Wir hatten nicht vorgehabt, diesen Sommer wegzufahren. Nachdem die Liebste aus der Stadt der Liebe wieder hier war, wollten wir gemeinsam zu Hause sein. Ein paar Dinge am Haus tun, ein bisschen lätschig im Schatten gammeln, ein paar Filme gucken, vermutlich ein paar Eis essen, ein bisschen auf den See sehen und solche Dinge tun.
„Jaja, mach Du nur Pläne“, sprach einmal eine Kundin von mir und sie ist ein kluger Mensch und behielt auch diesmal Recht: Für See und Schatten, für die Möglichkeit am Haus etwas zu tun war es einfach ein bisschen zu nass von oben.
Außerdem gab es plötzlich eine Situation zu begreifen und zu bewältigen, eine, die wir uns nicht ausgesucht hatten und auch nie ausgesucht hätten – und mittendrin dachte ich daran, wie glücklich uns die Stadt im Norden immer macht. Überraschenderweise war für den nächsten Tag ein Hotelzimmer frei und ich kam, sah und buchte.
Die Stadt tat was sie konnte und zwei Nächte später fuhren wir wieder nach Hause. Nicht alles aber vieles war gut. Wie immer verstand mein Herz nicht, warum wir nicht bleiben; wie immer blieb ein Teil meines Herzens dann halt alleine dort.










Und dann war da noch:
Das Buch über Architektur, das mir die Liebste im Museum schenkte und das offensichtlich ein neues Rabbithole aufgemacht hat.
Die Berlingo-Fahrerin mit Kleinkind auf dem Beifahrersitz, die mich mit 150 rechts überholen wollte und – als die Lücke vor mir dann doch zu eng war – fünf Minuten mit ausgestreckten Mittelfinger hinter mir herfuhr.
Die Platte für zwei in der Markthalle. Die gute Typografie auf der Wasserflasche.


Dieses unglaubliche Museum. Immer wieder.
Mit Rollatoren oder Kinderwagen für Besucherinnen, mit einer unfassbaren Ausstellung, einem beeindruckenden Konzept und dieser Architektur.




Und dann war da noch der erste Sonnenstrahl über dem Hafen als ich nachts um vier wach war.

