5.2.2026 – #wmdedgt

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

ca 5:36 bis ca 7:52 Uhr:
Unwilliges, immer-weiter-vor-dem-Tag-nervös-werdendes halbwaches nach-rechts-und-links-Wälzen. Voll der Hoffnung, dass endlich, endlich gleich der Wecker bimmelt* und mich endlich, endlich ganz wach macht.

8:50 Uhr:
Punkt acht bimmelte der Wecker. Erster wacher Gedanke: Du musst Dir echt mal einen hübscheren Weckton bauen. Zweiter Gedanke: Helle Entrüstung über die Störung meines Tiefschlafs, daher dreimal snoozen. Dann was-man-morgens-so-tut, das aktuelle mini-Frühstück, dabei ein bisschen Internetlesen**.
Dann mal: Auf, auf ins Büro!

*) ich wollte schon immer mal „Wecker bimmeln“ für den Telefon-Weckton schreiben
**) Gibt es eigentlich einen halbwegs funktionierenden Bluesky-Client für den Mac? Skeets funktioniert nur halbgar, der iPhone-Client auf dem Desktop ist albern. Die Web-Oberfläche will ich nicht.

12:25 Uhr:
Begriffen, dass ein guter Teil des nervösen Bammels mit dem großen Blutbild zusammenhing. Ab neun also das Telefon angestarrt und gewartet, dass es klingelt.

Die Inbox deutlich, eine Dose Hustenbonbons ganz geleert.

Anfragen bekommen, so dass sich das Jahr langsam füllt. Wie immer eine gute Mischung aus Menschen, die ich „von hier“, also aus Blog oder Insta kenne und Weiterempfehlungen von Menschen, mit denen ich bereits gearbeitet habe. Ich mag beides sehr und finde die Mischung super.

Mich von einem Dienst abgemeldet, der mal als kleiner persönlicher Service (auch) für Blogger begann, um nicht genehmigte Nutzung von Bildern zu entdecken und zu verfolgen. Eine Menge Skalierung und einen Besitzerwechsel später bin ich nicht mehr Zielgruppe. Ich bin von dem Geld, was mir Menschen zahlten***, weil sie ohne Anfrage meine Fotos nutzen, zweimal schick in den Urlaub gefahren und will mich nicht beschweren.

***) Keine Sorge, der Dienst hat nie private Blogs/Websites verfolgt. Es waren immer vollkommen kommerzielle Nutzungen; ein Verlag hat sogar gleich zweimal gezahlt, weil sie eine Unterlassungserklärung abgegeben, aber mein Foto beim ersten Mal nicht aus ihrer internen Mediendatenbank gelöscht und ein Jahr später noch einmal benutzt hatten. Tja.

Der Postmann klingelte zweimal und brachte zum einen ein Buch, über das ich mich sehr gefreut habe …

Außerdem ein Stück Vinyl. 1986, als die Platte rauskam, hatte ich auf Cassette eine Kopie einer Cassettenaufnahme, über ein 1,95 DM-Din-Kabel von einem 109,- DM-Ghettoblaster zu einem anderen 109,- DM-Ghettoblaster überspielt – in anderen Worten: mehr Trash-Rauschen als Trash-Musik. Aber ich merkte: Das war quasi das krasseste, was man an Musik haben konnte, um Erwachsene zu schocken. Heute haben wir Trash, Grunge, Nu Metal, Crossover, Post-Grunge hinter uns und wer schocken will****, hört Berliner wannabe-Gangster, die irgendjemand oder am besten allen den Anus penetrieren wollen.
Master of Puppets ist hingegen Kulturgut und hat es bis in lustigste Memes geschafft.
Genau der richtige Zeitpunkt, um das Album endlich mal in einer nicht-verrauschten Version zu besitzen.

Metallica und der kleine Nick in einer Lieferung. Mehr muss man eigentlich nicht über mich wissen.

Mich würde übrigens durchaus interessieren, wie viele der Menschen, die heute irgendwo das berühmte Riff hören, mehr über Band, zeitliche Einordnung und Bedeutung wissen. Vermutlich wenige, aber vermutlich ist genau das Zeichen für „Kulturgut“. Das tut alten Männern dann ebenso weh wie ein Teenie, der denkt, „Nirvana“ sei eine Modemarke – aber ist denn wirklich alles daran schlecht? Wir hatten uns doch immer Anerkennung für unsere Subkultur gewünscht?

****) Serviceblog: Um andere Erwachsene zu nerven, geht Jazz auch oft gut. Oder Arca.

Dann endlich der Anruf von Frau Doktor. Alles gut im Blut. Und das ist nicht nur gut, weil es sich reimt.

15:00 Uhr:
Etwas gegessen, Neuigkeiten aus dem Hospiz gehört, Neuigkeiten von der Verwandtschaft veratmet, ganz eventuell den Luxus eines Stündchens Mittagsschlafes genossen.

Das Grafikprogramm angeworfen und Pixel geschoben. Ohne, aber für diese Kundin.

Vom Logitech Support Antwort darauf bekommen, dass ich ihre Installer nicht ausführen kann. Nach diversen Runden durch alle Schleifen, die ein first-level-Support so drehen muss, wenn es gerade noch andere Probleme mit der Software gibt*****, endlich die Antwort: „Laden Sie es doch mal mit einem anderen Browser herunter“ Mir fällt absolut kein technisch logischer Grund dafür ein, aber die selbe Datei einmal mit dem Firefox und einmal mit dem Safari herunter zu laden machte den entscheidenden Unterschied. Auf dem gleichen Rechner, mit der gleichen Firewall, mit der gleichen IP-Adresse, mit höchstens 10 Sekunden Zeitunterschied.
Falls Sie das erklären können? Immer gerne.
Alle anderen behalten ab sofort zusammen mit mir im Hinterkopf, dass vor „have u tried turnin’ it off ’n on again?“ noch ein „have u tried another browser“ stehen kann, wenn ein Download sich nicht ausführen lässt.

*****) Dauernd: „Please download the software, install it and try xyz“. — „I can’t install. The installer fails, that’s why we’re talking.“ — „Oh“ — „yes

Welcome Tilla!

19:00 Uhr:
Ein Feierabend im Büro, ein Kakao beim Lieblingsbarista, eine Macke in der Autotür, eine Badewanne, weils beim Lieblingsbarista manchmal etwas zugig ist, wenn viele Menschen rein und raus gehen. Fertig gebloggt, jetzt Brommes in die Pfanne, denn die Liebste hat gestern Abend eine Suppe vorbereitet.

Cover Malcolm F: Circles & Squares

Das neue Album CIRCLES & SQUARES.
Seit dem 26.1. auf diesen und allen anderen Streaming-Diensten.

8 Kommentare

  1. Metallica war nie mein Fall, Hetfield fand ich eklig, Ulrich völlig unfähig, und ganz generell konnte ich mit Metal nicht viel anfangen, wobei ich allerdings ketzerisch Metallica eher in Richtung Hardrock sortieren würde. Eh egal, die Übergänge sind ja fließend.

    Das Riff und der Song dazu habe ich bei Erscheinen damals wahrgenommen, viel mehr auch nicht. In einer der beiden Bands, in denen ich damals spielte, kam eines Tages der andere Gitarrist rein (großer Metallica-Fan) und berichtete, es hätte den Bassisten bei einem Unfall zerlegt, was den Rest von uns spontan die Bierflaschen heben ließ.

    Als dann einige Jahre später MTV „Nothing Else Matters“ rauf und runternudelte (einen Song, der mich Metallica endgültig auf eine Stufe mit den Scorpions und ihr „Holiday“ stellen ließ, nur, dass die deutlich fähigere Musiker hatten), erinnerte ich mich wieder daran.
    Yes, well, r.i.p, Mr. Burton.

    1. Du hast mit jedem Wort irgendwie Recht und ich vermute, es gibt irgendwo ein „trotzdem“ in diesem Universum.
      Lars ist nebenbei für mich auch einer der größten Unsympathen da draußen, naja, er arbeitet ja auch sehr daran.
      Als Elizabeth angefangen hat, Metallica zu analysieren, da hab ich einen neuen Blick bekommen und mal wieder reingehört. Und mir jetzt, in einem Nostalgie-Anfall Master of Puppets und Ride the Lightning bestellt. Waren damals wichtig für mich, sollen zwischen den anderen Platten stehen.

  2. Ich trau mich ja fast nicht, zu fragen, weil du definitiv mehr Ahnung von Musik hast, aber … ist das mit Trash Metal ein absichtlicher Witz? Weil der entsprechende Stil heißt doch eigentlich Thrash Metal?

    Ansonsten hurra fürs gute Blut und schöne Postsendungen!

  3. „Der kleine Nick“ – ist das wirklich ein neues Buch? Ich habe diese Bücher geliebt, das erste bekam ich irgendwann noch als Kind, später habe ich die Originalfassungen gekauft – leider habe ich sie nicht mehr. Das wäre etwas für mich … seufz.

    1. „neu“ ist etwas relativ, aber ja: neuer. Ich hatte als KInd auch das erste Buch und für den Rest zitiere ich mal schnell faul die Wikipedia:
      Rund 160 Kleine-Nick-Geschichten wurden zwischen 1959 und 1964 zuerst in der französischen Regionalzeitung Sud-Ouest Dimanche abgedruckt.
      Bei einem Umzug entdeckte Goscinnys Tochter Anne Goscinny bisher noch nicht in Buchform veröffentlichte Geschichten des kleinen Nick wieder, von denen 80 im Jahre 2005 in dem Buch Neues vom kleinen Nick und weitere 45 im Jahre 2006 in dem Buch Der kleine Nick ist wieder da publiziert wurden.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die Website setzt 1 notwendiges Cookie. Ich nutze Matomo, um zu sehen, welche Artikel Sie interessieren. Matomo ist lokal installiert es werden keine Cookies gesetzt, so dass Sie dort vollkommen anonym bleiben. Externe Dienste werden erst auf Ihre Anforderung genutzt.