6.1.2019 – finalize it.

(irgendwas mit lang geschlafen)

Letzter Ferientag. Als ich mit diesem kleinen Blog hier wieder begann, ins Internet zu schreiben erwähnte ich ja schon, dass wir die nicht so mögen, die letzten Ferientage. Daran hat sich nichts geändert.

Letzte Abstimmung. Letzter Tag an dem ich Zeit hatte, also hab ich die ToDo-Liste für den Remix abgearbeitet. So entspannt das alles anfing – heut war das noch mal richtig Arbeit.
Aber: Fertig!
Morgen werd ich nochmal mit erholten Ohren auf verschiedenen Anlagen drüber hören und wenn mir keine groben Schnitzer auffallen wird hochgeladen. Kinder, hab ich Bammel.
Aber wie Franzi heute sagte: So muss das; so wegen Komfortzone und so.

Wie gesagt: Ich darf den Remix auch selbst veröffentlichen und werd das die Tage dann auch hier mal tun.

Erster Rant. Da nimmt man sich für das neue Blog vor, nicht mehr zu ranten, passt einen Abend nicht auf sich auf und schon bringt der gestrige kleine Wutausbruch hier eine Retweet- und Besucherrekord.
Ich muss nachdenken.

Letzte Chance. Auch wenn wir keine Neujahrsvorsätze hatten, haben wir uns heute mal eine Haushaltsbuch-App installiert. Das wird lustig.

Letzter Satz: Und sonst war heute nix.

Das Artikelbild ist von wilco737 (CC BY-NC-ND 2.0)

Hackerangriff?

Vorgestern hab ich was verpasst. Irgendwann abends erfuhr ich nebenbei, dass Online und Offline wegen eines „Hackerangriffs“ quasi übergekocht waren. Vielleicht war es also gut, dass ich nicht dabei war; vor allem, als ich dann versuchte, mich ein wenig zu informieren. Zum Glück stieß ich schnell auf einen besonnenen Artikel, denn – Spoiler – es war wohl gar kein Hackerangriff.

Aber das ist natürlich zu kompliziert und Medien sprechen weiter von „Hackern“, der Hashtag kursiert auch weiter und mich – denn ich mache ja was mit Computern – fragen Menschen nach einer Einschätzung.

Und die lautet in Kurzform: Verdammte Hacke, lernt endlich Eure Computer zu benutzen.

Und in lang: Lest Euch mal durch Clients from hell. Da gibts immer wieder mal Artikel die lustig sind, weil Kunden glauben, Computer (und die Menschen, die beruflich dran sitzen) seien allmächtig. Mensche, die mit mir sprechen glauben das ebenfalls oft.
Ich muss Euch was sagen, was Euch nicht gefallen wird:
a) Wir sind nicht allmächtig.
b) Wir sind allmächtig.

Ich erklärs mal:
Wir sind nicht allmächtig: Wir können in Photoshop nicht das Gesicht einer Person in ein Foto zaubern, wenn die Person sich weggedreht hat. Wir können nicht in ein Satellitenbild von Google hineinzoomen und schauen, wer bei Euch im Garten sitzt. Und wir Euch können nicht mal eben einen Studentenausweis drucken. Wir können nicht in dem Zeitraum „eine Firewall hacken“, den es braucht „oh, eine Firewall – bin drin!“ zu sagen.
Wir benutzen nur ein paar Programme und wir sind keine Hacker, sondern Grafiker oder Programmierer und das alles ist Hollywood-Kacke und wenn Ihr glaubt, das alles geht, dann zeigt das vor allem, dass Ihr nicht den Hauch einer Ahnung habt.

Wir sind allmächtig: Wir professionelle Anwender können es nicht, aber wer es möchte kann vermutlich in weit über neunzig Prozent der weltweit laufenden Rechner-Systeme einbrechen. Das ist harte Arbeit, die meist lange Vorbereitungszeiten und einen hohen Grad an krimineller Energie braucht.

Aber: In weitaus mehr der privaten Rechner kommt man rein. Viel einfacher. Und wisst Ihr warum das so einfach ist?
Weil ihr Euch nicht kümmert. Weil man Euch vorgaukelt, man müsse sich nicht kümmern. Weil Ihr als Passwort 12345 oder qwertz oder ficken oder den Namen Eurer Kinder benutzt und weil das immer noch geht. Weil Ihr keine Updates macht. Weil Ihr den bequemsten und nicht den sichersten Messenger benutzt und keine Mails verschlüsselt. Weil Ihr jeden lustigen Film aus jeder dummen Messenger-Gruppe anguckt und sofort an alle anderen weiter schickt und jedes dämliche Quiz bei Facebook anklickt. Weil Euch $5 im Monat für einen Passwortmanager zu teuer sind. Weil Ihr nach 25 Jahren immer noch nicht begriffen habt, was An, CC und BCC bedeuten.
Weil. Ihr. Euch. Nicht. Kümmert.

Und auch weil man Euch vorgegaukelt wird, dafür seien Computer da und so könne man sie benutzen.

Ihr habt Angst vor Hackern, aber kein Problem damit, in jedem Raum ein Mikrofon zu haben, das Eure Gespräche mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Alexa, spiel Helene Fischer“ zu sagen, statt das Telefon aus der Tasche zu nehmen und dreimal zu tippen.

Wisst Ihr, wie man als Fremder ins W-LAN einer größeren Firma kommt? Man kauft sich einen Business-Anzug, hängt in der Büro-Küche rum und fragt: „Sorry, heut’ ist mein erster Tag – wie war noch das Passwort? Ich will nicht schon wieder die IT anrufen …“

Man kann sich vor „Hackern“ nicht schützen, in dem man Software installiert. Man kann sich nur schützen, in dem man versteht, was man tut; in dem man versteht, was Computer sind und tun und in dem man sich entsprechend verhält.

97% der Menschen die mich fragen wollen das übrigens alles nicht hören, stecken ihren Kopf in den Sand und fragen mich beim nächsten „Hack“ der es in die Medien schafft exakt das selbe wieder.

Wisst Ihr was: Wenn Ihr das privat so handhabt, dann ist mir das vollkommen wumpe. Schade um Eure Urlaubsbilder, aber es ist mir wirklich vollkommen wumpe.
Schlimmer: Falls Ihr aber zum Beispiel ein Politiker seid, dann verdammt noch mal: Schafft Euch mal Ahnung drauf. Falls Ihr ein Telekomunikationsanbieter seid: Schafft Verschlüsselungsstrukturen. Lasst keine unsicheren Passwörter zu. Falls Ihr ein Firmenchef sein: Glaubt der IT. Die machen das nicht zum Spaß.

Verdammte Hacke, lernt endlich Eure Computer zu benutzen.

(Danke fürs Artikelbild!)

5.1.2019 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Acht Uhr. Aufgestanden. Vorangegangen war eine unruhige Nacht, in der ich unter anderem so gegen halb sieben geträumt hatte, dass ich aufwachte, weil es klingelte. Weil ein Türklingeln um halb sieben ja nur schlimmes* bedeuten kann, war ich also schlaftrunken runter gestolpert. Aber da war dann natürlich niemand gewesen.
Immerhin lief da gerade der kleine Nick im Fernsehen (prima!) über den ich dann noch mal einschlief.

*) Z.B. dass der Dorfpolizist erfahren hat, dass ich ohne Hilfe einen Serienbrief schreiben könnte und mich daher für verdächtig genug hält, am „gestrigen“ „Hack“ schuldig zu sein.

Da mein Unterbewusstsein mich generell gerne mit Migräne überrascht, wenn wir uns etwas vorgenommen haben, hatten wir uns gestern Abend verabredet, heute um neun „nicht“ nach Aachen zu fahren. Auf keinen Fall. Unter gar keinen Umständen. Zwinker, zwinker.
Ein Blick auf den Wetterbericht brachte uns dann allerdings dazu, wirklich nicht zu fahren.
Aber in Hamm – also deutlichst näher – hatte die Liebste eine interessant klingende Ausstellung gefunden, in die wir dann „auf keinen Fall“ fahren wollten. Unter gar keinen Umständen.

Vierzehn Uhr. Das war mal keine doofe Ausstellung. Obwohl ich beim Lesen vorher noch dachte: „Naja, mal gucken.“ …:

Das [Museum] zeigt eine Ausstellung, die sich mit dem Mythos des […] Germanen aus den „alten Zeiten“ befasst: Groß, blond, blauäugig und stark. Die Vermittlung des Germanenbildes […], die während des „Dritten Reiches“ […] für politisch-ideologische Zwecke instrumentalisiert wurde, prägte nicht nur das Geschichtsverständnis der Jugendlichen und Kinder der NS-Zeit. Sie wirkt auch noch heute nach.
[…]
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Schulwandbilder und -karten, denn sie prägten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Unterricht.

Stadt Hamm: Text zur Ausstellung „Mythos Germanien“

Um genau zu sein hatte ich „_Schulwandbilder_?? Na, mal gucken“ gedacht. Aber die Ausstellung kriegte uns sofort.
Fassen wir (Achtung Spoiler) grob zusammen: Die Nazis (und vor ihnen schon die damaligen völkische Bewegungen) haben Geschichte geklittert und bei jedem Blick in die Vergangenheit bis vor Christus in ihrem Interesse ein wenig an den Tatsachen gedreht. Kern des Ganzen: So deuteten sie sich aus den lose auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands herum-marodierenden Stämmen ein einiges Volk. Eines, das schon damals a) besser war als andere und b) immer auf der Suche nach Lebensraum war. Klar, warum: Mit 1000-jähriger Geschichte im Rücken lässt sich der eigene Wahn besser begründen.
Was uns so beschäftigte: Das Bild des großen, blonden Germanen und die groben Züge des Ablaufes der Geschichte waren uns einfach zu geläufig. Was eher doof ist, wenn es z.B. „Germanen“ nur gab, weil Cäsar der Bequemlichkeit halber einen Begriff für alles jenseits des Rheins benutzte.
Nicht, dass mich das alles überraschte, aber wie gesagt: Uns waren die von den Nazis aufgebrachten Memes und Frames einfach zu vertraut.

Beim Weiterschauen wurde klarer, warum: Da war zum Beispiel eine Wandtafel, die die deutsche Geschichte seit ca 100 vor Christus in Bildern an einem Zeitstrahl darstellte. Die letzte Zeile, die mit der „glorreichen“ Machtergreifung hatte man nach dem Krieg zwar (Entnazifizierung) abgetrennt, den Rest aber weiter benutzt – naja so Schulmaterialien sind ja auch teuer, warum soll man das wegen ein bisschen subtil angebrachter Ideologie wegwerfen?
Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Unterrichtsmaterial, was in Nazideutschland gleichgeschaltet produziert worden war noch zu meiner Schulzeit – vielleicht auch grob „gereinigt“ aber nie wirklich hinterfragt – im Einsatz war. Und wie viel dieses „Wissens“ noch heute unreflektiert in Köpfen, Artikeln, Dokus steckt und immer wieder wiederholt wird.

Man könnte also (wieder mal) schön zusammen fassen: Nein, es ist NICHT so langsam mal gut mit dieser Aufarbeitung.

Und, persönlich: Ich denke ja schon länger über das Selbstbild der Deutschen nach – und diese Ausstellung wird dieses Bild sicher noch mal deutlich ändern.

Vor dem Gustav-Lübke-Museum

Sechzehn Uhr: Pause. Auf dem Rückweg haben wir (viel geredet und) uns Frühstück besorgt; danach mag es sein, dass noch ein Mittagsschläfchen untergebracht sein wollte.

Um mich selbst von der Arbeit abzuhalten habe ich ein paar automatisch wiederkehrende größere Sicherungs- und Prüfungsaufgaben meines Servers auf den Samstag gelegt; das führt dazu, dass mein Netzwerk samstags so schnarchlangsam ist, dass man kaum vernünftig arbeiten kann. Also heute auch keine Arbeit am Remix.

Achtzehn Uhr: Kultur. Was ich dann tat: Musik hören. Richtig bewusst hingesetzt und zugehört. Was ich hier erst nicht schreiben wollte: dass ich Musik gehört habe. Hätte ich ein Buch gelesen, hätte ich nicht nachgedacht. Eventuell hätte ich bei Kant eher hingeschrieben, was ich gelesen habe als bei „Dr Rainer Wilfers – zerrissen zwischen zwei Frauen“ aber das ich las – kein Problem.

Interessant, nicht?

Ich hörte also Musik und dann schrieb ich diesen Beitrag zu Ende. Ich denke, wir werden den Tag gleich mit der nächsten Folge der vierten Staffel der Brücke und Suppe und Baguette beenden.

4.1.2019 – musically friday

(irgendwas mit gut und lang geschlafen)

Nach dem Aufstehen hausgeelft und dann – Überraschung! – ein paar Punkte auf der noch-to-do-Liste für den Remix angearbeitet. Inzwischen hatte ich eine Liste gemacht – denn eine der anspruchsvolleren Aufgaben bei einem Song, den man komplett neu anlegt, ist es ja auch zu wissen, wann man aufhören muss. Also ab wann man nur noch verschlimmbessert.
Man kann eigentlich eine Menge über sich und über gutes Arbeiten lernen, wenn man über so einen Weihnachtsferienspaßremix nachdenkt.

MINT? Frühstücken gegangen. Am Nebentisch saß ein unterbeschäftigtes Kind das ein Physikbuch dabei hatte und seine Umwelt mit astronomischen Fachfragen erfreute. Die erste war: Wie weit ist der Jupiter von der Sonne entfernt?

  • Ich: (stocke im Gespräch und beginne im Kopf zu rechnen)
  • Liebste: Du rechnest das jetzt nicht ernstha… Du weißt sowas nicht!
  • Ich: (schiebe Tasse, Teller und andere Gegenstände auf dem Tisch hin und her, um Abstände zu markieren)
  • Liebste: Das ist nicht Dein Ernst!
  • Ich: 40 Lichtminuten!
  • Liebste: Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie viel eine Lichtminute ist und ich möchte nicht, dass das stimmt. Aber (googelt los) ich kann Dir das in Kilometern sagen.

Tja, was soll ich sagen: Es sind 42 Lichtminuten und ich finde das für eine grobe Schätzung mittel Kakakotasse, Teller und Marmeladentopf ganz ok und ich gestehe, ich bin da stolz drauf. Ich weiß, MINT ist furchtbar uncool, aber ich mag, dass ich da Grundwissen habe. Selbstbeweihräucherung Ende.

Mit Sylvia telefoniert. Als Fachfrau für (elektronische) Musik und Qualitätsmanagement schien sie mir exakt die richtige zu sein, um den aktuellen Stand des Remix mal Probe zu hören. Die Idee sollte sich bestätigen, sie brachte wertvollste Ideen und Rückmeldungen ein.
Kinder, ich sag Ihnen: Augen auf bei der Wahl der Freunde. Jemand, die einem auch mal sagt (und von der man es auch hören kann wenn sie es tut): Nee, ist Mist – so jemand ist einfach Gold wert.

(So sieht das aus, was ich da tue. Ich finds nebenbei auch irgendwie sehr ästhetisch)

Außerdem hat sie gesagt, ich soll den Bass lauter machen und Menschen, die den Bass lauter wollen, kann man gar nicht hoch genug schätzen.

Aus dem Maschinenraum: Ich habe die Permalinkstruktur dieses Blogs geändert. Das bedeutet für Sie als Leserin exakt gar nichts, selbst wenn Sie schon mal irgendwie hier rüber einen Link gesetzt haben.
Falls Sie aber selbst ein Blog haben und dazu Fragen im Kopf – dann wissen Sie jetzt, dass ich mich mit sowas auskenne und sogar im laufenden Betrieb eines Blogs die Permalink-Struktur ändere. Wo da doch alle (inklusive mir selbst) eher „Um Gottes Willen – nicht!“ rufen würden.

Aus Absurdistan: Vor vielen Jahren nannte ich das, was ich beruflich so tun wollte mal „Internetconsulting“. Als ich damals ein Auto leaste, war das dem örtlichen Autohaus zu fremdartig und sie strichen kurzerhand und rückfragenlos das „Internet“ raus. Seitdem habe ich versucht, die Zeile „Christian Fischer Consulting“ auf den Rechnungen und Briefen geändert zu bekommen. Nach ca. 6 Jahren hat das irgendwann geklappt.
Gerade sprach ich mit dem Mac-Mann, der mir ein Angebot geschickt hatte und fragte ihn, woher denn die Zeile „Christian Fischer Consulting“ im Angebot käme. „Ja, die kommt von der Schufa und geht so von da an die Leasing“, sprach er.
Ich kopftischte hart.
Eine Namensänderung bei der Schufa – das wird bestimmt ein Spaß mit unüberschaubaren Folgen.

Musik gehört. So richtig – also hingesetzt, nichts anderes dabei getan, nichts zu lesen bei der Hand und auch kein Handy. Wie großartig ist das denn? Hab ich früher öfter gemacht (jaja, wir hatten ja auch nichts, aber).
Dringend öfter tun.
#Serviceblog: Hier, das hab ich gehört. Schöne Coverversionen von schönen Songs.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

3.1.2019 – wie so’n Instagramer.

(irgendwas mit mein Gott war das eine scheiß Nacht)

Trotzdem ich wirklich sehr unerholt aufwachte: Ich war schon in schlechterer Verfassung. Im letzten Jahr habe ich beschlossen, dass dieses Kohlenstoff-Behältnis für meinen Geist noch mal so lange halten soll und habe begonnen, ihm besser zu tun. Ihn mehr bewegt, ihne mal entschlackt und so. Und dass „Kohlenstoff-Behältnis“ vielleicht auch ein schlechter Name ist und für ein unaufmerksames Verhältnis spricht.
Naja – so ein Tag wie gestern hätte mich in den letzten Jahren mehr rausgehauen. Großartig, das zu merken.

Morgens dann noch einmal konzentriert an den Remix gesetzt. Das Abgabedatum nähert sich und so langsam sollte ich an die letzten Details gehen. Passt aber. Und es gibt definitiv schlechtere Dinge, in die man in den Weihnachtsferien seine Zeit und Energie stecken kann.

Da man beim Remixen oder Mastern von Musik sehr schön beobachten kann, wie sich die menschlichen Sinne anpassen und gewöhnen brauche ich zwischendurch viel andere Musik.

(Erklärung für Nerds: Beim Mischen eines Songs habe ich ein bestimmtes Ideal im Kopf. Möglichst transparent vielleicht oder basslastig oder oder oder … Höre ich aber immer und immer wieder einen einzigen Song gewöhnt sich mein Gehirn daran. Auch an Fehler – die werden kompensiert. Deswegen braucht es beim Mischen Pausen und auch Abwechslung.)

Es gibt da verschiedene Therorien: Die eine sagt, man soll die Musik hören, deren Sound man erreichen möchte, um das Ideal immer wieder frisch im Kopf zu haben; die andere sagt, man soll möglichst viele verschiedene Musik hören, um nicht zu eingefahren zu sein. Ich präferiere eine Mischung: ich versuche möglichst viele verschiedene Musik zu hören, die ich als „wirklich gut produziert“ in Erinnerung habe.
Dabei festgestellt: Es gibt ja Musik, die schon extrem in einer bestimmten Epoche zu Hause ist und auch gar nicht so gut altert. Die Musik der Talking Heads gehört da nicht zu. Kann man wirklich gut noch mal hören.

Einen Bilderrahmen brauchte ich noch, denn die Liebste hatte letztens der Frau Dico ein Bild vor die Nase gehalten und sie gebeten, was nettes für mich draufzuschreiben.
Das Schöne, wenn man sein Zimmer mit Bilderrahmen vom Schweden voll gehängt hat ist ja, dass das alles schön einheitlich aussieht. Der Nachteil ist: Für jedes neue Bild muss man wieder zum Schweden.
Ganz doof ist, wenn die Frau eigentlich auch schon in Dortmund ist und man dann selber auch noch mal los fährt. CO2-Bilanz ham wa drauf.
Ganz ganz ganz doof ist dann, wenn man sich durch die Kasse rein schlängelt – wir wissen ja: Bilderrahmen sind ziemlich weit hinten im unteren Stockwerk – und dann sieht: Alle Kassen offen, an jeder Kasse stehen die Leute bis ungefähr zu den Kallax am Rolltor.
Erkenntnis dieses Moments: Niemand braucht so dringen einen Bilderrahmen.

Aber – die aufmerksame Leserin hat es mitbekommen – jetzt waren wir ja beide in Dortmund und einen Anruf später hatte ich mit der Liebsten ein Lunchdate. Wie so kein Ehepaar. Auch irgendwie schön. Es gab Instagramer-Essen im Schönes Leben.

Und dann fuhren wir hintereinander her nach Hause. Ja, da ist organisatorisch echt Luft nach oben.

Zu Hause wartete das sehnsüchtig vom großen T* erwartete Audio-Interface* auf mich und dann hab ich nur noch ein bisschen Gitarre über den Remix gespielt und auf einmal war der Tag rum. Besten Dank an Rouven für den Tipp!

*) „das große T“ ist in Musikerkreisen Thomann; ein Audio-Interface hat vereinfacht gesagt vorne Klinkenbuchsen, damit man z.B. eine E-Gitarre anschließen kann und hinten einen USB-Anschluss, damit der Ton der Gitarre dann in den Computer gelangen kann.

Psychisch krank? Als ich den Fernseher anschaltete – eigentlich um den letzten Teil „der Brücke“ zu sehen – unterhielt man sich gerade über den unterschiedlichen Umgang der Medien mit den beiden Attentaten der letzten Tage.
Mir wuselt da nicht erst seit diesen Anschlägen etwas durch den Kopf: Was für ein Bild hat die Öffentlichkeit eigentlich von psychischen Krankheiten, wenn sie mit dem Begriff „psychisch krank“ immer nur im Zusammenhang mit einem Attentat konfrontiert wird? Kann ich mich noch trauen, jemandem zu erzählen, dass ich eine PTBS und gelegentliche Panikattacken habe oder denkt der dann, ich wäre ein Killer?
Mela hat da auch was rüber geschrieben:

Tatsächlich werden Menschen mit psychischen Krankheiten oder Behinderungen zu einem noch geringeren Teil durch Gewalttaten straffällig, als ‚gesunde‘ Personen. Sie haben aber ein vielfach erhöhtes Risiko selbst Opfer von Gewalt zu werden.

Mela: Ein paar Worte zu psychisch Kranken und Gewalttaten.

Ach, und hier – Danke. Echt: Danke! Ich bekomme im Moment so viel Liebe von Euch; teils analog teils digital – ich bin wirklich sehr gerührt.

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