18.5.2024 – Durchlauf 1/x

Zum Glück ohne Migräne-Restbestände aufgewacht, mit der Liebsten wortlos einen „wenn wir beide wach genug sind, fahren wir zum See“-Blick ausgetauscht und dann sehr, sehr geruhsam aufgewacht.
Dann zum See und dort war es leider Postkarten-kitschig schön. Mit Schwan. Ganz fürchterlich.

Note 2 me: Fitnesszustand: Problemlos in 52 min rum.

Auf dem Rückweg noch kurz bei der Werkstatt gestoppt – die freie Werkstatt ist im Gegensatz zur doppelt so teuren Händlerwerkstatt nämlich sehr wohl der Meinung, dass man bei frisch gewechselten Rädern nach 50 km nochmal die Schrauben nachzieht. Dann nochmal festes Ausruhen, denn um drei stand die erste Durchlaufprobe im Kalender.

Bei der ersten Durchlaufprobe bemerkt man normalerweise, dass man alles aus den vorherigen Einzelproben vergessen hat, dass die Einzelszenen doch Sinn ergeben, dass man höchstens halb so viel Text kann wie man dachte und vor allem, dass die Premiere dringend zwei Wochen später als angedacht statt finden sollte. Nur doof, dass die Stadt und das Internet bereits plakatiert sind und der Vorverkauf begonnen hat.
Dafür wars überraschend gut und auch ich bekomme eine Ahnung, für was für Stimmungen ich noch Musik für welche Stellen produzieren muss.
Hab ja noch zwei Wochen. Harhar.

Skurrile Anekdote vom Beginn der Probe, als noch alle rumsaßen: Aus nicht nachvollziehbaren Gründen unterhielten wir uns plötzlich über Erfahrungen mit Propofol-, Lachgas- und anderen Narkoseformen und wie super wir’s alle gefunden hatten. Jedenfall alle über 45, die Generation unter 30 verließ relativ fluchtartig mit entsetztem Gesicht die Runde. Kann aber auch das Wort „Magenspiegelung“ gewesen sein, was ein paar mal fiel.

Musik des Tages

Zufällig auf ein sehr altes Video von Natasha Bedingfield gestoßen, in dem sie, nur von der Gitarre begleitet, „Unwritten“ singt und ja, natürlich kennen wir das Stück alle. Aber ich fand, dass die beiden da schon eine wirklich auffallend beeinduckende Version darbieten.

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Jemand hier im Haus möchte heute Abend das Finale von Masked Singer gucken und jemand anderes sitzt so mittel-interessiert daneben. Nein, ich kann immer noch keinen Sinn darin sehen, einen Gesangs-Show zu machen, die mehr auf „sieht so süß aus“ als auf „singt so toll“ beruht.
Kommen Sie doch gern zu Mastodon und entertainen mich schnacken mit mir.

Vi ses!

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
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Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

17.5.2024 – Frohnaturen

Auf dem Parkplatz vor dem Laden, es ist Markt in der Stadt, und zusätzlich Kirmesaufbau unddaher sind zig Straßen und Parkmöglichkeiten gesperrt; außerden ist es der Freitag vor dem langen Wochenende – Sie können sich die Stimmung vorstellen.

Vor mir kreist ein weiteres Auto, zwei Parklücken werden frei – rechts daneben die Behinderten-Parkplätze. Sie schiebt ihren weißen City-Hopser mittel-elegant halb in die Parklücke, halb aber auch nicht. Guckt einmal erstaunt rechts und links, haut den Rückwärtsgang rein, setzt einmal zurück und fast exakt so wieder vor, steigt aus.
Ich stelle das Batmobil daneben – stehe natürlich gezwungenermaßen halb auf dem Behindertenparkplatz – und steige aus, um sie anzusprechen.

Sie guckt fragend, ich: Sie stehen noch nicht so ganz so super, oder?
Sie: Nää, ich könnt noch weiter nach links.
Ich: Ja, dann machense doch!
Sie: Näää.
Ich: Sie wissen, dass sie mich so dazu zwingen, den Behindertenparkplatz zu blockieren?
Sie: Jaja, ich steh aufem Strich, nä? Besser als würdich aufem Strich gehen.
Und marschiert ab.

Rest des Tages Migräne. Aber ich sehe keine Zusammenhänge.

Musik des Tages: Gönnen Sie sich ruhig mal 20 Minuten für Elisabeth und erfahren, warum nicht nur ich The Pretender für einen der besten Songs der Welt* halte.

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*) Die Liste „einer der besten Sogs der Welt“ ist natürlich lan; ist klar, ’ne?

Vi ses!

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16.5.2024 – That’s what friends are for.

Belangloser Tag, daher ein paar Gedanken, die seit ein paar Tagen im Hinterkopf abhängen. Auslöser war diese kleine Grafik auf Instagram:

Ich habe die auch in meiner Story geteilt – ergänzt von dem (durch einen Smiley Internet-rechtlich vollkommen korrekt als leicht ironisch gekennzeichneten) Satz: „Probiert’s doch gleich aus“. Und einem Link zu meinem IG-Profil für mein musikalisches Alter Ego.
Es passierte: zu mehr als 99% nichts.

Ach ja, wichtig: Falls Sie gerade zufällig in die Schnittmenge „Leserin hier UND Followerin dort“ fallen: Ich möchte Ihnen jetzt gerade hier absolut nicht ans Bein pissen. Ich überlege wirklich nur und verlasse in meiner gerade etwas schwierigen Doppelrolle als kleiner Künstler UND Internet-Erklärer jetzt erstmal die Rolle des Künstlers und bin wie hier gewohnt Erklärbär pur.

Denn meine Vermutung geht in die Richtung, dass in der Allgemeinheit nicht bekannt ist, WIE sehr uns diese ach so sozialen Netzwerke alle ficken und WIE sehr diese es kleinen Artists unmöglich machen, ohne eine gut gefüllte Portokasse im Hintergrund auch nur im kleinsten Ansatz sichtbar zu werden.

Genährt wird diese Idee dadurch, dass sowohl in vielen unserer Köpfe noch die idealistischen Ideen aus der Frühzeit des Webs über Demokratisierung von Wissen und Können herumschwirren. Dass vielleicht noch viele glauben, wenn jemand viral geht, dann hat sie hat etwas besonders schönes gemacht und deswegen schließen, dass sich Qualität noch immer durchsetzt.
Dass kaum jemand bedenkt, dass auf 1 virales Video grob geschätzt 1000 Stunden Video auf YouTube hochgeladen werden*.
Dass uns die großen Player wie Spotify oder YouTube auch suggerieren, man können es alleine schaffen und uns sogar in ihrer Güte Tutorials anbieten, wie wir den Kontakt zu unseren Fans aufbauen und stärken können.

*) Das ist sehr optimistisch gerechnet, denn es unterstellt alle zwei Tage ein virales Video, was ich eigentlich für unwahrscheinlich halte.

Dagegen steht dann zB Lena – formerly Meyer-Landrut und sicherlich exakt auf der anderen Seite der Bekanntheits-Skala von zB mir aufgestellt – die vor ein paar Wochen ein Reel machte, in dem sie erklärte, dass sie durch die Spotify-Algorithmen dazu gezwungen wird, dass möglichst viele Menschen ihr neues Album pre-safen**. Weil es das sonst mit dem Erfolg ihres neuen Albums war, schon bevor es heraus gekommen ist. Der Algorithmus*** bestimmt nämlich, wie oft eine Neuerscheinung zB in Empfehlungs-Playlists gepackt wird und das wiederum ist dann für den eigentlichen Erfolg wichtig; nur von den Fans kann inzwischen offensichtlich auch Lena nicht mehr leben, auch sie benötigt wohl die Breite der Gelegenheitshörerinnen dazu.

**) Exkurs: Das Dumme ist, dass pre-safen der Plattenfirma vollen Zugriff auf mein Spotify-Konto gibt – ich hatte das hier schon einmal beschrieben und bebildert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

***) Die Zeiten, in denen Menschen mit Musik-Kenne die Playlists zusammen gestellt haben sind übrigens vorbei – nur als Randbemerkung, falls das noch in ihren Köpfen herumspukt.

Der Instagram-Algorithmus – um mal wieder dorthin zurück zu kommen – möchte im Moment Videos und Selfies, am besten Selfie-Reels, wo man als Creator etwas in die Kamera spricht. Menschen, die sich, ihr Gesicht oder ihre Umgebung aus Gründen nicht zeigen können oder möchten, sind also schon mal raus aus dem Game. Menschen, die es sich nicht antun möchten, dass man sie über ihr Äußeres bewertet bzw dafür hasst, ebenfalls.

Und darüber hinaus ist man halt vom Engagement der Followerinnen abhängig. Wie oben beschrieben sind aktuell Bookmarks ziemlich gut und einen Post zu teilen ist eh immer super, denn es verschafft Reichweite.

Wenn Sie meine Insta-Stories verfolgen, dann wissen Sie, dass sich dort eine Menge Gesellschaftspolitik abspielt (das killt eh meine Reichweite, aber das ist eine andere traurige Geschichte), dazwischen lustiger Unfug und immer mal wieder geteilte Hinweise auf Podcasts, Singles, Konzerte oder Ähnliches. Vielleicht erschrickt es Sie, aber das bedeutet nicht immer, dass ich die jeweiligen Produkte so extrem geil finde, dass ich meine Followerinnen jetzt missionieren will.

Oft bedeutet es: Hey, hier hat jemand, den ich grundsätzlich sehr ok finde etwas gemacht. Mit den eigenen Händen. Nachts mit müden Augen, weil tagsüber der Brotjob erledigt sein wollte. In einem zusammengebastelten Studio oder Atelier mit einem Mikro von Pearl oder Pinseln von Action weil für mehr die Kohle nicht da ist. Weil die fehlende Kohle aber von Liebe zur Kunst, von dem Drang, etwas erschaffen zu wollen, mehr als zehnfach wett gemacht wurde.

Und weil ich finde, dass in einer Zeit, in der Algorithmen – und wir wissen alle, dass Algorithmen nichts anderes können, als Durchschnitt, aber niemals Kunst, auszuspucken, ja? – bestimmen****, was wir hören – dass also in dieser Zeit jede gefeatured und empowered und geliebt gehört, die versucht, Kunst und nicht Durchschnitt zu erschaffen.

****) Hier könnte man schon wieder einen eigenen Artikel darüber machen, wie Spotify auch den Stil der aktuellen Musik bestimmt und immer weiter vereinheitlicht – aber das sprengt diesen Rahmen dann endgültig

So, wo Sie schon mal – danke dafür! – hier angekommen sind, mach ich die Doppelrolle doch einfach wieder auf: Wenn ich hier, hier in meinem kleinen Blog, das für heutige Blog-Verhältnise schon sehr ok viele Leserinnen hat (und die besten sowieso!) – wenn ich hier also Werbung für meine kleine Single mache, dann bedeutet das nicht, dass ich mir wünsche, dass Sie alle mein Synthesizer-Geblubber toll finden und ab sofort nichts anderes mehr hören. Das ist äußerst unwahrscheinlich und das weiß ich.

Es bedeutet nur, dass ich die Hoffnung hege, dass Sie mir ein minikleines bisschen helfen, das Geblubber ein ebenso minikleines bisschen bekannter zu machen, damit es Menschen, die es vielleicht mögen würden, überhaupt entdecken können. Sie können ja hier auf Play drücken und sich dann einen Kaffee holen; Sie können auch hier auf „Folgen“ klicken und dann die Stories immer skippen. Das macht mir und auch zig tausend anderen Artists überhaupt nichts aus; ganz im Gegenteil: Es hilft uns trotzdem.
Die Zeiten haben sich geändert, anders gehts heute nicht.
Also es sei denn, Sie haben feste geerbt, wobei: Selbst dann – siehe Lena – scheint das nicht sicher.

In einer gewissen Weise finde ich sogar, dass wir damit wieder an das Versprechen des frühen Webs zurück kommen: Wir alle zusammen können so unbekannte Kunst sichtbar machen, wir können Öffentlichkeit herstellen, wo sonst keine entstehen würde – wenn wir nur wissen wie (aber das wissen Sie ja jetzt).
Und mal im Ernst: bei facebook bei Colplay auf „Like“ klicken – das konnte doch nur wirklich jede. Da sind wir doch besser, oder?

So, der Artikel ist eh schon viel zu lang, also .com, noch ein Tipp: ich hab in meinem Instagram einen Bookmark-Ordner, in den ich nie reingucke. Er heiß „help“ („support“ wäre vermutlich schöner gewesen) und in den speichere ich ohne Ansehen alles, was irgendwie die oben beschriebenen Kriterien auch nur entfernt trifft. Danach sehe ich das nie wieder und wenn ich es mir wirklich merken will, dann speichere ich es noch in einen zweiten Bookmark-Ordner. Es kostet zwei Klicks und es hilft Menschen, die die Welt schöner machen möchten.

Danke für die Aufmerksamkeit; ich drücke jetzt auf „veröffentlichen“ und gehe dann als Regie-Assistent und Fotograf in ein kleines, unabhängiges Amateur-Theater und Regie-assistiere und fotografiere da die Menschen, die die Welt mit nicht-durchschnittlicher Kunst etwas schöner machen wollen.

Vi ses!

15.5.2024 – neue Aufgaben

Fassen wir’s kurz: Der Tag war supi, viel geschafft und mit einem guten Zoom mit einer sehr zufriedenen Kundin abgeschlossen. Dass ich mein Wohlbefinden so sehr über Leistungs-/Arbeitsfähigkeit definiere – I have to think.

Damit das alles nicht langweilig wird, war ich dann heute mit der Liebsten bei der Probe – Sie erinnern sich? Das Theaterstück für das meine große Klappe und ich Musik machen? Ich war also bei der Probe, weil der Regisseur in einer Szene mitspielt und jemanden brauchte, der von unten gucken und stellen konnte und nun ja, jetzt komm ich öfter, gucke öfter, stelle öfter; wenn man großkotzig ist, könnte man es Regieassistenz nennen. Und wenn ich schon da bin, mach ich auch Fotos.
Es macht großen Spaß.

Zum Glück hatte der Laden heute ausnahmswiese mal den in der Werbung versprochenen Veggie-Döner; eventuell jetzt ein bisschen müde. Müde aber ganz zufrieden.

Vi ses!

14.5.2024 – Aufgabe

Früh am Schreibtisch gesessen, vor mich hingewerkelt, telefoniert („Du klingst aber fröhlich“), weiter gewerkelt, nochmal telefoniert („So wie Du klingst, scheint bei Dir aber auch die Sonne ins Büro?!“), gegen elf mal runter gegangen, um ein Frühstück zu suchen.
Irgendwo in dem Toast müssen Bleigewichte versteckt gewesen sein, denn der Weg zurück ins Büro schien unschaffbar.

Hochgequält, aber absolut nicht mehr konzentrieren können. Mit viel Mühe das Gebastel mit der Lyra in einen Zustand gebracht, dass ich es dem Regisseur schicken konnte, dann nochmal kurz runter (die Post!) und dann den Weg hoch nicht mehr geschafft. Resigniert und mit deutlichst großem Frust über mein eigenes Unvermögen auf der Couch gedümpelt und irgendeinen Film geguckt.
Als die Liebste nach Hause kam, mein Leid geklagt, dann „nochmal kurz ’ne Stunde an den Schreibtisch“, bevor wir zum See fuhren. Wenn schon Frust, dann wenigstens mit Pizza und Seeblick, nicht wahr?

Als wir wieder da waren, nochmal kurz hoch an den Schreibtisch und nochmal ein paar Stunden ziemlich effektiv gearbeitet.

Ergebnis des Tages also: 8 Stunden höchst effektive Arbeit für die Firma und eine Stunde Arbeit für das Hobby; nicht zu vergessen: Diverse Stunden das große Heulen über die eigene Schlappheit.
Ja, ich sehe das selbst. Habe da wohl eine Aufgabe, sagt der innere Yogi.

Akzeptanz, Herr Fischer“, sagt die gute Frau, die mir damals immer montags geholfen hat, mich zu verstehen und lächelt sanft.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

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