlich Aufgabe: Junge Menschen studierfähig zu machen? Eine Kritik aus erziehungswissenschaftlicher Sicht.

Jetzt hat vermutlich schon Diogenes darüber gemäkelt, dass seine Schüler ihm nicht nur a) in der Sonne standen, sondern das auch b) noch viel ungeschickter taten als die Generation Schüler davor – aber gehen wir mal davon aus, dass wenigstens die grundsätzlichen Beobachtungen stimmen.

Wundern wir uns dann noch über den Tonfall im Web? Über den auf der Straße? Über die Menschen, die die nächste Generation Politiker sein wird und unser Land führen wird?

Und was tun wir damit? Mein Wunsch, das deutsche Bildungssystem mal kräftig durchzurütteln wird nicht kleiner.

Und nun? Beenden wir das ganze doch besser positiv. Gehense doch mal rüber zur Sylvia und nehmen sich ein paar Minuten für die Meditation, die Sie da finden. Danach gehts allen besser; Ihnen und der Welt auch.


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