6.1.2026 – noch Luft nach oben

2026. 2026. 20fünfundnein26. Tippt sich noch ungewohnt. Die Liebste, gerade noch einmal kurz ein paar Tage nicht hier, hatte uns einen grippalen Infekt mitgebracht und unsere Chats sahen ein paar Tage lang hauptsächlich so aus:

  • 38.5. Und Du?
  • Nur 37.9. Yay. Und sonst?
  • Meh. Und Du?
  • Meh

Sonst nix von irgendwas mitbekommen. Lose Fetzen also:


Ich vermute, wenn Sie auch nur irgendwo in diesem Netz unterwegs sind, haben Sie schon einmal von diesem Lieferservice gehört, denn man freundlich mit „hallo frisch!“ begrüßen könnte. Ja, mir gingen die Werbungen und Co-Ops auch auf den Senkel, aber die haben uns in den letzten Wochen – als Energie für alles andere da sein musste – vieles einfacher gemacht. Und alles, was wir geliefert bekamen, war richtig gute Qualität und bis auf persönliche Vorlieben da oder dort richtig lecker. Überraschend gut und lecker. Muss man ja auch mal sagen.
Die Website ist – glauben Sie mir, ich gestalte so etwas – eine Hölle an hereinfliegenden Bannern und Störern; aber eins kann lernen, das zu ignorieren.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die sich jetzt über „eins“ statt „man“ aufregen, dann werfen Sie doch bitte einen kurzen Blick auf die weltpolitische Lage und überdenken kurz Ihre Prioritäten.


Pastewka“ ge-rewatched. Kann eine schon machen (erst an die Weltpolitik denken, genau), aber mich hats irgendwann verloren. Ich denke, die Serie funktionierte ganz gut, als zwischen den Folgen eine Woche und nicht nur die Dauer der Erhitzung eines Körnerkissens lag. Denn so dicht an dicht wird doch sehr deutlich, dass einfach keine der Personen sich auch nur im geringsten entwickelte und die Anzahl der Gags dadurch endlich war. Voder vielleicht mag ich auch einfach nur nichts mehr gucken, wo die Story nur dazu da ist, die Protagonisten in den nächsten Gag/lustigen Moment zu führen – aka „Comedy-Serie“.

„Day shift“ geguckt. Passte prima zur begrenzten Auffassungsgabe, meiner Vorliebe für Ballern und Hauen und diese modernen Vampirfilme, die rund um „Blade“ damals* aufkamen. Alles gewürzt mit einen bisschen Action-Komödie im Stil von „Lethal Weapon“ oder „Beverly Hills Cop“ (ein bisschen).
Ging gut.

*) Nein, NICHT die ganz modernen mit diesen Emo-Kindern

Ein paar FolgenEpic Exploring“ aufgenommen und geguckt – das hatte exakt geklungen wie etwas, was ich mag. Leider führte uns gleich die erste aufgenommene Folge an einen abandoned place, den wir persönlich recht gut kennen, weil wir da mindestens einmal im Jahr hinfahren. In eine Ausstellung, zum Fotos machen, mal auf eine Lesung oder ins Red Dot Museum. Richtig, nichts davon klingt abandoned und der einzige Teil meines Respekts ging dafür drauf, wie die beiden YouTuber Perspektiven ohne Menschen gefunden haben. Wenn die anderen Folgen genau so mit der Bedeutung von „aufgegebene Orte“ umgehen – och nö; ich verlor schon ziemlich die Lust.

(Nochmal im Klartext: Die tun in dem Film so, als wären sie dort unter Gefahr durch einen Zaun eingedrungen)

In der nächsten Folge (immer eine zweite Chance) machten die beiden ein riesiges Gewese um Ihre Drehgenehmigung am super gefährlichen Ort Nikosia. Ich will die Lage in Zypern keinesfalls runtermachen, aber a) möchte ich dann über ein UN-Mandat mehr lernen als „die UN ist … äh …so—ne Art Gruppe aus Ländern die … äh … ja halt wie hier aufpassen“ und b) hatte ich alles schon gewusst.Aus einer Folge „wunderschön“ mit Andrea Grießmann von 2018 und sowohl Sendung als auch Moderatorin sind garantiert die letzten für wirklich gefährliche, abandoned Orte.
Da wars’s dann vorbei.

Ich hätte deutlich mehr von etwas erwartet, das einen Stempel vom Spiegel in der Bildschirmecke beim Senderlogo tragen darf. Und mir graust davor, dass auf so einem Kanal Menschen denken, dass sie etwas seriöses lernen. Ja, sorry, erst sechs Tage und schon wieder so kulturpessimistisch wie im letzten Jahr.

Aber wo wir bei YouTubern im Fernsehen sind: Irgendwo ganz, ganz hinten selbst auf meiner sehr obskuren Fernbedienung stieß ich auf etwas, was zumindest zeitweise alte Folgen von „Die Reimanns“ ausstrahlt. Es gibt keinen Vor- oder Abspann und den Wechsel zu einer neuen Folge erkennt man zum einen an einem harten Schnitt willkürlich nach vorn oder hinten in der Zeit und daran, dass vorher die beiden noch kurz unter einer Palme sitzen und – ich hab so furchtbar lachen müssen – und also sinngemäß sagen „schön, dass Ihr dabei wart, wenn Ihr noch eine Folge sehen wollt – hier gehts zum Kanal (sie zeigen in eine Bildschirmecke), zu einer zu fälligen anderen Folge hier (sie zeigen in eine andere Bildschirmecke)“

Aber wo wir bei YouTubern im Fernsehen sind, Teil II: Nessy* ist Let’s Dance-Kandidatin und wenn Sie der Satz vollkommen ratlos hinterlässt, überspringen Sie den Absatz ruhig. Mich interessiert es genau aus dem Grunde, weil dort ein Influenzer (Weltpolitik!) in eine andere Realität geworfen wird – eine, die trotz wenig Tanztalent auch bei mir mehr mit meiner Realität zu tun hat als YouTube oder Princess Charming. Und eine, in der man meiner Guck-Erfahrung nach nicht mit „aber sie war doch so emotional“ oder „aber sie hat sich doch so Mühe gegeben“ weiter kommt. Ich stelle keine Prognose in keine Richtung, habe auch kein Bauchgefühl, sondern bin einfach nur hoch gespannt.

*) nein, nicht DIE Nessy aus dem Blog!

Aber wo wir bei obskuren Doku-Serien hinten auf der Fernbedienung sind: Gestern nachmittag fiel mir ein lustiges Trinkspiel ein: Schauen Sie zwei Folgen „Oak Island“ und trinken Sie, wenn jemand „könnte das … sein?“ fragt, oder eine verschnörkelte Suggestivfrage stellt, die einen Zusammenhang zu den Templern oder irgendwem anders herzustellen versucht.
Sorry, auch nur lustig, wenn man die Serie kennt.

Aber meine Welt war dieses Jahr bisher so klein, dass ich noch nicht mal gemerkt hatte, dass es geschneit hatte.
Was vielleicht – und das möchte ich nach diesem vollständig ignorant eskapistischen Artikel auf jeden Fall kurz anmerken – nicht das schlechteste war.


Ooops, als ich anfing, war es noch der fünfte. Gar nicht so spät am fünften sogar. Ich bin wirklich noch ziemlich matschig.

4 Kommentare

  1. Sie suchten doch letztens mal schöne durchs-Land-wander-Dokus aus Deutschland. Die NDR-Mediathek hat da die Reihe „Luftlinie“, die mich gut unterhalten hat, als ich mit rausgerissenem Zahn malade auf dem Sofa herumvegitierte. Vielleicht wär das ja was?

  2. „Aus einer Folge „wunderschön“ mit Andrea Grießmann von 2018 und sowohl Sendung als auch Moderatorin sind garantiert die letzten für wirklich gefährliche, abandoned Orte.“
    Und jetzt raten Sie mal, was heute Abend im linearen TV bei Phönix und 20.15 gezeigt wird … Und um welche Insel geht es gerade in der Tagesschau? Es gibt einfach keine Zufälle!

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