5.4.2020 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Der Tag begann um 1:17. Da wachte ich aus einem Alptraum auf – gute Verarbeitung hin oder her: Beschuss aus der Familie macht was im Kopf – und lag im Dunklen. Jetzt müssen Sie wissen: Ich lieg nie im Dunklen, da ist immer der Radiowecker und die StandBy-Leuchte des Receivers und dann fiel natürlich alles runter als ich nach der Lampe tastete und die ging dann auch nicht an und dann war halt Stromausfall aber so frisch aus dem Alptraum war das nicht sooo schön.

Geladenen Laptop-Akkus sei Dank saßen wir dann bei Kerzenschein und einem belanglosen Film (La Boum II, für solche Gelegenheiten sehr zu empfehlen) und ich kam wieder bei mir an und der Strom kam auch wieder und dann bin ich auch irgendwann wieder ins Bett.

9:00 Uhr: Noch schnell User-Accounts auf m4mvscovid.de angelegt, da war ich noch nicht zu gekommen und die Docs dürfen sollen ihre Inhalte ja gerne selbst pflegen. Dabei einen Blick in die ersten Statistiken geworfen und hocherfreut gewesen. Man kann zuschauen, wie Menschen kommen und auch interessiert bleiben und das ist super.

Dann erstmal frühstücken.

Noch nichts vor heute? Twitter spülte mir das was zum Bingen rein …

9:30 Uhr: Aus Gründen – die wenig mit mir, aber viel mit dem, was meine Mutter heute vor genau 48 Jahren tat, zu tun haben – lagen neben dem Frühstücksteller zwei Päckchen. Beide erfreuten mich auf die unterschiedlichste Art und Weise: Das eine, weil ich ich jetzt weiß dass ich gut was zu tun habe, falls mich hier in den nächsten Tagen oder Wochen mal der Lagerkoller packt. Und dass am Ende neben dem Lego Bulli auch noch ein Lego Käfer stehen wird.
Und das andere, weil da jemand aus unserem Freundeskreis bewiesen hat, dass sie mich genau so „anders“ findet, so wie die meisten Kohlenstoffwelt-Freunde, dass sie aber in der Lage ist, das zu verstehen und in ein wirklich bedachtes Geschenk umzusetzen – eine Gabe, die nicht viele Menschen haben.

11:30 Uhr: Es ist Sonntag, mir fehlen ein paar Stunden Schlaf, es mag sein, dass ich nochmal im Bett war. Außerdem lang mit einem alten Freund telefoniert, der anrief. Das war schön.

12:00 Uhr: Kurz zum Café gefahren und ein paar Stücke Torte geholt. Ich glaube, das Schicksaal meint es heute gut mit mir; die Konditorfrau sagte gleich zweimal: „Ach, das lohnt ja nicht mehr zu teilen – ich geb Ihnen das ganze Stück.

14:30 Uhr: Wir waren am See. Da waren, trotz bestem Frühlingswetter und Ferienbeginn wenig genug los, dass man sich ganz ok aus dem Weg gehen konnte und wir sind einmal die Staumauer rauf und runter gelaufen, haben die Nase in den Wind gehalten und in die Sonne geblinzelt. Das war schön.
Ich merke, ich muss Ihnen irgendwann mal den See, den kleinen See, den anderen See und den Teich vorstellen. Das ist ja sonst für Sie auch verwirrend. Für den Anfang: heute waren wir am See.

16:00 Uhr: Torte und La Boum II zu Ende. Falls Sie sich nicht erinnern: das ist der, wo Vic nachts nach dem Konzert mit ihrem neuen Lover irgendwo an der falschen Endhaltestelle strandet wo dann die Telefonzelle kaputt ist. Wir merkten: Die Tragweite dieser Situation kann man heute auch keinem Teenager mehr erklären.
Zwei Endstücke Torte machen übrigens sehr, sehr satt, ich habe das für Sie getestet.

Währenddessen trudeln auf auf den verschiedensten Kanälen Glückwünsche ein und vielleicht bilde ichs mir ein, aber mir scheint: Die sind dieses Jahr etwas persönlicher und liebevoller formuliert. Naja, bis auf die von dem einen SocialMedia-Kontakt, der einfach in jedem Netzwerk auf den Button klickt und mich so mit zwei gleichlautenden Glückwünschen und einer Freundschaftsanfrage bewirft.( Ich muss gestehen, ich nutze das gerne dafür, um zu zeigen, wie man Social Media nicht benutzt.)
Aber sonst? Ich fühle mich gesegnet, solche Freunde in diesem Online gefunden zu haben.

Überhaupt bin ich heute ein glückliches kleines Scheißerchen, wie die kleine Schwester es formulieren würde. Unser kleines Projekt ist gelauncht und wird so angenommen, wie wir es gehofft haben, die Sonne scheint, die Torte verdaut, das Lego wartet, der Specht klopft und da sind liebe Menschen – es geht mir gut heute.

17:00 Uhr: Johnny Häusler schickte in seinem Newsletter einen Link zu einer YT-Playlist mit einem kompletten Bruce Springsteen-Konzert. I really like. Mittendrin einen Satz* wiedergefunden, der dieser Tage eine neue Bedeutung bekommt.

U can’t start a fire worrying ’bout your little world fallin’ apart.

*) Ja sorry, ich ziehe Weisheit aus Rocksongs, denn I learned more from a three minute record than I ever learned in school.**
**) Ja, sorry, der musste jetzt sein.

18:50 Uhr: Helgi, Sie wissen schon, der Mann von Tina hat in den letzten Jahren immer wieder mal mit Falk Richter an der Berliner Schaubühne gearbeitet. Die Schaubühne zeigt heute Abend online das Stück For The Disconnected Child und da haben wir mal reingeguckt. Die Liebste mochte es sehr, aber mir wars heute Abend zu artificial; sorry, liebe Schaubühne. Es ist mein Kopf, es bist nicht Du.

Und gleich supporten wir den local Sushi-Handel und holen und da was ab und ich bin heute ein glückliches kleines Scheißerchen.

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