2.6.2014: Inklusion

Ok, es war ein Fehler, letztens sonntags abends „#jauch” zu schauen. Denn nun brodelt es in mir und wenn es in mir brodelt, dann muss ich bloggen und dann müsst Ihr da wieder durch. Achtung, das wird lang.

Erstmal die Basics, Ihr kennt das, ich geh die Dinge gerne gründlich an.
Wir haben in Deutschland ein dreigliedriges Schulsystem. Richtig?
Nö, irgendwie nicht. Sorry.
Sondern?
Bis zum Alter von zehn Jahren (in manchen Bundesländern anders, soweit ich weiß) ist es zweigliedrig, danach viergliedrig.
Es gibt die Grundschule und dann folgen Haupt- & Realschule sowie das Gymnasium. Und parallel die ganze Zeit das Förderschulsystem.

Schauen wir erst einmal auf das Regelschulsystem. In dem wird nach der vierten Klasse – also im Schnitt so im zehnten Lebensjahr der Kinder – sortiert nach: „Schlau”, „schlauer” und „noch schlauer”. In den Augen vieler, deren Kinder als „noch schlauer” eingestuft werden übrigens auch gerne nach: „schlau”, „naja” und „doof”, denn da kann man sich natürlich besser einen drauf runterholen. Entschuldigt, das war polemisch.
Wer jetzt Kinder hat, die das zehnte Lebensjahr hinter sich haben, wird wissen, dass das zehnte Lebensjahr unfassbar schlecht dazu geeignet ist, eine Prognose über die nächsten Lebensjahre zu wagen. Wer sich mal mit Entwicklungstheorien beschäftigt hat, auch.
Ich hörte übrigens auch schon signifikant viele Eltern sagen, dass eigentlich jedes Lebensjahr unfassbar schlecht dazu geeignet ist, eine Prognose über die nächsten Lebensjahre zu wagen.
Trotzdem wird gesiebt und gefiltert und bekommt jemand Probleme, weil ihm zuviel zugetraut wurde, kann man die ja einfach lösen: Wer an der einen Schulform versagt, der probiert es halt eine weiter unten. (Wenn man in der einen Schulform so richtig das Haus rockt, hat man dummerweise nur geringe Chancen, nach oben zu wechseln. Also: Theoretisch schon, schaut man aber auf die Zahlen, faktisch nicht. Aber das nur nebenbei.)
Wir behalten das alles mal im Hinterkopf, schließlich wollte ich ja über Inklusion sprechen, und damit über Kinder mit einer Beeinträchtigung*, oder? Hm, schau’n wir mal.

Nehmen wir also erstmal dieses Regelschulsystem mit seinen drei Auswahlmöglichkeiten als gegeben und wenden unseren Blick dem vierten, dem gerne übersehenen Weg zu. Bist Du nämlich ein Kind mit einer Beeinträchtigung irgendeiner Art, dann gibt es für Dich jeweils eine spezielle Schule. Früher hießen die Sonderschulen, später dann Förderschulen.

Schließen wir zuerst mal kurz die Augen und stellen uns ein „behindertes Kind” vor. Ja?

(…)

(…)

Fertig?

Und? Vor Deinem inneren Auge erschien jemand im Rollstuhl oder mit Trisomie 21 (früher auch Down-Syndrom genannt), richtig?
Das könnte schon ein Teil des Problems sein, dem wir uns gerade nähern. Denn es gibt da viel mehr Beeinträchtigungen als man zuerst denkt. Und die werden auch fein sortiert – zu der Zeit als ich Sonderpädagogik studierte gab es da: Körperbehinderte, geistig Behinderte, Lernbehinderte, Sprachbehinderte, Sehbehinderte, Blinde, Hörbehinderte, Gehörlose, Erziehungsschwierige. Die Namen und Schubladen haben sich immer wieder mal geändert, sind aber grundsätzlich so geblieben.
Ja, das alles sind Beeinträchtigungen und ja, für die alle ist der Besuch einer Regelschule erst einmal nicht vorgesehen.

Ob jetzt aber ein Kind, das in seinem täglichen Leben für vieles einen Rollstuhl braucht eher helle ist oder eher nicht, ob ein Kind mit Schwierigkeiten beim Sehen gut lernen kann oder nicht – das ist hier an dieser Stelle plötzlich schlichtweg egal; die Diagnose reicht, um vollkommen leistungsunabhängig in einen Topf geworfen zu werden. Oder anders: Während es seit vielen Jahren – mit Zähnen und Klauen verteidigt – superduper wichtig ist, Kinder nach ihren Lern-Fähigkeiten zu sortieren, ist das bei Menschen mit Beeinträchtigungen total egal: Wer im Rollstuhl sitzt, kommt an die Rollstuhlschule, wer schlecht hört an die Schlechthörschule, wer noch schlechter sieht als Du mit Deiner dicken Brille an die Schlechtsehschule. Und so weiter.
Wer ein bisschen nachdenkt, dem fällt die erste schreiende Ungerechtigkeit innerhalb dieses Systems auf. Und im Hinterkopf stellt sich leise das erste Mal die Frage, ob die Einordnung von Kindern in die drei Leistungsstufen wohl wirklich so viel mit dem Kindeswohl zu tun hat, wie man gerne glauben möchte.

Um diese Einordnung zu verstehen, muss ich etwas in die Vergangenheit schauen. Das dreigliedrige System basiert nämlich auf einem dreigliedrigen, leistungsorientierten Gesellschaftsmodell aus dem (Achtung!) neunzehnten Jahrhundert. Die Hauptschule bereitet den Arbeiter auf sein Berufsleben vor, die Realschule den Kaufmann oder den Beamten auf seins. Und die späteren Akademiker werden im Gymnasium ausgebildet. Jeder bekommt also genau die Ausbildung, die er halt so braucht, mehr nicht. Ein Schelm, wem da kurz das undurchlässige indische Kastensystem in den Kopf schießt; ein kluger Kopf, der sich an denselben fasst und denkt: „Aber unsere Gesellschaft ist doch längst viel vielfältiger, das ist ja dunkelste Vorzeit?”
Ist es. Aber es hinterlässt uns mit einer Ahnung, warum Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht in üblichem Umfang zur Verfügung stehen konnten, in diesem System nichts verloren hatten. Und warum bei denen dann auch total egal ist, wie klug oder nicht klug sie so sind.
Folgerichtig gibt es an (fast?) keiner Sonderschule die Möglichkeit, ein Abitur zu machen, schon ein Realschulabschluss ist die Ausnahme.

Kurzer Exkurs: Nirgends in der ganzen Welt ist der schulische Erfolg so von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland. Und folgerichtig sortiert auch das (übrigens nahezu(1) einzigartige dreigliedrige) Schulsystem nirgend so effektiv die sozialen Schichten vor, wie hier. Nein, dass Du(!) einen(!) ausländischen Hauptschüler kennst, der danach aufs Gymnasium gewechselt ist, ist kein valides Gegenargument. Singt: Es gibt tausend gute Gründe, auf dieses Land stolz … Äh, wo war ich? Ach ja.

Zurück zum Sonderschulsystem: Begründet wurde es lange damit, dass man ja an einer besonderen Schule viel besser für die besonderen Bedürfnisse der Kinder sorgen kann. Und dieser Gedanke ist an sich vielleicht auch zuerst gar nicht dumm.
Aber: Im Ergebnis führt er dazu, dass nicht-beeinträchtigte Menschen die Menschen mit Beeinträchtigungen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Während Menschen ohne Beeinträchtigungen ihr Alltagsleben leben, gibt es dort ab der frühsten Kindheit, spätestens mit Beginn der Schulzeit eine lustige kleine Parallelwelt, die man hervorragend aus den Augen verlieren kann.
Alle anderen Kinder des Dorfs, der Stadt, des Viertels treffen sich täglich auf dem Schulweg, in der Klasse, im Bus oder auf dem Pausenhof. Und parallel sammelt unbemerkt ein Bus alle gleichartigen Beeinträchtigungen im Umkreis von teilweise bis zu hundert Kilometer ein und fährt sie in die nächste passende Schule. Genau, deswegen kommen diese Busse immer so mega-früh am Morgen. Dass da auch jeder theoretisch mögliche zarte Keim eines außerschulischen Soziallebens getötet wird, dürfte klar sein.
Nach der besonderen Schule gehts dann übrigens direkt weiter in die besondere Arbeitsstelle aka. „Behindertenwerkstätte”.
Ja, auch da kommt der kleine Bus um sechs Uhr morgens und ja, auch damit wird diese Parallelgesellschaft weiter zementiert. Oder mal anders: Schätzungsweise leben in Deutschland etwa zehn Prozent der Menschen mit einer Beeinträchtigung. Na, entspricht das Deiner Wahrnehmung im Alltag? Jeder zehnte?

Kurzer Exkurs: Eine weitere traurige Folge davon, dass die „normalen” nichts außerhalb ihrer heilen Welt kennen, kann jemand mit Interesse am über-den-Tellerrand-Gucken auch in einer Nachricht finden, die mir vor ein paar Tagen unter die Augen kam: In den vergangenen fünf Jahren sind 38 Menschen in Deutschland durch Polizeikugeln getötet worden. Zwei Drittel von ihnen waren nicht kriminell, sondern krank. Aber das nur am Rande, Exkurs Ende.

Fassen wir zusammen: Fair ist das alles im Endergebnis nicht. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint wussten schon kluge Köpfe schon Mitte der neunziger und so ist es für mich ehrlich gesagt total belanglos, ob jemand einen irgendwie nett gemeinten Gedanken dabei hat, wenn der im Endeffekt zu Ausgrenzung führt.

Schon 2006 sah das nach ein paar Jahren Beratung auch die UN so und verabschiedete die

Behindertenrechtskonvention, einen von 138 Staaten und der EU […] abgeschlossener völkerrechtlichen Vertrag, der Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen konkretisiert, um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe bzw. Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

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Darin findet sich auch ein Abschnitt über

Gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft (Inklusion) Dies beinhaltet unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft, Arbeit und Beschäftigung, angemessenen Lebensstandard und sozialen Schutz, Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport. Aufgrund des Übereinkommens entspringt das Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderung dem zentralen Menschenrecht auf Beachtung der Menschenwürde und ist nicht nur eine Frage des sozialen Wohlergehens. […] Es geht nicht mehr darum, Ausgegrenzte zu integrieren, sondern allen Menschen von vornherein die Teilnahme an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen.

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Also nicht: „Wir kümmern uns um sie”, sondern „Wir leben zusammen”.

Wir sehen also, Inklusion bedeutet viel mehr, als nur „behinderte Kinder” auf einmal in die „normalen Schulen” zu lassen.
Aber in Deutschland liest man momentan meist nur darüber. Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention legt dazu fest:

Das Recht auf Bildung als Menschenrecht zu verwirklichen ist zentral für die Verwirklichung anderer Menschenrechte; dies trifft auch für das gemeinsame Lernen von nicht behinderten und behinderten Kindern und Jugendlichen zu

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Nach all dem bisher Gelesenen überrascht das nicht. Unser Schulsystem – egal ob Regel- oder Sonderschule, unser Schulsystem, dem wir unsere Kinder anvertrauen, damit sie fürs Leben gerüstet werden, hat seine Ursprünge in einem sehr soliden Klassensystem und seinem Erhalt. Schaut man dann noch, ob sich Kampf-Artikel gegen Inklusion eher in der FAZ oder eher auf Flyern auf links-alternativen Straßenfesten finden, dann merkt man schnell: Auch wenn noch so vordergründig um das Wohl der Kinder gekämpft wird, dann mag es da auch um den Erhalt von Privilegien gehen. Ob bewusst oder unbewusst, darüber kann jeder selbst spekulieren.

Aber es bewegt sich etwas, sonst hätte es das Thema ja nicht bis zu Jauch geschafft. Schon drei Jahre nach Verabschiedung der UN-Konvention hat auch Deutschland sie 2009 ratifiziert und sich dann auch langsam mal auf einen Weg gemacht. Förderschulen – formerly known as „Sonderschulen” – werden nach und nach aufgelöst, Sonderpädagogen wechseln zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern an die Regelschulen. Und schon weitere fünf Jahre später scheint diese langsame Bewegung tatsächlich so in Fahrt gekommen zu sein, dass es von besorgter Stelle Widerstand geben muss. Gerade konservativer Widerstand ist ja immer ein guter Gradmesser dafür, ob ein Thema die berühmte Mitte der Gesellschaft erreicht. Richtig interessant: An Grund- und Hauptschulen wird schon seit mehrere Jahren inklusiv gearbeitet; auch Realschulen gewöhnen sich schon länger um. So richtig in die Medien kommt das ganze Thema aber erst jetzt, wo die ersten Gymnasien sich öffnen sollen. Hmmmm.

Und so versucht dann bei #jauch eine Runde Menschen über Inklusion zu sprechen. Fehler eins: Sie sprechen nur über schulische Inklusion. Fehler zwei: Sie nehmen einen konkreten Fall als Anlass. Einen konkreten Fall an – Überraschung! – einem Gymnasium übrigens.
Oder die FAZ greift sich einen einzelnen Schüler heraus, einen der fast jeder schlimmsten Vorstellung entspricht, (und nebenbei perfide geschickt noch die Assoziation „psychisch gestörter Gewalttäter” in den ersten Absatz bringt), nimmt den als Aufmacher und wettert dann unter dem Deckmäntelchen „Das hilft keinem Schüler wirklich” gegen Inklusion.

Privilegien-Sicherung vom Feinsten also, Privilegien-Sicherung mit einem der ewig besten Mittel: Ausnützen von diffusen Ängsten und Ausnützen von Unwissen.
Denn: „Aber ein behindertes Kind am Gymnasium? Das kann doch auch gar nicht gehen?” höre ich es da hinten fragen. Doch. Aber dazu muss man wissen, wie der tägliche inklusive Unterricht aussieht.

Dazu muss man sich vielleicht erst noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass eine körperliche Beeinträchtigung oder eine Sinnesschädigung nichts mit dem schulischen Lernen zu tun haben muss; dass die FAZ zum Beispiel da fröhlich das schlimmst-greifbare Klischee nutzt, um eine deutlich heterogenere Gruppe über einen Kamm zu scheren.
Dazu muss man aber vor allem wissen, dass auch Kindern mit Entwicklungsstörung im Bereich Lernen (früher: „Lernbehindert”) prima mit anderen zusammen lernen können. Vielleicht nur nicht so viel, nicht so schnell und deshalb ganz simpel anders bewertet. Beispiel: Während für die Rest-Klasse das Ziel der Unterrichtseinheit vielleicht ist, die Bundesländer und ihre Hauptstädte zu kennen, ist das Ziel für sie vielleicht, den Text abgeschrieben zu haben. Oder, je nach Fähigkeiten etwas anderes. Aber sie haben es in der Gruppe mit allen anderen zusammen gelernt.
Genau dafür kommen ja die Sonderpädagogen mit an die Regelschulen: Die arbeiten mit den schon anwesenden Klassenlehrerinnen und -lehrern zusammen, ändern die Unterrichtsmaterialien ab, vereinfachen etwas oder passen es an und sind auch für die Zeugnisse „ihrer” Schützlinge zuständig.
Ergebnis: So können zum einen alle Schülerinnen und Schüler nach ihrem persönlichen Leistungsstand lernen und bewertet werden und zum anderen geschieht dieses Lernen nicht in einer Ausnahmesituation irgendwo in einer Sonderschule, sondern mitten im „ganz normalen” Leben.
Und da wir ja alle wissen, das Schule viel, viel mehr ist, als reine Wissensvermittlung, freuen wir uns, dass so alle, egal ob ob mit oder ohne Beeinträchtigung irgendeiner Art miteinander lernen und miteinander leben. Jeder lernt von andern. Immer.
Ich kenne zehnjährige, die aufs feinste unterscheiden können, ob ihr Mitschüler gerade durch die Klasse schreit, spuckt und pöbelt, weil er es nicht anders kann, oder weil er es gerade so möchte. Ersteres wird vollkommen ignoriert, zweiteres mit knallhart formuliertem Widerstand bekämpft – beides ja die jeweils perfekt angemessene Reaktion.
Wenn das mal nicht fürs Leben gelernt ist.
Weiß man das einmal, dann ist es auch vollkommen egal, in welcher Schulform das geschieht.

Natürlich passt so ein Zusammenleben und zusammen-Lernen nicht mit dem zusammen, was mir noch auf meinem Gymnasium vermittelt wurde: Dass wir nämlich etwas besseres seien. Aber sind uns nicht allen die Typen, die etwas besseres sein wollen sowieso arg unsympathisch?

Aber hier – kleiner Gedankensprung – wo wir gerade beim Zusammenleben und bei der Förderung jedes einzelnen nach seinen Begabungen sind: Wer sich schon einmal das IQ-Modell angeschaut und die dazugehörige Gauss’sche Kurve angeschaut hat weiß, dass es ziemlich exakt so viele Menschen mit einem IQ über 130 gibt wie Menschen mit einem IQ unter 70. Diese Schwelle markiert übrigens per Definition die Schwelle zur geistigen Behinderung.
Das bedeutet aber auch, dass in der Regelschule die überdurchschnittlich und hoch Begabten genau so wenig angemessen unterrichtet werden, wie die unterdurchschnittlich Begabten.
Wenn wir also den Unterricht öffnen und beginnen, Kinder nach ihren Fähigkeiten zu unterrichten und nicht nach einem Modell, das dem Arbeitsalltag des frühen Industrialisierungs-Zeitalters entspricht, schließt das auch die ein, die sich bisher einfach nur durch ihre Schulzeit langweilten und trotz, und nicht wegen der Schule etwas lernten.

Schaut man mal auf die Pisa-Studien der letzten Jahre, dann erinnern wir uns alle: So richtig töfte ist das in Deutschland in den letzten Jahren wohl nicht gelaufen, sonst wären die Ergebnisse da besser gewesen. Schaut man auf Finnland, einen der großen „Gewinner” dieser internationalen Vergleichstests, dann sieht man: Dort gibt es weder Sonderschulen noch irgendeine andere Art, Kinder nach ihren Leistungen in irgendeinen Weg zu pressen. Nicht verschweigen will ich, dass z.B. auch China bei Pisa sehr gut abgeschnitten hat – ein sehr rigides System, das auf Autoritätshörigkeit und Aufgabe der Persönlichkeit zu Gunsten des Gemeinwohls basiert.
Habe ich die Auswahl zwischen einem sozial eingestellten System und dem in China praktizierten, fällt mir die Entscheidung übrigens recht leicht.

Und überhaupt steht für mich am Ende (Glückwunsch, Du hast echt lange durchgehalten!) die Frage: In was für einer Gesellschaft möchten wir denn hier leben? Ausgrenzen oder zusammen? Ellbogen-Leistungsdruck oder Miteinander?
Ich weiß meine Antwort.

Tun wir also was dafür.

1) Korrektur am 26.5.2014: Deutschland hat nicht als einziges Land ein dreigliedriges Schulsystem, wie ich Dank Orianas Kommentar erfahren habe.

Dieser Artikel wurde zuerst am 2.6.2014 veröffentlicht im jawl, meinem alten Blog. Das jawl ist geschlossen aber diesen Artikel wollte ich gern behalten und habe ihn deswegen in ein Archiv alter Artikel aufgenommen.

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