Work: Weiterhin Inhalte von A nach B kopieren und dabei hübsch machen. Das klingt unspannend, aber ich kann gerade ganz gut mit unspannend. Außerdem gibts zwischendurch immer mal wieder ein paar Anpassungen im CMS, die gemacht sein wollen.
Jemanden beruhigt, die die übliche „Sie hatten 0 Aufrufe in ihrem Google-Profil“-Mail bekam und den Unterschied zwischen dem Profil und den 2000 Aufrufen der Website erklärt. Ich hasse es zutiefst, wenn Unternehmen alarmistische Mails verschicken. Ja, sicher, Klicks auf das Profil bei Google sind hübsch, aber Besucher auf der Website, die dort nachvollziehbar richtige Wege vom Einstieg zum Kontaktformular gehen halte ich mal für mindestens genau so wertvoll.
Scheinbar hat der Fehler bei der Denic auch SSL-Zertifikate gefressen, jedenfalls hatte ich heute mehrere Fälle, in denen eigentlich noch gültige Zertifikate plötzlich nicht mehr anerkannt wurden. Ich werde das beobachten, Antworten auf meine Tickets bei den jeweiligen Hostern habe ich noch nicht.
Life: Mittags kam die Liebste mit frischen Brötchen, und danach bekam ich Besuch von einem spontanen Migräneanfall aus der Hölle und läutete auf der Couch im dunklen Raum das Ende des Tages ein.
Balance: Nö.
Zeugs
»Auf in die Zukunft. Sie sieht finster aus. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Machen wir sie uns zusammen schön« – so beendet Robin Detje die Vorstellung seines Newsletter/Blog/Steady-Projektes und ich fühle mich gleichermaßen sehr beeindruckt wie abgeholt. Von seinem letzten frei vom Tod seiner Mutter bis zum Patriarchat mäandernden Text auch:
Ich bin in Trauer, und das Schöne und vielleicht auch Politische daran könnte sein, dass ich mir in der Trauer meine Hilflosigkeit nicht mehr weglügen kann. Die beste Verdrängung von Hilflosigkeit aber, liebe Mitmenschen im Stuhlkreis, ist natürlich die Gewalt. Die Herstellung klarer Verhältnisse durch Gewalt.
Robin Detje
[…]
Das Patriarchat, ohne das ich nie geboren worden wäre, ist ein Gewaltsystem, das alle Menschen unglücklich macht, die sich ihm unterwerfen. Auch die, die so tun, als würden sie von ihm profitieren.
Tod, Platzregen, Patriarchat
Ähnlich fröhlich auch der nächste Lesetipp: Frank Neumann-Staude schreibt über ein wichtiges Thema, was die meisten von uns – inluding me – ausklammern oder gar nicht auf dem Schirm haben: Vorsorgevollmachten und ähnliches im allgemeinen und darüber hinaus. Kommt eigentlich ein anderer Mensch an mein/unser digitales Leben? Ähnlich wie hier im Haus hatte auch Frank ein komplexes System von digitaler Sicherheit für die verschiedensten Daten, die wir heute so haben. Verträge, Abos, Konten – oder anders: Unser Leben halt. Bei Frank war es eine kleine Wunde die ins künstliche Koma führte und seine Frau zu Hause nahezu hilflos hinterließ – nicht nur emotional und menschlich, sondern auch handlungsunfähig, weil das Passwort zu allem digitalen Leben nirgendwo notiert war:
Online-Banking und die App meiner Krankenkasse setzen zwingend auf Face ID. Ich habe bis heute keinen Weg gefunden, zusätzlich das Gesicht meiner Frau in diesen Apps zu hinterlegen. Was auf der einen Seite Sicherheit heißt, heißt auf der anderen Seite: Niemand außer mir kommt rein. Nicht einmal mit meinem Gerät in der Hand.
Frank Neumann-Staude:
Alles ist gebackupt. Nur der Zugriff nicht.
In den letzten Wochen sind unter anderem hochrangige Mitglieder unserer geliebten Regierung Opfer von Phishing-Angriffen. Je nach Wissensstand der Menschen mit denen man sprach wurde dafür Signal gehackt (nein) oder die Opfer waren halt einfach doof (eventuell) und die meisten war schnell bei der Hand mit der Lösung: Die sollen halt ihre sicheren Geräte nutzen und nicht eigene Geräte mit irgendwelcher Software. heise wirft mal einen differenzierteren Blick auf eine nicht ganz so einfache Situation:
Der Bundestag ist ein Parlament frei gewählter Abgeordneter. Und diese grundgesetzlich verbriefte Freiheit heißt auch: Jeder Abgeordnete hat das Recht, eigene IT zu nutzen. Die IT der Fraktionen ist ebenfalls unabhängig […] Für alle Menschen, die vor allem mit der IT-Organisationsbrille auf den Bundestag schauen, zeigt sich hier ein wesentlicher Teil des Problems: Die Menschen sollen innerhalb der Umgebung „Bundestag“ mit unterschiedlichen Arbeitsmitteln nach unterschiedlichen Standards interoperabel arbeiten können.
heise.de:
Die Abgeordneten genießen einen besonders hohen Schutz – auch vor der Exekutive. Während manche vielleicht kein Problem damit hätten, wenn der Verfassungsschutz zur Gefahrenabwehr ihre Inbox scannt oder das BSI eine Firewall wirksam konfiguriert, wäre das für andere womöglich inakzeptabel – denn das würde Kontrolle des Parlaments ermöglichen, das seinerseits eigentlich die Exekutive, also die Behörden, kontrollieren soll
Signal-Angriffe: Politische Realität beißt den IT-Admin
Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!
Alle bisherigen Antworten finden Sie übrigens hier.

Danke für den Text über den digitalen Nachlass. Eins möchte ich noch hinzufügen: Wer volljährige Kinder hat, sollte auch die dazu bringen, mal mindestens eine Vollmacht für Gesundheitsangelegenheiten einzurichten. Wenn ein volljähriger junger Mensch z.B. einen Unfall hat, sind Eltern nicht mehr automatisch vertretungsberechtigt.