6.9.2022 – klick klick klick klick

Der neue Arbeitsrhythmus funktioniert weiterhin prima und sie glauben gar nicht, was mir das bedeutet.
Eine Anfrage absagen müssen; es hätte noch dieses Jahr sein sollen und um noch irgendetwas „dazwischen zu schieben“ wars zu groß.

Dumm gewesen. Ausgesprochen dumm, über mehrere Monate sogar, konkret hatte ich ohne nachzudenken den Nickname einer Freundin für mich für einen anderen Zweck benutzt und es schlichtweg nicht bemerkt. Gestern Abend bemerkt, heute Morgen direkt mal geschrieben und gefragt. Und da ich mir die richtigen Freundinnen ausgesucht habe, bleib das ohne weitere Folgen.
Richtig dumm und viel Glück gehabt also, aber manchmal ticken Gehirne offensichtlich so. Ich erinnere mich in solchen Situationen gerne an unseren Gitaristen damals, der irgendwann in den Probenraum kam, ganz aufgeregt war er, er hatte ein neues Stück geschrieben, eigentlich komplett fertig sogar, so etwas passiert eher selten.
Er packte aufgeregt seine Gitarre aus, spielte los, sang, es war wirklich ein sehr schönes Stück, aber als er fertig war, guckten die Sängerin und ich uns an.
Sie: „Sagst Du’s ihm oder sag ich’s ihm?
Ich: „Komm, zusammen, auf drei!
Wir: „Eins, zwei drei! Yay, Du hast »Jessie« nochmal geschrieben
Ja, dann sah er’s auch ein; manchmal ticken Gehirne so.

Zwischendurch, als ich die beiden Monitore nicht brauchte, das erste Mal in diesem Jahr nicht das Büro, sondern die Terasse benutzt. Auch nicht so besonders klug, das nicht schon früher getan zu haben, es ist hübsch da und man kann sogar zwischendurch auch mal ein Käffchen zu sich nehmen. Ich werde diese Ecke ab jetzt liebevoll „Homeoffice“ nennen.

Und dann, nachdem das bis dahin alles zwar Arbeit aber ja doch in recht entspannter Atmosphäre war, rief noch ein Kundin an und aufgrund dessen, dass ein paar bisherige Pläne so nicht klappten stellten wir fest, es wäre vielleicht gut, wenn noch jemand ein paar Fotos machen könnte. Also am besten ich. Und vielleicht am besten jetzt, das Licht ist ja gerade so super.
Also fuhr ich los und fotografierte mal eben zwei Schulgebäude durch. Immer schön die netten Details und immer schön Datenschutz- und vor allem crazy-Datenschutzgeile-Eltern-konform.
Ja, ich bin genau so gespannt wie Sie.

Zeugs

Passend zu meine eigenen kleinen Rumspielereien mit Bildern aus der KI gibt’s natürlich schon den ersten Skandal, denn jemand hat die KI ein Bild malen lassen und dann damit einen Kunstwettbewerb gewonnen:

Mittelpunkt der Kritik ist, dass Allen das Bild nicht selbst entwarf. Stattdessen wurde es vom KI-Bildgenerator Midjourney erstellt. […] Allen wiederum äußerte sich auf dem Midjourney-Discord-Server zu der Kritik. Er habe gewusst, dass die Aktion kontrovers sein würde. Allerdings beschreibt er die Diskussionen auf Twitter als heuchlerisch. Dabei beruft er sich auf die Arbeit, die er selbst in die Verfeinerung des KI-Bildes gesteckt hat.

Beatrice Bode auf basic-thinking.de
KI-Gemälde gewinnt Kunstwettbewerb – und sorgt für heftige Diskussionen

Apropos „Kunst“: Vor nicht allzu langer Zeit entwickelte jemand das allerschwärzeste Schwarz, eine Farbe, die so sehr jedes Licht schluckt, dass man auf damit gefärbte Flächen schaut und das Gefühl hat, dass mitten im Raum ein Loch ist. Ein Künstler hat mit der Herstellerfirma einen Exklusivvertrag abgeschlossen und das findet die restliche Kunstszene offensichtlich nur so mittel amüsant. Daher hat sich jetzt ein Künstler aufgerafft, hat ein fast so schwarzes Schwarz entwickelt und verkauft das frei an alle, die interessiert sind – nur nicht an den einen Künstler, der ja schon für sehr viel Geld das unwesentlich schwärzere Schwarz erworben hat. Man kann die Farbe nur kaufen, wenn man versichert, nicht er zu sein und ich finde das ziemlich witzig.

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The blackest acrylic paint in the world – Black 3.0

Aber mal zu was wichtigerem: In Dänemark entstehen gerade äußerst wirksame Klimaschutz-Lösungen und sie entstehen: Von unten. Nicht von Beraterfirmen entworfen, von Ministerien in ein Programm gegossen und beim Veröffentlichen schon veraltet, sondern vor Ort mit Menschen, die Ideen haben:

Klimaschutz und «grüne Wende» mit Projekten von unten All diesen Projekten ist gemeinsam, dass sie in einem relativ kleinräumigen Rahmen entstanden sind und ihnen nicht idealistische Visionen, sondern pragmatische Bestrebungen um eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit zugrunde liegen. Im Falle der Inseln Aerö und Samsö etwa erlauben Wind, Sonne und Biomasse die lokale Energieproduktion für Strom und Fernwärme, während zuvor praktisch alle Energieträger importiert werden mussten.

Rudolph Hermann in der NZZ:
Eine «grüne Wende» von unten – wie Dänemark mit lokalen Projekten Erfolg hat

Und nun zum Allerwichtigsten: Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Hotelbar, da steht in der einen Ecke ein Flügel und in der anderen jemand, die oder den Sie unglaublich dringend unglaublich beeindrucken wollen.
Michael Antrak auf TikTok: How to fake piano skills.

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