5.6.2020 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Na, da hab ich mir ja was eingebrockt. Wieder beginnen mit dem Bloggen und dann am zweiten Tag sofort in ein #wmdedgt reinrasseln. Na, wenn das mal nicht ein passender Einstieg in die Normalität ist.
Tief geschlafen. Es mag daran liegen, dass ich ein ein Medikament hochdosiert habe. Und daran, dass das schmerzende Knie – Sie erinnern sich vielleicht, das nervte mich schon vor der Pause – tagsüber in einer schicken Bandage verpacke und es seitdem nachts nicht mehr weh tut.

Morgens war hübsches Licht und ich fuhr in die Börde, das schöne Licht auf eine Speicherkarte bannen.

Danach ein paar Stunden im Codeflöz versunken. Eine der schönen Herausforderungen meines Jobs ist ja, dass ich immer wieder mit den unterschiedlichsten Berufsgruppen und Produkten zu tun habe. Da sind Menschen, die über Skype andere Menschen, die daran glauben, heilen können und Menschen, die wirklich andere heilen und welche, die Autos in Folie packen und welche, die tolle Dinge zeichnen und da sind Menschen, die verkaufen Plastikeimer an Menschen, die Plastikeimer brauchen.
Aktuell sinds gerade die Plastikeimer.

Für eine Rücksprache mit dem Kunden installiere ich die gefühlt siebenundzwanzigste Videokonferenzsoftware. Falls Sie also mal mit mir ein virtuelles Bierchen trinken möchten – ich bin da ganz gut gerüstet.
Wir klären das dann ohne Video in drei Minuten am Telefon.

Zwischendurch kam eine DM von der Liebsten, die amüsiert berichtete, dass ab Mitte des Monats wieder regulärer Schulbetrieb laufen wird. Laufen werden soll. Vielleicht laufen wird.
Auch die Expertenkommission sieht die Rückkehr in den Präsenzunterricht als ein mögliches Szenario, betont allerdings, die Schulen sollten nicht von einer Wiederkehr des gewohnten Regelbetriebs ausgehen. Denn sie geht ausdrücklich davon aus, dass Kinder ansteckend sein können. Zwar soll auf eine Klassenaufteilung und auf Abstandhalten verzichtet werden, wenn bei geringer Infektionstätigkeit eine effektive Kontaktverfolgung möglich ist. Voraussetzung sei aber die Bildung fester Lerngruppen, die sich auch in den Pausen nicht mischen sollten.“ weiß der Deutschlandfunk zu berichten und ich weiß es doch auch nicht.

Wo ich schon in Gedanken in der Schule bin, stoße ich auf einen Artikel darüber, dass der Datenschutzbeauftragte Thüringen jetzt mal Lehrerinnen verklagen will, wenn sie in den letzten Wochen zB keine sichere Software benutzt haben. Falls Sie sich also mal gefragt haben, warum dieses faule Lehrerpack nicht einfach per Zoom arbeitet wie alle anderen denken den Menschen auch – dann könnte das ein Teil der Antwort sein.

Mittagspause. Ich gucke „Die rote Zora“ zu Ende. Aus irgendeinem Grund hatte ich vor ein paar Tagen einen Kindheitserinnerungsflash und erinnerte mich, dass ich Buch und das Hörspiel auf MC sehr mochte. Die Serie ist schon echt gealtert und ich denke, ähnlich wie bei „Auf Achse“ darüber nach, wie realistisch wohl die Darstellung der Mittelmeerländer in den jeweiligen Serien ist.

Dann klingelte ein DPD-Männchen und brachte einen Bass-Hals und ich ging sägen und schleifen. So ein Hals – bzw später das Instrument – braucht erstmal eine hübsche Kopfplatte und da die meisten klassichen Kopfplattenformen von den jeweiligen Firmen geschützt sind, kommen Gitarren- oder Bass-Hälse meist mit einem sog. „Paddel“ – also einem ungestalteten Brett, was man sich dann selbst zurecht formen muss und kann.
Für mich, der ich recht lange nichts mehr an einem Instrument gebaut hatte wars ein guter Einstieg, um all mein Werkzeug mal wieder in der Hand zu haben.

Später kam die Liebste nach Hause und wir hatten beide das Gefühl, wir müssten mal raus – und da einer unserer beiden Sushi-Läden sowieso zu 95% vom Sushi-Taxi lebt und wir dort meist alleine drin sitzen, erschien uns das eine gute Idee zu sein.
What little did we know.
Ganz leer war es zwar nicht, aber alle zehn Meter ein Gast – nun denn. Aber: Der Laden hat eine neue Bedienung und die gehört auch zu den bedauernswerten Menschen, die nicht wissen, wo ihre Nase ist. Und in schlimmen Momenten auch nicht, wo der Mund ist – und deren Maske deswegen unterm Kinn rumschlabberte.
Als er unser Essen brachte und ich ihn darauf ansprach, guckte er erstaunt – und bekam dann arge Koordinationsprobleme. Und beschloss, erstmal das Essen auf unserem Tisch abzustellen und dann die Maske hochzuziehen.
Noch erstaunter guckte er, als ich ihn ihn daran erinnerte, dass wir ja die Besucherliste noch ausfüllen müssten. Dann kramte er von sehr weit unten einen Zettel hervor, trug das heutige Datum ein und legte ihn mir hin. Der Zettel war sonst leer – wir waren also um fünf die ersten, die selbstständig nach der Liste gefragt hatten.
Fazit: Schade. Wir haben dann wohl jetzt nur noch einen Sushiladen.

Im Gegensatz zu den Menschen, die uns erklären, Corona wäre doch jetzt vorbei, würde ich mich schon gern noch schützen. Wenn sich aber alle anderen da draußen wie die letzten Idioten benehmen, machts mir das nicht einfacher. Es ist ein Elend.

Auf dem Parkplatz dann über eine Pfütze steigen müssen, dabei ausgerutscht und mir das eh lädierte Bein irgendwo in der Hüfte gezerrt.
Alles in allem war der klein als „nur kurz zu ein paar Reisrollen“ geplante Ausflug dann doch ’ne Nummer zu groß und anstrengend für meine aktuelle Verfassung. Yay.

Gleich weiter mit „Sydney rennt“, wie wir Alias inzwischen nennen. Wer’s gesehen hat und sich erinnert, wird wissen warum.

1 Kommentar

  1. Wie recht Du hast! Gestern im Supermarkt habe ich 2 Halbstarke an die Maskenpflicht erinnert. Weil die Supermarktmitarbeiter es leider nicht getan haben. Macht man sich keine Freunde mit. Ist mir aber egal.
    Schöner Beitrag mit schönen Pics! Schön Dich entdeckt zu haben.
    VG Nicole

Kommentare sind geschlossen.

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