8.11.2020 – Flying V

Nachtrag: Gestern Abend, so gegen viertel vor zehn sendete das ZDF mitten in die laufende Quizsendung hinein eine extra-Ausgabe des Heute Journals. Inhalt: Biden ist zum Präsidenten der USA gewählt.
Selbst ich, aktuell ziemlich Medien-verweigernd eingestellt, hatte das schon ca vier Stunden vorher mitbekommen.
Ich gestehe: Es bestätigt mich sehr darin, das steigende Tempo meiner Bubble nicht mit zu machen.

Apropos „Quizsendungen“: Wir stellten die These auf, dass wir sie deswegen im Moment so gerne gucken, weil ihr alleiniger Zweck darin besteht, dass …
… sich ein paar Menschen locker unterhalten
… es eben nicht um aktuell schlimme Themen geht
… alle da sind, um möglichst eine gute Zeit zu haben
… man sogar je nach Lust und Laune noch das Gefühl haben kann, besser zu sein.
In other words: Viel von dem, was uns an persönlichem Kontakt gerade fehlt. Also los: Schaut mehr Quizsendungen!

Heute Morgen noch einmal Schreibtisch (We call it: „Das Wochenende der Ausnahmen“). Ich hatte jemand ein Angebot bis Montagmorgen um neun versprochen und die Auswahl zwischen irgendwann heute und morgen früh um sieben fiel leicht.

Letztens hatte ich ja noch über AGB gesprochen und behauptet, meine AGB wären die Summe der absurden Erfahrungen der letzten Jahre.
Eben aus diesem Grunde haben wir hier einen Neuzugang:

Ich übernehme Daten nur nach Absprache auf Stick oder CD und bevorzuge die Übernahme der Daten per E-Mail oder Cloud-Lösung. Ich übernehme keine Garantie für zugesandte Datenträger. Bitte senden Sie mir keine Originale

Sie mögen sich die Geschichten dahinter gern selbst denken.

Dann rannten wir kurz aber heftig mit einem Zollstock im Wohnzimmer um, denn bei Tylko gibts bis heute 15% (sorry, ich habs auch erst gestern Abend gesehen) und das ist viel Geld und Tylko ist einfach forkin’ schön.

Mittags Spaziergang im Feld. Gute Sache. Auf dem Parkplatz stand eine Karre, die nach harten Karrenfotos rief.
Es war warm und sonnig und schön – super, dass wir noch raus können.

Währendessen über uns ein großes, lautes V am Himmel – Gänse auf dem Weg in wärmere Gefilde. Mein Timehop hatte mich kürzlich an genau den ersten November 2019 erinnert, wie sie damals geflogen waren.
Eine Woche später als letztes Jahr. Das sind ca. 2% des Jahres später. Zwei Prozent Steigerung in einem Jahr.

Aber es ist warm und sonnig und schön – warum sollten sie eher fliegen?

Nein, ich glaube übrigens nicht, dass man diesen „Klimawandel“ merkt. /s

Danach setzten die Liebste und ich uns hin und quatschten uns fest. Irgendwann saßen wir mit einem iPad und zwei Handys und einem alten Dierke Weltaltas am Tisch, denn wir waren irgendwie – wie nur?? – auf die USA gekommen; auf Bevölkerungsdichte und Wahlmännersystem und Counties und warum die Karten immer komplett rot ausgesehen hatten, obwohl Biden schon vorne lag. Auf „Wo ist denn eigentlich dieser Bible Belt?“, auf „Wo war denn dieser Wilde Westen und wann ist Californien den USA beigetreten?“ und am Ende auch auf „ach guck, und da sitzt der Wendler jetzt und behauptet, er kenne die USA.
Ich liebe das so unglaublich, wenn wir Zeit haben uns in so etwas zu verlieren. Uns verlieren können wir super – es fehlt eben nur oft die Zeit.

Dann fiel mir ein, was mein Hinterkopf heute Morgen beim Verfassen des Angebots die ganze Zeit über versucht hatte anzumerken und ich ging hoch, das andere Angebot schreiben. Läuft.

CN: Narzismus

Aber nochmal apropos „Präsident“: Ich bin vielleicht eine Unke – ok, bei Klimaschutz, Rechtsruck, Spaltung der Gesellschaft und dem Abschneiden der Fußballnationalmanschaft bei der letzten WM unkte ich jeweils exakt richtig, aber nun … – also: Ich bin vielleicht eine Unke, aber gerade die aus anderen Gründen recht intensive Beschäftigung mit dem Krankheitsbild des Narzismus macht mir bei aller Lust zum Feiern ein bisschen Bammel davor, was der orangegefärbte Mann im weißen Haus in den nächsten sieben Wochen und auch danach noch alles tun kann. Ich zitiere mal ein paar der Sätze, die mich dazu bringen …

Der Narzisst strebt die totale Erniedrigung des Ex-Partners an. […] Er wird jedes Mittel wählen […] Der Ex-Partner muss nach der Trennung ständig auf der Hut sein. Man weiß nie, wann mit dem nächsten Angriff zu rechnen ist und was sich der Narzisst als Nächstes ausdenkt. Nur eines ist gewiss: Er wird nie so reagieren, wie man es erwarten würde.
[…]
Wie sehr man auch versuchen möchte, den Narzissten zu beschwichtigen: Der Hass und die Wut werden niemals aufhören. Vernunft und Einwände werden nichts ändern, sondern den Groll nur noch beflügeln. Sicherheit kann der Ex-Partner nur erwarten, wenn er sich unter den Schutzschirm des Gesetzes stellt. Ansonsten wird der Narzisst jedes Recht ignorieren.
[…]
Bei einem Trennungsvorgang hält sich der Narzisst immer für den Geschädigten: Er ist das Opfer, das im Stich gelassen und enttäuscht wurde. […] Die Hoffnung, vernünftig die Beziehung beenden und dann einfach gehen zu können, kann als naiv eingestuft werden. Eine einfache Trennung wird es mit einem Narzissten niemals geben. Ein Narzisst will Vergeltung und fühlt sich selbst erst besser, wenn er spürt, wie schlecht es dem anderen geht.

Hier her: Umgang mit einem Narzisten: Trennung von einem Narzissten

Auch wenn es da um Beziehungen zu einem Partner und nicht zu einem Präsidenten geht – ich fürchte, das Verhalten des Narzisten kann man mühelos übertragen.

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