2.7.2019

Ich nähere mich Inbox Zero; ein gutes Gefühl kurz vor den Büroferien. Inspektionstermin fürs Auto klar gemacht. Neues Rezept für die Tabletten abgeholt.
Da krieche ich energietechnisch seit Wochen auf dem Zahnfleisch und ein paar Tage vor dem Urlaub krieg ich plötzlich noch voll Dinge geregelt. Ich verstehe es nicht.

Gleich mehrere liebe Menschen sind gerade im Krankenhaus und schaue ich auf meine Konzentrationsfähigkeit, dann würde ich es mal als bewiesen ansehen, dass auch Sorgen und Gedanken, die „nur“ im Hinterkopf sind, Energie fressen.

Das ist übrigens die Ruhr. Noch vor dem gleichnamigen Gebiet.

Bei einem Webhoster angerufen, um Infos zu Speicher- und Löschfristen zu bekommen damit ich die Datenschutzerklärung von $kunde entsprechend ausfüllen konnte. Ich bekam keinen anderen Satz aus ihm heraus als „Natürlich machen wir das alles der DSGVO entsprechend“ Meine Gegenfrage, wie viele Tage die Löschfrist bei Ihnen denn nun lang wäre wurde wieder mit „der DSGVO entsprechend“ beantwortet.
That was fun.

Ich höre übrigens immer noch sehr begeistert unfassbar viel Musik. Meistens suche ich einfach durch die Playlists und suche nach Alben mit dem kleinen M für MQA-Qualität und Alter, das ist schon was feines. Es gibt Stücke, da hört man das Knistern der Amps, so detailreich und transparent ist der Sound. Ganz großartig – ich kann das wirklich nur empfehlen, wenn Sie auf guten Klang stehen und an acceptable listening-situation haben, wie es eine Freundin mal ausdrückte.

Mittags kurzentschlossen mit der Liebsten in der Stadt getroffen und in ein Tortengeschäft gegangen. Immer wieder wenn ich mich daran erinnere, dann ist das ja einer der ganz großen Vorteile meines HomeOffice – dass ich es auch ganz oft mal für eine halbe Stunde verlassen kann.

Eines der Urgesteine der Blogosphäre aufgeräumt und technisch durchgefeudelt. Voll gut.

Mich über Book on demand-Angebote infomiert. (Aus Gründen). Kennt sich hier jemand mit BOD-ähnlichen Angeboten im Ausland aus? In Skandinavien vielleicht?

Dann begonnen, den Musik-Server mal aufzuräumen. So bis etwa 2005 hatte ich ein sehr ordentliches System dort, alle MP3s waren sauber getaggt und in Ordnerstrukturen gespeichert, die sofort erkennen ließen, welches Album von wem man denn gerade vor sich hatte.
Dann waren mein Laptop und ich auf einer Party und machten Musik für die Anwesenden. Nach drei Stunden wollte ich gern kurz was essen und überließ meinen WinAmp einem alten Bekannten, der ebenfalls „seine externe Festplatte mit Musik mal mitgebracht“ hatte.
Als ich wiederkam, hatte er seine gesamte Festplatte auf meine kopiert und meinen WinAmp auch schom zum Neuindexieren aufgefordert. Und natürlich meine MP3s auf seine Platte kopiert, aber das war mir ja egal. Dass ich jetzt mehrere hundert Titel im Format „unknown artist/unknown album/track01.mp3“ hatte – das nicht.
Ich habe nie wieder wirklich Ordnung da rein bekommen und löse es jetzt gerade durch sehr großzügige Löschaktionen: Alles was ich nicht sofort erkenne wird gelöscht. Ebenso alles, was ich auf CD habe – da sollten dann also am Ende nur die wirklich wichtigen Dinge übrig bleiben.
Bootlegs Demos Raritäten und so.

Abends nochmal hoch unters Dach; die Liebste weilt im Theater und manchmal kann ich die abendliche Ruhe prima nutzen, um nochmal sehr effizient zu coden.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

30.6.2019 – Nerd?

Ach, ja es gibt ja so viel nachzuholen.

Freitag begann mit mehreren Stunden Korrekturen und Überarbeitungen. Ich bin vollkommen begeistert über den Ablauf dieses aktuellen Projektes: Die Kommunikation ist in der Sache sehr klar und dabei freundlich respektvoll und wertschätzend – es ist toll. Und gleichzeitig schade, wie sehr es mir auffällt.

Nachmittags eine semiprivate Mail über die ich mich sehr freute; vor allem der Teil „semi“ machte mich froh. Der Arbeitsteil läuft schon seit Jahren super aber manchmal möchte man ja auch darüber hinaus gehenden Kontakt und diese Erweiterung ist ja nie einfach: Überschreitet man Grenzen? Will der andere auch? Schafft man es, die professionelle Ebene so gut weiter laufen zu lassen? Daher froh über ein paar private Zeilen in der Arbeitsmail.

Abends ein Gang durchs Städtchen und hot summer nights, that’s ja eh my time of the year. (Wer weiß, welchen amerikanischen Rock-Sänger ich gerade zitiert habe bekommt ein Eis; abzuholen hier im Städtchen.)

Samstag war Tag der Architektur und wir begannen mit einem Besuch in einem neu gebauten Haus, in dem Menschen mit Behinderung wohnen. Nein, kein Wohnheim, sondern ein Haus mit Wohnungen, in dem jetzt mehrere Menschen leben, die eben nicht mehr in einem Wohnheim leben möchten. Sie leben dort als Mieter und können, Dank der Infrastruktur des Hauses leicht Hilfe- und Pflegeleistungen dazubuchen – das aber eben selbstbestimmt und nicht nach dem, was eine Heimleitung halt eben so anbietet und für gut befindet. The keyword is: Selbstbestimmt.
Das Haus ist, so wie ich das sehen konnte, klug geplant und gemacht; es ist auch echt schön und hat wirklich nichts mit Behindertenwohnheim zu tun.
Die Website des Tags der Architektur ist leider konzeptionell etwas 2004 und ich kann nur einen Link auf Menden insgesamt setzen, aber keinen auf das Projekt selbst. Sie finden das Haus dann aber in der Liste, die ist *hust* nicht so lang.

Dann kurz nach Dortmund und bei Marcel Dudek reingeschaut. Der soll mich stechen, hatte ich nach Besuch des Instagram-Profils beschlossen und der kurze Besuch bestätigte diese Idee vollständig. Ich erzählte (sehr) kurz, was ich will, er zeigte mir zwei, drei Sachen und fragte ein paar Details ab und wenn das Gegenüber die richtigen Fragen stellt merkt man ja, ob man verstanden wurde oder nicht. Also: Termin abgemacht und ick freu mir sehr vor.
Die Liebste war hinterher arg beeindruckt und meinte, das wäre sehr faszinierend gewesen, wie wenig wir hätten besprechen müssen.
Sehr stilvoller, geiler Laden übrigens, denn Marcel da hat.
Ich werde berichten.

Kennen Sie das, dass Sie bei Menschen, die Sie irgendwie kennen und mögen automatisch erstmal davon ausgehen, dass die schon irgendwie auch so ticken wie Sie selbst? Ich halte das auch für normal und menschlich (Herdenbildung!); trotzdem ist man* dann ja manchmal überrascht, wenn in Details dann auf einmal die krassesten** Unterschiede sichtbar werden.
*) Also ich.
**) Also die krassesten, die in so einer westeuropäischen Kleinstadtfilterblase möglich sind.
Vollkommen geprägt durch den guten Teil dieses Internets bin ich dann bedacht darauf, solche Unterschiede nicht herauszustellen oder gar zu bewerten und zum Glück interessieren mich andere Denk- und Lebensweisen ja auch wirklich sehr.
Wenn das beim anderen nicht so ist, dann sitzte aber vielleicht auf einmal in einer Runde, die Dich als Nerd beschimpft und mit ebenso so wenig Bewusstsein für die Situation wie Gefühl für Grenzen lachend über Dich hinweg bullie-t. Das war etwas überraschend, als mir das dieses Wochenende geschah.

Währendessen unterschreibt man gerade, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Petition gegen Völkerball und ich muss tief atmen. Ja, Völkerball war auch in meinem Leben die Hölle aber ich finde trotzdem: Zum einen kann man nicht alles verbieten, was weh tun kann. Und deswegen ist es zum anderen viel wichtiger den Sportunterricht zu reformieren und Sportlehrern endlich Pädagogik beizubringen. Gerade so ein Spiel kann man nämlich eigentlich super dafür nutzen über Rücksicht gegenüber Schwächeren, über Demütigung und wie man sie vermeiden kann, über Gewinnen und Verlieren und den Umgang damit und ähnliche Themen zu reden.
So lange das nicht statt findet, bleibt Völkerball (und überhaupt viel im Sportunterricht) natürlich die Hölle – aber ich finde es immer besser das System zu ändern, als seine Symptome zu verbieten.

Die Liebste erzählte währenddessen von einer Völkerball-Ableitung, die an ihrer Schule gespielt wird. In der ersten Klasse eingeführt gibt es zu Beginn genau zwei Regeln die das Spiel bestimmen. Und jedesmal, wenn etwas doof läuft, wird unterbrochen und die Gruppe überlegt, warum das doof war und etabliert neue Regeln. „Doof“ kann dabei zum Beispiel bedeuten „Der hat mich ins Gesicht geworfen / Der wirft so feste“ oder „Der wirft nie auf seine Freunde sondern jagt nur die anderen“. Oder alles andere.
Zu Beginn wird noch recht oft unterbrochen, weil oft etwas passiert. Und am Ende der Vierten verlangt die ganze Klasse begeistert nach dem Spiel wann immer sich Gelegenheiten bieten. Es gibt ein ausgeklügeltes Regelwerk das von den Schülerinnen selbst gebaut wurde und dafür sorgt, das alle Spaß haben. Und eine Sportstunde kann ohne nötige Eingriffe der Lehrerin mit 40 Minuten begeistertem Spielen durchlaufen.
Das funktioniert natürlich nur, wenn es der Lehrkraft gelingt, ein Klima zu schaffen, in dem alle auch sagen was sie doof finden – aber da kommt dann halt wieder der Teil mit der Pädagogik für Sportlehrer ins Spiel.

Jagt mich jetzt durchs Twitterdorf, aber ich finde das deutlich effektiver als ein Verbot.

27.6.2019 – Journal

(Obligatorische Erleichterung über „endlich kühler“ einfügen)

Morgens langes Telefonat mit einer wannabe-Kundin über so unbequeme Dinge wie Kosten für Schriften und SEO. Ja, Schriften kosten Geld und ja, Google mag es gern, wenn wir über die Dinge zu denen wir gefunden werden wollen auch etwas schreiben. Nein, man kann diesen Text nicht verstecken, ja, das ist aufwändiger als einfach nur paar Referenzbilder von den Produkten, nein, es tut mir Leid, ich mache diese Regeln nicht.

Das tolle Projekt, an dem ich gerade sitze quasi zum Abschluss gebracht. Naja genauer: Zu einem wichtigen Step auf dem Weg zum Abschluss: Die Inhalte sind drin und es sieht toll aus; unser Konzept ist voll aufgegangen. Es fehlt noch die Übersetzung.

Gestern stieß ich auf einen Artikel auf golem.de und las, dass Hans Zimmer (ja, der Filmmusik-Komponist) von BWM beauftragt wurde, Sound für E-Autos zu kreieren. Denn:

BMW sieht in der Geräuscharmut einen weiteren Nachteil: Sie lasse „eine Lücke in der Emotionalität des Fahrerlebnisses“ entstehen. Das könne „zu einer Entfremdung zwischen Fahrer und Fahrzeug führen“. Die emotionale Lücke will BMW mit seinen Iconic Sounds Electric füllen

golem.de: BMW Vision M Next: Hans Zimmer komponiert den Sound für Elektro-BMWs

Ich twitterte das auch und natürlich ist das auf den ersten Blick lustig. Autofahrer sind gerade ein beliebtes Feindbild, die twitternde Großstadtblase kommt auf ihrem Kiez bestens ohne Auto aus und fährt sonst natürlich Bahn; BWM-Fahrer haben eh einen besonderen Ruf und da ist es leicht, sich lustig zu machen.

Aber mal im Ernst:
Erstens: Autos sind eine emotionale Angelegenheit für viele Menschen. Ob das gut ist oder nicht, das lassen wir mal außen vor. Aber es zu leugnen hilft niemand weiter.
Zweitens: Menschen handeln nun mal nicht immer nur nach der Vernunft auch gerne vollkommen irrational. Das ist sicher auch nicht immer gut und das lassen wir auch außen vor, denn: Es ist ebenfalls einfach so.

Es hilft nur in den allerseltensten Fällen, Menschen mit rationalen Argumenten überzeugen zu wollen, wenn auch emotionale Anteile im Spiel sind. Und mir persönlich ist es da zigfach lieber, BMW lädt einen großen Namen ein, um ihren E-Autos einen Sound zu verpassen, als das sie sich entweder weiter gar nicht um das Thema kümmern oder ihre Käufer verlieren, weil die nun mal Autofahren emotional aufgeladen haben.

Falls Sie übrigens wirkliche Gründe gegen BWMs Vorstellungen von (E)-Mobilität suchen, dann gehen Sie mal zu Don Dahlmann rüber.

Ebenfalls gestern twitterte die Polizei Brandenburg ein Foto eines unbekleideten Mannes auf einem Motorroller und zum Glück hat Patricia schon alles dazu gesagt, was noch in meinem fassungslosen Köpfchen umherirrte:

Hat der Mann […] keine Persönlichkeitsrechte mehr? Darf er ungefragt fotografiert werden? Darf dieses Fotos im Netz verbreitet werden? Darf es von der Polizei verbreitet werden? Ich halte das für mindestens moralisch fragwürdig und auch rechtlich für diskutierbar.

dasnuf.de: Für Likes tun wir alles, ihr Freund und Helfer

Ich mag vor allem sehr, dass Patricia von Doppelmoral spricht – denn ich finde wir müssen uns alle endlich mal alle der Einsicht stellen, dass wir alle mehr oder weniger doppelmoralisch sind. Was wir unserem Freund nicht angetan haben möchten, darüber grinsen wir bei jemandem, den wir nicht mögen. Das ist menschlich.
Aber wenn wir uns diese Eigenschaft zugestehen, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, sie auch bei anderen zuzulassen. Und dann: Eigene Fehler anzuerkennen, anderen ihre Fehler anerkennen – und dann garantiert manche Unterhaltung wieder aus den Schützengräben raus bekommen.
Menschen sind nun mal nur menschlich. Alle.

Frau Novemberregen denkt derweil über Doppelmoral zum Thema Temperatur, Klimaanlagen, Umweltschutz nach:

Heute z.B. bei knapp 40 Grad draußen finde ich es regelrecht naiv zu fordern, man würde davon auch im Büro nichts merken. Und sowieso: Umwelt. Vor zwei Wochen noch haben alle den demonstrierenden Schülerinnen zugejubelt und jetzt wollen sie die Klimaanlage auf 20 Grad gestellt bekommen? Da muss ich ein bisschen lachen

novemberregen.blogger.de

Preise, Preise, Preise: Ach, und wenn ich doch gerade schon dabei bin, andere für mich schreiben zu lassen – einige von Ihnen wissen vielleicht dass ich (länger nicht mehr aber eigentlich schon) beim Techniktagebuch mitschreibe. Und als Co-Autor habe dann wohl auch ich jetzt eins Komma irgendwas Prozent eines Grimme Online Awards und das ist schon irgendwie sehr geil und viel besser hat das alles Johannes geschrieben, der war nämlich auch auf der Preisverleihung vor Ort:

Niemals hätte ich damit gerechnet, dass wir auch einen Preis gewinnen. Selbst Kathrin Passig nicht, mit der ich noch bei Beginn der Verleihung raunte: Wären wir Preisträger, hätten sie doch bestimmt nochmal zu verstehen gegeben, dass wir auf jeden Fall dabei sein sollten.

1ppm.de: Grimme Online Award

Während ich all das hier tippte (Mittagspause auf der Terasse) beobachtete ich eine recht große Wespe, die sich erst in diversen Umrundungen die Vogel- und Inseltentränke anschaute – mir zur Freude, denn dafür füll’ ich das Ding ja jeden Tag.
Dann nahm sie einen der ausgesuchten Steine – flache Oberseite, teils im Wasser, großteils nicht – ins Visier und landete. Hurra, so war das gedacht.
Nö, war aber falsch.
Unzufriedener Neustart, wieder drei Umkreisungen und dann aus einem Meter Höhe mit Schwung direkt mitten ins Wasser. Ich also hin, schnell nach einem langen, trockenen Blatt gegriffen und ihr auf den Stein geholfen. Sie trocknete sich, breitete die Flügel aus, es srrrrrrrrrrte, sie stieg auf.
Ich war beruhigt.
Jedenfalls kurz, denn sie kreiste wieder drei Runden und sprang wieder mitten ins Wasser. Rettungsaktion Teil zwei, diesmal wehrte sie sich etwas vehementer, dann verschnaufte sie auf dem Stein und war plötzlich weg.

Ich gehe fest davon aus, dass der mir zugeteilte Karmabeauftragte kurz was überprüfen wollte und hoffe auf einen sehr frohen Restmonat.

Abschied. Sie müssen das nächste Video nicht verstehen; es ist mein letzter Gruß an ein Mendener Original. Machs gut, Packer.

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26.6.2019 – Chronistenpflicht

Der gestrige Abend, vor allem die stressige Rückfahrt wollten dann heute ihren Tribut: Der Nacken war verspannt, der Schmerz zog hoch in den Schädel und triggerte Migräne(artige Schmerzen).
Gut, dass ich weiß, was mir hilft: Ein schönes heißes Wärmekissen in den Nacken.
Gut, dass es heute nicht so warm war*.

Als es abends kühler wurde hab ich noch die Kamera (und vor allem den Infrarot-Trigger) auf die Vogeltränke gerichtet und gewartet.
Hier also aus dem Zyklus „Christian wartet auf einen Vogel“. Nummer 57 von 163. (Pixel auf Screen, nicht signiert; die anderen sehen genauso aus)

Ach ja: Augen auf bei der Terminwahl für den Sperrmüll!

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Trinken Sie viel und fürchten Sie sich nicht vor Durchzug!

*) Für alle, die weit weg vom 26.6.2019 auf diesen Beitrag stoßen: Heute war der bislang heißeste Tag des Jahres.

25.6.2019 – old farts?

Aus Gründen verschlug es mich nach dem Abi zum Zivildienst damals nach Aachen – und ich hatte Glück: Ich landete in einer Kirchengemeinde und fand so etwas wie eine Familie für ein Jahr. Natürlich sprachen wir auch da schon viel über Musik und der dortige Zivildienstberater zeigte mir ein Live-Doppelalbum namens „Live 1980/86“. Es sammelte verschiedene Auftritte eines Menschen namens Joe Jackson von dem ich vorher noch nie gehört hatte und mir gefiel die Mischung aus kraftvollem NewWave mit Salsa-, Piano-Balladen- und Klassik-Anflügen sehr gut.

Heute Abend waren M. und ich auf einem Joe Jackson-Konzert. Der tourt gerade nämlich zum Anlass des 40. Jubiläums seines ersten Albums und ich hatte spontan beschlossen hinzuwollen – und M. ebenso spontan, mich zu begleiten.

Ja, das war nicht gerade die kürzeste Anfahrt zu einem Konzert, ja, wir saßen echt schlecht da auf der Treppe, ja, es war heiß, ja das hätte alles besser sein können, aber: Meine Fresse, was haben diese vier Herren da gestern abgeliefert.
War. Das. Krass.
Großartig. Grob geschätzt brachten die vier über 250 Jahres Lebensalter mit, Herr Jackson selbst und sein Gitarrist glänzten außerdem mit einem bezaubernd schlechten alte-Männer-Modegeschmack aber die Energie und der Spaß den alle hatten – das hat mich echt umgehauen.
Und ich habe noch nie einen so lauten Drummer gehört.

Früher hat Joe Jackson wohl auch mal sein Publikum beschimpft und mit seinem Perfektionismus ganze Konzerte ruiniert, aber das scheint eine wunderbaren Altersmilde gewichen zu sein; er hatte sichtlich sehr dankbare Freude an unserem Spaß, versaute zwischendurch auch mal einen Einsatz weil er einen Lachflash bekam und nahm es auch mit einem Schulterzucken, als der Einatz der hervorgezauberten Melodika irgendwie doch einfach nur doof war und er das Solo halt abbrach.

Außerdem – und das wird jetzt vermutlich nur die kleine Schnittmenge aus musikmachenden hmbl-Leserinnen mit Joe Jackson-Vergangenheit wertschätzen können: Graham Maby war dabei, Leute, Graham Maby! Den nochmal live gesehen zu haben war für mich genauso beeindruckend, wie Joe Jackson selbst.

Ach ja, apropos „lange Anfahrt“: Das Konzert war in Aachen* und das fand ich eine sehr schöne Klammer um diese Geschichte.

*) Jaja, in Würselen, aber von meinem Sauerländer Blickpunkt aus ist das quasi das selbe.

Einen Sonderpunkt in Sachen Unterhaltungsfaktor bekommt übrigens die junge Frau mit dem Blumenkleid, die mit dem einen Herrn und einem befreundeten Pärchen zum Konzert kam und zwischendurch für 10 Minuten mit dem anderen Herrn auf der Toilette verschwand. Und mit zerrissenen Kleid zurück kam.
Ich gebe zu, ich bin neidisch. Nicht auf das unterstellte Nümmerchen auf dem Dixiklo, aber dafür, dass Du ganz offensichtlich einen Fuck auf allerlei gibst.

Auf dem Rückweg piepte mich der Reifendrucksensor meines Autos an und das ist etwas, was man nachts um halb eins auf der Autobahn nicht erleben möchte – vor allem, wenn man in den letzten zehn Wochen schon zwei Platten hinter sich hat. Es war dann wohl eine Fehlfunktion des Sensors, aber ich bin die 80km wie auf rohen Eiern gefahren.

Kommen wir zu den Leseempfehlungen. Das ist jetzt ein Cooldown aber nun:

Es wird seit Jahren versucht, Rechtspopulisten argumentativ zu entlarven, sie wurden durch Zeitungen, auf Bühnen gehoben und in Talk Shows eingeladen, aber es ist offensichtlich: sie wurden argumentativ nicht entkräftet, sondern: je mehr AfD und Konsorten zu sehen waren, desto mehr wurden sie gewählt.
Sie gewinnen ihre Sympathien nicht, weil niemand bessere Argumente formuliert hätte; sie gewinnt, obwohl bessere Argumente überall gegenwärtig sind. Rechtspopulisten werden nicht gewählt, weil sie argumentativ nicht entkräftet wurden, sondern weil sie menschenfeindliche Positionen vertreten und projektive Ängste schüren.

franziskaschutzbach.wordpress.com: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus lassen sich mit Argumenten nicht entkräften

Das Erstarken rechter und konservativer Positionen und Parteien sowie die Zunahme von offen ausgesprochenem Rassismus auch im Freundes-, Kollegen- oder Familienkreis stellen uns vor Herausforderungen und werfen Fragen auf: Wie kann mit rechten und rassistischen Positionen und Sprüchen klar und angemessen umgegangen werden? Wann hat es Sinn, mit meinem Gegenüber zu diskutieren – wann nicht? Welche Argumentations- und Gesprächstechniken sind in der konkreten Situation hilfreich?

www.rosalux.de: Haltung zeigen! Gesprächsstrategien gegen Rechts
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