6.1.2021 – back on track

Der Tag begann mit einem sehr angenehmen Telefonat mit dem ITler einer Kundin. Manchmal ist es gut, auf der direkten Ebene mal eben abzuchecken, wie die andere so auf Problem und auch auf ihren Job allgemein blickt. Fazit: Wir haben exakt nichts konkret am Projekt weiter treiben können, aber gemeinsam kurz rumgesponnen, was denn alles ginge und was sich uns in den Weg stellen könnte und mit welchen Prioritäten wir dann damit umgehen würden.
Und jetzt weiß ich, dass da eine kompetente Ansprechpartnerin sitzt und bin beruhigt. Und sie weiß, dass ich auch einigermaßen weiß, wovon ich rede.
Socializing. So wichtig.

Dann ging ich in den Codeflöz. Ein paar Kundinnen haben miteinander über ihr CMS und wie sie es nutzen gesprochen und möchten jetzt alle das gleiche Feature und das ist ebenso logisch wie vernünftig und so code ich also friedlich vor mich hin und freue mich darüber.

Mittags fuhren wir ins Café Audi und blickten ein bisschen in den Nebel. Nun denn. Nein, ich habe heute kein Foto für Sie.

Danach lauschte die Liebste, was denn meine persönliche Freundin Frau „nach Weihnachten ist bestimmt alles besser“ Gebauer zu sagen hatte – ihres Zeichens Schulministerin in NRW und damit quasi oberste Chefin der Liebsten. Und damit auch die Frau, die darauf besteht, dass die Liebste da jeden Tag hinmusste, weil Kinder ja weder sich noch andere anstecken. Bestimmt.
Überraschenderweise ist nach Weihnachten nicht alles besser und die Schule in NRW ist bis Ende des Monats erst einmal zu. Ich muss gestehen, soviel Vernunft* hatte ich nicht erwartet.

*) Liebe mitlesende Eltern, ich weiß, dass sie leiden, wenn Ihre Kinder zu Hause von ihnen „beschult“ werden sollen, aber ich hoffe wir sind uns einig, dass Augen zu und durch und alle Kinder immer in die – natürlich gut gelüftete – Schule zu pferchen nicht die Lösung ist?

Abends losgefahren, den nächstgelegenen Sushi-Handel unterstützen und dann The Morning Show weitergeguckt.

Je länger die #aktuellesituation besteht, desto mehr stärkt sich imho meine Theorie, dass unsere Politiker ihren Job als Politiker auch während der Krise sehr gut machen. „Sehr gut“ im Sinne einer Job-Bescheibung, die normalerweise viel im Aushandeln von Kompromissen besteht. Aber deswegen leider in der bis dahin gültigen Job-Definition für das Handling einer Pandemie vollkommen ungeeignet ist.
Was bedeutet, dass sie weiterhin gute Politiker sind, aber sehr schlechte Pandemie-Handler.

Hier, ich hab was für Sie gelesen:

Ich persönlich blicke ja nicht nur positiv auf all die Algorithmen, die unser Leben bestimmen – kurzgefasst hauptsächlich, weil sie eben menschengemacht* sind – und habe da auch schon einmal drüber geschrieben. Lena Deser schreibt bei den Krautreportern auch noch einmal mit vielen konkreten Beispielen darüber:

Noch ein Beispiel: Özlem Türeci und Uğur Şahin sind gerade in aller Munde, weil die beiden verheirateten Mediziner:innen gemeinsam einen Corona-Impfstoff in ihrem gemeinsamen Unternehmen Biontech entwickelt haben. Aber Google gab die Qualifikation der beiden so an: Uğur Şahin war Vorstand und Özlem Türeci Ehefrau. Die Google-Informationsfelder werden anhand von Informationen aus dem Web automatisch generiert und halten uns damit einen Spiegel vor.
[…]
Algorithmen sind weder neutral noch objektiv. Sie sind von Menschen gemacht und spiegeln deshalb die Ungleichheitsverhältnisse unserer Gesellschaft wider. Im schlimmsten Fall diskriminieren sie unbemerkt Millionen von Menschen.

Lena Deser auf krautreporter.de: Wann bist du das letzte Mal von einem Algorithmus diskriminiert worden?

*) Und ehrlich gesagt oft vielleicht auch nur von weißen, jungen middleclass-Informatiker-Männern. Und nachdem ich einmal miterlebte, wie ein gesamter Hörsaal voller junger Informatiker und Physiker eine Frau laut ausbuhte, als sie ein Diversitätsproblem ansprach, seitdem weiß ich spätestens, das unsere aware Internetbubble nicht die Realität abbildet.


Und Sascha regt sich auf über die unfassbare Inkonsistenz in dem was wir als Corona-Politik vorgesetzt bekommen. Meine Theorie warum das passiert, steht ja schon oben; Sascha ergänzt:

Der Corona-Elefant im Raum ist der vielleicht deutschestmögliche Elefant: die alternativlose Heiligkeit der althergebrachten Form der Präsenzarbeit. Pandemie hin oder her, der deutsche Chef möchte seine Untergebenen im Zweifel um sich wissen, glaubt die Bundesregierung offensichtlich.
[…] Gastronomen, Geschäfte, Kulturbetriebe […] müssen schließen […] bis die Zahlen sinken. Dagegen kann jeder neuntklassige Chef ganz legal seine Mitarbeitenden im Büro antreten und acht Stunden anderthalb Meter voneinander entfernt maskenlos arbeiten lassen. Diese Inkonsistenz ist unverschämt.

Sascha Lobo auf spiegel.de: Die Inkonsistenz ist unverschämt

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