5.7.2023 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

7:50 Uhr:
Ich träume von einer Inszenierung in meinem ehemaligen Theaterverein, in der am Ende ein Lied gesungen wird. Ich habe das Stück entwickelt und die Musik geschrieben und bin sehr gerührt, als ich sehe, wie gut das alles aufgeht und dem Publikum Spaß macht.

7:51 Uhr:
Aufgewacht. Die eine Zeile aus dem Lied im Traum wird mich weite Teile des restlichen Tages in einer Dauerschleife begleiten. „Hör halt einmal das ganze Lied“ ist einer der Tipps*, die ich gegen Ohrwürmer kenne. Tja, leicht gesagt, wenn man die Zeile nicht im Traum selbst erfunden hat.

*) Im Laufe des Tages werde ich lernen, dass einen Kaugummie zu kauen auch oft hilft.

8:15 Uhr:
Der Betreff der heutigen Krautreporter-Morgenpost lautet: „Montag war der heißeste Tag auf dem Planeten“. Die erste Zeile, als ich die Mail dann öffne, ist: „Woche für Woche gibt es im Moment neue Meldungen zum Erfolg der AfD.“
Irgendwie will ich wieder ins Bett.

9:00 Uhr:
Der Magenspiegelungs- Termin für Freitag wird abgesagt, ich soll dann nächste Woche mal anrufen und um einen neuen fragen. Dieser lapidare Satz bedeutet vermutlich wieder zwei Vormittage an denen ich im Viertelstundentakt da anrufe, denn auch hunderte andere werden das parallel mit mir tun. Konzentriertes Arbeiten ist dann schwer – auch das ist ein Schaden, den das marode Gesundheitssystem anrichtet.
Ich sags mal so: Hätt ich was schlimmes, würde das bestimmt alles anderes laufen. ODER?

11:00 Uhr:
Wenn Sie es schaffen, dass ich um elf die Praxis verlasse, dann würde ich gerne fünf Minuten mit Frau Doktor sprechen?“ hatte ich die MTA gefragt und um Punkt elf sitze ich draußen im Auto und kann weiter fahren. Und dafür liebe ich die Praxis.
Zwischendurch habe ich eine Überweisung und ein Rezept bekommen – beide durch die Absage des Krankenhauses nötig geworden, hier bitte wieder was mit angerichtetem Schaden und Gesundheitssystem selbst hindenken – und 40 Minuten im Wartebereich zwischen drei (sich selbst so bezeichnenden) Querdenkern verbracht. Als ich das bemerkte kam ich nicht mehr weg, aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in einer angenommenen Diskussion und des allgemeinen Erregungslevels habe ich den Mund gehalten und einfach zugehört. Das war persönlich ziemlich unaushaltbar, aber auf einer gewissen Ebene* sehr interessant.

*) Wissen, was und wie die so denken, wenn sie denken, sie wären unter sich.

12:15 Uhr:
Ich treffe Frau Herzbruch auf dem Bahnsteig in der großen Stadt. Gut, dass ist jetzt eine Dreiviertel Stunde später als es auf ihrem Ticket stand – aber ich freu mich ja, wenn die deutsche Bahn die Klischees über sich selbst bestätigt.

20:00 Uhr:
In den Stunden dazwischen hat eine von uns ein gekauftes Auto abgeholt, wir beide haben es von allen Seiten bewundert und ausprobiert und versucht, möglichst jeden physischen wie virtuellen Knopf zu drücken. Und alle möglichen Situationen in die man mit dem Wagen kommen kann zu denken und die passenden Lösungen auszuprobieren. Aber das soll sie mal selbst erzählen, wenn sie mag.
Dann gabs ein gesundes Vollwertfrühstück und dann sind wir beide nach Hause gefahren und das war insgesamt ein bestmöglich verbrachter Nachmittag.

Jetzt Couch – und wenn die Liebste gleich von ihrem Tag wieder da ist, Harry Potter oder so.

Sie haben Fragen? Sie wünschen sich ein Thema, über das ich mal bloggen soll?
Schreiben Sie’s auf!

2 Kommentare

  1. Danke für den Tipp mit dem Ohrwurm! Den hätte ich vor kurzem gebrauchen können, als ich mich das Lied ,,Mensch“ von Grönemeyer drei Tage lang gequält hat (,,… und der Möööönsch heißt Mönsch …“).

Kommentare sind geschlossen.

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