6.2.2024 – Lass die PA-Speaker bluten

(Kein Sinn in der Headline. Nur gerade zufällig Silbermond gehört und berührt vom Bild gewesen)

Zeitplanung ist das, was Du denkst, wie Dein Arbeitsleben sein könnte, bevor jemand hier noch eine Korrektur hat, oder da noch eine Idee, dort noch ein paar nicht richtig gesetzte Rechte(!), hüben eine andere Idee, wann der Zoomcall sein soll und drüben gaaaanz plötzlich eine Messe, bis zu der „das aber online sein sollte, hatte ich das nicht erwähnt, Herr Fischer? Egal. Muss sein.

In diesem Sinne spielte ich heute am Schreibtisch mit schräg gefeilten, mit Schmierseife eingeriebenen Steinen Termin-Jenga und versuchte, Reihenfolgen und Prioritäten so weit wie möglich zu erhalten. Es ist nicht mehr so schlimm wie vor zwei, drei Wochen aber es ist beileibe nicht so, wie es sein sollte.
Vor allem nervt mich, dass ich ständig hängen gelassen werde, was dann an anderer Stelle dazu führt, dass ich andere hängen lassen muss. Und das saugt ganz gewaltig, denn so möchte so nicht arbeiten.
Entschuldigen Sie, ich musste kurz jammern.

Immerhin schleicht sich eine vorsichtige Routine ein, in der ich den Tag mit einer Meditation beginne und mit einer beende und dazwischen jede Nacht besser schlafen kann.

Mittags kam die Postbotin und brachte Post aus Kanada und die erfreute mein kleines Herzchen sehr, denn darin war ein handgeschriebener Songtext von Synje Norland, den ich letztes Jahr bei ihrem Crowdfunding für mich ausgewählt hatte.

Falls Sie jetzt auf den Link geklickt haben und sich und mich entgeistert fragen „75,- für ein Blatt Papier, Christian???“, dann kann ich klar sagen: Nein. Nicht für ein Blatt Papier. Als kleinen Anteil dafür, dass Synje ihre Kunst machen kann. Dafür, dass sie als Künstlerin in einer Welt überleben kann, in der sich ein Konzern zur Hauptquelle zum Musikhören gemacht hat. Ein Konzern, der seit ein paar Jahren an der Börse ist und dementsprechend seinen Aktionären verpflichtet ist und niemand sonst. Nicht Ihnen und ihren sorgfältig zusammen gestellten Playlists, nicht Ihnen und dem Lied auf das Sie sich montags immer freuen, wenn die neuen Hör-Empfehlungen raus kommen, gar nicht den Angestellten, von denen im Dezember 17% entlassen wurden (weil dank sogenannter „KI“ niemand mehr Menschen braucht) – und zu aller-, allerletzt den Künstlerinnen und Künstlern.
Sie tun zwar so als ob und wenn ich mich dort ins Backend für Artists einlogge, dann bekomme ich viele Tipps, wie ich meine Beziehung zu Ihnen, den Fans, intensivieren kann. Was ich nicht bekomme, ist genug Geld, um damit auch nur ansatzweise meinen Kühlschrank füllen. Geschweige denn, mir noch eine Gitarre oder Studiomonitore kaufen zu können – also für den Fall, ich wollte nur von meiner Kunst leben.
Irgendwann ist ihnen das in einem Interview wohl auch mal rausgerutscht, dass der Dienst nie dafür gedacht war, Geld an die Künstlerinnen zu geben. Tja.
Entschuldigen Sie, ich musste mich kurz aufregen.

Auf der positiven Seite habe ich gestern Abend das Phänomen Taylor Swift ein wenig verstanden. (Also das ist nicht der positive Teil) Ich stand da in den letzten Jahren ziemlich ratlos vor, konnte mit Musik und Person und vor allem dem ungeheuren Hype ziemlich wenig anfangen und überlegte, ob ich jetzt einfach endgültig zu sehr alter weißer Mann bin, um aktuelle populäre Musik noch zu verstehen (das hab ich dank meiner Liebe zu Miley dann verworfen).
Eine meiner besten Online-Freundschaften hat mich dann gestern Abend aufgeklärt und das war schön (DAS ist der positive Teil). Vor allem, weil ich außerhalb der beiden akustischen Corona-Alben die Musik immer noch nicht mögen muss, hihi. Und passend dazu warf mir Instagram dann heute auch gleich ein Video unter die Augen, wo ich sie mal menschlich auf der Bühne sah. Ein schönes Video übrigens, das ich auf Insta natürlich nicht wiederfinde, weil man Instagram nur snacken und nicht benutzen … ach nee, ich komme schon wieder ins Schimpfen.
Hier. Enjoy:

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(aber sein wir ehrlich: Er singt sie einfach rückwärts an die Wand)


Nachmittags dann ein weiterer Launch. Nachdem das ganze letzte Jahr drüben im Bereich „Aktuell“ auf meiner kleinen Firmen-Website nichts passierte, sind jetzt endlich die ganzen Dinge fertig, die in den letzten Monaten gearbeitet sein wollten. Was auch schon genug für den oben beschriebenen Drubel ist.

Selbst wenn Sie interessiert wären: Verlinken kann ich leider nichts, denn die entstandene online-Ausgabe eines Magazins ist eher B2B und wird nur so mittel-öffentlich gefeatured.


Beenden wir den Versuch, hier so etwas wie einen roten Faden hinein zu bekommen, das gibt der Tag nicht her.
Vi ses!

(Schamlos Eigenwerbung) Mich zu unterstützen ist übrigens deutlich kostengünstiger und vermutlich in Ihrer Flatrate beim Streaming-Anbieter der Wahl inbegriffen

4 Kommentare

  1. Also, an den Meister kommt sie eindeutig noch nicht heran, die gute Taylor 😜 ( als ich gerade „Taylor“ auf meinem Handy getippt habe, wurde direkt „Swift“ vorgeschlagen. Interessant, das war nämlich das erste Mal, dass ich den Namen überhaupt getippt habe…)

  2. Naja, sie ist ja auch erst knapp halb so alt. Ich war auch kein Fan, kannte sie von ihrer Affäre mit Thomas Hiddelston 2015 glaub ich und hab dann auf Netflix eine Doku über sie gesehen, in der sie sehr bodenständig und sympatisch rüberkam. Sie ist wirklich Musikerin. Schade, dass es jetzt wieder so einen Hype um sie und den Footballspieler.

    1. So hatte ichs verstanden :)
      Ich krieg gar keinen momentanen Hype mit (zum Glück?) und versuche auch sonst eher auf die Person und die Kunst zu gucken. Ich verstehe ihre Geschäftstüchtigkeit, aber hatte immer das gefühl, dass ich ihr Image, ihre Oberfläche, wie auch immer man’s nennen mag nicht verstehe. Das, was ich so sah, war mir immer zu glatt für den Wirbel um sie herum.

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