Medienkonsum V 2026 I

🎥 Apex
Film (2026), auf netflix geschaut. Charlize Theron spielt Sasha, eine Extremsportlerin. Zu Beginn sehen wir ihr zu, wie sie in Norwegen zusammen mit einem Kletterpartner in der Trollwand hängt; die beiden klettern, nächtigen im Biwak, klettern wieder und dann stürzt er ab.
5 Monate später ist sie alleine im Australischen Outback unterwegs und sucht einen bestimmten Canyon um dort zu raften. An einer Tankstelle sucht sie Sprit, Powerriegel und Getränke und bekommt dazu ein Aufeinandertreffen mit ein paar mehr oder weniger unangenehme Gestalten. Und einem Typ, der ihr hilft.
Sie fährt dann unbeschadet alleine weiter und beginnt auch ihre Rafting-Tour. Doch dann trifft sie die Gestalten aus der Tanke wieder und einer beginnt mit ihr ein mörderisches „Spiel“.
Obwohl die Ausgangslage gar nicht so neu ist und obwohl der Großteil des Films nur zwischen Sasha und ihrem Gegner stattfindet ist das alles so durchgängig spannend inszeniert, dass ich Großteile des Films nicht mal einen Second Screen in der Hand brauchte. Puh. Unangenehm. Gut gemacht unangenehm.

🎥 180
Film (2026), auf netflix geguckt, laut Beschreibung Rachefeldzug-Action um genau zu sein. Ein Genre was mich erschreckend gut kriegt – vermutlich, weil es tiefe Gerechtigkeits-Sehnsucht befriedigt? Diese südafrikanische Variante setzt weniger auf die typischen sich durchgängig steigernden Verfolgungsjagden und Schlägereien, sondern bleibt irgendwie näher an den Emotionen und Problemen des trauernden Vaters, an der Familie, an der fehlenden Polizeiarbeit und wird dabei dann auf Dauer etwas unentschieden. To say the least. Es passiert einfach nix.

🎥 Cash Out – Zahltag
Film (2024), auf netflix geguckt. Mason Goddard (John Travolta) ist ein ziemlich erfolgreicher Dieb und Einbrecher, der sich eigentlich gerade zur Ruhe setzen will. Beim letzten Coup muss er erfahren, dass seine Geliebte Amelia (Kristin Davis) fĂĽr das FBI arbeitet und er entkommt nur knapp.
Ein paar Monate später hat sein Bruder Shawn einen todsicheren Tipp und holt ihn dazu, als er in eine Bank einbricht. Das geht leider absolut nicht so glatt, wie Shawn* es sich vorgestellt hat, nicht einmal so glatt, wie es Mason noch versucht zu retten. Als sich das Ganze zur Geiselnahme ausweitet, taucht plötzlich Amelia als Verhandlungsperson der Polizei auf. Aber auch das rettet niemand, als alle merken, dass sie von der nächsthöheren Ebene wie Schachfiguren benutzt worden sind. Ich las, der Film sei von einem B-Movie-Regiesseur gedreht worden, aber das ist mir ja vollkommen egal, wenn ich mich gut unterhalten fühle.

*) Nebenthema: „Wenn man den Namen nur hört, wann schreibt er sich Sean und wann Shawn, fragte die Liebste mittendrin?“ Ich finde, man hört es, kann aber nicht so ganz klar definieren, wie die Regel geht. Shawn ist irgendwie breiter, Sean spitzer, näher am französischen Jean, oder?**
**) Jaja, womit wir uns so beschäftigen …

📺 Blind Sherlock
Miniserie (2026), in der ZDF-Mediathek. Rotterdam; der blinde Roman Mertens bewirbt sich auf eine Stelle als Telefon-Mitschnitt-Abhörer. Da er deutlich mehr in den Mitschnitten wahrnimmt als die Mitbewerber, wird er eingestellt und unterstützt die Polizei ab sofort beim Kampf gegen den in Banden organisierten Drogenhandel in der Stadt. Schöne Idee, aber ich guckte mit einem wachsenden Störgefühl zu und merkte irgendwann: Was will denn das jetzt eigentlich sein? Spannender Polizeikrimi im Drogenmilieu? Zu lahm. Lehrstück über das Leben von blinder Menschen und wie sie im Leben behindert werden? Zu oberflächlich. Charakterstudie einer blinden Person mit den Widrigkeiten im Alltag? Zu platt. Beliebiger Krimi, der die Superkräfte eines behinderte Menschen nutzt und dadurch spannend wird? Leider nein.
Aber irgendwie ist alles drin und am Ende wollte ich schon wissen, wie es ausgeht.
Mutige Prognose: Wenn es eine zweite Staffel geben sollte wird die dann richtig ĂĽbel.

📺 In höchster Not II
Staffel II der Mini-Doku-Serie, in der ARD-Mediathek geguckt. Ich hoffe, ich hatte irgendwo die erste Staffel schon genügend belobhudelt? Die Kamera begleitet wieder die Bergretter unterhalb der Matterhorns Zugspitze (danke Christian), wenn sie hoch in den Berg gehen, egal, ob dort ein Vollprofi umgeknickt ist oder ein Volldepp in FlipFlops feststellt, dass da oben wirklich Schnee liegt. Allen wird gleich schnell, professionell und freundlich geholfen. Und zu Recht regen wir uns aktuell viel über die nach außen getragene Coolheit vieler wannabe-Dudes auf – wenn hier die Retter nach einem Einsatz mit Steinschlag und Gewitter alle unten aus dem Heli steigen und ein knappes „Puh. War knapp.“ reicht, dann sieht man, was wirkliche Coolheit bedeutet. Nämlich dass die knappe, vorgebliche nicht-Emotionalität hier Methode ist, um am nächsten tag wieder in den Berg gehen zu können und alle offen über ihre Emotionen zu den anderen und zum Job sprechen können. Ich tue mich schwer mit dem Begriff des Helden. Aber ja.

🎥 One of these days
Film von 2020; zufällig reingezappt, aber auch hier in der ARD-Mediathek zu sehen. In einer texanischen Kleinstadt treffen sich knapp 20 Personen um an einem Wettbewerb um ein Auto teilzunehmen, den der örtliche Autohändler veranstaltet. Die Regeln des Wettbewerbs sind simpel: Bis auf kurze Pullerpausen muss jede Teilnehmerin permanent mindestens eine Hand am Wagen haben. Wer loslässt, scheidet aus, wer übrig bleibt, hat den Wagen. Innerhalb vieler Stunden kommen alle guten oder nicht guten Eigenschaften der Teilnehmenden zum Vorschein, wir treffen Redneck und verzweifelte Armut, Bible-Belt und Freak und alle haben ihre persönlichen Gründe, dort zu stehen und ihre Gesundheit für ein dämliches Auto aufs Spiel zu setzen. Auch wenn der Film durchaus immer wieder die Gruppe am Wagen verlässt und andere Protagonisten begleitet, bleibt die ganze Zeit die bedrückende, beinahe klaustrophobische Stimmung am Wagen präsent. Vollkommen faszinierend, kein gutes Ende, sehr bedrückend – erst Recht wenn man dann liest, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht.

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2 Kommentare

  1. Apex steht auf meiner Liste, bin gespannt. Und die Bergretter, ja, wieder phantastisch. Und dann retten sie in Folge 4 auch noch einen Hund. Es wird immer groĂźartiger. Winziger Einwand: Zugspitze, nicht Matterhorn. Wichtiger Unterschied. Auf die Zugspitze will ich dieses Jahr rauflaufen, das Matterhorn wĂĽrde ich mir niemals zutrauen.

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