26.4.2019 – Stop. Bären-Zeit

Kennt Ihr das? Ihr seht ein Bild, hört ein Lied, lest ein Buch von jemandem, dem Ihr schon länger zuguckt oder zuhört – und Ihr habt das Gefühl: Die Künstlerin hat exakt auf dieses Werk die ganze Zeit hin gearbeitet?

Heute war mein Bärenbuch in der Post und ich bin so begeistert und voller Liebe, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

25.4.2019 – Tag der klaren Worte

Morgens eine Mail geschrieben und – ich nahm die Liebste als Kontrollinstanz – mal „etwas deutlich“ geworden. Ich eiere jetzt seit X in einem Projekt herum, wobei X eine dem Projekt vollkommen unangemessener Zeit ist, die ich hauptsächlich versuchte, Kommunikation aufrecht zu erhalten.*

*) Also vermutlich sieht die andere Seite das genau so und das ist ja das Dilemma bei fast jeder Form der missglückten Unterhaltung. Und wenn eine Seite absichtlich destruktiv agiert, aka. „trollt“, dann wirds eigentlich wieder einfacher.

Mit einer alten Freundin frühstücken gegangen. Das ist immer sehr schön, ich frühstücke wirklich äußerst gerne und ich habe Freunde auch wirklich gerne um mich. Oft zeitlich gesehen weniger lang als es gesellschaftlich so geplant ist und deswegen halten mich Menschen oft für eigenbrötlerisch oder unsozial, aber es ist nun einfach so, dass ich mich auf Menschen auch zum einen wirklich ganz einlasse, wenn wir uns treffen und zum zweiten mir ein gewisser Hang zum Introvert inne ist und aus beiden Gründen so ein Treffen schlichtweg anstrengend wird – und ich sagte „so ein Treffen“ und nicht „diese Menschen“, das ist ein wichtiger Unterschied und jetzt habe ich vollkommen aus dem Blick verloren, wo dieser Satz einmal hinführen sollte: Also ich treffe wirklich gerne Menschen, auch wenn ich gelegentlich dann früher gehen muss und das war toll. Und glaubt mir: When u have me, u have the whole Christian und nicht nur einen Teil.

Aber ich gleite vollkommen ab.

Plötzlich fand ich mich in einer Unterhaltung über den Sinn von Impfungen wieder und das ist ja eine Situation, auf die man hauptsächlich von Twitter vorbereitet ist. Folgt man dem dort gelernten, dann hätte ich beginnen müssen, sie zu beschimpfen. Auch ein „Merkste selbst“, so schön von oben herab hält man dort ja für angemessen. Vielleicht auch mit einem Hashtag noch ein paar Freude ins Boot holen die sie auch beschimpft hätten?
Ich halte das im Internet schon für große Kaque und morgens in einem Café noch viel mehr. Also ließ ich sowohl das Beschimpfen als auch das Hashtaggen und das von oben herab sein und suchte eine andere Gesprächsführung.*
Versuchte schon klar zu machen, dass ich da ein paar Dinge anders sehe, dass ich aber Ängste durchaus verstehe. Dass aber meine Infos schon so wären, dass man diese Ängste nicht haben muss. Und am Ende waren wir uns einig, dass es wichtig ist, sich zu informieren und dabei sehr auf die Qualität der Quellen zu achten. Sie weiß jetzt sicher, dass ich das anders sehe als sie und vielleicht schaut sie sich jetzt mal Statistiken an und ich weiß: Nun gut, sie sieht das anders als ich und zum Glück muss ich nicht überlegen, ob ich meine Kinder mit ihren spielen lasse.
Aber vor allem hat niemand niemanden beschimpft und wir können uns noch einmal und noch einmal treffen – was ich fast das wichtigste finde, denn ich mag sie wirklich sehr, sehr gerne.

*) Das klingt so furchtbar bewusst und gesteuert, das war es aber nicht. Ich fühlte mich eher wie auf einer schwankenden Eisscholle, auf der ich Milimeter für Milimeter nach vorne stakste – weil der Spagat zwischen: fair bleiben und Standpunkt klar sagen ist echt schwer, wenn man Diskussionen hauptsächlich aus der Lokalpolitik und dem Internet kennt.

Es ist wirklich spooky, was das Netz mit einem machen kann, selbst wenn man sich aus solchen Grabenkriegen sehr raushält und immer versucht, auch online „anders“ zu diskutieren.
Man solte sich viel mehr offline, eins zu eins und ohne Publikum unterhalten – auch und gerade mit Menschen die zu irgendetwas eine andere Meinung haben. Es ist sehr lehrreich.

Nachmittags jemandem gesagt, dass ich sie toll finde. Sollte man viel häufiger tun. Ehrlich, Sie hören so etwas doch auch gerne und man kann ja einfach mal anfangen.

Antwort auf die Mail von morgens bekommen. Konstruktiv und positiv, das erste Mal seit Wochen. Ich bin fast begeistert.

Tagsüber ein neues T-Shirt getragen. Nervös gewesen deswegen.

Warum eigentlich? Also: Natürlich weiß ich, dass so ein Shirt – an einem Mann noch dazu – Menschen provoziert. Aber, und da beisst sich doch die Fellnase in den Schwanz: Das beweist doch, dass man es tragen muss, dass es ein Thema ist, was Menschen entzweit – und ich frage mich ja nun immer wieder: What the heck gibt es da überhaupt zu diskutieren? Wie kann jemand nicht für Gleichheit zwischen den Geschlechtern sein?

„Ja aber Dings hat doch dasunddas gesagt und das ist vollkommen indiskutabel und deswegen bin ich kein Feminist“ höre ich jemanden rufen.
Im Ernst? Dann müsste ich ja auch aufhören Popmusik zu hören, nur weil es Dieter Bohlen gibt.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
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Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

24.4.2019 – slow down, Linda

So gegen zwei das erste Mal aufgewacht und gemerkt: Migräne. Dann jede Stunde mindestens einmal wach gewesen und mich so bis ca. sieben durch gequält.
Nicht mehr so viel Schmerzen gehabt, aber da waren noch reichlich Einschränkungen des Sichtfeldes und ein leichter Schwindel und Übelkeit.
Beschlossen: Dann ist heute wohl day off.

Ein bisschen dann aber doch im Büro gewesen und mich an der Kommunikation rund um mein aktuelles Liebslingsprojekt erfreut. Und an der Kommunikation rund um mein aktuelles Lieblingsprojekt erfreut. Einer der beiden Sätze beinhaltet leichte Spuren von Ironie.

Nicht viel los heute also. Wie wärs, ich zeig Ihnen jetzt mal die Musik, die ich aktuell dauernd höre und beantworte mal wieder ein paar Fragen?

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  1. In welche Länder möchtest du noch reisen?
    Das ganze Reisethema war eh schon nicht ganz einfach für mich und es ist in der jüngeren Vergangenheit auch nicht einfacher geworden.
    Zum einen habe ich ja ein Katzenleben lang dieses Haus nicht verlassen und bin etwas aus der Übung.
    Und dann habe ich beschlossen, nicht mehr zu fliegen. Vong Umweltsauerei her, Sie wissen schon.
    Davon abgesehen wären es Island und Kanada, die ich unbedingt noch sehen möchte aber so ganz einfach wird das nicht, ohne Flieger.
  2. Welche übernatürliche Kraft hättest du gern?
    Ich wäre gern gelegentlich unsichtbar. Ich beobachte einfach unglaublich gern das Leben und ich habe den Verdacht, dass es sich besser zugucken lässt, wenn mn dabei nicht gesehen wird.
    Außerdem, ich habe das schon öfter beobachtet: Unsichtbare Menschen werden viel eher in Ruhe gelassen als sichtbare.
  3. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?
    Du meinst peinliche Situationen? Die Hochzeit bei der ich als DJ engagiert war und an deren frühzeitigem Ende mir das Brautpaar mitteilte, sie hätten doch lieber was zum Tanzen gehabt statt light Unterhaltungsmusik – das war ein recht unangenehmer Moment, als ich den so in seiner Tragweite begriff.
    Aber karma finds its way und auf unserer Hochzeit hatte der DJ dann gerade Liebeskummer und spielte nur depressiven Progjazz.
  4. Welches Lied macht dir immer gute Laune?
    Solsburry Hill, No time to sleep, Crazy in Love
  5. Wie flexibel bist du?
    Seit ich regelmäßig dieses kleine Set mit dem Theraband durchziehe gehts wieder erstaunlich gut mit dem Rücken.
    Aber Du meintest vermutlich eher geistig, hm? Dann lern halt, genauer zu fragen. (Nicht im Ansatz so, wie ichs wünschte)
  6. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?
    Zählt Nutella-Käse auf Crepe schon?
  7. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?
    In einer Schlange warten. Im Internet lesen. Leute gucken. Panikattacken bekommen. Ungewöhnliche Einkaufs-Kombis der Leute vor mir auf dem Kassenband twittern. In StandBy gehen. Ich habe da viele Möglichkeiten.
  8. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?
    Seit ich begonnen habe, viele Fotos von mir zu machen habe ich mich an den Anblick gewöhnt, muss nicht mehr beim Anblick einer Kamera chandlern und sehe auf Fotos auch ok aus.
  9. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?
    Ich mache keinen Sport. Wenn wir „Sport“ gegen „mehr bewegen“ tauschen, dann entscheide ich mich für beides in Kombination. In anderen Sitautionen verstehe ich aber auch schon mal die Frage nicht.
  10. Führst du oft Selbstgespräche?
    Absolut. Den ganzen Tag. Denken ist ein großer Wust von zu schnellen Assoziationen und die werden erst durchs Aussprechen zu klaren Gedanken. Also erzähle ich sie mir. Und ich hör mir auch sehr geduldig beim Fluchen zu, das macht ja sonst auch keiner.

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

23.4.2019 – Zem globberte

Falls Sie zu den treuen Leserinnen dieses kleinen Blogs gehören, dann wissen Sie vielleicht noch, dass sich im letzten Herbst hier viel um Matratzen drehte. Sie wurden bestellt, spät geliefert, gekauft, umgetauscht, zurückgebracht und weil das hier ein Kaff ist, war das alles nicht so einfach.

Heute haben wir wieder mal eine Matratze umgetauscht.

Der nächste bezahlbare Miet-Bulli, wenn man gedenkt, von hier aus etwas zum nächsten Ikea zu bringen, steht übrigens am Ikea.

Also, es gäbe auch einen hier im Ort. Der steht an der Ausfahrtsstraße und entweder sitzt der Vermieter im Container auf dem Parkplatz oder 200m weiter im Autohaus. Logischerweise sitzt er immer da, wo man es gerade nicht als erstes versucht. Der Bulli ist ranzig und kostet 100,- für 24h, eine kürzere Mietzeit gibts nicht. Keine Freikilometer.

Den schicken Bulli am Ikea kann ich über eine App in Halbstunden-Einheiten buchen, die halbe Stunde kostet 13,- , ich habe 100 Freikilometer und mit eineinhalb Stunden und 50km kommen wir aus.
Ich sagte ja: Der nächste mietbare Bulli steht am Ikea. Aber absurd ist das schon – zu Ikea zu fahren, um da den Bulli zu holen mit dem man dann zu Ikea fährt.

Darüber hinaus habe ich festgestellt, warum ich so angestrengt bin: Das Adrenalin-Serotonin-Verhältnis stimmt nicht. Es bauen sich täglich Dinge auf den Stressberg aber es gibt kein Belohnungs-Serotonin weil nichts davon fertig wird.

Wenn Sie ohne zu googeln wissen, wovon die Überschrift inspiriert ist, sage ich Ihnen, wie alt Sie sind. Wenn Sie es nicht wissen, empehle ich Ihnen morgen mal ein Buch.

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