7.1.2026 – releaseday minus neunzehn

Es hat in jeder Hinsicht länger gedauert, als es sollte, aber ich konnte heute diesen Screenshot machen:

In other words: Es sind alle Songs beim Distributor hochgeladen und werden – so ich nicht noch einen blöden Fehler gemacht habe und die eingereichten Daten zur Korrektur zurück bekomme – am 26. Januar veröffentlicht.

Es dauerte zum einen jetzt an diesen Tagen länger als gedacht, weil ich mich nach zwei Jahren nicht mehr im Geringsten erinnerte, wie das ganze Prozedere denn ging und auch, weil body & mind halt noch im grippalen Sparmodus laufen.
Aber ebenso auch insgesamt länger, weil vor zwei Jahren eigentlich fast alle Songs bereits fertig waren und ich mutig zusammen mit Album eins auch gleich noch die erste Single dieses Albums „auskoppelte“. Konnte ja nicht mehr lange dauern, dachte ich. Little did I know.

Wieso?

Henning hat zum Beispiel in dieser Zeit mal ein paar Gedanken zum Thema „Album“ vs „einzelne Songs“ geschrieben, die ich fast vollständig exakt so unterschreiben würde. Natürlich ist dieser thematische rote Faden, diese ominöse Zusammengehörigkeit gerade bei Instrumentalmusik ein bisschen schwer zu erklären, denn die kann ja jede für sich deuten, fühlen, verstehen wie sie will – und was vielleicht für die eine Hörerin eine runde Sache ergeben hätte, das war aber für mich eben nur a bunch of songs.
Außer den dreizehn Songs, die Sie bald werden hören können, gibt es auf meiner Festplatte vermutlich aus der Entstehungszeit noch einmal die dreifache Zahl von Logic-Projekten in verschiedenen Status, irgendwo zwischen „mal sechzehn Takte einer Idee gelooped, damit herumgespielt und am nächsten Morgen doof gefunden“ und „monatelang gespielt, gebastelt, finegetuned, arrangiert, gemischt und dann irgendwann gemerkt, was für’n Scheiß das eigentlich ist
Übrig waren elf Stücke plus die Idee für ein kurzes Intro.
Und es handelte sich leider nicht um ein Album.

(Zwischenbemerkung: Sie haben im Kopf, dass wir alle nur Zwerge auf den Schultern von Riesen sind? Gut, dann weiter)

Dann hörte ich eines meiner all-time-and-forever-favorite-Alben: „Wild Wood“ von Paul Weller und erinnerte mich an seine Interludes, an die Themen und Melodiefetzen, die aus und in in verschiedenen Songs plötzlich wieder aufblitzen und verschwinden, kletterte also auf seine Schultern und schaute nochmal auf meine Trackliste; schluderte in einer Viertelstunde eine Chordprogression hin, die zu Nummer 5 und Nummer 6 passte, kopierte die Gitarre aus Nummer 5 rein und landete am Ende in einem mutigen Turn im Beat von Nummer 6 und sah: Es war gut.
Das Ding bekam den Namen „Missing Link“*, sitzt jetzt zwischen 5 und der alten 6 und Sie werden das dann hören.
Es war beeindruckend, wie ein einzelnes Dings in der Mitte allem anderen die Form geben kann.
Weil das so schön geklappt hatte, übergangslos aus einem zum nächsten Stück zu wechseln, kopierte ich gleich noch den Beginn von der eigentlichen Nummer 1 an das Ende des Intros. Und fast alles ergab einen Sinn. Was noch störte, sollte ich aber auch bald rausbekommen.

*) Vielleicht sprechen wir als nächstes überhaupt mal darüber, wie die Titel meiner Songs zu Stande kommen?


Sonst ein Tag mit einem sehr angenehmen Telefonat, das mir den nötigen Impuls brachte, eine DM zu verschicken, die ich schon ein paar Tage hin und her formulierte. Crossen Sie ruhig ihre Finger, es würde mindestens zweien, im erweiterten Kreis sogar vier Menschen das Leben ein bisschen hübscher machen wenn dieser Impuls auf fruchtbaren Boden fällt und es handelt sich nur um ganz handverlesen gute Menschen, das kann ich Ihnen versprechen.


Man attestierte mir dort und in weiteren Telefonaten eine wirklich beeindruckend kranke Stimme und da ich seit frühester Jugend daran gewöhnt bin, dass mein Hals quasi meine Achillesferse* ist, nahm ich das als willkommenen Realititätsabgleich – wo ich doch fand, ich klänge schon fast wieder normal.
Außerdem erinnerte ich mich daran, wie ich damals in der 13.2 wochenlang vom HNO einen Schein mit Sprechverbot mit mir führte – was das komplette Kollegium meiner Schule vollständig an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte, weil sie mir ja in der Abi-Vorbenotung gar keine mündliche Note geben konnten. Vor allem der damals schon beginnend dementen und vermutlich auch schon leicht Alkohol-abhängigen Geschichtslehrerin musste ich es jede Stunde wieder erklären – was immerhin für die anderen aus dem Kurs die Stunden mit etwas Erheiterung füllten. Denn danach war jede Stunde wieder das neue beste Beispiel für den schlechtesten Unterricht, den ich je im Leben erlebt habe. Ja, auch aus der Sicht eines Erwachsenen im Rückblick.
Ich habe diese Frau mit 18 natürlich ziemlich gehasst. Aber als ich als Erwachsener hörte, dass ihr Kloster sie nach der Rente – damals dann schon deutlich krank – von Heimat und bester Freundin trennte und sie verwirrt auf der Suche nach dieser Freundin rufend und weinend durchs und ums neue Kloster strich, da tat sie mir sehr leid. Und ich justierte den Hass doch eher auf die katholische Kirche mit diesem Musterbeispiel an gelebter Nächstenliebe um.

*) stellen Sie sich das auch gerade bildlich vor?

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
Hier können Sie mir ’ne Mark in die virtuelle Kaffeekasse werfen,
Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die Website setzt 1 notwendiges Cookie. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert es werden keine Cookies gesetzt, so dass Sie dort vollkommen anonym bleiben. Externe Dienste werden erst auf Ihre Anforderung genutzt.