21.1.2022 – life is a rollercoaster

Was ein Auf und Ab.

Vormittags eine Menge Mails verschickt und keine Menge Antworten bekommen. Also sogar eher gar keine, Sie haben das schon vermutet. Doof.
Naja, dann eben die DAW angeworfen und ein bisschen Synthesizer blubbern lassen.

Dann hatte die Liebste Schulschluss und holte mich ab. Wir parkten an einer Ladesäule und besuchten das Café, das ist nämlich seltsamerweise freitags um diese Zeit komplett leer. Leeres Café – find ich gut. Volles Auto nach dem Kaffee auch.

Gemerkt, dass dieses elektrische Fahren doch einige alte Gewohnheiten kräftig über den Haufen wirft. Nicht, dass ich mich nicht voller Freude neu gewöhnen will, aber Gewohnheiten sind eben mächtige Dinger. Und ich guck mir ja gerne zu, wenn Synapsen neu verbunden werden müssen.

Auf der Runde durch die Stadt, die wir noch drehten irgendwo die ersten Knospen gesehen. Ich seh sowas nicht, aber die Liebste ist totaler Pro, was solche Frühlingsboten angeht und ich sag’s Ihnen: Frühlingsboten kann ich gerade gut gebrauchen.

Diverse Male festgestellt, wie erschöpft wir alle sind und wie kurz die Lunten überall sind. Auch eines von diesen Dingen die logisch sind, aber an die wir immer wieder denken müssen.

Doch noch eine Mail zurück bekommen. Mit guten Nachrichten. Puh.

Nach positivem Pool-, und darauf folgendem ergebnislosen Einzeltest bekam dann heute eine Mutter in der Stadt den Anruf, es habe leider einen Fehler gegeben und nun denn, dann hat das Kind eben den ganzen Morgen noch fröhlich mit den anderen gespielt und die Einschläge kommen immer näher.

Ich mag diese Sammlung aus 99 Weisheiten an eine frisch ausgezogene Tochter aus dem Familienbetrieb. Sie ist ernst und ironisch, tiefsinnig und platt, immer alles in einer guten Mischung und vor allem in der Zusammensetzung so liebevoll, dass sie Menschen mit dysfunktionalen Familien die Tränen in die Augen treibt.

on a hot summer night – would u offer your throat to the wolf with the red roses?

Geständnis des Tages: Heute geht #ibes los und ich freu mich drauf.

Sie finden gutes altes Tagebuchbloggen gut?
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier meine Wishlist finden. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

20.1.2022 – ok

Gestern Abend meinte die Liebste, ich müsse vielleicht einmal raus um den ganzen Nervkram mal aus dem Kopf zu kriegen. Klang nicht dumm. Ich checkte also die Wetterlage sowie die Tidezeiten in Cuxhaven – denn das war die letzten Male immer gut zu uns gewesen – und befand, dass es so sein solle.
Und, um mich selbst zu betrügen, vergaß ich das alles sofort wieder. Denn sonst hätte ich mich ja vorgefreut und wenn ich mich vorfreue, dann bekomm ich Stress und dann wird das alles nichts, das kenn ich.
Der Plan klappte ganz hervorragend: Ich schlief für momentane Verhältnisse gut, wachte frohgemut auf, machte mich fertig, packte die Kamera ein und fuhr los.
Nun gut: Mittel hervorragend, denn ich kam in etwa bis Hamm, was in etwa eine dreiviertel Stunde von hier ist und dann bemerkte ich die aufziehende Migräne und drehte um.

Vollkommen überraschenderweise fand ich das alles nicht doof, es zog mich nicht runter und die Migräne wurden auch nicht schlimmer und ließen sich wegschlafen. Gegen Mittag war ich wach und wohlgemut. Sehr seltsam.

Da ich sonst nichts zu tun hatte, dann sogar erfolgreich die Energie in Hausputz und vor allem ein drei Mails gesteckt, die mir auf der Seele lagen. Alle drei an den selben Empfänger mit drei sehr verschiedene Themen und drei verschiedenen Tonlagen. Nicht ganz easy.
Nach der zweiten Mail schob ich eine kurze Antwort an jemand anderen dazwischen und ca fünf Sekunden später klingelte das Telefon. Ich hätte da was verschickt, was alle Virenwarner und Firewall-Dingsis Alarm schlagen ließ. Aha, mein Zertifikat ist kaputt und wenn etwas gibt, was einem gemeinen User-Computer suspekter vorkommt als eine nicht signierte Mail, dann ist es eine falsch signierte Mail.
Ja genau, die ersten beiden anderen Mails dann auch. Hurra.

Als die Liebste nach Hause kam, haben wir die Wannseekonferenz in der ZDF-Mediathek geguckt. Definitiv kein Spaß.

Gestern irgendwo (nicht wieder auffindbar) einen Thread gelesen, der mich seitdem sehr beschäftigt. Es gibt sinngemäß darum: Als wir Kinder waren, da gab es Regeln. Die waren manchmal doof, aber – und da stimme ich der Verfasserin zu – im Hinterkopf hatten wir alle irgendwie schon klar, dass diese Regeln dazu da waren, uns zu schützen. Baustelle nicht betreten, nicht mit Feuer spielen, nicht auf der Hauptstraße spielen, nicht rauchen und trinken und kiffen und so.
Die Verfasserin stellte nun die These auf, dass Kinder heute – also: pandemisch heute – erleben, dass es keine klaren Regeln gibt. Und dass die, die es gibt nicht dafür gemacht sind, sie zu schützen. Sie schloss mit der Befürchtung, dass das der Politik noch kräftig auf die Füße fallen wird. Stichwort „fehlendes Vertrauen“ und so.
Jetzt fehlen mir eigene Kinder und auch aus der Schule der Liebsten aus Gründen die Co-Erfahrungswerte, aber ich kann mir leider nur gut vorstellen, dass mindestens Jugendliche sehr genau wissen, dass Lüften und das Tragen von dicken Pullis nicht vor einer Infektion schützen. Und dass die sich ständig entschärfenden Regeln bei positiven Tests in der Klasse auch eher inkonsequent sind. Sprich: Dass sie nicht so super wichtig sind.
Ich denke nach.

Zeugs

Volker König erzählt, wie es in Schulen so aussieht:

Wir konnten vor einigen Monaten die Schulen besichtigen und der Zustand war erschreckend.
[…]
Und erst die Digitalisierung. Die geht nur mit Kabelkanälen auf dem Putz, was momentan noch reicht, weil wirklich digital nur die Beamer und die PCs der Lehrer:innen sind. Irgendwann wird es so sein, dass Schüler:innen ganz selbstverständlich Tablets oder Notebooks statt Heften und Arbeitsblättern haben. Wobei dieses „Irgendwann“ in anderen Ländern schon Alltag ist und unsere Schulen dank Corona diesbezüglich einen massiven Sprung nach vorne machen mussten. Das „Irgenwann“ wird bei uns, meiner Meinung nach, in spätestens 5, höchstens 10 Jahren sein.
Nicht nur, dass es ziemlich knifflig ist, die Endgeräte von rund 1000 Schüler:innen per WLAN so online zu bekommen, dass es keine Problemen gibt. Nein. Es wird auch Alltag sein, dass Notebook oder Tablet (oder wie die Endgeräte dann heißen mögen) einen leeren Akku haben. Man muss also am Platz in der Schule eine Stromversorgung vorhalten. Egal, ob dort eine Steckdose mit 230V oder irgendeine dann aktuelle USB-Norm oder gar induktives Laden implementiert sein werden – irgendwie muss der Strom zum Tisch kommen, und mit den gefühlt 4 Steckdosen pro Klassenraum kann man 30 Schuler:innen halt nicht versorgen.

Volker König:
Wie man in Schulen keinen Fortschritt hin bekommt

In Amerika gehört die Frage, wie viel man im Jahr macht zum Smalltalk, in Skadinavien steht online, was die Nachbarin verdient und in Deutschland kann man mit der Frage nach dem Verdienst eine fröhliche Runde komplett verstummen lassen. Teresa Bücker denkt darüber nach, was da alles dran hängt, an diesem nicht-reden über Geld:

„Die Ferienwohnung in Kitzbühel? Haben meine Eltern schon eeewig, früher war es ja auch noch gar nicht so teuer da. Diese Pseudo-Bescheidenheit ist oft nett gemeint. Tatsächlich aber lassen solche Sätze weniger Privilegierte verzweifeln. An der eigenen Arbeitskraft, dem eigenen Geschick, dem eigenen Wert. Wieso schaffen die das und ich nicht? Vielleicht sollte man lieber sagen: Ich habe eine Viertelmillion geerbt und kann mir das leisten, du halt nicht, sorry.“

Teresa Bücker auf zwischenzeit_en:
Der Garten einer guten Mutter

Christian de Vries wohnt quasi in einem Nachbarörtchen und beobachtet hier die Lokalpolitik – gerade unter Kommunikationsaspekten. Lesen Sie ruhig den Artikel zu Ende, die wahre Pointe kommt im letzten Absatz:

Die Einladung zu einem Start-Workshop zum LEADER-Projekt erreicht mich im Dezember 2021 über einen Facebook-Post in einer lokalen Facebook-Gruppe der Stadt Menden. Ich melde mich über die Web-Seite der koordinierenden WSG Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Menden mbH zum Workshop Mitte Dezember an, und nehme daran teil.
Es sind mehr als 60 Teilnehmerinnen an dem Workshop beteiligt. Sehr konstruktiv, sehr bunt, sehr interessante Ideen, für mich ein guter Start. Kleiner technischer Nachteil: Es gibt keine Möglichkeit für die Teilnehmer:innen, in einen direkten Austausch oder eine Diskussion zu gehen.
Interessant:
Die Pressemitteilung der Stadt Iserlohn zu diesem Termin erscheint überhaupt nicht auf der Homepage der Stadt Iserlohn. Man sagt, das da etwas schief gelaufen sei.
Es gibt keine Dankeschön-Mail an die Teilnehmerinnen im Nachklapp, keine weiteren Terminhinweise, kein Feedback.

Christian de Vries:
LEADER: Der Dank mit Floskeln

Sie möchten meine kuratierten und kommentierten Linksammlungen unterstützen? Hier finden Sie die virtuelle Kaffeekasse und hier eine Wishlist für die, denen Mammon zu schnöde ist.

19.1.2022 – oh mein Papa!

Ich habe heute für sie das Boulevard-Magazin auf RTL geguckt. Der Sohn von Costa Cordalis wollte so gerne am Dschungelcamp teilnehmen, hat aber jetzt einen positiven PCR-Test.
Rhetorische Frage: Welchen Tenor hatte der Bericht?
a) Oh Gott, seine Gesundheit! Hoffentlich kein schwerer Verlauf, hoffentlich kein Long-Covid!
b) Oh Gott, wieso macht man during Corona überhaupt so eine Sendung?
c) Oh Gott, jetzt kann er seinen verstorbenen Vater nicht stolz machen.

Es ist natürlich c) und der Kampf ist einfach verloren.

Sonst war der Tag auch scheiße.

18.1.2022 – ich geh an’s Telefon dran

Ich habe heute exakt sechs Mal telefoniert – was an sich für mich keinerlei Problem darstellt. Leider waren die erste drei Telefonate irgendwelche Absagen, so dass das auch die zweiten drei nicht mehr rausreißen konnten – obwohl es sich bei allen um ganz zauberhafte Gespräche mit ganz zauberhaften Menschen handelte.
Und jetzt hab ich schlechte Laune. Ich lass’ sie damit mal in Ruhe.

16./17.1.2022 – Funday & Monday

Sonntag: Da wir aufgrund der plötzlichen Hektik noch keine eigene Wallbox vor der Tür haben, begann unser Tag mit einer kurzen Fahrt zur örtlichen Schnell-Ladesäule und einem Spaziergang am Flüsschen entlang. Wir schwankten zwischen „auch gut, mal wo anders zu spazieren“ und „gar nicht mal so hübsch hier“.
Nach einer Stunde waren wir rechtschaffen alle und das Auto nahezu voll. Nice.
Den Rest des Tages nichts mehr getan, was nicht „Netflix“, „Couch“ oder „Torte“ im Namen hatte.

Montag: Kleinkram erledigt, als wär ich Erlediboy persönlich. Gelernt, dass wir ein (absurd hohes) Überweisungs-Limit auf unsere Konto haben. Gelernt, dass unser Kundenberater echt nett ist und dieses Limit stundenweise erhöhen kann.

Dann für eine Kundin die bis jetzt vorhandenen Texte in den Vorschaubereich ihrer Website geapastet, denn: sie kann sich nicht vorstellen, wer jemals so viel Text lesen soll, wie die Agentur, die die Texte liefert, da geschrieben hat. Bis jetzt liegt ihr das nur als Word-Dokument vor und sie will alles kürzen, straffen, am liebsten löschen. Und dann, am Ende eines Gesprächs betont sie, dass sie aber gut bei Google gerankt sein muss. Und dann erkläre ich, dass die wenigen Texte die wir haben, schon eigentlich zu wenig für Google sind – vor allen in einem nicht un-umkämpften Thema – und wir drehen uns im Kreis.
Ich hoffe, dass der Blick auf die Site mit der Möglichkeit, darin herumzuklicken ihr die Angst vor der Textmenge nimmt.

Das liegt jetzt übrigens gar nicht an ihr persönlich, das ist sogar etwas, was ich oft erlebe.
Steckt man selbst tief in seinem eigenen Business und ist nicht gerade auf dem Planeten Egoshow geboren, dann wundert eine sich gerne mal, was es denn alles zu erzählen gäbe. Und auch das Argument, dass andere Menschen sogar sehr gerne Texte auf Websites lesen und sich das sowohl wisenschaftlich als auch mit einem Blick in Statistiken belegen lässt, verfängt dann nicht sonderlich.
Auch die Diskrepanz zwischen all dem, was eine selbst am eigenen Business selbstverständlich und keines Wortes wert findet und dem Blick einer Besucherin mit eben weniger Ahnung – der gelingt auch nicht immer.

Also: Mal sehen.

Beim Mittagessen sehr nett begonnen, quasi anlasslos mit einem dieser „war schon immer da“-Menschen aus den Tiefen des Internet vor 2010 zu chatten und übers Musikmachen zu schnacken und plötzlich musste ich dann auch schon fast los in den nächsten ZoomCall.

Die Zwischenzeit belegte dann noch ein ColdCaller, der tatsächlich nicht einmal auf meinen Satz „Sie machen sich gerade mit jedem weiteren Satz noch einmal unsympathischer und ich möchte wirklich nicht mit ihnen sprechen“ hin aufhören konnte, die nächste Frage aus seinem „Wie halte ich den Gesprächspartner im Gespräch“-Protokoll abzufeuern:
– Aber warum mache ich mich denn unsympathisch? Sie wissen doch noch gar nicht, was ich Ihnen anbieten möchte?
– Ich möchte es auch nicht wissen, da Sie mir inzwischen unsymathisch genug sind, dass ich selbst bei Interesse am Produkt nie mit Ihnen ein Geschäft machen wollen würde.
– Aber warum bin ich Ihnen denn unsympathisch? Ich möchte doch nur vermeiden, dass ich jetzt Ihre Mitbewerber anrufe und Sie später fragen, warum ich nicht Ihnen zuerst dieses tolle Angebot gemacht habe!
– Versprochen, das werde ich nie fragen. Leben Sie wohl!
– aber … (Klick)

Mein Gott, bitte mach, dass ich so etwas nie tun muss.

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