5.9.2025 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

8:00 Uhr:
Höre ich auf den Wecker, scheint es, als sollte ich wohl aufstehen. Mein Hirn ist vollkommen anderer Meinung, folgt aber seinem knöchernen Behältnis; es weigert sich aber konsequent, den Dienst anzutreten.
Ich erinnere leider nicht, was wir alle – also Hirn, Behältnis und ich – in der Zeit getan haben.

9:00 Uhr:
Ich schreibe eine E-Mail, in der ich erkläre, dass eine Website zwar natürlich der Kundin gefallen soll – aber: Dass eine Website eben auch eine Funktion hat und man, um die zu erfüllen, an manchen Stellen Kompromisse eingehen muss. Plattes Beispiel: Wenn ich mich im Westeuropäischen Kulturkreis bewege und für mein Betstattungshaus werben will, dann ist „rosa geblümt“ nicht die richige Farbe.
Dann öffne ich den Projektordner für die heute eigentlich angedachte Arbeit.

Das Telefon klingelt. Ich verlasse gedanklich das Projekt und erkläre etwas. Dann öffne ich wieder den Projektordner für die heute eigentlich angedachte Arbeit.

Das Telefon klingelt wieder und die Kollegin der Kundin, die heute Morgen die Mail bekam meldet sich und fragt nach, wie denn das so mit Zielgruppen-gerechter Gestaltung ist.
Wir reden lange, danach öffne ich wieder den Projektordner für die heute eigentlich angedachte Arbeit.

11:00 Uhr:
Die Haustür geht und es ist ja Freitag und freitags frühstücken die Liebste und ich zusammen. Also heute auch und das ist prima.
Gesättigt gehe ich wieder hoch und öffne den Projektordner für die heute eigentlich angedachte Arbeit.

12:30 Uhr:
Das Telefon klingelt und jemand hat da ein Problem. Die nächste Stunde verbringe ich damit herauszufinden, wie man nach der großen Umstellung bei der DomainFactory FTP-Accounts anlegt; in der Hilfe dort steht nämlich leider, man solle als Server „ftp.kundennummer.dummy“ eingeben und „dummy“ ist keine Top-Level-Domain und deswegen ist die Anleitung Blödsinn.
Schon nach anderthalb Stunden öffne ich wieder mal den Projektordner für die heute eigentlich angedachte Arbeit.

16:00 Uhr:
Eine Mail – man hat sich gegen die Zielgruppenorientierung entschieden.

16:30 Uhr:
Eigentlich könnte ich recht zufrieden sein, denn schon zwei Webdesigner haben sich daran versucht, eine Website zu retten. Das letzte BackUp ist vom Februar (gar nicht so übel) – denkt die Kundin und ich musste ihr gestern leider mitteilen, dass sie kein BackUp, sondern einen Snapshot hat. Aber heute habe ich die Site wieder hergestellt und vermutlich könnte ich damit recht zufrieden sein, aber irgendwie hinterlässt der Tag ein seltsam unproduktives Gefühl.

Mittendrin, als ich auf einen Upload warte, finde ich beim Blättern dieses alte Foto, finde es schön und werfe es ohne jeden Zusammenhang in diesen Blogartikel.

Vor dem Zuklappen des Rechners schau ich kurz bei Instagram rein, lese bei Mai, dass der Zusammnbruch der Klima-wichtigen Meeresströmungen deutlich wahrscheinlicher ist als bisher gedacht, höre im Geiste schon die lustigen „mein SUV fährt auch ohne Golfstrom“-Witze und mir wird übel.

Wir gehen noch eine Waffel essen; gegenüber stehen lange Schlangen am örtlichen Döner-Laden, weil der Bürgermeister-Kandidat der SPD in einem Anfall von „dann machen wir das mit den Fähnchen“ dort heute eine Döner-Flatrate ausgerufen hat. Zum Glück war mir ja schon übel. Neben mir summt die Liebste leise auf einen Hit der Fanta4 von 1995 „Pop, Pop, Populismus“ vor sich hin.

Danke fürs Teilhaben und Dabei-sein. Wenn Sie wollen:
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Oder – wenn Ihnen Geld zu unpersönlich ist – hier ist meine Wishlist. Sie finden dort formschöne und Freude-spendende Geschenke für wenige oder auch sehr viele Euro.

1 Kommentar

  1. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass es mir natürlich im Traum nicht einfallen würde, eine coole Wahlkampf-Idee, die auch endlich mal die jungen Leute anspricht, despektierlich mit „Pop, Pop, Populismus“ zu betiteln.

    Es heißt selbstverständlich „Pop, Pop, Populist“ – soviel sauberes Reimschema muss sein.

Kommentare sind geschlossen.

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