7.11.2020 – surprise

Gestern Abend, so gegen acht dachte ich kurz: Zusammenbruch, tödliche Männergrippe, noch zwei Tage siechen und das wars. Nee, im Ernst: Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kopfweh, alles. War dann aber „nur“ totale Überanstrengung – kaum hatte ich zehn Stunden geschlafen, war davon nur noch ein leichter Kopfschmerz heute Morgen übrig.

Um halb elf begann der Stream von „Zwischen Brötchen und Borussia“ und weil wir nur Bären mittleren Verstandes sind, können wir uns diesen Termin nicht merken. Als wir noch hinfuhren, dann mussten wir eh eine knappe Stunde Fahrt einplanen, dann gibts da noch im Hinterkopf dieses Ding mit der akademischen Viertelstunde – Sie ahnen es: So ab neun waren wir wach und bereit und vor dem Fernseher und warteten, „weils ja gleich losgeht“.

Als wir das so richtig bemerkten, sind wir noch fix eine halbe Stunde ins Feld und damit direkt in den Sonnenschein gelaufen. Wir haben bis jetzt echt Glück mit diesem November.

Dann aber: Es ging um die Physik der Viren und das waren ganz hervorragend verbrachte neunzig Minuten. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit.

Währenddessen überlegte ich ein bisschen über die Form des Ganzen. Also über die Darbietung. Vor Ort im Hörsaal – ach, lassen Sie uns nicht über Hörsäle und wie sehr sie die herausragende Stellung, die Bildung in Deutschland hat widerspiegeln reden – also auf jeden Fall war das eigentlich ziemlich altmodisch. Jedenfalls verglichen mit dem HighEnd-Zeugs, was inzwischen jede YouTuberin aus dem Kinderzimmer hinbekommt.
Erst sprach Professor eins und hatte ein paar schlechte Powerpoints dabei und nach einer ganzen Viertelstunde kam endlich der eigentliche Sprecher für heute. Und das Studio war sehr achtziger und die Schnitte etwas ruckelig und auf YouTube hätte ich längst mehrfach so ca einen Zentimeter weiter rechts in den Fortschrittsbalken geklickt und wäre vermutlich auch schon gegangen.

Es war gut, dass es diese Möglichkeit nicht gab. Richtig, richtig gut. Scheiß auf glossy Studios und JumpCuts wenn der Inhalt stimmt. Und einer echten Fachfrau zuzuhören ist echt mal was anderes als diese kleinen Infohäppchen, die wir sonst beim Pullern in den Insta-Stories mitnehmen.

Danach Schreibtisch. Ausnahmsweise am Wochenende, ich wollte das ja nicht mehr tun. Aber ich hatte vor ein paar Wochen meine Klappe ein bisschen weit aufgerissen und „na sicher geht das“ zu einer kleinen Anfrage gesagt und erst danach gemerkt, dass ich zwar im Prinzip wusste, wie es gehen müsste, aber …
Also wenn ich ehrlich war, hatte ich bei der Zusage keine Ahnung.

Mein Hinterkopf hatte dann aber anderthalb Wochen schon brav gearbeitet und als ich die für das Problem reservierte Zeit dann heute Nachmittag begann, codete sich das eigentlich ganz gut runter. Die Liebste saß derweil mit am Tisch und machte Arbeitsblätter und ich liebe dieses stille Zusammenarbeiten sehr.

Weil das Wetter so hübsch war, sind wir danach noch mal runter ins Städtchen und sind am Flüsschen entlang gelaufen und gleich klingelt dieses Essen hier …

… und wissen Sie was? Das war – etwas überraschenderweise – ein ziemlich schöner Tag.

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