5.3.2020 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

0:00 Uhr: Seit Wochen, ach, vermutlich das erste mal in diesem Jahr musste ich nicht um irgendwas-mit-neun ins Bett fallen, deswegen sei vermerkt, dass ich noch wach bin. Naja, bis ca. 0:07 Uhr aber immerhin.

7:06 Uhr: Aufwachen, runter schleichen, inhalieren. Beschlossen: Ich werde inhalieren, bis das letzte Atom Rotz aus meinen Nebenhöhlen verschwunden ist. Beim Inhalieren lese ich die herumliegende Barbara und lerne: 60 neue Kleidungsstücke kauft der Deutsche im Jahr. Ich besitze nicht einmal 60 Kleidungsstücke.
Außerdem hat Anna Depenbusch ein neues Album aufgenommen; sie hat es im Studio direkt ins Vinyl geschnitten (was ich sehr spannend finde) und ich bin sehr gespannt und trage mir den VÖ-Termin in den Kalender ein.
Gestern Abend habe ich mir die Nägel der linken Hand lackiert und bin immer noch kurz irritiert, wenn ich meine Hände sehe. Da ich nicht blind tippen kann, kommt das heute vermutlich noch ein paar Mal vor.

10:00 Uhr: Voller Freude frickeligen Kleinkram gebastelt. Seit ein paar Jahren arbeite ich mit einem SEO-Spezialisten zusammen. Ich hatte zwar auch ein ganz solides Grundwissen, aber SEO ist inzwischen ein FullTime-Job und davon hatte ich ja schon einen – deswegen hatte ich mir Verstärkung gesucht. Lobpreis an Kiki für den Tipp btw.! Wir arbeiten zusammen zum Beispiel für einen alten Kunden von mir und da hat er ein bisschen Optimierungspotential auf der technischen Seite festgestellt. Ich finde das durchgängig beeindruckend, wie viele und wo überall es winzigste Schräubchen gibt und ich drehe sie alle mit Begeisterung. Und ich lerne so viel dabei!

10:30: Gefrühstückt. Dabei gefeedreadert und auf diesen besonnenen und damit guten Artikel in der Zeit gestoßen, der die Situation rund um die aktuellen Entgleisungen Flers dokumentiert …
[…]Stattdessen entwickelte sich das, was in der soziologischen Forschungsliteratur als veritabler clusterfuck bezeichnet wird. Fler, Shahak Shapira, ihre jeweiligen Fans und einige Twitter-Passanten meckerten einander durch ihre Smartphones an. […]
… und recht gut auf den Punkt bringt, was gerade zu tun ist. Rund um den Rapper und überhaupt beim Umgang mit Rap:
[…]Rapmedien und -künstler, sonstige Medien und Künstler, Fans, Social-Media-User […] hätten ihre Unterstützung aussprechen und betonen müssen: Misogynie und Sexismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft und damit auch nicht im Deutschrap[…]
Beide: zeit.de: Fler: Viel Brunftgebrüll

12:30 Uhr: Weiterer SEO-Kleinkram bis die Liebste heimkam – bzw sie mich einsammelte und wir was essen fuhren. Irgendwie machen wir das im Moment erschreckend oft, aber wir genießen das gerade sehr. Ich, dass ich nach der OP endlich wieder problem- und folgenlos auch auswärts was essen kann und wir beide dieses Café. Das ist weder niedlich noch klein noch individuell, sondern groß und es könnte gut Systemgastro sein, aber irgendwie ist das ein guter Platz, um dort zu sitzen. Außerdem bieten sie ziemlich viele Dinge mit Brokkoli und Sauße Hollandaise an. Dabei überlegten wir, was einen ziemlich unreflektierten und empathielosen Menschen dazu treibt, 30 Jahre in einen VHS-Kurs „Philospohie“ zu gehen. Aus Gründen.

Danach, surprise surprise, SEO-Schräubchen. Ich verschweige einfach, dass die Hollandaise 20 Minuten Mittagschlaf einforderte.
Derweil kam Franzis Newsletter rein, den a) ich immer gern lese und den ich b) mit einem Hinweis erwähnen muss, weil Franzi Kundin von mir ist. Dieser Newsletter jedenfalls schickte mich unter anderem zu t3n, die mich darauf hinwiesen, dass Google im Verlauf der nächsten 12 Monate endgültig auf dem mobile-First-Index umsteigen wird. In anderen Worten: Websites, die keine Optimierung für mobile Geräte mitbringen werden benachteiligt. Ich wusste das und ich glaube gerade, dass auch keine der Websites, die ich in den letzten Jahren gemacht oder auch nur bearbeitet habe nicht responsive ist, aber vielleicht wussten Sie’s ja noch nicht und denken jetzt: „Ups. Da sollte ich was tun.“ ?

Zwischendurch ein Anruf von einem alten Freund, eigentlich meinem ältesten Freund. Wir haben uns mit sechs kennen gelernt, uns dummerweise so Mitte zwanzig aus den Augen verloren und sehen uns jetzt so einmal im Jahr. Oder einmal alle zwei Jahre. Mehr bekommen wir nicht hin aber das ist immer sehr gut.
Jetzt wollten wir uns gerade wieder verabreden und plauderten schon mal lustig los – unter anderem über alte gemeinsame Bandzeiten. Und dann erfuhr ich, dass unser alter Saxophonist schon vor Jahren gestorben ist und das hat mir etwas den Boden unter den Füßen weggezogen. Natürlich ist es logisch, dass aus einer Gruppe von elf Leuten in dreißig Jahren mal jemand sterben kann – bei Musikern und ihrem Drang zu Substanzen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen vermutlich auch mehr – aber … Als wir zusammen spielten da waren wir so Anfang zwanzig und mein Gott, wir waren doch unverwundbar.
Gleichzeitig schickte er mir einen Link zu einem Stück Cloud, wo ich 14 alte Songs – Liveaufnahmen und Probenraummitschnitte – fand. Sachen, die ich dekaden nicht mehr gehört hatte. Das war gut, aber auch traurig.

Schon zwei alte Bandkollegen. I’m sad.

Gleich Veronica Mars.

2 Kommentare

  1. Hach, das freut mich aber, dass die Zusammenarbeit so gut klappt. (Ich denke ja auch immer wieder, ich müsste mal … und gerade SEO … und irgendwie gibt es immer dringendere Baustellen. Aber vermutlich hätte er es mit mir auch wirklich nicht einfach, da ich textlich einfach so vor mich hin mäandere und nicht für Google schreiben mag. Ach, ja.)

  2. Das mit dem alten Band Kollegen tut mir leid. Es ist erschreckend wie sehr die Einschläge in unsrem Alter doch näher kommen. Vor ein paar Minuten Facebook Post von einer Bekannten gelesen: sie lag gerade 2 Tage wegen Lungenembolie auf der Intensivstation, nun auf normaler Station und harrt der Dinge. Unser Alter. Und von jetzt auf gleich irgendwie. FUCK!

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